Frankfurter Opern- und Museumsorchester

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Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester ist das städtische Orchester von Frankfurt am Main. Seinen Namen verdankt das Ensemble einerseits der Oper Frankfurt, andererseits den seit 1808 veranstalteten Konzerten der Frankfurter Museumsgesellschaft. Gegenwärtiger Generalmusikdirektor der Oper und Chefdirigent des Orchesters ist Sebastian Weigle. Das Orchester hat in der Saison 2008/2009 113 Mitglieder. Es ist eines von derzeit 82 Theaterorchestern in Deutschland und wird im Rahmen des Deutschen Tarifsystems für Kulturorchester als A-Orchester mit Fußnote (hier: F1 und Medienzulage) geführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit seiner über 200-jährigen Geschichte gehört das Frankfurter Opern- und Museumsorchester zu den traditionsreichsten Ensembles in Deutschland. Bekannte Persönlichkeiten verbinden sich von jeher mit der Geschichte des Orchesters. So war Louis Spohr der zweite Chefdirigent, danach leiteten u.a. Gustav Mahler, Richard Strauss, Arthur Nikisch, Hans Pfitzner, Wilhelm Furtwängler, Hans Knappertsbusch, Hermann Abendroth, Erich Kleiber, Bruno Walter und George Szell hier Konzerte. Johannes Brahms, Clara Schumann und später Paul Hindemith (der von 1915 bis 1923 Konzertmeister des Orchesters war) gehören zu den herausragenden Solisten, die mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester konzertierten.

Die sinfonischen Dichtungen Ein Heldenleben und Also sprach Zarathustra von Richard Strauss wurden vom Museumsorchester uraufgeführt.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörten Georg Solti, Christoph von Dohnányi, Michael Gielen und Sylvain Cambreling zu den international bekannten Generalmusikdirektoren des Orchesters.

Die genaue Bezeichnung des Orchesters wechselte im Laufe der Zeit. Von der Spielzeit 1925/26 nannte es sich Das Opernhaus- und Museumsorchester, ab der Spielzeit 1930/31 Städtisches Orchester (Opernhaus- und Museumsorchester). Nach dem Zweiten Weltkrieg lautete der Name zunächst Städtisches Opernhaus- und Museumsorchester, ab der Spielzeit 1981/82 Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester. Ab Ende 1995 hieß das Orchester einfach Frankfurter Museumsorchester, ab der Spielzeit 2009/10 Frankfurter Opern- und Museumsorchester.[1]

Repertoire[Bearbeiten]

Das Repertoire des Ensembles umfasst alle bedeutenden Werke der Opern- bzw. Konzertliteratur vom Barock bis hin zur experimentellen zeitgenössischen Avantgarde. Die bislang letzte Uraufführung in der Oper Frankfurt war das Werk Caligula des deutschen Komponisten Detlev Glanert am 7. Oktober 2006.

Das Orchester konzertiert in der Abonnement-Reihe der Frankfurter Museumskonzerte mit derzeit zehn Programmen pro Saison, die jeweils zweimal aufgeführt werden (Sonntag vormittag um 11 Uhr und Montag abend um 20 Uhr). Die Konzerte der Museumsgesellschaft finden seit 1981 in der Alten Oper Frankfurt statt.

Neben den Sinfoniekonzerten bestreiten Musikerinnen und Musiker des Orchesters eine eigene Kammermusikreihe im Holzfoyer des Opernhauses.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

In der Umfrage des Fachmagazins Opernwelt für die Saison 2005/2006 belegte das Museumsorchester den zweiten, für 2006/2007 den dritten Platz in der Rangliste der Orchester des Jahres, für die Spielzeit 2010/2011 den ersten Platz.

Bei der Kritiker-Umfrage der Zeitschrift Die Deutsche Bühne wurde die Oper Frankfurt zudem für 2006/2007 zum besten Opernhaus in Deutschland gewählt; sie belegt in der Kategorie Beste Gesamtleistung den Spitzenplatz. Dieselbe Auszeichnung erhielt das Haus auch für die folgende Saison, 2007/2008. In der Saison 2009/2010 schließlich belegte das Museumsorchester einen geteilten ersten Platz als Orchester des Jahres.

Musikalische Leitung (GMDs und Chefdirigenten)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Bartholomäi: Das Frankfurter Museums-Orchester. Zwei Jahrhunderte Musik für Frankfurt. Edition Peters, Frankfurt am Main u. a. 2002, ISBN 3-87626-224-0.
  • Hilmar Hoffmann: Frankfurts Stardirigenten. Erinnerungen. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-7973-1069-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frankfurter Museums-Gesellschaft e.V.: Programmarchiv