François Le Fort

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François Le Fort, auch: Franz Lefort (* 23. Dezember 1655jul./ 2. Januar 1656greg. in Genf; † 2. Märzjul./ 12. März 1699greg. in Moskau), war ein Vertrauter des Zaren Peter I. und der erste russische Admiral. Der Schweizer gilt als einer der Organisatoren der kaiserlich-russischen Marine.

François Le Fort
François Le Fort, Beschriftung des Stiches russisch

Leben[Bearbeiten]

Die Familie Le Fort waren Hugenotten, die aus dem Piemont nach Genf geflüchtet war und dort als Kaufleute zu Wohlstand und Ansehen gekommen waren. 1672 verliess Le Fort mit 16 Jahren das elterliche Haus, trat 1674 in holländische Kriegsdienste und begab sich 1675 über Archangelsk nach Moskau. Hier wusste er sich in den Kreisen der Ausländer in der deutschen Vorstadt (Nemezkaja sloboda) ein gewisses Ansehen zu erwerben. Schon zu Ende der Regierung des Zaren Fjodor III. trat Le Fort in russische Dienste; während der Regentschaft Sophias (1682-89) erfreute er sich der Gunst des Hauptleiters der russischen Staatsangelegenheiten, des Fürsten Wassili Gallizin, und nahm teil an den Feldzügen in die Krim 1687 und 1689.

Der 17-jährige Peter I. lernte Le Fort nach der Staatsumwälzung des Jahrs 1689 kennen. Durch geselliges Talent, vielseitige Bildung, Uneigennützigkeit und unbedingte Hingebung an den jungen Zaren erwarb Le Fort dessen innige Freundschaft. Als guter Freund und Trinkbruder hatte er einen grossen Einfluss auf Peter. In Moskau veranstaltete er rauschende Feste, wofür ihm der Zar einen Palast zur Verfügung stellte, der rund 1.500 Personen Platz bot. Was in Russland Rang und Namen hatte, fand sich hier ein. Alkohol floss in Strömen; in diesem wilden Treiben fand Peter die Entspannung, die er suchte.

In Peters Diensten machte Le Fort eine glänzende Karriere, die keineswegs nur auf seinen geselligen Qualitäten beruhte. Er begleitete den Zaren auf dessen Reisen und stand ihm während der Feldzüge nach Asow (1695 und 1696) als Ratgeber und Heerführer zur Seite. Eine Zeitlang vertrat Le Fort als Anführer der Großen Gesandtschaft die Interessen Russlands im Ausland. Er half dem Zaren, die marode russische Armee zu reorganisieren und Seestreitkräfte zu bilden. Er erhielt den Rang eines Großadmirals und den Titel „Statthalter von Nowgorod“.

Der Verkehr mit Männern wie Le Fort und Patrick Gordon liess in dem Zaren den Wunsch entstehen, Westeuropa genauer kennenzulernen und Russland dem Einfluss der abendländischen Kultur zu erschließen. 1697 stand Le Fort an der Spitze der russischen Gesandtschaft Peters, mit der der Zar „inkognito“ das Ausland besuchte.

Auch die Gründung der neuen Hauptstadt Sankt Petersburg am finnischen Meerbusen durch den Zaren erfolgte nach Plänen Le Forts, der dies jedoch nicht mehr erlebte.

Bei seinem Tode war Le Fort nur 43 Jahre alt. Es gilt als erwiesen, dass übermässiger Alkoholgenuss für den frühen Verfall seiner Gesundheit mitverantwortlich ist. Peter ordnete für ihn ein Staatsbegräbnis mit allen erdenklichen Ehren an.

Ein Stadtviertel von Moskau trägt auch heute noch den Namen Lefortowo.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Ludwig Blum: Franz Lefort, Peters des Grossen berühmter Günstling. Heidelberg: Groos, 1867.

Weblinks[Bearbeiten]