Frankenberg (Eder)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Frankenberg (Eder)
Frankenberg (Eder)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Frankenberg (Eder) hervorgehoben
51.0589938.801379296Koordinaten: 51° 4′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 296 m ü. NN
Fläche: 124,87 km²
Einwohner:

18.641 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35066
Vorwahlen: 06451, 06455 (Haubern), 02984 (Rengershausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KB
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 011
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obermarkt 7–13
35066 Frankenberg (Eder)
Webpräsenz: www.frankenberg.de
Bürgermeister: Rüdiger Heß (parteilos)
Lage der Stadt Frankenberg (Eder) im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder) Battenberg (Eder) Bromskirchen Allendorf (Eder) Burgwald (Gemeinde) Rosenthal (Hessen) Gemünden (Wohra) Haina (Kloster) Frankenberg (Eder) Frankenau Bad Wildungen Lichtenfels (Hessen) Korbach Willingen (Upland) Diemelsee (Gemeinde) Diemelstadt Vöhl Volkmarsen Bad Arolsen Twistetal Waldeck (Stadt) Edertal Nordrhein-Westfalen Landkreis Kassel Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild
Blick auf Altstadt mit Liebfrauenkirche
Luftbild

Frankenberg (Eder) ist eine Kleinstadt und ein wirtschaftliches Mittelzentrum im südlichen Teil des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen.

Der Berg an einer Furt über die Eder nördlich des Burgwalds war schon lange ein befestigter Ort, vor allem unter den Franken spielte er in den Sachsenkriegen eine Rolle. Die heutige Stadt Frankenberg wurde 1233/1234 von Landgraf Konrad von Thüringen, dem Statthalter der ludowingischen Landgrafen von Thüringen in ihren hessischen Landesteilen, erbaut, um an der oberen Eder ein Gegengewicht zum mainzischen Battenberg (Eder) zu besitzen. Sie erlangte aufgrund ihrer Lage am Kreuzungspunkt zweier Handelswege schnell wirtschaftliche Bedeutung.

Bei einem Brand am 9. Mai 1476, über den der Frankenberger Chronist Wigand Gerstenberg eine genaue Beschreibung erstellte, wurde die Stadt fast vollständig zerstört und im 16. Jahrhundert wieder aufgebaut. Ein Ereignis, welches bis heute als Zäsur in der Stadtgeschichte betrachtet wird. Die Innenstadt besteht aus der sanierten Altstadt und der ebenfalls sanierten Neustadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Frankenberg liegt zwischen dem Burgwald im Süden und der Breiten Struth im Nordwesten an der Einmündung der Nemphe in die Eder. Nördlich der Stadt mündet die Nuhne beim Stadtteil Schreufa in denselben Fluss.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Frankenberg grenzt im Norden an die Stadt Lichtenfels und die Gemeinde Vöhl, im Osten an die Stadt Frankenau, im Südosten an die Gemeinde Haina, im Süden an die Gemeinde Burgwald, im Westen an die Gemeinden Allendorf und Bromskirchen (alle im Landkreis Waldeck-Frankenberg) sowie im Nordwesten an die Stadt Hallenberg im nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Neben der Kernstadt besteht Frankenberg aus 12 Stadtteilen.

Einwohnerzahlen Stand 2012

Geschichte [Bearbeiten]

Von der Vorzeit bis Heute [Bearbeiten]

Am Fuße des Berges, auf dem die Stadt Frankenberg errichtet wurde, kreuzten sich zwei alte Heer- und Handelsstraßen. Aus dem Gebiet des unteren Mains kam vom Burgwald her die Weinstraße (Wagenstraße), überquerte über eine Furt die Eder und ging weiter über die Höhen links des Flusses nach Westfalen. Von Westen kam die Siegener Straße über die Lahn-Eder-Wasserscheide und führte, den Berg nördlich umgehend, weiter in den niederhessischen Raum. Wenn auch die Ereignisse der Vorzeit im Dunkeln liegen, so darf man doch annehmen, dass der beherrschende Berg an der mittleren Eder für den Ausbau einer Machtstellung in diesem Raum immer eine bevorzugte Rolle spielte.

Frankenzeit [Bearbeiten]

Nachdem der hessische Raum um das Jahr 500 in den fränkischen Machtbereich einbezogen worden war, erlangte der gut zu verteidigende Berg in den Auseinandersetzungen mit den nördlich der Eder ansässigen Sachsen eine erhöhte militärische Bedeutung. Er wurde von den Franken schon frühzeitig befestigt. Als jedoch zu Beginn des 8. Jahrhunderts die Einfälle der Sachsen zunahmen, ließ Karl Martell starke Befestigungsanlagen errichten und sie durch eine ständige Besatzung sichern. Diese dienten während der Sachsenkriege (772 bis 804) als Basis für fränkische Gegenangriffe weit ins Sachsenland hinein, wobei die Weinstraße als Vormarsch-, Binde- und Nachschubroute neue Bedeutung erlangte. Nach der Unterwerfung und Christianisierung der Sachsen wurde die Festung überflüssig.

Gründung der Stadt [Bearbeiten]

Ob der Berg weiterhin bewohnt gewesen ist, lässt sich mit Sicherheit nicht mehr feststellen. Vielleicht waren hier in den kommenden Jahrhunderten noch Lager- und Handelsplätze für durchziehende Reisende und Kaufleute. Erst in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts trat der „Frankenberg“ wieder in das Licht der Geschichte. Die thüringisch-hessischen Landgrafen versuchten, zwischen ihren nieder- und oberhessischen Besitzungen unter Umgehung der dazwischen liegenden Grafschaft Ziegenhain eine Verbindung herzustellen. Diese Absicht durchkreuzten die Mainzer Erzbischöfe, indem sie ihren Machtbereich von Westen her bis in das Wohratal verschoben. Daraufhin holten die Landgrafen von Thüringen zu einem entscheidenden Gegenschlag aus. Da der Frankenberg bereits 1122 an sie übergegangen war, ließ Konrad von Thüringen, der seit 1231 für seinen Bruder Landgraf Heinrich Raspe die hessischen Gebiete der Landgrafschaft Thüringen verwaltete, 1233/34 auf dem Frankenberg, mitten in der mainzischen Grafschaft Battenberg, auf der Grenze zwischen den Gerichtsbezirken Röddenau und Geismar, eine Burg und weiterhin eine Stadt, alle Einsprüche der benachbarten Grundherren missachtend, errichten. Auf der äußersten Spitze der nach drei Seiten steil abfallenden Bergzunge entstand eine Burg, die das ganze mittlere Edertal beherrschte. An diese schloss sich eine Vorburg an, die gleichzeitig den kirchlichen Bereich umschloss. Unmittelbar dahinter wurde nach genauen Plänen, wie der Stadtplan ausweist, die Stadt aufgebaut.

Den Rücken des Berges und den nach Norden abfallenden Teil umfasste der große Marktplatz; die Zweiteilung des Platzes, an dessen westlichem Ende das Rathaus errichtet wurde, ist möglicherweise erst später erfolgt. Man erkennt die Absicht, die Bergstadt nicht nur zu einer starken Bastion zu machen, sondern ihr auch – die günstigste Verkehrslage ausnutzend – ein wirtschaftliches Gewicht zu geben. Die Einwohnerschaft der neuen Stadt setzte sich aus den Bewohnern der umliegenden Dörfer und Weiler zusammen, die umgesiedelt wurden oder auch freiwillig ihre alten Wohnstätten verließen. So wurden im Laufe der Zeit 16 Siedlungen wüst, deren Namen größtenteils in Flurbezeichnungen fortleben. Frankenberg wurde schon bald mit einer mächtigen Mauer umgeben. Von den 25 Türmen und Toren der Altstadt ist noch der „Hexenturm“ an der Ostseite erhalten; die fünf Stadttore jedoch sind verschwunden.

Blütezeit [Bearbeiten]

Das neue Gemeinwesen wuchs schnell heran, gestützt auf einen gesunden Kaufmanns- und Handwerkerstand. Es war ein Zeichen des wachsenden Wohlstandes, dass man schon 1286, nachdem die kirchliche Abhängigkeit von Geismar aufgehoben war, mit dem Bau einer großen Marienkirche, der heutigen Liebfrauenkirche, begann, deren Vorbild die eben fertiggestellte Elisabethkirche in Marburg war. Die Frankenberger Kaufleute pflegten weiträumige Handelsbeziehungen, wovon neben den Wochenmärkten die vier Jahrmärkte Zeugnis geben. Der wirtschaftliche Aufschwung förderte auch eine schnelle kulturelle Aufwärtsentwicklung. Schon im 13. Jahrhundert hatte Frankenberg eine Stadtschule (Lateinschule), die um 1500 ihre größte Blütezeit erlebte. An die 1353 vollendete Kirche wurde 1370 bis 1380 die Marienkapelle angebaut, ein Meisterwerk des Tyle von Frankenberg.

Gründung der Neustadt [Bearbeiten]

Das stetige Anwachsen der Bevölkerung machte eine Vergrößerung der Stadt notwendig, und so wurde auf Initiative des Landgrafen im Jahre 1335 am Fuße des Berges nach der Eder hin die Neustadt gegründet. Sie entstand entlang der Siegener Straße (Handelsweg), hatte zwar eine eigene Verwaltung, unterstand aber gerichtlich und kirchlich der Altstadt und besaß keinen eigenen Marktplatz. Erst 1556 wurde sie mit der Altstadt zu einem Gemeinwesen vereinigt.

Der große Brand und seine Folgen [Bearbeiten]

Am 9. Mai 1476 brach ein Feuer aus, dem die gesamte Altstadt und Neustadt zum Opfer fielen. Auch die Liebfrauenkirche brannte völlig aus. Obwohl die Bürger den Wiederaufbau umgehend in Angriff nahmen, erholte sich Frankenberg, das damals zu den bedeutendsten hessischen Städten zählte, nie wieder ganz von dieser Brandkatastrophe. Im Jahre 1507 brannte zudem die halbe Neustadt nochmals nieder. Der Sitz des Amtes Frankenberg, das seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestand und die Stadtbezirke von Frankenberg und Frankenau sowie das halbe Gericht Geismar umfasste, wurde in das an der Stelle einer alten Wasserburg neu erbaute Jagdschloss Wolkersdorf verlegt. Hierdurch entstand das Amt Wolkersdorf, dem die Untergerichte Röddenau (mit den angegliederten Gerichten Rengershausen und Bromskirchen) und das Gericht Geismar (das „Ämmetche“) angehörten. Erst im 16. Jahrhundert entstand wieder ein Amt Frankenberg, in dem außer der Stadt das ehemalige Kloster St. Georgenberg, der Hof Rodenbach und die Kellerei Wiesenfeld vereinigt waren und das 1604 mit dem Amt Wolkersdorf vereinigt wurde.

Frankenberg im 16., 17. und 18. Jahrhundert [Bearbeiten]

Frankenberg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt wieder aufgebaut. Nur das um 1240 erbaute „Steinhaus“ hatte den Brand bis auf das Dachgeschoss überstanden. Mit dem Bau des neuen prächtigen Rathauses, das heute noch das Wahrzeichen der Stadt darstellt, wurde 1509 begonnen. Nach dem Jahre 1526 wurde, wie in den übrigen Teilen Hessens, auch in Frankenberg durch die Prediger Ludwig Stippius und Caspar Tholde die Reformation angeführt. Die unter Landgraf Moritz 1606 erzwungene Reform der Kirche ist für die Zerstörung der Apostel- und Heiligenfiguren in der Kirche und an der Marienkapelle verantwortlich. In Pestjahren zwischen 1529 und 1611 suchte die Marburger Universität fünfmal Zuflucht in den Mauern Frankenbergs. Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) schlug der Stadt schwere Wunden. Die wirtschaftlich günstige Lage der Stadt am Schnittpunkt zweier Heeresstraßen wurden ihr, wie auch in späteren Kriegen, zum Verhängnis. Durchziehende Truppen beider kriegsführenden Seiten sowie eine längere Besetzung durch kaiserliche Truppen fügten der Stadt unermesslichen Schaden zu. In der Nähe der Stadt fand im Jahre 1646 das Gefecht auf der Totenhöhe zwischen Truppen von Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel, durch schwedische Truppen verstärkt, statt, wobei die letzteren den Sieg davontrugen.

