Frankfurt-Westend

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Wappen von Frankfurt am Main
Westend-Süd
Westend-Nord

4/5. Stadtteil von Frankfurt am Main
Altstadt Bahnhofsviertel Bergen-Enkheim Berkersheim Bockenheim Bockenheim Bonames Bornheim Dornbusch Eckenheim Eschersheim Fechenheim Flughafen Frankfurter Berg Gallus Ginnheim Griesheim Gutleutviertel Harheim Hausen Heddernheim Höchst Innenstadt Kalbach-Riedberg Nied Nieder-Erlenbach Nieder-Eschbach Niederrad Niederursel Nordend-Ost Nordend-West Oberrad Ostend Praunheim Praunheim Preungesheim Riederwald Rödelheim Sachsenhausen-Nord Sachsenhausen-Süd Schwanheim Schwanheim Seckbach Sindlingen Sossenheim Unterliederbach Westend-Nord Westend-Süd ZeilsheimKarte
Über dieses Bild
Koordinaten 50° 7′ 5″ N, 8° 39′ 48″ O50.1180555555568.6633333333333Koordinaten: 50° 7′ 5″ N, 8° 39′ 48″ O
Fläche 4,092 km²
Einwohner 26.509 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 6478 Einwohner/km²
Postleitzahl 60054 (Campus Bockenheim),
60306 (Opernturm),
60308 (Messeturm),
60320, 60322, 60323,
60325, 60327, 60486
Vorwahl 069
Website www.frankfurt.de
Gliederung
Ortsbezirk 2 – Innenstadt II
Stadtbezirke

Nord

  • 191 – Westend-Nord
  • 192 – Westend-Nord (Carl-Schurz-Siedlung)

Süd

  • 100 – Westend-Süd
  • 110 – Westend-Süd
  • 170 – Westend-Süd
  • 180 – Westend-Süd
Verkehrsanbindung
Autobahn A66
Bundesstraße B8 B44
S-Bahn S1 S2 S3 S4 S5 S6 S8 S9
Straßen- und U-Bahn U1 U2 U3 U8 U6 U7 16 17
Bus 32 34 36 50 64 75 n1 n2 n3 n11 n82 n83
Quelle: Stadt Frankfurt am Main: Statistik Aktuell 2014/5. Abgerufen am 8. März 2014.

Das Frankfurter Westend bilden zwei Stadtteile von Frankfurt am Main. Nach ihrer geographischen Lage heißen sie Westend-Süd und Westend-Nord. Die Grenze zwischen den Stadtteilen bildet hauptsächlich der Grüneburgweg; in der Regel wird das Westend als Einheit betrachtet. Das Westend gilt als Stadtteil mit bürgerlichen, gutsituierten Einwohnern und überdurchschnittlichen Immobilienpreisen.[1]

Zusammen mit dem Bahnhofsviertel sowie den Stadtteilen Nordend und Ostend gehören beide Stadtteile zu den gründerzeitlich bebauten und hoch verdichteten Frankfurter Innenstadtbezirken. Zusammen mit dem Stadtteil Bockenheim bildet das Westend den Ortsbezirk Frankfurt-Innenstadt II.

Geschichte[Bearbeiten]

Westliche Gemarkung[Bearbeiten]

Gemarkung mit den heutigen Grenzen des Westend

Wie die anderen Gründerzeitviertel befand sich auch das Gebiet des heutigen Westends seit dem Bau der Frankfurter Landwehr innerhalb deren schützender Befestigung und war Teil der Frankfurter Gemarkung. Größtenteils aus Ackerland und Heiden bestehend, befanden sich vereinzelte Gutshöfe auf dem Gebiet des heutigen Westend. Die Höfe, deren Namen heute noch einige Straßen tragen, waren der Hellerhof, der Hynsperghof und der Kettenhof.

Klassizismus und Gründerzeit[Bearbeiten]

Mit dem beginnenden 19. Jahrhundert wurde die alte Frankfurter Stadtbefestigung geschleift. Bald entstanden entlang der Bockenheimer Landstraße, der Ausfallstraße in die Nachbarstadt Bockenheim, zahlreiche klassizistische Vorstadtvillen mit großzügigen Gärten. Darunter waren das Gontardsche Gartenhaus und die Villa Leonhardi des Architekten Nicolas Alexandre Salins de Montfort, sowie das Rothschildpalais von Friedrich Rumpf. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet durch die Stadt parzelliert und Straßen und Plätze angelegt. Die eng bebaute Frankfurter Neustadt platzte aus allen Nähten, und so zog es immer mehr Menschen in die westliche Außenstadt. Vorbild beim Straßenbau war Paris, deshalb entstanden große Boulevards sowie Plätze mit radial auslaufenden Straßen.

Das Viertel um den Palmengarten 1893, das Straßennetz im nördlichen Westend ist noch nicht fertiggestellt.

Im Jahr 1858 wurde an der Bockenheimer Landstraße der erste Frankfurter Zoo angelegt, der wenig später in den Stadtteil Ostend verlegt wurde. Das Westend etablierte sich zum Wohngebiet für Wohlhabende, wie auch in anderen Städten mit einem Westend. Es entstanden zahlreiche Villen und großzügige Wohnhäuser, von denen viele noch heute bestehen. Ende des 19. Jahrhunderts war nahezu der gesamte südliche Teil des Westends bebaut. Der nördliche Abschluss war der neu angelegte Palmengarten, der Grüneburgweg mit dem im Besitz der Familie Rothschild befindlichen Grüneburgpark sowie die von Heinrich Hoffmann begründete „Irrenanstalt“ auf dem Affensteiner Feld, das sogenannte Irrenschloß. Um die Bebauung räumlich einzugrenzen, ließ der Frankfurter Oberbürgermeister Franz Adickes Anfang des 20. Jahrhunderts den Alleenring bauen, der zugleich alle neuen Stadtteile miteinander verband.

Der nördliche Stadtteil blieb durch den großzügig angelegten Grüneburgpark weniger dicht bebaut. 1930 errichtete Hans Poelzig das I.G.-Farben-Haus, Verwaltungsgebäude der I.G. Farben. Bis zum Zweiten Weltkrieg änderte sich an dieser Situation wenig. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Stadtteile abgeschafft, und das Westend wurde Teil des Abschnitts Frankfurt-Nord. Das Polizeirevier 9 in der Lindenstraße 27 war die Zentrale der Frankfurter Gestapo. Bei den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs blieb das Westend von Flächenbombardements verschont. Nach dem Krieg wurde zunächst fast das gesamte Westend-Nord (ab Wolfsgangstraße) zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Im I.G.-Farben-Haus richtete die amerikanische Militärregierung ihr Hauptquartier ein. Umliegende Viertel wurden zu Siedlungen für GIs umgebaut. Im Jahr 1948 wurde der Stacheldraht um das Sperrgebiet wieder entfernt.

Wolkenkratzer und Straßenschlachten[Bearbeiten]

Noch in den 1950er-Jahren war das Westend ein reines Wohngebiet für rund 40.000 Menschen. Die Häuser hatten in der Regel nur vier Geschosse.

Das erste Hochhaus[Bearbeiten]

Bis 1938 war die Stadt Frankfurt zu einem zeitbedingt sehr günstigen Preis („Arisierung“) in den Besitz eines 5,8 Hektar großen Areals zwischen Bockenheimer Landstraße, Unterlindau, Staufenstraße und Reuterweg gekommen, das vorher der alteingesessenen jüdischen Familie Rothschild gehört hatte. Obwohl 1950 der Kaufpreis nachgebessert wurde, setzten die Rothschild-Erben die Rückgabe eines Drittels des Areals durch. Nachdem sie außerdem die Genehmigung für eine Hochhausbebauung erhalten hatten, verkauften sie das zurückgegebene Gelände an die Schweizer Zürich Versicherung und die Berliner Handelsgesellschaft, die dort unmittelbar gegenüber des Opernplatzes Bürotürme errichteten. Das 1960 erbaute und inzwischen wieder abgerissene Zürich-Hochhaus war das erste Hochhaus im Frankfurter Westend. Den Landschaftspark aus dem späten 19. Jahrhundert, der sich auf dem Areal befand, wandelte die Stadt in eine öffentliche Grünanlage um, den Rothschildpark.

