Frankfurter Volksbank

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Logo der Genossenschaftsbanken  Frankfurter Volksbank eG
Staat Deutschland
Sitz Frankfurt am Main
Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Bankleitzahl 501 900 00[1]
BIC FFVB DEFF XXX[1]
Verband Genossenschaftsverband
Website www.frankfurter-volksbank.de
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 8.292 Mio. EUR
Einlagen 6.423 Mio. EUR
Kundenkredite 4.796 Mio. EUR
Mitarbeiter 1302
Mitglieder 186.093
Leitung
Vorstand Eva Wunsch-Weber (Vors.),
Peter Völker (stv. Vors.),
Reinhard Kuckert,
Helmut Ochs,
Ralf Pakosch,
Harald Stroh [3]
Aufsichtsrat Hans-Joachim Tonnellier, Vorsitzender
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland
Hauptfiliale: Börsenstraße 7–11 in Frankfurt am Main

Die Frankfurter Volksbank eG ist eine Genossenschaftsbank und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Zum Geschäftsgebiet der Bank gehören die Stadt Frankfurt sowie Teile des Umlandes. Eigentümer der Bank sind die 186.093 Mitglieder der Genossenschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Frankfurter Volksbank geht zurück ins Jahr 1862. Am 19. Mai 1862 wurde die Frankfurter Gewerbekasse von 81 namhaften Frankfurter Bürgern gegründet. Bereits Ende November 1862 erfolgte die Bildung eines Ausschusses zur Bildung einer Spar- und Vorschußbank. Erster Vorstandschef wurde der Frankfurter Bankier Adolph Reinach (Vorstandsvorsitzender von 1862 bis 1870). Am 1. Oktober 1862 erfolgte die Aufnahme des Geschäftsbetriebs im Haus des Kassierers, des Spielkartenfabrikanten Caspar Ludwig Wüst in der Gallusstr. 15. Am 11. November 1862 verlieh der Senat der freien und Reichsstadt Frankfurt der Bank das Rechtes als juristische Person.

Die Bank nahm einen schnellen Aufschwung. Hierzu trug das Ende der Zunftbeschränkungen in Frankfurt im Januar 1864 bei, dass die Entwicklung des Handwerks beflügelte. So wuchs in den ersten 5 Jahren von 1862 bis 1867 die Zahl der Mitglieder von 81 auf 694, die Bilanzsumme von 42.000 auf fast 1 Mio. Gulden und es waren 112.000 Gulden Spareinlage eingeworben worden. Daneben war das Unternehmen ertragreich und zahlte eine Dividende, die von 6 % (1863) auf 7 % (1867) anstieg. Auch in den Folgejahren wuchs das Unternehmen, bis es in der Gründerkrise erstmals einen Rückschlag hinnehmen musste. So stiegen die Mitgliederzahlen von 1525 im Jahr 1872 auf 2153 im Jahr 1875, um 1881 auf 1863 zu fallen.

1868 zog die Bank vom Hotel du Nord in neue Räume am Neuen Kornmarkt 18 um. 1873 erfolgte erneut ein Umzug in die Große Eschenheimer Gasse in das Gebäude von Leopold Sonnemanns (einem Mitgründer der Bank) Frankfurter Zeitung.

Im Jahr 1878 wurde das Haus Ecke Börsenstraße/Freßgass’ als Hauptsitz erworben.

Ein weiterer Faktor, der die Attraktivität für Mitglieder erhöhte, war die Änderung des preußischen Genossenschaftsgesetzes von 1868. Während bisher alle Mitglieder solidarisch mit eigenem Vermögen hafteten, wurde die Solidarhaft am 20. Februar 1890 aufgehoben. Im Jahr 1914 zählte man 3190 Mitglieder und verfügte über 3 Millionen Mark Geschäftsanteile. Die jährlichen Dividenden schwankten jeweils zwischen 5 und 8 Prozent.

