Frank Farrelly

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Frank Farrelly (* 26. August 1931; † 10. Februar 2013 in Madison, Wisconsin)[1][2] war ein US-amerikanischer Sozialarbeiter (master's degree), Psychotherapeut sowie Professor für Soziale Arbeit und Psychiatrie aus Madison (Wisconsin) und gilt als der Begründer der Provokativen Therapie in der Psychotherapie.[3] Als Provokativer Stil findet seine Methode auch Anwendung in beraterischen Kontexten wie bei der Neurolinguistischen Programmierung oder im Coaching.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Frank Farrelly wuchs als neuntes von zwölf Kindern auf einer Farm in Missouri auf. Seinen beruflichen Werdegang begann er als Novize in einem katholischen Kloster. Dieses verließ er jedoch vor seinem endgültigen Gelübde und studierte Klinische Sozialarbeit an der Catholic University in Washington, DC. Dort lernte er auch seine spätere Frau June kennen. Mit ihr hatte er vier Kinder.

Mit einer Ausbildung in klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie bei Carl Rogers begann seine therapeutische Laufbahn. Dabei begleitete er ein Forschungsprojekt am Mendota Mental Health Hospital in Madison (Wisconsin), wo er mit schizophrenen Patienten arbeitete. Er war von der Arbeit seines Lehrers begeistert und erhielt in den Therapeutenvariablen Empathie und Kongruenz die höchsten Werte. Schon bald begann er jedoch, seinen eigenen Stil zu entwickeln, indem er seine Patienten humorvoll herausforderte. Seine Grundhaltung charakterisierte er als die eines Advocatus Diaboli. Die Provokative Therapie war geboren. Farrelly hatte selber ambitionierte Ziele. „Ich war auch darauf aus, gerade bei den als hoffnungslos eingeschätzten Patienten einen Durchbruch zu erzielen, denn mit der üblichen Klientel zu arbeiten ist, wie wenn du mit einer Schrotflinte auf Fische im Wasserglas schießt, du kannst sie gar nicht verfehlen.“

Er arbeitete mit schizophrenen, drogenabhängigen und schwer depressiven Patienten ebenso wie mit kriminellen Psychopathen. Seine private Praxis führte er von 1960 bis 1993.

Kennzeichen des Provokativen Stils [Bearbeiten]

Kennzeichen des Provokativen Stils sind unter anderem ein sehr positives Menschenbild, das den Klienten als mündig und stark genug für die Lösung seiner Probleme betrachtet. Der Klient kann seine Schwierigkeiten also selbst lösen. Die Philosophie hinter der Behandlung ist mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft gerichtet und geht davon aus, dass der Klient grundsätzlich gesund ist.

Die Ziele [Bearbeiten]

  • das Stärken der Eigenverantwortung, um auch ohne weitere Hilfe durch einen Therapeuten/Coach weiterhin auf eigenen Beinen stehen zu können
  • den Widerstand gegen selbstschädigendes Verhalten auf- und auszubauen
  • die Eigen- und Fremdwahrnehmung differenzierter zu gestalten und
  • das Schaffen von größerem Handlungsspielraum in zum Teil festgefahrenen Mustern.

Von 1982 bis 2011 unternahm Frank Farrelly regelmäßig Reisen unter anderem nach Deutschland und Österreich und gab dort Wochenend-Seminare, die sich an Psychotherapeuten, Psychologen und allgemein Interessierte richteten. In diesen Seminaren wurde der Provokative Stil live demonstriert.

Weblinks [Bearbeiten]

Artikel von Frank Farrelly (gemeinsam mit Arnold M. Ludwig):

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. www.provocativetherapy.eu, abgerufen 11. Februar 2013
  2. Madisondotcom, abgerufen 11. Februar 2013
  3. Who is Frank Farrelly? [1]