Franjo Komarica

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Franjo Komarica, 2011
Wappen von Bischof Franjo Komarica

Franjo Komarica (* 3. Februar 1946 in Novakovići, SR Bosnien-Herzegowina, Jugoslawien) ist Bischof des römisch-katholischen Bistums Banja Luka.

Leben[Bearbeiten]

Der Kroate Franjo Komarica studierte in Innsbruck Theologie und Kirchenmusik; 1978 promovierte Komarica im Fachgebiet der Liturgiewissenschaften. Seine Priesterweihe erfolgte am 29. Juni 1972 im Bistum Banja Luka. Zum Weihbischof in Banja Luka wurde Dr. Franjo Komarica am 28. Oktober 1985 ernannt, zugleich erfolgte seine Ernennung zum Titularbischof von Satafis. Durch die Spende des Weihesakraments durch Karol Józef Wojtyla wurde Franjo Komarica am 6. Januar 1986 im Bistum Banja Luka offiziell Titularbischof von Satafis. Er gehört damit der Sukzessionslinie von Scipione Rebiba an. Seinen pastoralen Dienst als Titularbischof versah Bischof Franjo Komarica bis zum 15. Mai 1989. Seit dem 15. Mai 1989 ist Franjo Komarica Bischof von Banja Luka. Als Vertreter der römisch-katholischen Kirche im ehemaligen Jugoslawien war er lange Zeit das jüngste Mitglied der Bischofskonferenz in Rom. Seit 2010 ist er Präsident der Bosnisch-Herzegowinschen Bischofskonferenz - dieses Amt übter er davor schon einmal (2002–2005) aus.[1].

Bischof Komarica erhielt im Jahre 1997 den Heinrich-Pesch-Preis der ihm vom Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas verliehen wurde. Durch die Verleihung des Preises sollte sein unermüdlicher Einsatz für Menschenrechte über alle ethnischen, politischen und religiösen Grenzen hinweg gewürdigt werden. Bei der Übergabe des Hans-Pesch-Preises äußerte der Vorsitzende Professor Lothar Roos: „Sie haben angesichts der unermesslichen Leiden, die Sie persönlich, die ihnen anvertrauten Gläubigen und viele andere der auf dem Gebiet Ihrer Diözese lebenden Menschen durch die zurückliegenden kriegerischen Ereignisse erdulden mussten, das Beispiel eines wahrhaft guten Hirten gegeben. Sie haben durch ihr Ausharren, Ihre sozial-karitative Tätigkeit gegenüber den Notleidenden ohne Unterschied der ethnischen Zugehörigkeit und Religion und durch ihr Eintreten für die Würde und Rechte aller Menschen, öffentlich kundgemacht, wofür die Soziallehre der Kirche steht.“. Bischof Franjo Komarica wurde am 6. Dezember 1998 zum Ehrenmitglied des Verbandes der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine Unitas (UV) ernannt.[2]

Franjo Komarica

Zudem erhielt Bischof Komarica im Jahr 2005 den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis. Die Jury schreibt in ihrer Begründung, dass er «in den Schrecknissen der ethnischen Säuberungen in Bosnien-Herzegowina zu einer moralischen Instanz geworden ist. Er war seit Ausbruch des Krieges in Bosnien und Herzegowina im Jahre 1992 Anwalt für Menschenwürde und Menschenrechte und international gehörte Stimme der Rechtlosen. Er setzte sich für Katholiken, Muslime und Orthodoxe gleichermaßen ein». Bereits 2002 wurde ihm die Auszeichnung der Coudenhove-Kalergi-Stiftung verliehen.

Am 8. Oktober 2007 zelebrierte er zusammen mit dem Bischof von Fulda Heinz Josef Algermissen das Pontifikalamt zum Abschluss des Kongresses Freude am Glauben (Forum Deutscher Katholiken) im Dom zu Fulda, in dem der Heilige Bonifatius begraben ist, um dort für das Vaterland der deutschen Christen zu beten.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

1997 veröffentlicht Komarica das Buch „In Verteidigung der Entrechteten. Eine Auswahl der Dokumente des Bischofs und des bischöflichen Ordinariats von Banja Luka aus den Kriegsjahren 1991–1995“, das in mehrere europäische Sprachen übersetzt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bischofskonferenz für Bosnien und Herzegowina (englisch)
  2. http://www.unitas-ruhrania.org/seite58.htm
  3. Kath.net: Wir sind nicht besser als die anderen, aber unser Gott ist es! 9. Oktober 2007
Vorgänger Amt Nachfolger
Alfred Pichler Bischof von Banja Luka
seit 1989