Frankenberg bis zum Ersten Weltkrieg [Bearbeiten]

In der französischen Zeit (1806 bis 1813) war in Frankenberg der Sitz eines Kantons im Werra-Department im Königreich Westphalen. lm Jahre 1821 wurde Frankenberg Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Frankenberg, der aus den ehemaligen Ämtern Frankenberg, Hessenstein, Rosenthal und Haina sowie dem Gericht Viermünden gebildet wurde. Der Kreisrat, seit 1834 Landrat, hatte seinen Sitz im Kloster St. Georgenberg. Frankenberg war zu einem unbedeutenden Acker-Bürger-Städtchen herabgesunken. Seine wirtschaftlichen Stützen waren, wie schon im Mittelalter, die Tuchmacher und die Gerber. Während gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Woll- und Tuchmacherzunft 106 und die Lohgerberzunft 46 Mitglieder hatte, stieg bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Tuchmacherzunft auf 140 Mitglieder an. Die Rot- und Weißgerberei erlebte eine neue Blüte. Neben den übrigen Zünften gab es damals auch eine Strumpfweber- und Handschuhmacherzunft. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts machte sich dann aber ein spürbarer wirtschaftlicher Rückgang bemerkbar, der sich auch in den Einwohnerzahlen ausdrückt (1787 = 2611, 1867 = 3163 und 1894 = 2787 Einwohner).

Von 1590 bis 1818 wurde bei Frankenberg Kupfermergel abgebaut und verhüttet, der vor allem wegen seines hohen Silbergehalts geschätzt wurde.[2] Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden verschiedene Versuche unternommen, den Bergwerksbetrieb wieder in Gang zu setzen, aber 1875 wurde er endgültig eingestellt. Die Zeugen des früheren Bergbaues sind noch zwischen Frankenberg und Geismar sichtbar, in Form stark bewachsener Abraumhalden. Auch die Namen „Alte Hütte“, „Neue Hütte“ und „Zechenhaus“ erinnern daran. Erst der Anschluss Frankenbergs an das Eisenbahnnetz leitete einen neuen, wenn auch bescheidenen, wirtschaftlichen Aufschwung ein. 1890 wurde die Strecke Marburg-Frankenberg eröffnet, was die Gebrüder Thonet aus Wien dazu veranlasste, in der Nähe des Bahnhofs, gestützt auf den Holzreichtum des Raumes, eine Stuhlfabrik zu gründen. Zehn Jahre später wurde die Strecke über Korbach nach Warburg fortgeführt, wodurch die Verbindung nach Westfalen hergestellt wurde. 1908 konnte die Strecke nach Bestwig und 1910 die nach Berleburg fertiggestellt werden.

Die Wasserversorgung der Stadt erfolgte ursprünglich durch öffentliche und private Brunnen. Nach dem großen Brand von 1476 richtete man im Jahre 1502 zusätzlich eine Wasserkunst in der Niedermühle ein, durch die Ederwasser, von einem Mühlrad in der Eder angetrieben, in die Altstadt befördert und in Kümpe verteilt wurde. 1899 wurde eine öffentliche Wasserversorgungsanlage gebaut. Anstelle des Ederwassers wurde nunmehr Quellwasser aus dem Teichgelände in der Teichmühle mit der Wasserkraft der Nemphe und zusätzlich mit Motorkraft in einen Hochbehälter auf dem Burgberg befördert und von dort in die Häuser verteilt. 1913 kamen die Gernshäuser Quellen hinzu, deren Wasser in freiem Gefälle noch heute in die untere Stadt läuft. Im Jahre 1903 wurde in das städtische Gebäude „Niedermühle“ eine Turbine eingebaut, die durch Ederwasser betrieben wurde. Mit dieser Turbine und einem Sauggasmotor (60 PS) wurde Gleichstrom für das erste elektrische Licht in Frankenberg erzeugt. Im Zuge der allgemeinen Elektrifizierung Nordhessens wurde die Stromversorgung durch Überlandkabel der PREAG im Jahre 1921 mit Wechselstrom sichergestellt. 1871 erfolgte die Vermessung und Kartierung der Frankenberger Gemarkung. Die Verkopplung wurde in den 1890er Jahren in Angriff genommen und 1904 vollendet.

Der Wirtschaftsaufschwung vor dem Ersten Weltkrieg drückte sich aus in den wieder ansteigenden Einwohnerzahlen – im Jahre 1908 lebten in Frankenberg 3.314 Einwohner. Nun begann die Stadt, ihre seit der Gründung bestehende und durch die Stadtmauer markierte Grenze zu überschreiten. 1890 wurden der Bahnhof und die Stuhlfabrik Thonet und wenig später die neue Post hinter dem Landratsamt gebaut. Im Jahre 1900 entstand das Sparkassengebäude vor dem Geismarer Tor. Es folgten 1903 das Amtsgericht und 1905 das Lehrerseminar mit Seminar-Übungsschule; heute befindet sich dort das Gymnasium Edertalschule. 1913 entstand die Stadtschule (Ortenberg-Schule). 1905 wurde vor dem Linnertor die israelitische Schule gebaut. Durch den Ersten Weltkrieg wurde eine wirtschaftliche und kulturelle Stagnation hervorgerufen. Auch während des Zweiten Weltkrieges fanden, außer einigen Siedlungshäusern im Ederdorf und einigen Um- und Erweiterungsbauten, in der Stadt Frankenberg keine wesentlichen Veränderungen statt. Auch eine Stadterweiterung (144 ha), die in einem Gutachten über den Gau Frankenberg von der Forschungsstätte für die Deutsche Siedlungsgesellschaft im Reichsherrnstättenamt östlich des Friedhofes 1914 empfohlen worden war, wurde nicht verwirklicht (teilweise heutiges Neubaugebiet).

Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg [Bearbeiten]

Von den Folgen des Ersten Weltkrieges erholte sich die Stadt nur langsam. Geldentwertung und wirtschaftlicher Niedergang führten zu einer neuen Auswanderungswelle, vor allem nach Übersee. Im Jahr 1922 erhielt die Stadt mit der Gründung der Aufbauschule (ab 1925 „Edertalschule“) ein eigenes Gymnasium. Der nach dem Ende der Inflation im Herbst 1923 einsetzende Aufschwung, der unter anderem in der Ansiedelung der Stuhl-Fabrik Stoelcker (1925) zum Ausdruck kam, hielt nicht lange an. Die Weltwirtschaftskrise traf die strukturschwache und hochverschuldete Stadt hart. Angesichts steigender Arbeitslosigkeit und sozialer Not fiel die Propaganda der NSDAP hier, wie fast überall im Kreis, seit Ende der 20er Jahre auf fruchtbaren Boden, was sich in den Wahlergebnissen widerspiegelte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde auch in Frankenberg das politische und gesellschaftliche Leben gleichgeschaltet. Straßen wurden umbenannt – so beschloss schon Anfang April 1933 die Stadtverordnetenversammlung, die Steingasse in „Adolf-Hitler-Straße“, die Röddenauer Straße in „Hermann-Göring-Straße“ und den Untermarkt in „Hindenburg-Platz“ umzubenennen –, und die Bevölkerung, vor allem die Jugend, wurde durch die nationalsozialistische Ideologie geprägt. Am schlimmsten traf es die jüdische Bevölkerung, die ab 1933 systematisch verfolgt, entrechtet und schließlich deportiert und ermordet wurde. Zum Glück konnten die meisten der Frankenberger Juden Deutschland frühzeitig genug verlassen. Diejenigen, die blieben, weil sie entweder kein Geld oder keine Verwandten im Ausland hatten oder darauf vertrauten, dass ihnen nichts geschehen würde, wurden bis 1942 alle in Vernichtungslager verschleppt. Mindestens acht Juden aus Frankenberg und drei aus dem heutigen Stadtteil Röddenau wurden Opfer der Verfolgung. Seit 1988 erinnert eine Gedenktafel in der Rathausschirn an die jüdische Gemeinde Frankenbergs und die Opfer der NS-Diktatur. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt von direkten Kriegseinwirkungen weitgehend verschont. Bei zwei Luftangriffen im März 1945 auf den Bahnhof kamen jedoch mehr als 90 Menschen ums Leben. Im August 1944 wurde ein Wehrmachtslazarett von Grodno nach Frankenberg verlegt und in den Räumen der Edertalschule, der Stadtschule am Ortenberg und des Amtsgerichts untergebracht. Der Einmarsch der Amerikaner am 29. März 1945 traf auf keinerlei Widerstand. 285 Männer aus Frankenberg sind aus dem Krieg nicht zurückgekehrt.

Nachkriegsjahre und Gegenwart [Bearbeiten]

Mit dem Flüchtlingsstrom nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl der Stadt Frankenberg sprunghaft um 2.000 Einwohner an. Das erforderte zahlreiche Baugebietserweiterungen. Schon vor der Währungsreform 1948 hatte der Landkreis Frankenberg mit dem Bau des Kreiskrankenhauses am Goßberg begonnen, dem inzwischen eine Schwesternschule und ein Schwesternwohnheim Anfang der 70er Jahre angefügt wurde. 1975 wurde das Krankenhaus erweitert und ist inzwischen eine moderne Hessenklinik geworden.

Seit 1962 ist Frankenberg Garnisonsstadt. In den Jahren 1962/63 wurde das Problem der Abwasserbeseitigung durch den Bau einer Kläranlage, die 1978 erweitert wurde, gelöst. Der steigende Wasserbedarf wurde durch die Erbohrung von Tiefbrunnen, den Bau von Trinkwasserhochbehältern und eines Pumpwerkes und der steigende Elektrizitätsbedarf durch die Verlegung neuer 20-kV-Ringleitungen und durch den Bau neuer Transformatorenstationen gesichert. Die vorhandenen Schulen (Ortenbergschule, Edertalschule, Burgwaldschule) wurden zu modernen Schulen erweitert und im Wermersdorf die Wigand-Gerstenberg-Schule neu erstellt. Die Kreisberufsschule, die 1950 noch in einer Baracke auf dem Sportplatz an der Eder untergebracht war, wurde Anfang der 60er Jahre an der Marburger Straße neu gebaut und zu einem leistungsfähigen Berufsausbildungszentrum mit Berufsfachschule und Fachoberschule für Ingenieurwesen erweitert. In Nähe der Geismarer Straße wurde 1970 die Friedrich-Trost-Schule (Schule für Lernbehinderte) erbaut. Aus ihr ging Anfang der 80er Jahre die Kegelberg-Schule (Schule für praktisch Bildbare) hervor. Ende der 70er Jahre entstanden am Kegelberg eine Werkstatt für Behinderte und ein integrativer Kindergarten in der Trägerschaft des Lebenshilfe-Werkes. In der Aue wurde in den 60er Jahren ein Industriegebiet erschlossen und immer wieder erweitert, in dem einige wesentliche neue Betriebe angesiedelt werden konnten. Hierdurch trat eine Stärkung der Wirtschaftskraft und eine Verbesserung der Wirtschaftsstruktur der Stadt Frankenberg ein. Auch wurde in der Aue ein neues Katastrophenschutzzentrum eingerichtet, das alle dem Katastrophenschutz dienenden Einrichtungen, wie Freiwillige Feuerwehr – örtlicher und überörtlicher Teil -, Katastrophenschutz, Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz beheimatet.

