Frankfurter Tabelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Frankfurter Tabelle ist eine im Reiserecht gebräuchliche Liste zur Abschätzung der Höhe von Gewährleistungsansprüchen (Reisepreisminderungen) bei berechtigten Reisemängeln einer Pauschalreise.

Die Liste ist weder für Gerichte noch für Reiseveranstalter verbindlich. Sie dient nur zur Orientierung.

Ausgearbeitet wurde die Liste von der 24. Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts. Die Tabelle ist deshalb am Landgericht Frankfurt am Main entstanden, da dort eine besonders hohe Zahl an Reisevertragsfällen verhandelt wurde und wird. Das liegt an der Ortsansässigkeit diverser mittlerer und größerer Reiseveranstalter (z.B. DER Touristik) sowie an der Zuständigkeit dieses Landgerichts als Berufungsgericht für das Amtsgericht Bad Homburg v. d. Höhe. Das Amtsgericht Bad Homburg vor der Höhe wiederum ist deshalb häufig mit Reiserecht befasst, da die Thomas Cook AG (mit den Marken Neckermann Reisen und Thomas Cook Reisen) dort ihren Firmensitz hat und sämtliche erstinstanzliche Klagen gegen diese Veranstalter dort anhängig gemacht werden müssen.

An den Werten der Frankfurter Tabelle orientiert sich auch die österreichische Rechtsprechung. Die Liste stellt demnach zwar keine Rechtsquelle dar, kann aber als brauchbare Orientierungshilfe zur Bewertung von Reisemängeln dienen (OGH 3. November 2005, 6 Ob 251/05p; 10. Oktober 2002, 6 Ob 11/02i).

Eine weitere Orientierungshilfe bei der Bewertung von Reisemängeln ist die ebenfalls nicht verbindliche Kemptener Reisemängeltabelle. Diese Tabelle stellt mehr auf Einzelurteile ab und berücksichtigt Urteile aus dem gesamten Bundesgebiet.

Weblinks[Bearbeiten]


Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!