France Prešeren

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Portrait von France Prešeren (vor 1849)

France Prešeren (eingedeutscht früher oft Franz Preschern;[1] * 3. Dezember 1800 in Vrba im damaligen Herzogtum Krain; † 8. Februar 1849 in Kranj, damals Krainburg) gilt als größter slowenischer Dichter.

Leben[Bearbeiten]

Prešerens Geburtshaus in Vrba
Gedenktafel in Klagenfurt: „Hier arbeitete 1832 der bedeutendste Dichter der Slowenen“ – P.E.N.-Club Österreich

France Prešeren wurde als drittes von acht Kindern einer bäuerlichen Familie geboren. Nach dem Schulbesuch in Reifnitz und Laibach studierte er in Wien Rechtswissenschaften, wo er sich für Poesie zu interessieren begann. Nach seiner Promotion arbeitete er als Advokat. Während seines Studiums in Wien (1821–1828) lernte er am Klinkowströmschen Institut am Schlesingerplatz (Gedenktafel) den deutschkrainer Dichter Anton von Auersperg (Pseudonym: Anastasius Grün) kennen, ebenso die slowenischen Literaturwissenschaftler Bartolomäus (Jernej) Kopitar und Matthias Tschop (Matija Čop). 1832 übersiedelte er nach Klagenfurt. Dort legte er am 26. Mai beim Appellationsgerichtshof (Gedenktafel am Neuen Platz) die Advokatenprüfung ab, bei der er fast durchgefallen wäre, weil er auch für den Angeklagten recherchierte – dies beeinträchtigte seine gesamte weitere Laufbahn; er bewarb sich mehrmals vergeblich um eine Advokatur, die er erst 1846 in Krainburg (Kranj) erhielt. In Klagenfurt trat er mit dem Kärntner slowenischen Schriftsteller Urban Jarnik in Kontakt, den er in Moosburg besuchte, sowie mit dem Spiritual Anton Martin Slomšek. In Laibach (Ljubljana), wo er von 1828 bis 1846 als Angestellter einer Rechtsanwaltskanzlei lebte, fand der Weltbürger nur wenig Anklang und vereinsamte; seine große Liebe Julia Primitz (Julija Primic) wollte von ihm nichts wissen, obwohl ein Teil der Ausgabe der Poezije im Akrostichon ihren Namen trug. 1839 lernte er in ihrem Haus die Arbeiterin Ana Jelovšek kennen, die ihm drei Kinder gebar, ihn dann aber verließ. Vereinsamt starb er an Leberzirrhose. Heute gilt er als slowenischer Nationaldichter.

Werke[Bearbeiten]

Prešeren schrieb Liebes- und Naturlyrik, sowie ein großes historisches Epos Die Taufe an der Savica (Krst pri Savici). Im Jahre 1847 erschien sein Hauptwerk Poezije (Poesien). Mit seinen deutschen Gedichten und Sonetten gehört er auch zur deutschsprachigen Literatur. Sein wichtigstes deutschsprachiges Werk ist Das große Tor („Ta velik Vrata“), in dem er seine Verbundenheit zu Ljubljana darlegt.

Ehrungen[Bearbeiten]

Ein Teil seines Gedichtes Zdravljica ist heute die slowenische Hymne, sein Bildnis ziert die Rückseite der slowenischen 2-Euro Münze.

Nach Prešeren benannt wurde der Hauptplatz von Ljubljana, der Prešerenplatz.

Das slowenische Ministerium für Kultur verleiht seit dem Jahr 1947 jährlich ein oder zwei Künstlern den so genannten Großen Prešeren-Preis. Gleichzeitig verleiht die ebenfalls beim slowenischen Kulturministerium angesiedelte Prešeren-Stiftung an bis zu sechs Künstler den Preis der Prešeren Stiftung.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • S. Hafner: Prešeren France. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 8, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983, ISBN 3-7001-0187-2, S. 266 f. (Direktlinks auf S. 266, S. 267).
  • Boris Paternu: France Prešeren. Ein slowenischer Dichter 1800-1849, München 1994
  • Wilhelm Baum: France Prešeren, ein slowenischer Dichter in Österreich, in: Österreich in Geschichte u. Literatur, 43, 1999, 107-117
  • France Prešeren: Deutsche Dichtungen, hrsg. v. Wilhelm Baum, Kitab, Klagenfurt 1999
  • M. Mažjodi: Das große Tor; France Prešeren

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: France Prešeren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: France Prešeren – Quellen und Volltexte (slowenisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erwin Köstler,Vom kulturlosen Volk zur europäischen Avantgarde. Hauptlinien der Übersetzung, Darstellung und Rezeption slowenischer Literatur im deutschsprachigen Raum, Peter Lang, Bern 2006, S. 163, 164, 333.
  2. Information auf der Webseite des Kulturministeriums von Slowenien- Abgerufen am 19. Juli 2010