Frank Rennicke
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Frank Rennicke (* 18. Dezember 1964 in Braunschweig) ist ein deutscher Liedermacher der rechtsextremen Szene.
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Leben
Frank Rennicke, dessen Vater Ende der 1950er Jahre aus der DDR in die BRD übersiedelte, ist gelernter Elektroinstallateur. Er lebte längere Zeit in Ehningen[1] (Großraum Stuttgart), 2005 zog er „wegen der erkennbaren Überfremdung und den daraus erwachsenden sozialen Spannungen“[2] von dort weg. Er lebt seit 2006 in Altengreuth bei Schillingsfürst[3]. Er ist verheiratet und hat sechs Kinder.
Musik und Texte
Die Lyrik zu seiner hauptsächlich für Gitarre komponierten Musik greift rechtsextreme Themen und Wertvorstellungen auf. So besingt er in seiner Musik die Wehrmacht, bezeichnet die Oder-Neiße-Grenze als „Schandgrenze“[4], bezeichnet die Polen als „Beschmutzer deutscher Erde“ und greift antiamerikanische Themen auf. Rassismus, Ausländerhass und die Verächtlichmachung linker Gruppierungen sowie einer Vielzahl von Minderheiten sind Inhalt seiner Lyrik. Einige seiner Produktionen sind von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien aufgrund des festgestellten jugendgefährdenden Inhalts indiziert worden.
Stil
Rennicke, der bei seinen Auftritten selbst Gitarre spielt und dazu singt, hat den musikalischen Stil in weiten Teilen von Liedermachern wie Reinhard Mey übernommen. Dieser ist nach Aussage Rennickes in kompositorischer Hinsicht sein Vorbild. Rennicke hat Zugang zu den unterschiedlichsten Ausformungen der rechtsextremistischen Szene. Er wird sowohl von Altfaschisten als auch von rechtsradikalen Skinheads auf Konzerten und Demonstrationen anerkannt.
Nationalistisches Weltbild
Rennicke gehörte der rechtsextremen Organisation Wiking-Jugend an, bis diese 1994 verboten wurde. Nach dem Verbot dieser Organisation wurde Rennicke Mitglied in der NPD.
1996 brachte der Rechtsextremist Torsten Lemmer ein Buch mit dem Titel „Sänger für Deutschland: Die Biographie des Volkssängers Frank Rennicke“ heraus. Das Buch gibt insbesondere Aufschluss darüber, wie die Szene das Verbot der Organisation Wiking-Jugend nachhaltig umgeht. So sollen die Treffen bzw. Gemeinschaftsaktionen unterschiedlich getarnt sein.
Im Jahr 2001 veröffentlichte die Ehefrau des Holocaustleugners Ernst Zündel, Ingrid Zündel-Rimland, eine an die kanadische Regierung gerichtete Petition zur Freilassung von Zündel, die auch vom Ehepaar Rennicke unterzeichnet wurde. Ebenso war Rennicke Gründungsmitglied des „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“, einer Organisation, die von Horst Mahler ins Leben gerufen und im Jahr 2008 verboten wurde. Andere Gründungsmitglieder waren Ernst Zündel, Gerd Honsik, Germar Rudolf, Manfred Roeder, Wilhelm Stäglich, Robert Faurisson und die Witwe von Otto Ernst Remer.
Rennicke arbeitete an führender Stelle bei dem Projekt Schulhof-CD der NPD mit. Ziel ist hier, Schüler im Sinne der Rechtsextremisten zu politisieren.
Kandidatur zum Bundespräsidenten
Nachdem er am 26. Februar 2009 im Ausschuss für Wissenschaft, Hochschule, Kultur und Medien des Sächsischen Landtags als Experte zum Thema „Jugendmusikförderung in Sachsen“ sprechen durfte,[5] setzte sich Rennicke gegen Bernd Rabehl, Gerhard Frey und Horst Mahler durch[5] und wurde am 5. April 2009[6] auf dem NPD-Parteitag als gemeinsamer Kandidat der NPD und der DVU für die Wahl des deutschen Bundespräsidenten 2009 nominiert.[7] Die rechtsextremen Parteien entsandten insgesamt vier Delegierte aus den Landtagen von Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in die Bundesversammlung.