1967 wurde ein neues Hallenbad in unmittelbarer Nähe der Parkanlage am Teichweg erbaut und im Jahre 1972 ein Freibad mit Minigolfanlage angegliedert. Im Rahmen der Gebietsreform gliederten sich in den Jahren 1970/71 auf freiwilliger Basis 12 Dörfer der Stadt an. Das Stadtgebiet vergrößerte sich dadurch von 2.736 Hektar auf 12.518 Hektar und die Einwohnerzahl stieg von 9.397 auf 15.263 Einwohner. 1974 musste aufgrund der kommunalen Neugliederung in Hessen die frühere Kreisstadt Frankenberg den Verwaltungssitz an Korbach abgeben: am 1. Januar 1974 wurde Korbach Kreisstadt des neuen Kreises Waldeck-Frankenberg, der aus den beiden Kreisen Frankenberg und Waldeck hervorging. Die Post baute in den 70er Jahren ein neues Postamt an der Sudetenstraße und ein Fernmeldeamt an der Marburger Straße mit einem Sendeturm, der durch seine Höhe mit dem Turm der Liebfrauenkirche in Konkurrenz tritt. 1989 war Frankenberg Veranstaltungsort des Hessentags mit 480.000 Besuchern. Es war der sogenannte erste „neue Hessentag“, da das traditionelle Trachtenfest hier in ein Pop- und Rockfestival umgewandelt wurde. Die erfolgreiche Neukonzeptionierung prägte von nun an das Erscheinungsbild der Veranstaltung.[3] Die Ederberglandhalle, extra für den Hessentag errichtet, ist heute Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Stadt. Den stärksten Einfluss auf Frankenbergs Stadtentwicklung hatte die mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 10. August 1967 eingeleitete Stadtsanierung für den historischen Altstadtkern (16 ha) und den historischen Neustadtkern (8 ha). Die Sanierung der Altstadt und der Neustadt mit dem Bau von Parkhäusern und der Einrichtung der Fußgängerzone veränderte das Bild des Stadtkerns nicht immer zu seinem Vorteil. Immerhin wurden an die 100 Fachwerkbauten abgerissen und durch nicht immer gelungene Neubauten ersetzt. Die Sanierung trug andererseits zu einer erheblichen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Stadt bei. Frankenberg ist zu einer Einkaufsstadt geworden, die zum Besuch der Fußgängerzone und generell zum Stadtbummel einladen möchte.

Als nächstes großes Projekt gilt „Frankenberg 2020“, ein umfangreiches Modernisierungsprogramm, welches unter anderem eine Energiewende einleiten und die Attraktivität der Stadt durch Investitionen in Kultur, Handel, Wirtschaft und Infrastruktur weiter ausbauen soll. Zunächst wird das gesamte Bahnhofsumfeld großflächig umgestaltet. 2012 wurden dafür ca. 12.000m² Straßenbelag und Bürgersteig erneuert sowie für 80.000€ ein Brunnen samt interaktivem Klangspiel errichtet.[4][5] Diese Maßnahme soll noch weiter fortgeführt werden, nachdem zunächst auf dem 16.000m² großen Areal eines ehemaligen Baustoffmarktes bis 2014 für 28 Millionen Euro mit dem „Frankenberger Tor“ ein neues Einkaufszentrum errichtet wird.[6] Als nächste, allerdings weit in die Zukunft gedachte Maßnahme zur Stadtentwicklung gilt die Errichtung einer Uferpromenade, um den Fluss Eder besser in das Stadtbild einzubinden.[7]

Historie des Stadt-Wappens [Bearbeiten]

Das heute gebräuchliche Wappen der Stadt Frankenberg geht zurück auf das kleine Stadtsiegel (Sekretsiegel) an einer Urkunde des Klosters St. Georgenberg vom 2. Juli 1325 (erstes Vorkommen). Das Siegelbild zeigt einen aus einem Dreiberg wachsenden gekrönten, hessischen Löwen (siehe: Wappentier). Bereits im 14. Jahrhundert erscheint dieses Siegelzeichen auch als Wappen und Banner. In Blau aus goldenem Dreiberg wachsend der weiß-rot gestreifte hessische, gekrönte Löwe. Nach mündlicher Überlieferung soll der Dreiberg auf den Burgberg, den Goßberg und den Hinstürz hinweisen. Im Jahr 1644 ließ die Stadt Frankenberg zwei kleine – heute noch vorhandene – Stadtsiegel (Sekretsiegel, Wappen) von unterschiedlicher Größe schneiden, die jeweils den aus dem Dreiberg wachsenden, gekrönten Löwen zeigen.

Am 19. Dezember 1985 beschloss die Stadtverordnetenversammlung eine neue Hauptsatzung, die in ihrem §1 – wie bisher – folgendes regelt:

  • Als Wappen führt die Stadt Frankenberg einen rot-weiß gestreiften, golden gekrönten, aus einem Dreiberg in blauem Feld wachsenden Löwen.
  • Die Stadtfarben sind blau-weiß.
  • Die amtliche Stadtfahne zeigt das Stadtwappen in der Mitte des längsgestreiften blau-weißen Fahnentuches.
  • Als Siegel wird die Darstellung der Stadt Frankenberg (Eder) mit Mauer, Tor und fünf Türmen geführt.

Letzteres geht auf das große Stadtsiegel zurück, welches erstmals an einer Urkunde des Klosters St. Georgenberg vom 11. Oktober 1249 erscheint.

Historische Quellen [Bearbeiten]

Archivalien der Stadt Frankenberg werden im Hessischen Staatsarchiv Marburg aufbewahrt (Bestand 330 Frankenberg).[8]

Kultur [Bearbeiten]

Museen [Bearbeiten]

  • Kreisheimatmuseum im Kloster St. Georgenberg.
  • Thonet-Museum, ein international bemerkenswertes Möbelmuseum mit den weltberühmten Thonet-Kaffeehausstühlen.
  • Dorfmuseum im Stadtteil Geismar
  • Dampfmaschinenmuseum, mit der größten Dampfmaschine ihrer Bauart in Deutschland, mit Kunst- und Theateraufführungen.
  • „Haus am Geismarer Tor“, wechselnde Ausstellungen des Kunsttreff Frankenberg.

Theater [Bearbeiten]

Der Kulturring Frankenberg veranstaltet das ganze Jahr über Theatervorstellungen, Kabarett und Konzerte in der Ederberglandhalle. Darüber hinaus wirken mehrere Theatergruppen in der Stadt.

Sport [Bearbeiten]

Aushängeschild in sportlicher Hinsicht ist der TSV Hessen 1848 Frankenberg e. V. Als einer der traditionsreichsten Sportvereine in Hessen bieten seine 14 Abteilungen (Beach-Volleyball, Badminton, Basketball, Billard, Fußball, Handball, Kanu, Kickboxen, Leichtathletik, Prellball, Sportabzeichen, Schwimmen, Tischtennis, Turnen und Volleyball) ein vielfältiges Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]

  • „Nightgroove“, das Kneipenfestival
  • Maistadtfest
  • Pfingstmarkt[9], das mit ca. 250.000 Besuchern größte Volksfest in Nordhessen.[10]
    Während des Festes läuft auf 93,7 MHz ein Veranstaltungsradio.[11]
  • Lichterfest & Bütower Treffen
  • Beach-Cup auf dem Obermarkt
  • Rolling Oldies (bis 2006)
  • Herbststadtfest
  • Halloween-Shopping Night in der Fußgängerzone

Sehenswürdigkeiten und Tourismus [Bearbeiten]

Allgemeines [Bearbeiten]

Neben kostenlosen, regelmäßigen und etwa 1,5 Stunden dauernden Stadtführungen von April bis Oktober finden auch themenbezogene oder für spezielle Zielgruppen ausgerichtete Stadtführungen statt (zum Beispiel Stadtführung bei Nacht oder Stadtführung für Kinder).

