Frances Oldham Kelsey

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Frances Oldham Kelsey wird durch John F. Kennedy für ihr Engagement gegen Thalidomid geehrt, 1962
Frances Oldham Kelsey im Alter von 87 Jahren anlässlich ihrer Aufnahme in die National Women's Hall of Fame

Frances Kathleen Oldham Kelsey (* 24. Juli 1914, Cobble Hill auf Vancouver Island, British Columbia) ist eine US-amerikanische Pharmakologin. Sie ist bekannt geworden, weil sie als Mitarbeiterin der US-amerikanischen Food and Drug Administration verhinderte, dass die Substanz Thalidomid auf dem US-amerikanischen Markt zugelassen wurde. Thalidomid verursacht Schädigungen an Embryonen und ist im deutschsprachigen Raum in Zusammenhang mit dem Contergan-Skandal bekannt geworden.

Leben[Bearbeiten]

Frances Oldham Kelsey wurde auf Vancouver Island, Kanada, geboren und studierte Pharmakologie an der McGill University. Sie graduierte dort 1935 und ging anschließend für ein Promotionsstudium an die University of Chicago. Auch nach Abschluss ihrer Promotion arbeitete sie zunächst bis 1954 an der University of Chicago weiter. Von 1954 bis 1957 lehrte sie an der University of South Dakota. Sie war mittlerweile verheiratet und hatte zwei Töchter.

Ab 1960 arbeitete Kelsey für die Food and Drug Administration in Washington, D.C.. Sie hatte vor allem neue Medikamente und Substanzen für den Markt zuzulassen. Eine der ersten Substanzen, die sie überprüfen musste, war Thalidomid. Obwohl es bereits in 20 europäischen und afrikanischen Ländern zugelassen war, verweigerte sie die Anerkennung für die Substanz. Sie verließ sich nicht auf die Angaben der Firma Richardson-Merrell, die keine Testergebnisse beinhalteten. Stattdessen wurden nur generelle Aussagen Grünenthals und des Marketing-Departments von Richardson-Merrell angegeben, und Geschäftsleute und Politiker übten Druck auf Kelsey aus. Sie forderte Richardson-Merrell auf, Tests durchzuführen und die Ergebnisse mitzuteilen. Die Firma weigerte sich und verlangte insgesamt sechs Mal, die Zulassung zu gestatten, was jedes Mal abschlägig beschieden wurde. Im Jahre 1962 zog Richardson-Merrell dann den Antrag auf Zulassung zurück. Kelseys Bedenken gegenüber der Substanz wurden bestätigt, als klar wurde, dass die Geburt stark geschädigter Kinder in Europa auf Thalidomid zurückzuführen war.

Frances Oldham Kelsey ist für ihre Leistung mehrfach ausgezeichnet worden. Unter anderem erhielt sie 1962 von Präsident Kennedy für die Verhinderung der Zulassung von Thalidomid den President's Distinguished Federal Civilian Service Award, die höchste Auszeichnung für zivile Regierungsangestellte in den USA.[1]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. This Week In FDA History - July 15, 1962. Abgerufen am 27. November 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frances Oldham Kelsey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien