Francesco Ruggeri

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Francesco Ruggeri (* um 1630 in Cremona; † 28. Oktober 1698 ebenda; auch Francesco Ruggieri, Francesco Rugeri, lat. Franciscus Ruggerius) war ein italienischer Geigenbauer des Barock.

Francesco Ruggeri, genannt „il Per“, war ein Zeitgenosse von Nicola Amati, lebte aber außerhalb Cremonas Stadtmauern im Vorort San Bernardo und San Sebastiano im Schatten des großen Geigenbauers. Beweise für eine Schülerschaft bei Amati gibt es bisher nicht, doch waren beide Familien über Patenschaften verbunden. Francesco Ruggeri baute seine Instrumente in einem von Amati beeinflussten Stil.

Seine Instrumente, dem Stil der Amati Geigen ähnlich, hatten denen gegenüber stärker ausgeprägte, prachtvoll geformte Schnecken. Ruggieris Hauptschaffenszeit waren die siebziger und achtziger Jahren des 17. Jahrhunderts, er baute vorwiegend Violinen, Violen und Violoncelli. Sein Hauptbeitrag zum Geigenbau war die Entwicklung eines kleineren Cellos als zu seiner Zeit üblich. Nach 1670 arbeitet er mit seinen drei Söhnen, Giovanni Battista Ruggeri (1653-1711), Giacinto Ruggeri (1661-1697) mit seinem Sohn Antonio Ruggeri (nach 1690) und Vincenzo Ruggeri (1663-1719) zusammen. Letzterer erlangte als einziger der Söhne nach seines Vaters Tod unabhängig von ihm Ruhm und Erfolg im Geigenbau.

Heute sind Ruggeri-Originalinstrumente mindestens so wertvoll wie Amatis und übersteigen leicht die € 1.000.000-Grenze. Besonders Francesco Ruggeris Violoncelli werden heute noch nachgebaut, da sie wegen ihrer vollen und eleganten Wölbungen des Klangkörpers mit harmonisch geformten f-Löchern einen unnachahmlich schönen Klang hervorbringen.

Der Cellist Orfeo Mandozzi spielt auf einem Violoncello von Francesco Ruggeri von 1675.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tim Ingles, John Dilworth: Four Centuries of Violin Making: Fine Instruments from the Sotheby's Archive . Cozio Publishing, Rapperswil (CH) 2006; ISBN 0-976443112

Weblinks[Bearbeiten]