Francisco Gomes de Amorim

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Francisco Gomes de Amorim (* 13. August 1827 in Averomar, Kreis Póvoa de Varzim, Portugal; † 4. November 1891 in Lissabon) war ein portugiesischer Schriftsteller. Der Vertreter der portugiesischen Romantik war als Romancier, Lyriker und Dramatiker tätig.

Leben[Bearbeiten]

Francisco Gomes de Amorim wurde als Sohn armer Landarbeiter geboren. Mit zehn Jahren wanderte er, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, nach Brasilien aus. Er arbeitete zunächst in Pará bei einem Kaufmann, später war er als Handelsgehilfe und Kassierer in Belém, ebenfalls Pará, tätig. Mit 19 Jahren kehrte er 1846 nach Portugal zurück. Durch die Lektüre des Gedichtbandes „Luís de Camões“ von Almeida Garrett wurde der Autodidakt erstmals mit Literatur konfrontiert und begann - davon angeregt - im Alter von 15 Jahren seine ersten Gedichte zu schreiben. Später verband ihn eine lebenslange und tiefe Freundschaft mit Almeida Garrett sowie mit Joaquim Pedro de Oliveira Martins.

Sein Aufenthalt in Brasilien hatte ihn stark geprägt und floss auch mittel- oder unmittelbar in seine Literatur ein: er erlernte einige Indianersprachen, die ihm zivilisierte Indianervölker am Amazonas beibrachten. Er war von der Natur Amazoniens fasziniert und oft im Sertao (Hinterland) und am Amazonas zu finden, um die dortigen Tiere und Pflanzen zu beobachten und zu erforschen.

Nach seiner Rückkehr nach Portugal arbeitete er in diversen kaufmännischen Berufen, bevor er 1859 seine Lebensstellung erhielt: er wurde der Bibliothekar des Marineministeriums. Während dieser Zeit begann er, ein regelmäßiges literarisches Werk aufzubauen. Er sah sich der Romantik verpflichtet. Im Zuge der 1848er Revolution, die ganz Europa erfasste, schrieb er mehrere politische Gedichte, die es so in dieser Form in Portugal noch nicht gab: A liberdade (Die Freiheit), A queda da Hungria, Garibaldi. Die bekanntesten Magazine, für die er schrieb, waren „O Panorama“ und „Revista Universal Lisbonense“. Sein Theaterstück „Ghigi“ von 1852 war bei seiner Aufführung in Lissabon ein Erfolg und machte ihn in Portugal bekannt. Die Hauptthemen seiner Literatur waren neben Brasilien, die Liebe, die Sehnsucht des im Exil lebenden und die Freiheit.

In seinen späten Jahren widmete er sich der Herausgabe der Memoiren seines Freundes Almeida Garrett, die 1881 erschienen. Für sein Engagement für Almeida Garrett erhielt er den Premio Dom Fernando der Akademie der Wissenschaften von Lissabon.

Francisco Gomes de Amorim war mit Maria Luisa da Silva Barbosa verheiratet und Vater von sechs Kindern. Am Ende seines Lebens gehörte er zu den wenigen gesellschaftlichen Aufsteigern der portugiesischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert.

Werk (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Ghigi, 1852, Theaterstück.
  • Os selvagens, Roman, 1852.
  • Odia de Raca, Theaterstück, 1854.
  • O cedro vermelho, 1856.
  • Cantas Matutinas, 1858, Lyrik.
  • Figadas de Tigre, 1857, Theaterstück.
  • Efemeros, 1866, Gedichte.
  • Alejoes Socias, 1870, Theaterstück.
  • O remorso vivo, 1876, Roman.
  • Frutas de Vario Sabor, 1876, Erzählungen.
  • Amor da Patria, 1878, Roman.
  • Garrett, memorias biographicas, (Herausgeber der Memoiren von Almeida Garrett), 1881.

Quellen[Bearbeiten]