Die Wohnraumvernichtung[Bearbeiten]

Nach der Aufhebung der Zwangsbewirtschaftung von Wohnraum 1960 entwickelte der sozialdemokratische Planungsdezernent Hans Kampffmeyer ein Konzept zur Dezentralisierung der Innenstadt. Die angrenzenden Stadtviertel, vor allem das Westend, sollten zum Erweiterungsgebiet werden. Der „Fünf-Fingerplan“ von 1967 sah vor, dass entlang der durch das Westend führenden Achsen – Mainzer Landstraße, Bockenheimer Landstraße, Reuterweg, Grüneburgweg und Eschersheimer Landstraße – eine intensivierte Bebauung entstehen sollte. Zahlreiche Gründerzeitbauten wurden in den kommenden Jahren infolge von Immobilienspekulation abgerissen. Ihre alteingesessenen Bewohner wurden vertrieben. Bis 1970 standen bereits mehrere hundert Häuser im Westend leer, sie waren oft in völlig verwahrlostem Zustand.

Die Entwicklung stieß auf Widerstand in der Bevölkerung. Das Bürgertum reagierte mit der Gründung einer der ersten Bürgerinitiativen Deutschlands, der Aktionsgemeinschaft Westend (AGW). Die AGW erstellte ein Kataster denkmalschutzwürdiger Bauten und erwirkte bereits 1970 eine Veränderungssperre für das Westend. Die Stadt wollte nunmehr durch einen Bebauungsplan die eingeleitete Entwicklung umkehren. 1972 erließ das Land Hessen eine Verordnung gegen Wohnraumzweckentfremdung.

Gleichzeitig entwickelte sich der Frankfurter Häuserkampf, der hauptsächlich von Studenten der im Westend gelegenen Universität Frankfurt getrieben wurde. Zahlreiche Häuser wurden besetzt, immer wieder lieferten sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Auch der junge Joschka Fischer war daran beteiligt. Der Höhepunkt des Häuserkampfes lag zwischen 1970 und 1974.

Im Jahr 1972 wurde durch die Terrororganisation Rote Armee Fraktion ein Anschlag auf das amerikanische Hauptquartier im I.G.-Farbenhaus verübt, bei dem ein Soldat ums Leben kam.

In den 1970er Jahren wurde eine Reihe weiterer Hochhäuser im Westend gebaut, wie beispielsweise der AfE-Turm auf dem Universitätsgelände. Das City-Haus I am Platz der Republik, damals das höchste Hochhaus Deutschlands, brannte 1973 unter dem Jubel einiger Studenten, wurde jedoch später fertiggestellt.

Obwohl der 1976 erlassene Bebauungsplan keine weiteren Hochhäuser im Westend vorsah, wurden im südlichen Westend immer wieder Ausnahmen genehmigt, vor allem entlang der Mainzer Landstraße und des Alleenrings. Heute ist das südliche Westend weitgehend mit dem Frankfurter Bankenviertel zusammengewachsen. Der Gentrifizierungsprozess gilt im Westend als weitestgehend abgeschlossen. Am Rande des Westends entstand auf dem Messegelände das zeitweise höchste Hochhaus Europas, der 257 Meter hohe Messeturm.

Lage und Abgrenzung[Bearbeiten]

Grenzstraße zum Nordend (rechts): Die Eschersheimer Landstraße

Das Westend liegt an der nordwestlichen Grenze des Stadtteils Innenstadt und nördlich von Bahnhofsviertel und Gallus. Die längste Grenze teilt es sich mit dem westlich davon gelegenen Bockenheim. Nördlich des Westend schließt der Stadtteil Dornbusch an, östlich davon das Nordend. Die Nordgrenze des Westends ist identisch mit dem Verlauf der ehemaligen Frankfurter Landwehr, die jahrhundertelang das Territorium der Freien Stadt Frankfurt schützte.

Gewöhnlich bezeichnen Frankfurter das bebaute Gebiet als Westend, das begrenzt wird vom Reuterweg, Bockenheimer Anlage am Opernplatz, Taunusanlage, Mainzer Landstraße bis zum Platz der Republik, Friedrich-Ebert-Anlage, Senckenberganlage, Zeppelinallee, Miquelallee, Hansaallee und Bremer Straße bis zum Reuterweg.

Die amtlichen Frankfurter Stadtbezirke decken sich nicht ganz mit diesen „gefühlten“ Grenzen. Danach gehört der gesamte westliche Teil des Messegeländes, inklusive Messeturm und Festhalle und begrenzt durch die S-Bahn Rhein-Main, ebenfalls zum Westend. Ebenso verhält es sich mit einem Randbereich im Westen, der für gewöhnlich Bockenheim zugeordnet wird, jedoch gehören das Marriott Hotel, das Naturmuseum Senckenberg und der größte Teil des Campus Bockenheim der Goethe-Universität amtlich noch zum Westend. Im Osten reicht das Westend bis zur Eschersheimer Landstraße, doch wird dieses Gebiet ab dem Reuterweg oft fälschlicherweise dem Nordend zugeschlagen. Im Norden reicht das Westend über die Miquelallee hinaus, so dass die Carl-Schurz-Siedlung ebenfalls noch zum Stadtteil gehört.[2]

Die Grenze zwischen Westend-Süd und Westend-Nord verläuft ab Miquelallee durch die Siesmayerstraße (zwischen Palmengarten und Botanischem Garten) und folgt im weiteren Verlauf dem Grüneburgweg bis zur Eschersheimer Landstraße.

Stadtbild[Bearbeiten]

Das Westend ist nach wie vor geprägt von teils großbürgerlicher Gründerzeitarchitektur, die es zu einer der teuersten Wohnlagen Frankfurts macht. Unübersehbar sind allerdings auch die 1950er-Jahre-Wohngebäude und Bürobauten der 1970er-Jahre, wobei insbesondere Letztere ohne Rücksicht auf die umgebende Bebauung errichtet wurden.

Hochhäuser in Westend-Süd[Bearbeiten]

Hochhäuser an der Messe. Von links nach rechts: Pollux, Kastor, Messeturm und Westend Gate

Der Süden des Westends bildet zusammen mit der westlichen Frankfurter Innenstadt und dem östlichen Bahnhofsviertel das Frankfurter Bankenviertel. Dort ist die Konzentration der Bürohochhäuser so hoch wie nirgendwo sonst in Frankfurt. Im Westend ist vor allem der Straßenzug Bockenheimer Anlage/Taunusanlage/Mainzer Landstraße mit Wolkenkratzern bebaut. Von Ost nach West stehen hier der Park Tower (115 Meter) und der Opernturm (170 Meter) am Opernplatz, die Zwillingstürme der Deutschen Bank (jeweils 155 Meter), das Trianon (186 Meter), das Frankfurter Büro Center (142 Meter), die Westendstraße 1 (208 Meter) und das City-Haus I (142 Meter) am Platz der Republik.

Der Messeturm (257 Meter) auf dem Messegelände, von 1991 bis 1997 das höchste Gebäude in Europa, ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Weitere Hochhäuser in Westend-Süd sind beziehungsweise waren das Westend Gate (159 Meter) und der im Jahr 2014 abgerissene AfE-Turm (116 Meter) der Goethe-Universität.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Einbahnstraßen im Westend, hier die Kreuzung Lessingstraße/Kettenhofweg

Als überwiegendes Wohngebiet verfügt das Westend größtenteils über schmale Straßen, die zudem verkehrsberuhigt sind. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Verkehrswege Einbahnstraßen, die an Kreuzungen ihre Richtung ändern. Deswegen sind die Straßen des Westends bei Fahrschulen beliebt. Die Ausnahmen sind Straßen von stadtteilübergreifender Bedeutung. Zunächst sind dies die Grenzstraßen Eschersheimer Landstraße, Anlagenring und Alleenring,', die einen Großteil des Berufs- und Messeverkehrs aufnehmen. Weitere verkehrswichtige Straßen sind die Bockenheimer Landstraße als Hauptdurchmesserstraße in Ost-West-Richtung, der Straßenzug Reuterweg/Bremer Straße/Hansaallee als Ausfallstraße in den Norden und der Grüneburgweg als weitere Ost-West-Verbindung. Der Grüneburgweg ist außerdem die Grenze Westend-Nord/Westend-Süd.