Am 13. Mai wurden Teile der am Vortag publizierten Angaben zu seiner Kandidatur von der Internetseite des Deutschen Bundestages entfernt.[8] Rennicke beschwerte sich in einem offenen Brief an die Bundesversammlung über die aus seiner Sicht stattfindenden Zensur seiner Angaben und kündigte eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht an.[9]
Bei der Wahl am 23. Mai 2009 erhielt er durch die Bundesversammlung die erwarteten[10] 4 der 1223 abgegebenen Stimmen.[11]
Gerichtsverfahren
Das Amtsgericht Böblingen verurteilte Rennicke im November 2000 wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Landgericht Stuttgart hob in zweiter Instanz dieses Urteil auf und verurteilte Rennicke am 15. Oktober 2002 wegen achtfacher Volksverhetzung und wegen Verstoßes gegen das Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften (heute: Jugendschutzgesetz) zu einer 17-monatigen Freiheitsstrafe. Diese wurde ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt.
Rennicke legte nach Ablehnung seiner beim Oberlandesgericht Stuttgart beantragten Revision Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein, dessen zuständige Kammer dem Gesuch durch einstimmigen Beschluss am 25. März 2008 stattgab und die drei zuvor ergangenen Urteile des Amtsgerichts Böblingen vom 22. November 2000, des Landgerichts Stuttgart vom 15. Oktober 2002 und des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 17. Juli 2003 aufhob und zur erneuten Verhandlung an das Landgericht zurückverwies. Die Gerichte hätten bei der Abwägung der Meinungsfreiheit die verfassungsrechtlich geforderte sorgfältige Begründung dafür vermissen lassen, warum dem Liedtext ein nach diesen Kriterien als Angriff auf die Menschenwürde strafbarer Sinngehalt zukommen soll. Hinsichtlich der Verurteilung wegen Verbreitung einer volksverhetzenden Broschüre wurde die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen.[12]
Literatur
- Margitta Fahr: Frank Rennicke – Der „Nationale Barde“. In: Rechte Musik. PopScriptum 5. Zyankrise, Berlin 1995, ISBN 3-928835-42-4, S. 116–137 (PDF)
Weblinks
- Rechtsextreme Liedermacher und Balladensänger - Zum Beispiel Frank Rennicke im Artikel Rechtsextreme Musik von B. Rheims, Website des IDA-NRW, Dezember 2002, aktualisiert im September 2007
Fußnoten
- ↑ http://www.npd-stuttgart.de/?p=515
- ↑ http://presse.npd.de/frankrennicke/html/1/artikel/detail/255/
- ↑ http://www.suedwest-aktiv.de/region/hohenlohertagblatt/crailsheim/3870341/artikel.php
- ↑ Die Grenze – Polen ist Binnenland. In: Sehnsucht nach Deutschland. Zitiert in Margitta Fahr: Frank Rennicke – Der „Nationale Barde“. In: Rechte Musik. PopScriptum 5. Zyankrise, Berlin 1995, ISBN 3-928835-42-4
- ↑ a b Patrick Gensing: Wahl zum Bundespräsidenten: NPD und DVU schicken Rennicke ins Rennen. Auf: NPD-Blog, 5. April 2009.
- ↑ Anton Maegerle und Holger Kulick: Rechtsextremismus. Ein völkischer Bundespräsident? Auf: bpb.de, 10. April 2009.
- ↑ Deutscher Bundestag: Köhler, Schwan, Sodann oder Rennicke, eingesehen am 15. Mai 2009 (nicht mehr verfügbar; weiter online die englische Version Köhler, Schwan, Sodann or Rennicke, eingesehen am 23. Mai 2009).
- ↑ „Dieser [ursprüngliche] Text übernahm – im Konjunktiv – zahlreiche Formulierungen, die auch auf der NPD-Seite stehen.“ Sebastian Christ: Wahl des Bundespräsidenten. Der braune Kandidat. Auf: stern.de, 20. April 2009.
- ↑ Frank Rennicke: Frank Rennicke stellt sich den Mitgliedern der Bundesversammlung vor. Eingesehen am 23. Mai 2009.
- ↑ Sebastian Christ: Wahl des Bundespräsidenten. Der braune Kandidat. Auf: stern.de, 20. Mai 2009.
- ↑ „Für den Kandidaten der rechtsextremen NPD, Frank Rennicke, stimmten offensichtlich nur die vier Vertreter von NPD und DVU.“ Wahl des Bundespräsidenten. Köhler im ersten Wahlgang bestätigt. Auf: tagesschau.de, 23. Mai 2009.
- ↑ Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts: 1 BvR 1753/03. 25. März 2008
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rennicke, Frank |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher nationalistischer Liedermacher |
| GEBURTSDATUM | 18. Dezember 1964 |
| GEBURTSORT | Braunschweig |

