Frank Gust

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Frank Gust (* 24. Mai 1969 in Oberhausen) ist ein deutscher Serienmörder. Er wuchs in mittelständischen Verhältnissen im Ruhrgebiet auf und erlernte den Beruf des Dachdeckers. In den Medien wurde der noch unbekannte Serienmörder unter dem Pseudonym Rhein-Ruhr-Ripper namentlich benannt. Dieser Name wurde von der Presse auch während des Prozesses immer wieder verwendet.

Gewalttaten als Jugendlicher[Bearbeiten]

Seit seiner frühen Jugend quälte und tötete Frank Gust zahlreiche Tiere; zunächst Kleintiere wie Kaninchen, später auch Schafe und Pferde. Ähnlich gelagerte Taten zeigen auch die Biografien anderer sadistisch motivierter Serientäter auf. Von Forensikern wird dieses sich langsam steigernde Gewaltverhalten als typische „Probierphase“ von Serienmördern gewertet, das später, wie im Fall Gust, von diesen auch bei Menschen angewandt wird. Bei Gust traten zudem schon früh nekrophile Neigungen auf, so brach er als Jugendlicher in Leichenschauhäuser ein und verging sich teilweise an den Toten. Dieses Verhalten zeigte er später auch bei seinen bereits ermordeten Opfern.

Serienmorde[Bearbeiten]

Zwischen 1994 und 1998 ermordete Frank Gust mindestens vier Frauen. Sein erstes Opfer war 1994 eine 28-jährige hellhäutige, südafrikanische Anhalterin. 1996 und 1998 brachte er zwei Prostituierte im Alter von 30 und 26 Jahren um, die er jeweils am Essener Hauptbahnhof aufgelesen hatte. Bei seinem mutmaßlich letzten Opfer handelte es sich um eine 47-jährige angeheiratete Tante.

Den Namen „Rhein-Ruhr-Ripper“ erhielt er von den Boulevard-Medien, da er seine Taten überwiegend im Rhein-Ruhr-Gebiet verübte und diese Parallelen zu den Morden von Jack the Ripper aufwiesen. Frank Gust platzierte die Leichen seiner stark verstümmelten und teilweise ausgeweideten Opfer in der Regel an gut einsehbaren Orten, so dass sie unmittelbar nach dem Tatgeschehen aufgefunden wurden. Einzig die Leiche seiner Tante blieb verschwunden.

Aufklärung der Taten und Urteil[Bearbeiten]

1999 deutete Frank Gust seiner Mutter gegenüber an, einen Mord begangen zu haben. Diese berichtete geschockt einer Freundin davon, die daraufhin die Polizei auf den Serienmörder aufmerksam machte. Gust wurde kurze Zeit später verhaftet.

Am 21. September 2000 wurde er vom Duisburger Schwurgericht wegen vierfachen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Dies war mit der Auflage verbunden, sich einer Therapie zu stellen. Gust war zuvor eine eingeschränkte Schuldfähigkeit attestiert worden. Er trat seine Haftstrafe unmittelbar nach dem Urteil in einer forensischen Strafanstalt an. Schon nach 6 Monaten brach er die Therapie ab und ließ sich in den normalen Vollzug verlegen. Er begründete den Abbruch mit der Feststellung, nicht therapierbar zu sein, und äußerte die Absicht, bis zu seinem Tod verwahrt werden zu wollen, da er in Freiheit eine dauerhafte Gefahr für Andere sei.

Mediales Nachspiel[Bearbeiten]

Der Fall Frank Gust wurde in verschiedenen Dokumentationen thematisiert. 2001 in der 37°-Sendung des ZDF „Die Hölle in mir“, später in der dreiteiligen Dokumentation „Die Maske des Bösen“. Weiterhin wurde er in der 2010 erstmals auf VOX ausgestrahlten Dokumentation „Das Böse nebenan – wenn Menschen zu Bestien werden“ behandelt. Im Oktober des gleichen Jahres war seine Mutter Dagmar Eichhorn in der ZDF-Talkshow Markus Lanz zu Gast.[1] Am 24. April 2012 trat seine Mutter in der Sendung Menschen bei Maischberger - „Gier, Hass, Eifersucht: Kann jeder zum Mörder werden?“ auf. Mit Dagmar Eichhorn hat sich auch die 37°-Folge „Mein Sohn, der Mörder - Eltern zwischen Liebe und Entsetzen“ am 2. April 2013 im ZDF beschäftigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • K. Engler/H. Ensink: Der "Rhein-Ruhr-Ripper". Bericht über Highlights, Frust, Zufälle und erzwungenes Glück in 17 Monaten Ermittlungsarbeit bis zur Überführung des Serientäters Frank Gust, in: Der Kriminalist (Jg. 2000), S. 491–498; ebd. (Jg 2001), S. 17–22 und 67–71.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Video Sendung Markus Lanz: „Das Böse im Menschen“ (5. Oktober 2010, 76 Minuten) in der ZDFmediathek, abgerufen am 26. Januar 2014 (offline)