U-Bahnhof Westend

Das Westend war einer der ersten Stadtteile mit Anschluss an das Frankfurter Straßenbahnnetz. Die Hauptstrecke führte damals über die Bockenheimer Landstraße. Seit dem Bau der C-Strecke der U-Bahn Frankfurt verfügt das Westend nur noch über die Messelinie 16, die über den Alleenring den westlichen Stadtteilrand abfährt. Auch an die U-Bahn war das Westend von vornherein angeschlossen. Die im Tunnel verlaufenden A-Linien verkehren hier unter der Eschersheimer Landstraße. Eine weitere U-Bahn-Strecke hat das Westend seit 1986 unterhalb der Bockenheimer Landstraße. Die C-Linien verlaufen hier vom Opernplatz bis zur Bockenheimer Warte mit den Stationen Alte Oper, Westend und Bockenheimer Warte. Eine dritte U-Bahn-Strecke kam 2001 hinzu. Der D-Tunnel verläuft unterhalb des Alleenrings und bedient dort das östliche Messegelände. An der Bockenheimer Warte entstand ein Umsteigebahnhof. Über die Bahnhöfe Taunusanlage im Osten und Messe im Westen ist das Westend auch an das Netz der S-Bahn Rhein-Main angebunden.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Trotz der hohen Bevölkerungsdichte und der guten Verkehrsinfrastruktur verfügt das Westend über keine Krankenhäuser, Feuerwachen oder Polizeireviere. Alle Notfalleinrichtungen sind jedoch im anliegenden Nordend vorhanden.

Dagegen sind im Westend überdurchschnittlich viele Bildungseinrichtungen vorhanden. Neben der Goethe-Universität verfügt das Westend über die Frankfurter Musikhochschule und das Sigmund-Freud-Institut. Im Westend befinden sich zahlreiche Schulen, darunter mehrere Grundschulen (Elsa-Brändström-Schule, Engelbert-Humperdinck-Schule und Holzhausenschule), die I.E. Lichtigfeld-Schule der jüdischen Gemeinde, eine Privatschule (Anna-Schmidt-Schule) und mehrere Gymnasien:

  • Die Bettinaschule ist ein neusprachliches Gymnasium. Es wurde 1898 unter dem Namen Viktoriaschule als Höhere Mädchenschule gegründet und 1947 in Bettinaschule umbenannt (nach Bettina von Arnim).
  • Das Goethe-Gymnasium wurde 1897 als Realgymnasium aus dem 1520 gegründeten städtischen Gymnasium ausgegliedert. Erster Schulleiter war der Reformpädagoge Karl Reinhardt. Das Schulgelände an der ehemaligen Bahnstraße (heute Friedrich Ebert-Anlage) befindet sich im südlichen Westend.
  • Das altsprachliche Lessing-Gymnasium entstand ebenfalls 1897. Es führt die humanistische Tradition des alten Frankfurter Gymnasiums fort. Sein Schulgebäude befindet sich seit 1902 an der Hansaallee im Westend.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Senckenbergmuseum

Alter Uni-Campus mit dem Senckenbergmuseum[Bearbeiten]

Entlang der Senckenberganlage von der Georg-Voigt-Straße bis zur Bockenheimer Warte liegt der Uni-Campus Bockenheim der Goethe-Universität. Das Hauptgebäude stammt aus der Anfangszeit der Universität und wurde gleichzeitig mit dem heutigen Senckenbergmuseum errichtet.

Auch das Bauwerk des Senckenbergmuseums ist beeindruckend. Es wurde für die Senckenbergische naturforschende Gesellschaft in der Zeit von 1904 bis 1907 nach Plänen von Ludwig Neher errichtet, ebenso wie das Jügelhaus der Universität. Beide Bauten sind in der Tradition barocken Schlossbaus errichtet. Sehenswert ist die repräsentative Gesamtfront, die durch die Verbindung mit den Flügelbauten des Physikalischen Vereins und der Senckenbergischen Bibliothek in Gestalt offener Arkaden besticht.

