Frank James

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Frank James
Die Brüder Jesse und Frank James im Jahre 1872

Alexander Franklin James (* 10. Januar 1843 in Kearney, Clay County, Missouri; † 18. Februar 1915) war ein US-amerikanischer Bandit und älterer Bruder von Jesse James. Zusammen mit den Younger-Brüdern bildete das Brüderpaar die berühmte James-Younger-Bande, die im späten 19. Jahrhundert für zahlreiche Bank- und Zugüberfälle in den Vereinigten Staaten verantwortlich war.

Biographie[Bearbeiten]

Frank James kämpfte bereits im Jahr 1861 als Achtzehnjähriger im Amerikanischen Bürgerkrieg. Im Jahr 1863 schloss er sich den sogenannten „Bushwackers“ an, einer Guerillatruppe, die die Unionstruppen im westlichen Missouri bekämpfte. Diese Kämpfe wurden mit großer Heftigkeit geführt, nicht zuletzt deswegen, weil sämtliche Beteiligte aus der Gegend stammten und teilweise Nachbarn gegeneinander kämpften. Franks und Jesses Stiefvater, Reuben Samuel, wurde von der örtlichen Miliz gefoltert, die auf der Jagd nach Frank James und seiner Bande war. Schließlich schloss sich Frank James einer weiteren Guerillatruppe, den „Quantrills Raiders“ an und nahm 1863 am blutigen Massaker an 200 Männern und Kindern in Lawrence, Kansas, teil.

Im Jahre 1864 schloss sich ihm sein 16 Jahre alter Bruder Jesse an und sie kämpften gemeinsam gegen Sympathisanten der Union. Dabei dienten sie unter anderem unter den Kommandanten Bloody Bill Anderson und Archie Clement. Sie nahmen im September 1864 am Centralia-Massaker teil, bei dem 22 unbewaffnete Unionssoldaten aus einem Zug gezerrt und hingerichtet wurden. Im Jahre 1868 hatten sich Frank und Jesse James mit ihrem alten Freund Cole Younger zusammengeschlossen und beraubten die Bank in Russellville, Kentucky.

In den folgenden Jahren verübte die James-Younger Bande zahlreiche Bank- und Zugüberfälle, bis ein fehlgeschlagener Banküberfall auf die First National Bank in Northfield am 7. September 1876 zur Auflösung der Bande führte. Zwei ihrer Mitglieder starben bei einem Feuergefecht und die überlebenden Mitglieder der Bande, darunter neben den James-Brüdern auch die Brüder Jim, Bob und Cole Younger, trennten sich während der Flucht. Frank und Jesse flohen nach Nashville, wo sie sich falsche Namen zulegten. Frank James führte seitdem ein normales Leben, während sein Bruder Jesse im Jahr 1879 eine neue Bande gründete und weitere Überfälle verübte. 1881 mussten die beiden Brüder erneut flüchten und Frank James trennte sich schließlich von seinem Bruder und ließ sich in Virginia nieder. Jesse bezog derweil ein Haus in St. Joseph, nahe seinem Geburtsort. Nach dem Tod seines Bruders im Jahr 1882 stellte sich Frank James den Behörden, wurde jedoch vor Gericht für nicht schuldig befunden. Sein Verteidiger war der frühere Vizegouverneur von Missouri Charles Phillip Johnson. Frank James starb schließlich im Jahr 1915 eines natürlichen Todes.

Quellen[Bearbeiten]

Es sind unzählige Bücher über Jesse und seinen Bruder Frank James erschienen, aber nur wenige sind so gut recherchiert, dass Beweise von Mythen unterschieden werden konnten. Nachfolgend einige dieser Bücher:

  • Settle, William A., Jr.: Jesse James Was His Name, or, Fact and Fiction Concerning the Careers of the Notorious James Brothers of Missouri, University of Nebraska Press, 1977
  • Yeatman, Ted P.: Frank and Jesse James: The Story Behind the Legend, Cumberland House, 2001
  • Stiles, T.J.: Jesse James: Last Rebel of the Civil War, Alfred A. Knopf, 2002
  • Hobsbawm, Eric J.: Bandits, Pantheon, 1981
  • Slotkin, Richard: Gunfighter Nation: The Myth of the Frontier in Twentieth-Century America, Atheneum, 1985
  • Stone, A.C., Starrs, J.E., Stoneking, M.: Mitochondrial DNA analysis of the presumptive remains of Jesse James, in: Journal of Forensic Sciences 46, (2001): 173-176
  • Thelen, David, Paths of Resistance: Tradition and Dignity in Industrializing Missouri, Oxford University Press, 1986
  • White, Richard: Outlaw Gangs of the Middle Border: American Social Bandits, in: Western Historical Quarterly 12, no. 4 (October 1981): 387-408