Frank Lucas (Gangster)

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Frank Lucas (Polizeifoto)

Frank Lucas (* 9. September 1930 in La Grange, Lenoir County, North Carolina) ist ein ehemaliger Gangsterboss und Drogenhändler, der in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren zu den einflussreichsten Drogenhändlern New Yorks gehörte. Bekannt wurde er vor allem für die sogenannte „Cadaver Connection“, bei der über mehrere Jahre hinweg Heroin in Soldatensärgen aus Vietnam in die USA geschmuggelt wurde.[1]

Leben[Bearbeiten]

Frank Lucas zog Ende der 1940er-Jahre nach Harlem, einem Stadtteil Manhattans, und begann dort für den Gangsterboss Ellsworth „Bumpy“ Johnson, den „Paten von Harlem“, zu arbeiten. Nach dessen Tod wurde er sein Nachfolger. Er revolutionierte dann den Drogenhandel in New York City, indem er das Heroin nicht von den üblichen Mittelsmännern der Mafia, sondern direkt von den Erzeugern in Südostasien aus dem goldenen Dreieck erwarb und es über Armeekontakte aus Vietnam in die USA schmuggeln ließ. Zu seinen wichtigsten Kontaktpersonen in Asien gehörte Leslie Atkinson, ein ehemaliger US-Soldat, der in Bangkok eine Bar betrieb, Kontakte zu den einheimischen Drogenerzeugern im goldenen Dreieck besaß und den Drogenschmuggel aus Vietnam heraus organisierte.

1975 wurde Frank Lucas in New Jersey aufgrund der Ermittlungen des Polizeibeamten Richie Roberts verhaftet und 1976 zunächst zu einer 70-jährigen Haftstrafe wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz des Staates New Jersey verurteilt. Nach seiner Verurteilung kooperierte er mit den Behörden. Aufgrund seiner Informationen konnten zahlreiche andere Drogenhändler, Mittelsmänner und kleinere Kriminelle im Drogenmilieu angeklagt werden.

Seine Haftstrafe wurde daraufhin auf 15 Jahre reduziert und schließlich zur Bewährung ausgesetzt, so dass er bereits 1981 wieder aus der Haft entlassen wurde. Im Jahre 1984 wurde er wegen eines erneuten Drogendeliktes und des Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen zu einer Haftstrafe verurteilt und wurde 1991 aus dem Gefängnis Metropolitan Correctional Center, New York City entlassen.

2005 war Frank Lucas in einem Autounfall verwickelt und brach sich dabei das Bein. Er war daraufhin über einen längeren Zeitraum auf einen Rollstuhl angewiesen, in dem er bei öffentlichen Auftritten des Öfteren zu sehen war.

2007 traf Frank Lucas mit seinem ehemaligen Gangster-Konkurrenten Leroy Barnes, der ebenfalls ein Kronzeuge und Pentito geworden war, für ein Interview des New York Magazine zusammen. Interviewer war Mark Jacobson.[2]

Adaptionen[Bearbeiten]

In der ersten Folge der ersten Staffel der US-amerikanischen Dokumentationsreihe Gefährliche Gangs – Erstausstrahlung 1. November 2007 – wird (neben dem Council von Leroy Barnes) auch Frank Lucas behandelt.

Sein Leben ist Gegenstand des 2007 erschienenen Films American Gangster, in dem er von Denzel Washington verkörpert wird. Frank Lucas selbst stand dem Filmteam in beratender Funktion zur Seite.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank Lucas Biography (HTML) biography. 2007. Abgerufen am 24. Februar 2008.
  2. „Lords of Dopetown“ New York Magazine, 5. November 2007.