Amerikahaus[Bearbeiten]

Das 1958 eingeweihte Gebäude an der Straßenecke Reuterweg/Staufenstraße sollte als „Haus der Völkerfreundschaft“ den Frankfurtern die amerikanische Kultur durch Bücher, Filme und Musik näherbringen. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde vom amerikanischen Architektenbüro Skidmore, Owings and Merrill (SOM) in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Architekten Otto Apel entworfen. Die Mitarbeiter zogen am 29. September 2005 in ihr neues Domizil im neuen US-Konsulatsgebäude im Stadtteil Eckenheim um.

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten durch die Architekten Schneider und Schuhmacher hat seit dem 22. September 2008 das Instituto Cervantes seine Frankfurter Dependance eröffnet. Die Einweihung erfolgte in Anwesenheit des spanischen Kronprinzen Felipe und Prinzessin Letizia.

Das Instituto Cervantes hat das Ziel, die spanische Sprache zu fördern und das Kulturgut aller spanischsprachigen Länder bekannt zu machen und zu pflegen.

Messeturm, Festhalle und Hammering Man[Bearbeiten]

Der Frankfurter Messeturm, ehemals Frankfurts und Europas höchster Wolkenkratzer, liegt an der westlichen Grenze vom Westend-Süd direkt am Frankfurter Messegelände. Direkt daneben befinden sich die anderen Sehenswürdigkeiten. Die Festhalle mit ihrer freitragenden Kuppelkonstruktion aus Stahl und Glas zwischen steinernen Ecktürmen gehörte zu den ersten Gebäuden am Messegelände. Hier finden regelmäßig Ausstellungen und Konzerte statt. Auf dem Vorplatz beider Gebäude befindet sich der Hammering Man, eine bewegliche Statue des Amerikaners Jonathan Borofsky.

Neuer Uni-Campus mit I.G.-Farben-Haus und Grüneburgpark[Bearbeiten]

Die 1928 errichtete ehemalige Konzernzentrale der I.G. Farben liegt am Grüneburgpark im Stadtteil Westend-Nord und bildet seit 2001 den Uni-Campus Westend der Frankfurter Universität. Das I.G.-Farben-Haus war zuvor der Hauptsitz der US-amerikanischen Streitkräfte in Europa. Die umgebende Anlage Grüneburgpark liegt in der Kurve der Miquelallee und ist einer der größten Frankfurter Parks.

Pferdestall[Bearbeiten]

Eines der wenigen ursprünglich erhalten gebliebenen Gebäude ist der ehemalige Livingstonsche Pferdestall in der Ulmenstraße. Es ist das einzig erhaltene Gebäude eines prächtigen Villenkomplexes des Marx Löwenstein.

Westendsynagoge[Bearbeiten]

Die einzige der vier großen Frankfurter Synagogen, die den Holocaust überstand, ist die 1908 bis 1910 erbaute Westend-Synagoge in der Altkönigstraße. Sie verfügt über eine außergewöhnliche assyrische Architektur mit Elementen des Jugendstils.

Suhrkamp-Haus[Bearbeiten]

Der Zweckbau des Suhrkamp-Verlagshauses, ehemals der Hauptsitz des Unternehmens, befand sich in der Lindenstraße. Das Gebäude wurde im Jahr 2011 abgerissen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Merten, Christoph Mohr: Das Frankfurter Westend. Eine Dokumentation des Kuratoriums Kulturelles Frankfurt mit dem Schwerpunkt Architektur und zahlreichen historischen Abbildungen (Karten und Fotos). Prestel Verlag München, 1974. ISBN 3-7913-0036-9
  • Heinz Ulrich Krauß: Frankfurt am Main – Daten, Schlaglichter, Baugeschehen. Eine Chronik der Frankfurter Stadtentwicklung. Societäts-Verlag, Frankfurt 1997. ISBN 3-7973-0626-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frankfurt-Westend – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://stadtplan.frankfurt.de/frankfurt/html/de/1280x1024.html
  2. Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main (Hrsg.): DVD Amtliche Stadtkarten Frankfurt am Main 2009. Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 2009. (online)