Bauwerke [Bearbeiten]

  • Liebfrauenkirche (1286 bis 1380), ein gotischer Bau in Anlehnung an die Marburger Elisabethkirche), welcher 1476 komplett ausbrannte.
  • Ehemalige Spitalkirche, 1513–1515 erbaut. Einschiffiger Bau mit Holzgewölbe von 1865. Im Inneren eine Kanzel vom Ende des 17. Jh.
  • Ehemaliges Kloster St. Georgenberg (mehrere Bauphasen von 1249 bis 17. Jahrhundert). Heute beherbergt das ehemalige Zisterzienserinnenkloster unter anderem das Kreisheimatmuseum.
  • Das 10-türmige Rathaus (1509) zwischen Ober- und Untermarkt. Das erste Rathaus wurde 1421 abgerissen, um den Vorgänger des heutigen Rathauses zu erbauen. Dieses zweite Rathaus verfügte bereits über zehn Türme, welche die zehn damals ortsansässigen Zünfte repräsentieren. Das heutige Rathaus ist ein Wiederaufbau nach dem Vorbild des zweiten Rathauses, welches 1476 ebenfalls komplett abbrannte.
  • Steinhaus, Pferdemarkt 20. Um 1240 errichtet. Das wahrscheinlich älteste erhaltene Profangebäude der Stadt überstand den Brand von 1476 weitestgehend unbeschädigt. Bei der Sanierung (1975–1977) wurde das Innere vollkommen entkernt und der gotische Stufengiebel in Anlehnung an vergleichbare Vorbilder wiederhergestellt. Im Innern haben sich die Reste eines großen Küchenkamins erhalten.
  • Altes Brauhaus. Massives zweigeschossiges Traufenhaus mit spitzbogiger Einfahrt, angeblich 1538 errichtet. Das Gebäude wurde inzwischen bis auf die Fassade abgebrochen und in den Komplex eines anschließenden Hotels mit einbezogen.
  • Ehemalige Mädchenschule, zweigeschossiger Fachwerkbau von 1769 mit Krüppelwalmdach.
  • Wohnbauten. Das einstmals geschlossene, von zahlreichen Fachwerkbauten geprägte Stadtbild hat im Rahmen der ab 1967 durchgeführten Stadtsanierung zahlreiche Verluste hinnehmen müssen. Dennoch blieben einige bemerkenswerte Häuser des 16. bis 19. Jahrhunderts erhalten. Besonders schön ist die Baugruppe Pferdemarkt 10-16, die in den Jahren 1979 bis 1986 allerdings durchgreifend erneuert wurde. Im Einzelnen sind noch hervorzuheben:
    • Geismarer Straße 3 – Fachwerkbau des 16. Jahrhunderts mit mittelalterlichem Steinwerk.
    • Neue Gasse 5 – Fachwerkbau, errichtet um 1500, 1978/79 restauriert.
    • Neustädter Straße 35 – Dreigeschossiges Giebelhaus des 17. Jahrhunderts mit Eckerker, restauriert 1977. Das Untergeschoss ist durch Ladeneinbauten gestört.
    • Steingasse 1 (Herboldsches Haus) – Der dreigeschossige, 1564 errichtete Fachwerkbau mit Eckerker wurde 1975–1977 mit Ausnahme des vorderen Teils abgebrochen und durch einen Neubau aus Betonfachwerk ersetzt.
    • Steingasse 17 gehört zu den ältesten Fachwerkgebäuden der Stadt. Es wurde 1983 restauriert.
    • Ritterstraße 6-8, um 1520 errichtet.
  • Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung blieb – neben geringen Mauerresten – der Hexenturm aus dem 13. Jahrhundert mit seinen 3 m dicken Mauern erhalten.
  • Reste der Festungsanlagen der Franken aus den Jahren um 520.
  • Frankenberger „Stelen-Mensch“. 1994 wurden 37 Skulpturen als Rundgang durch die Stadt installiert.
  • Walkemühle, erstmals urkundlich erwähnt 1358, 2007–2010 restauriert. Die ehemalige Walkmühle beherbergt heute ein Restaurant mit Cafe, Biergarten und Spielplatz.

Galerie der Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Parks und Natur [Bearbeiten]

Aussicht vom Wildpark auf Frankenberg

Neben dem Stadtpark ist der städtische Wildpark bei freiem Eintritt zu allen Jahres- und Tageszeiten geöffnet. Dort können Bergziegen, Wildschweine, Schwarz-, Rot-, Dam-, Sika- und Muffelwild angetroffen werden. Außer dem eingezäunten Schwarzwild, Wildschweinen und den Bergziegen laufen die Tiere – ohne störende Zäune – frei herum und lassen sich streicheln.

Frankenberg und seine Umgebung bieten gut markierte Rundwander- und Streckenwanderwege in waldreicher und erholsamer Landschaft an. Im nördlich angrenzenden Stadtwald gibt es spezielle Nordic Walking-Rundstrecken.

Die Stadt liegt darüber hinaus an den hessischen Fernradwegen R6, R8 und dem Ederauenradweg.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Wirtschaft [Bearbeiten]

Der K&K-Hoflieferant seit 1890 in Frankenberg

Die Wirtschaft verteilt sich gleichmäßig auf verschiedene Bereiche und trägt so zu einer in der Region sehr guten Arbeitslage bei. In Frankenberg ansässig sind unter anderem die international renommierte Möbelfabrik Thonet, die Hettich Unternehmensgruppe, der wohl größte gewerbliche Arbeitgeber am Ort, sowie das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 (EloKa) der Bundeswehr. Das größte Unternehmen der Umgebung ist der Heiztechnikhersteller Viessmann, welcher weltweit mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigt und seinen Hauptsitz in Allendorf (Eder) hat. Neben dem produzierenden Gewerbe haben sich auch vielzählige Wirtschaftszweige aus dem Dienstleistungssektor in Frankenberg angesiedelt. Beispielsweise gibt es in der Altstadt mit "Der Sonne" einen 4-Sterne-Hotel-Komplex, welcher über einen großen Wellness-Bereich sowie einige Bars und Restaurants, davon eines mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, verfügt.

