Francesco Antommarchi

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Francesco Antommarchi

Francesco Antommarchi (* 5. Juli 1780 auf Korsika; † 3. April 1838 in Santiago de Cuba auf Kuba) war Napoléon Bonapartes Arzt auf St. Helena.

Leben[Bearbeiten]

Antomarchi studierte an der medizinischen Hochschule Pisa und wurde 1812 Prosektor am Hospital Santa Maria in Florenz. Auf Wunsch von Kardinal Joseph Fesch wurde Antomarmarchi 1818 mit der medizinischen Betreuung von Kaiser Napoleon in dessen Exil auf St. Helena betraut. Napoleons Ablehnung Antommarchis wich bald einer Vertrautheit, welche dann auch zu einer Zuwendung in Höhe von 100.000 Francs führte.

Nach dem Tode des Kaisers erklärte Antommarchi, dass dieser nicht am Magenkrebs, sondern an einem auf der Insel herrschenden Fieber gestorben sei, und weigerte sich, das Obduktionsprotokoll zu unterzeichnen. Antommarchi kehrte dann über England nach Italien zurück. Dort weigerte sich Erzherzogin (und frühere spanische Königin) Maria Luise von Bourbon-Parma ihn zu unterstützen. Für einige Zeit ließ sich Antommarchi in Paris nieder, wo er u.a. 1823 sein Werk Mémoires ou les derniers moments de Napoléon veröffentlichen konnte.

Politisch interessiert ging Antommarchi nach Polen und übernahm dort 1830 während des Novemberaufstandes in Warschau die Leitung der ärztlichen Anstalten, kehrte jedoch bald nach Paris zurück. Ende 1831 wollte Antommarchi in seinem Geburtsland wieder Fuß fassen, scheiterte aber, da es nach eigenem Bekunden „... seinem Italien in nichts mehr ähnelte“. Später begab er sich nach Westindien und starb dort im Alter von ungefähr 58 Jahren am 3. April 1838 in Santiago de Cuba. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem dortigen Friedhof, wo ihm seiner Wohltätigkeit wegen ein Denkmal errichtet wurde.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Napoleon I. kurz vor seinem Tode („Mémoires ou les derniers moments de Napoléon“). Schmidt & Günther, Leipzig 1903 (2 Bde)
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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