Francesco Maselli

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Francesco Maselli (* 9. Dezember 1930 in Rom) ist ein italienischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten]

Maselli, Sohn eines Kunstkritikers, war in jungen Jahren auf Seiten der Resistenza aktiv und schrieb sich mit siebzehn Jahren beim Centro Sperimentale di Cinematografia ein, das er zwei Jahre später mit Diplom verließ. Er war Regieassistent bei Luigi Chiarini und arbeitete mit Michelangelo Antonioni zusammen; daneben drehte er erste Dokumentarfilme (was er bis Ende der 1960er Jahre immer wieder tat), die mit großem Interesse aufgenommen wurden. 1953 debütierte er als Spielfilmregisseur mit seinem Beitrag zum Episodenfilm Amore in città und legte zwei Jahre später mit Gli sbandati eine glänzende Arbeit vor, in der er die politischen Wirren um den Waffenstillstand von Cassibile reflektierte. Nach dem sozialkritischen La donna del giorno und I delfini, in dem er 1960 die Aussichtslosigkeit der Provinzjugend schilderte, verfilmte er den ersten Roman Alberto Moravias, Gli indifferenti, 1963. Nach zwei Genrefilmen folgte 1969 der wieder politisch engagierte Lettera aperta a un giornale della sera. Il sospetto aus dem Jahr 1974 schildert die Erlebnisse eines italienischen kommunistischen Arbeiters im Frankreich des Jahres 1934. Seine späteren Werke blieben bemerkenswerte Arbeiten; Storia d'amore, ein moderner neorealistischer Film, gewann 1986 den Spezialpreis der Jury in Venedig.[1]

1996 erregte er wieder vermehrte Aufmerksamkeit mit seinem Film Cronache dal terzo millenio einem antikapitalistischen Aufruf; beim G8-Treffen in Genua war er für die Gesamtleitung des Dokumentarfilms Un mondo diverso è possibile verantwortlich.[2]

Maselli war lange Jahre Vorsitzender der „Associazione Nazionale degli Autori Cinematografici“ und einer der Gründer der „Alleanza Mondiale del Cinema“.[3]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1952: Die große Rolle (La signora senza camelie) (nur Drehbuch)
  • 1953: Chronik einer Liebe (Cronaca di un amore) (nur Drehbuch)
  • 1953: Liebe in der Stadt (L'amore in città) (eine Episode)
  • 1955: Die Verirrten (Gli sbandati)
  • 1956: Die Frau des Tages (La donna del giorno)
  • 1960: Gefährliche Nächte (I delfini)
  • 1961: Die Italienerin und die Liebe (Le italiane e l'amore) (eine Episode)
  • 1963: Die Gleichgültigen (Gli indifferenti)
  • 1966: Mach mich kalt, ich friere (Fai in fretta ad uccidermi… ho freddo!)
  • 1968: Ein feines Pärchen (Ruba al prossimo tuo…)
  • 1969: Offener Brief an eine Abendzeitung (Lettera aperta a un giornale della sera)
  • 1986: Die Geschichte einer Liebe (Storia d'amore)
  • 1996: Cronache del terzo millennio
  • 1999: Il compagno
  • 2002: Lettere dalla Palestina (Ko-Regie, Dokumentarfilm)
  • 2003: Firenze, il nostro domani
  • 2005: Frammenti di Novecento (Dokumentarfilm)
  • 2007: Civico zero
  • 2009: Le ombre rosse
  • 2011: Scossa

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano. I Registi. Gremese Editore, Rom 2002, S. 274
  2. [1]
  3. http://www.anac-autori.it/online/?page_id=34