Einen technologischen Schwerpunkt bildet seit 25 Jahren die Kunststofftechnik. In Frankenberg sitzen mit Ewikon und Günther zwei weltweit führende Unternehmen der sogenannten Heißkanaltechnik. Ebenfalls ein bedeutsames Unternehmen ist Finger Fertighaus. Auch viele Verwaltungen sind in Frankenberg ansässig, das bis 1973 Kreisstadt war. Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber ist mit mehr als 500 Mitarbeitern das Kreiskrankenhaus Frankenberg, welches über fünf Fachabteilungen verfügt und unter anderem für die Philipps-Universität Marburg als akademisches Lehrkrankenhaus fungiert.[12]

Bildung [Bearbeiten]

Edertalschule im Gebäude des ehemaligen Lehrerseminars

In Frankenberg gibt es diverse Schulen, darunter die Edertalschule (Gymnasium), Burgwaldschule (Realschule), Ortenbergschule (Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe), Friedrich-Trost-Schule (Schule für Lernhilfe), Kegelbergschule (Förderschule). Hinzu kommen eine Volkshochschule und vier weitere Grund- und/oder Hauptschulen in der Kernstadt und den Stadtteilen.

Die Hans-Viessmann-Schule als Berufliche Schule hat ein großes Bildungsangebot: Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildjahr, Berufsfachschule (zur Mittleren Reife und auf Mittlere Reife aufbauend), Berufsschule, Fachoberschule, Fachschule für Maschinentechnik, Fachschule für Betriebswirtschaft und Betriebswirtschaft für Techniker werden dort angeboten.

Seit 2005 ist Frankenberg Standort der Berufsakademie Nordhessen mit dem Studiengang Systems Engineering.

Verkehr [Bearbeiten]

Siehe: Bahnhof Frankenberg (Eder)

Empfangsgebäude des Bahnhofs

Auf der Frankenberg Umgehungsstraße kreuzen sich die Bundesstraßen B 252 und B 253. Frankenberg ist zudem über die Burgwaldbahn mit Marburg verbunden, eine Reaktivierung der Bahnstrecke Frankenberg–Korbach, unter anderem zur besseren Anbindung der Tourismusgebiete Edersee und Nationalpark Kellerwald-Edersee, ist für Ende 2014 geplant. Ab Mai 2011 finden bereits die Fahrten nach Herzhausen wieder statt. In Marburg, und später in Korbach, besteht dann Anschluss an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn.

Die Kurhessenbahn verkehrte über die Untere Edertalbahn in der Sommersaison (April bis Oktober) 2006 und 2007 sonn- und feiertags nach Herzhausen zum Edersee bzw. Nationalpark Kellerwald-Edersee und von 2005 bis 2007 über die Ederberglandbahn in das Ederbergland bis zum Auhammer.

Der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) wird vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) betrieben. Die Buslinien ab/an Frankenberg fahren die Ziele Bad Wildungen, Burgwald, Gemünden (Wohra), Hallenberg, Hatzfeld (Eder), Korbach, Lichtenfels, Oberasphe, Rosenthal (Hessen) und frühmorgens auch Marburg an.

Radfernwege [Bearbeiten]

Entlang der Eder führen folgende Radwanderwege:

Medien [Bearbeiten]

Regionale Tageszeitungen sind die Frankenberger Zeitung (WLZ/FZ) und die Frankenberger Allgemeine, eine Lokalausgabe der Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA).

Seit 2007 besitzt Frankenberg einen eigenen Veranstaltungsfunk (Radio Frankenberg), der alljährlich zum Pfingstmarkt betrieben wird.[11]

Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]

Mit dem Amtsgericht Frankenberg (Eder) ist ein Gericht der Ordentlichen Gerichtsbarkeit ansässig.

Hessische Modellkommune „Familienstadt mit Zukunft“ [Bearbeiten]

Seit November 2005 ist Frankenberg hessische Modellkommune als Familienstadt mit Zukunft. Um als eine von höchstens zwei Kommunen in das 10-jährige Modellprogramm aufgenommen zu werden, setzte sich Frankenberg mit seiner Bewerbung unter 33 anderen hessischen Mittelstädten durch. Die verbleibenden Kommunen konnten ihre Bewerbungen aufrechterhalten und ergänzen. Als zweite Kommune wurde Ende 2006 die Stadt Büdingen in das Programm aufgenommen.

Mit dem Modellprojekt „Familienstadt mit Zukunft“ möchte das Land Hessen erproben, ob und mit welchem Erfolg kommunale Maßnahmen einen positiven Einfluss auf die demographische Entwicklung nehmen können. Im Rahmen des wissenschaftlich begleiteten Modellversuchs erhält die Stadt über eine Laufzeit von fünf Jahren verteilt bis zu fünf Millionen Euro. Schwerpunkt des Frankenberger Versuchs sollen dabei Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein (auch unter das Stichwort Work-Life-Balance gefasst). Aber auch das Säuglingssparbuch soll das Kinderbekommen in der Gemeinde wieder attraktiver machen, indem es den gesellschaftlichen Wert eines Kindes symbolisiert. Die neueste Aktion der Frankenberger heißt „comeback – zeig was in Dir steckt“ und fördert Existenzgründer, welche Familie und Selbstständigkeit miteinander vereinen wollen.

