Frank Jay Gould

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frank Jay Gould

Frank Jay Gould (* 4. Dezember 1877; † 1. April 1956 in Juan-les-Pins) war ein US-amerikanischer Philanthrop und der Besitzer von mehreren Casinos und Hotels an der Côte d'Azur, darunter des Hotel "Le Provençal"[1] in Juan-les-Pins.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde als jüngster Sohn des Eisenbahninvestors Jay Gould (1836–1892) und seiner Frau Helen Day Miller (1838–1889) geboren. Er heiratete 1901 Helen Margaret Kelly und hatte mit ihr zwei Töchter: Helen Gould und Dorothy Gould (1904–1969). Die Scheidung erfolgte 1908. Goulds 2. Ehefrau war die Schauspielerin Edith Kelly, die er 1910 heiratete. 1923 wurde die Literatin Florenz La Caze (1895–1983) die dritte Ehefrau Goulds.

Bereits 1892 erbte er ein Sechstel des Vermögens seines Vaters. 1909 gründete er die Virginia Railway and Power Company, welche 1925 zunächst in Virginia Electric und Power Company (VEPCO) und in den 1980er Jahren in Virginia Power umbenannt wurde. Heute beliefert dieses unter dem Namen Dominion die Bundesstaaten Virginia und North Carolina mit Elektrizität und stellt für ein halbes Dutzend anderer Bundesstaaten Erdgas bereit.

Frankreich[Bearbeiten]

Frank Gould kam nach Frankreich mit dem Ziel Hotels und Casinos zu errichten. Im Gegensatz zu anderen Investoren machte er keine Schöpfungen aus dem Nichts heraus, sondern steigerte die Ressourcen des künftigen Urlaubsorts durch den Bau von Gebäuden. Um 1910 entwickelte er in der Stadt Maisons-Laffitte ein riesiges Areal um seinen Rennstall und investierte in die Entwicklung des Reitsports.

Aus der Stadt Granville, wollte er das "Monaco des Nordens" machen und errichtete 1911 ein Casino und 1912 das Hotel Palace le Normandy. Gould zog schließlich nach Juan-les-Pins, wo er die Villa "La Vigie" kaufte. Gegenüber seinem Anwesen ließ er einen Kiefernwald anlegen und baute 1926 das berühmte Hotel "Le Provençal". Dieses Luxushotel mit seinen 290 Zimmer war eines der wichtigsten Hotelpaläste der Côte d'Azur. Seine Frau Florence Gould empfing dort viele Prominente der damaligen Zeit wie André Gide, Roger Martin du Gard, Jean Paulhan, Jean Cocteau, Charles Chaplin und Estée Lauder. Erbaut im Stil des "Art Deco", war das Le Provencal eines der elegantesten Hotels in Europa.

Gould startete auch das erste Sommer-Casino von Juan-les-Pins. Er öffnete seine Kureinrichtungen im Frühjahr, während es im 19. Jahrhundert noch hauptsächlich eine Wintersaison gegeben hatte. Die ganze „jeunesse dorée“ aus Europa kam um sich zu amüsieren. Es folgten Filmstars wie Mary Pickford, Mistinguett und Maurice Chevalier.

1927 übertrug er den Bau des zweiten Casino in dem Kurort Bagnoles-l'Orne dem Architekten Auguste Bluysen. Dieses Gebäude ist einer der Eckpfeiler des Kurorts, die schöne Art-Deco–Fassade spiegelt sich in dem See. In Nizza wurde auf seine Initiative von 1927 bis 1929 der Hotelpalast "Palais de la Méditerranée" errichtet, ein weiteres Glanzstück des Arts Decos, das heute noch als Hotel geführt wird.

Frank Jay Gould starb am 1. April 1956 in Juan-les-Pins.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.highlights-magazin.de/index.php?id=4,3450,0,0,1,0
  2. http://select.nytimes.com/gst/abstract.html?res=F50F16F93F5F157A93C3A9178FD85F428585F9&scp=1&sq=Frank+Jay+Gould&st=p