Francis Delpérée

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Francis Delpérée (* 14. Januar 1942 in Lüttich) ist ein belgischer Rechtswissenschaftler und Senator.

Leben[Bearbeiten]

Delpérée beendete sein Jurastudium an der Katholischen Universität Löwen im Jahre 1964 und erhielt 1968 an der Université de Paris seinen Doktortitel. Als Student war er Mitglied von Olivaint-Konferenz von Belgien. Von 1970 an unterrichtete er an der Université catholique de Louvain belgisches Verfassungsrecht bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2007. Von 1990 bis 1993 war er dort Dekan der Rechtsfakultät. Seit 1994 ist er Chefredakteur der juristischen Zeitschrift Revue belge de droit constitutionnel.

Beruflich war Delpérée zunächst als Anwalt, dann von 1985 bis 2004 als Beisitzer in der Abteilung Gesetzgebung des belgischen Staatsrates beschäftigt. Francis Delpérée erlangte in dieser Zeit eine relative Berühmtheit durch seine zahlreichen Veröffentlichungen in belgischen, französischen und internationalen Zeitschriften und durch seine Präsenz als Experte für Verfassungsfragen in den belgischen Medien.

Sein bekanntestes Werk heißt « Le droit constitutionnel de la Belgique » (Brüssel, Bruylant, Paris, L.G.D.J., 2000, 1048 Seiten, ISBN 978-2-8027-1378-4).

Politische Karriere[Bearbeiten]

Im Jahre 2004 stieg er für die Zentrumshumanisten (cdH) in die Politik ein und wird Brüsseler Regionalabgeordneter, Abgeordneter der Französischen Gemeinschaft und schließlich Gemeinschaftssenator. Bei den Föderalwahlen 2007 erhielt Delpérée 109.399 Vorzugsstimmen und ist seitdem direkt gewählter Senator und Fraktionsvorsitzender. Er vertrat ebenfalls seine Partei bei den anschließenden Verhandlungen zur Staatsreform.

Seit 2006 ist er Gemeinderatsmitglied in der Gemeinde Woluwe-Saint-Pierre/Sint-Pieters-Woluwe.

Ehrungen[Bearbeiten]

Francis Delpérée ist Mitglied der Königliche Akademie von Belgien und des Institut de France (Académie des sciences morales et politiques). Er ist ebenfalls Doctor honoris causa an den Universitäten von Aix-Marseille III, Genf, Ottawa, Athen und Szeged.

Im Jahr 1993 verlieh ihm König Baudouin I. den Titel „Baron“.

Weblinks[Bearbeiten]