Francesco Pavona

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Amor tröstet die verwundete Venus, Pastellgemälde im Schloss Wörlitz
Friedrich Markgraf von Brandenburg-Culmbach-Bayreuth mit Elefanten-Orden und Johanniterorden, 1759

Francesco Pavona (* um 1695[1] in Udine; † um 1777[2] in Venedig) war ein italienischer Maler der venezianischen Schule des Barock. Pavona ist als Öl- , aber noch mehr als Pastellmaler bekannt. Er schuf neben Großformaten auch qualitätvolle Porträts.

Leben[Bearbeiten]

Pavona stammte aus Udine in Friaul-Julisch Venetien, lernte zunächst bei Giacomo Carneo (dem Vater von Antonio Carneo), dann bei Giovanni Gioseffo dal Sole und Marcantonio Franceschini in Bologna und danach in Mailand. Dort war er Gast des bekannten Malers Carlo Carlone, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband.[3] Während eines Aufenthaltes der Pastell-Malerin Rosalba Carriera im Palazzo Lantieri in Görz im Jahr 1730 war Pavona ihr Schüler; aus seiner Hand sind dort mehrere Heiligenbilder erhalten.[4] In der Pinakothek der Görzer Museen der Provinz (Musei Provinciali) im ehemaligen Palazzo Attems-Petzenstein sind heute weitere Gemälde von Pavona zu sehen.[5] Ebenfalls aus dem Jahr 1730 stammt die Darstellung einer „Rosenkranz-Madonna“ (Madonna del Rosario) in der Pfarrkirche S. Martino in Bertiolo bei Udine.[6] 1737 war er bereits so bekannt, dass der Kunstsammler Francesco Maria Niccolo Gabburri ein Selbstporträt von Pavona erwarb. Später ging Pavona nach Genua, Spanien, Portugal (Lissabon 1735), Schweden, Dänemark und in weitere Länder.[7] sowie nach Deutschland, wo er an verschiedenen Höfen tätig war. In Deutschland war er, unterstützt durch den philosophischen Schriftsteller, Kunstkritiker und -händler Francesco Algarotti, ab 1745 14 Jahre lang am sächsischen Hof in Dresden unter dem als Kunstmäzen bekannten Kurfürsten Friedrich August II. tätig, heiratete und gründete eine Familie. 1759 reiste er, wohl auch durch Algarotti vermittelt, nach Bayreuth, um dort mehrere Porträts des Markgrafen Friedrich anzufertigen und einige Werke (u.a. von Pompeo Batoni und Anton Raphael Mengs) aus der Gemäldesammlung der Markgräfin Wilhelmine anzukaufen. Ein weiteres der Gemälde von Pavona befindet sich – als Teil der originalen Ausstattung – im Schloss Wörlitz bei Dessau.[8] Später ging Pavona für einige Jahre nach Bologna zurück. Von dort übersiedelte er Anfang der 1760er Jahre nach Venedig, wo er 1763 in die Mal- und Zeichenakademie (Accademia di Pittura e Disegno) gewählt wurde, wobei er mit zehn zu acht Stimmen Canaletto vorgezogen wurde.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Francesco Pavona. In: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 26, E. A. Seemann, Leipzig 1932, S. 322.
  • Peter O. Krückmann: Francesco Pavona a Bayreuth: un percorso veneziano verso il neoclassicismo. In: Per l'arte, Monfalcone (Gorizia), 2/2001, S. 505–508.
  • Thomas Liebsch: Il soggiorno di Francesco Pavona a Dresda e la pittura a pastello della metà del secolo XVIII alla corte sassone. In: Memorie storiche forogiuliese, Bd. 84, Udine 2004, S. 117–140.
  • Lidia Da Lio: Francesco Pavona: note per l’aggiornamento del suo catalogo. In: Barok na Goriškem, Goriški muzej Kromberk, Nova Gorica 2006, S. 421ff.
  • Lidia Da Lio: Francesco Pavona: pittore del Settecento in Friuli. In: Accademia di Belle Arti (Hrsg.): Quaderni dell'Accademia, 4/2000, H. 9, S. 26–31.
  • Giuseppe Bergamini: Pitture chiesastiche di Francesco Pavona. In: Omaggio secondo all'arte veneta nel ricordo di Rudolfo Pallucchini. (Arte documento, 14), Edizioni della Laguna, Monfalcone 2000, S. 166–171.
  • Mercedes Precerutti Garberi: Profilo di Francesco Pavona. In: Commentari, 13/1962, S. 128–144.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laut Deutsche Fotothek: 1695 oder 1692 oder 1685 [1]; laut Petra Suchy: Carlo Innozenzo Carlone in Niederösterreich. Diplomarbeit, Universität Wien, Kunstgeschichte, bei Monika Dachs-Nickel, 2008: 1698; laut Artnet 1695 [2]
  2. Laut Deutsche Fotothek: 1777 oder 1773 [3]
  3. Amalia Barigozzi Brini, Klára Garas: Carlo Innocenzo Carloni, Mailand 1967, S. 18; Giuseppe Bergamini: Giulio Quaglio, Udine 1994, S. 36.
  4. Hermann K. Stützer: Das Juwel am Isonzo. In: Europagesellschaft (Hrsg.): Europages, H. 2, November 2007, S. 4–7.
  5. Webseite zum Palast Attems-Petzenstein
  6. Website der Commune di Bertiolo
  7. Schweden und Dänemark laut Johann Dominik Fiorillo: Geschichte der zeichnenden Künste, Band 2, Göttingen 1801, S. 190.
  8. „Amor tröstet die verwundete Venus“, Kulturstiftung DessauWörlitz
  9. Biografische Angaben, sofern nicht eigens angegeben, nach Luigi Lanzi: Geschichte der Malerei in Italien, Band 3, S. 155, Leipzig, 1833 und Neil Jeffares: Dictionary of pastellists before 1800. (Online edition; PDF; 1,7 MB), Stand 27. Juni 2009.