Politik [Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[13]

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
38,2 %
29,4 %
19,0 %
7,3 %
4,5 %
1,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,9 %p
-1,7 %p
+8,2 %p
-2,5 %p
-1,8 %p
+1,5 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,2 12 42,1 13 43,5 13
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,4 9 31,1 10 34,0 10
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 19,0 6 10,8 3 8,3 3
BLF Bürgerliste Frankenberg 7,3 2 9,8 3
FDP Freie Demokratische Partei 4,5 1 6,3 2 5,9 2
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 1,5 1 - -
FWG Freie Wählergemeinschaft Frankenberg (Eder) - - 8,4 3
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 45,0 41,2 49,2

Partnerstädte [Bearbeiten]

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Diese Übersicht enthält sowohl bekannte, in Frankenberg geborene Persönlichkeiten als auch Personen, die in Frankenberg wirkten, jedoch nicht dort geboren sind. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Ruth Berger (1967) – Schriftstellerin, ist in Frankenberg aufgewachsen (Die Reise nach Karlsbad)
  • Conrad Buno (1613–1671), Maler und Kupferstecher, Buchhändler[14]
  • Helmar Büchel – TV-Journalist, nominiert für die „Goldene Kamera 2008“
  • Euricius Cordus (1486–1535) – Humanist, Dichter, Arzt und Botaniker
  • Jennifer Cramer (* 1993) - Fußballspielerin
  • Helmut Debelius (* 1947) – Meeresforscher, Autor und Unterwasserfotograf
  • Helmut Eichenlaub – ehemaliger Bürgermeister der Stadt Frankenberg und ehemaliger Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg
  • Tyle von Frankenberg (14. Jahrhundert) – Baumeister und Steinbildhauer
  • Wigand Gerstenberg (1457–1522), Chronist, erstellte die „Stadtchronik für Frankenberg bis 1525“
  • Jasmin Jannermann (* 1988) – Fußballspielerin
  • Christiane Kohl – Journalistin (Süddeutsche Zeitung) und Schriftstellerin („Der Jude und das Mädchen“)
  • Heinrich Kohl – ehemaliger Landrat des Landkreises Frankenberg und Staatssekretär (FDP)
  • Friedhelm König (* 1931) – evangelistischer Schriftsteller, hat große Teile seines Lebens in Frankenberg verbracht und ist Mitbegründer der Frankenberger Handelsschule
  • Anton Matthäus (1564–1637) Rechtswissenschaftler
  • Ansgar Nierhoff (1941–2010) – Bildhauer und Künstler, ist in Frankenberg aufgewachsen
  • Abraham Saur (1545–1593) – Advokat und Prokurator am Hofgericht Marburg und Verfasser des Städtebuches Theatrum Urbium
  • Philipp Soldan (1500–1570) – Bildhauer, Formenschnitzer, Baumeister und Maler
  • Theodor Valentin Volkmar (1781–1847) – Maire in Frankenberg, Bürgermeister und erster Oberbürgermeister Marburgs
  • Georg Thonet (1909–2005) – Unternehmer, Urenkel von Michael Thonet, baute in Frankenberg die Fa. Thonet nach dem 2. Weltkrieg wieder auf und verschaffte ihr, vor allem mit Bauhaus-Stahlrohrmöbeln, internationalen Ruhm
  • Wilhelm Trabert (1863–1921) – Meteorologe und Physiker
  • Sepp Waller (1921–1997), Altbürgermeister von Frankenberg (1966–1984) (GB/BHE, GP)

Literatur [Bearbeiten]

  • Georg Dehio/Ernst Gall/Magnus Backes: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen, 2. Auflage Sonderausgabe Darmstadt 1982. S. 231-235.
  • Erich Keyser: Hessisches Städtebuch, Stuttgart 1957. S. 119-122.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen, 3. Auflage Gudensberg-Gleichen 2000. S. 142-143.
  • Georg Wilhelm Sante: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 4: Hessen, 3. Auflage Stuttgart 1976, Nachdruck 1993. S. 124-125.
  • Ulrich Ritzerfeld: Der Ritter Tammo von Beltershausen, Kloster Berich und die Stadtgründung von Frankenberg an der Eder. Ein Beitrag zur Klostergeschichte und zur ludowingischen Ministerialität in Hessen Mitte des 13. Jahrhunderts, in: Enno Bünz, Stefan Tebruck, Helmut G. Walther (Hrsg.), Religiöse Bewegungen im Mittelalter. Festschrift für Matthias Werner (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe 24 = Schriftenreihe der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung 19), Böhlau, Köln/Weimar/Wien, 2007, ISBN 978-3-412-20060-2 (S. 173-211).
  • Ursula Braasch-Schwersmann/Ulrich Ritzerfeld: Hessischer Städteatlas. Lieferung II,3: Frankenberg (Eder), Marburg 2008.
  • Heinz Brandt: Siegel und Wappen der Stadt Frankenberg. Stadttor, Mauer und Löwe. – In: Unser Frankenberger Land 16, 1990, Nr. 9 vom 3. November 1990.
  • Hans Joachim von Brockhusen: Die Hoheitszeichen der Stadt Frankenberg. In: Heimatkalender für den Kreis Frankenberg-Eder, 1950, S. 53-56.
  • Jürgen Römer: Die Stadt Frankenberg an der Eder (DKV-Kunstführer, Nr. 538). München/Berlin 1999

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Frankenberg (Eder) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Frankenberg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
  2. Mineralienatlas Lexikon – Deutschland /Hessen /Nordhessen /Thalitter
  3. Vom Integrationsfest zum Popfestival, 6. Juni 2008, Frankfurter Allgemeine Zeitung
  4. Neue Frankenberger Bahnhofstraße eingeweiht, 5. Dezember 2012, hna.de
  5. Kinder am Stadtleben teilhaben lassen, 15. Mai 2013, Frankenberger Zeitung
  6. Startschuss für das „Frankenberger Tor“, 20. März 2012, Frankenberger Zeitung
  7. HNA: Frankenberg – Stadt am Fluss In: 500 Jahre Rathaus Frankenberg – Heute: Die Zukunft der Stadt, 23. Mai 2009, S. 29
  8. Übersicht über den Bestand „Stadtarchiv Frankenberg“ Hessisches Archiv-Dokumentations- und Informations-System. Abgerufen am 18. Juli 2011
  9. Offizielle Website des Frankenberger Pfingstmarktes
  10. Pfingstmarkt: Besucher kamen in Scharen, 13. Juni 2011, hna.de
  11. a b Radio Frankenberg, Veranstaltungsradio zum Pfingstmarkt
  12. Ärzte-Ausbildung in Frankenberg, 16. November 2010, Frankenberger Zeitung
  13. Wahlergebnis auf hsl.de
  14. Paul Zimmermann: Buno, Konrad. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 47, Duncker & Humblot, Leipzig 1903, S. 368 f.