Frank Rosenblatt

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Der Grabstein von Frank Rosenblatt, Brooktondale, NY, USA.

Frank Rosenblatt (* 11. Juli 1928 in New York City; † 1971) war ein US-amerikanischer Psychologe und Informatiker.

Leben[Bearbeiten]

Rosenblatt entwickelte 1957 das Konzept des Perceptron. Er setzte das von ihm entwickelte Konzept 1960 an der Cornell University im Computer Mark I um, der als erster Computer mittels Versuch und Irrtum (engl. trial and error) lernfähig war.

Im Jahr 1962 veröffentlichte Rosenblatt das Buch „Principles of Neurodynamics: Perceptrons and the Theory of Brain Mechanisms“, das auf seiner, unter Studenten sehr beliebten, Vorlesung „Theory of Brain Mechanisms“ basierte und seine bisherigen Forschungsergebnisse zusammenfasste.

In Marvin Minsky hatte Rosenblatt einen erbitterten Widersacher, der viele teils polemische und Rosenblatt persönlich angreifende Schriften gegen das Konzept des Perceptron verfasste. Rosenblatt ließ sich davon jedoch nicht provozieren. Im Jahr 1969 veröffentlichte Minsky das Buch „Perceptrons“, in dem er mathematisch nachwies, dass das Konzept des Perceptron nicht in der Lage ist, das XOR abzubilden. Spätere Algorithmen neuronaler Netze, wie beispielsweise das auf dem Perceptron basierende Backpropagation-Netz, behoben allerdings dieses Defizit.

Rosenblatt konnte auf das Buch Minskys nicht mehr reagieren, da er kurz vor dessen Veröffentlichung bei einem Bootsunfall ums Leben kam. Ironischerweise wandte sich Minsky in den 1980er Jahren selbst neuronalen Netzen zu und seine Forschungen basierten auf den Ergebnissen Rosenblatts.

Schriften[Bearbeiten]

  • „The perceptron. A probabilistic model for information storage and organization in the brain“. In: Psychological Reviews, 65 (1958): S. 386-408.