Die Inflation anfang der 1920er Jahre traf auch die Gewerbekasse hart. Zwar gelang es, die Zahl der Mitglieder 1925 auf 4203 zu erhöhen, der Wert der Geschäftsanteile fiel jedoch auf 187.510 Rentenmark. Dass die Bank diese schwere Zeit überhaupt überstand, war auch Ergebnis der Arbeit des Vorstandsvorsitzenden, Wilhelm Keller, der die Bank von 1913 bis 1936 leitete. Mit Unterbrechung in der Weltwirtschaftskrise waren auch die 20er und 30er Jahre Zeiten starken Wachstums. 1930 betrug die Bilanzsumme 10,1 Mio. Mark, 1942 waren es 16,24 Mio. Mark.

1942 wurden vier genossenschaftliche Frankfurter Kreditinstitute zur Frankfurter Volksbank zwangsfusioniert. Dies waren neben der Frankfurter Gewerbekasse die Frankfurter Genossenschaftsbank (gegründet 1897), die namensgebende Frankfurter Volksbank (gegründet 1908) und die Bank für Handel und Gewerbe (gegründet 1925).

  • Die Frankfurter Genossenschaftsbank war 1897 als Handwerker Spar- und Vorschußkasse eGmbH durch 16 Gründer eingerichtet worden. Seit 13. Dezember 1909 firmierte sie als Frankfurter Genossenschaftsbank. 1920/21 hatte sie begonnen, auch Filialen in Bad Homburg und Oberursel zu eröffnen. Die Hauptfiliale befand sich seit 1922 in der Biebergasse 10.
  • Die Volksbank Frankfurt am Main war 1908 als Spar- und Darlehenskasse der Hausbesitzer zu Frankfurt am Main eGmbH gegründet worden. 1940 erfolgte die Umfirmierung als Volksbank.
  • Die Bank für Handel und Gewerbe entstand 1925 als Volks-Spar- und Creditcasse eGmbH und trug seit 1928 den Namen Bank für Handel und Gewerbe.

Zusammen hatte das fusionierte Institut nun 4819 Mitglieder und eine Bilanzsumme von 47 Mio. Mark.

Infolge der Währungsreform gingen erneut große Teile des Kapitals verloren. Die DM-Eröffnungsbilanz vom 21. Juni 1948 wies aus, dass aus einer Bilanzsumme von 76 Mio. RM 5 Mio DM wurden. Davon waren 3,6 Mio Ausgleichsforderungen gegen die Öffentliche Hand auf der Aktivseite. Die Bank hatte 4400 Mitglieder. Mit dem Wirtschaftswunder wuchs die Bank in den Folgejahren erneut stark. 1961 hatte sie 8082 Mitglieder und 6,2 Mio. DM Eigenkapital.

Im Jahr 1970 wurden weitere traditionsreiche Volksbanken im Frankfurter Raum zur Frankfurter Volksbank verschmolzen. Dies waren die Volksbanken aus Kronberg (gegründet 1862, 2.200 Mitglieder, 45 Mio. DM Bilanzsumme), Rödelheim (gegründet 1863) sowie Bockenheim (34 Mio. DM Bilanzsumme, gegründet 1863)[4]. Letztere hatte selbst bereits 1955 mit der Volksbank Eschborn (gegründet 1926) und Volksbank Niederrad (gegründet 1872) fusioniert.

In den Folgejahren erfolgte eine Reihe von weiteren Fusionen mit anderen Volksbanken:

  • 1981: Bornheimer Volksbank (gegründet 1881), die 1954 mit der Volksbank Bonames (gegründet 1870) fusioniert hatte
  • 1990: Volksbank Vortaunus (gegründet 1899)
  • 1994: Königsteiner Volksbank (gegründet 1865)
  • 1998: Raiffeisenbank Maintal (ein Zusammenschluss der Raiffeisenbanken Bischofsheim und Maintal-Dörnigheim)
  • 1999: BVB Volksbank (gegründet 1924 als Bad Vilbeler Volksbank, 1981 fusioniert mit der Raiffeisenbank Berkersheim, 1991 fusioniert mit der Bergen-Enkheimer Volksbank), der Volksbank Heldenbergen (gegründet 1868) und der Raiffeisenbank Bad Homburg (gegründet 1863)
  • 2000 Volksbank Raiffeisenbank Hanau (gegründet 1864) und die Volksbank Usinger Land (gegründet 1863)
  • 2002 Volksbank Mörfelden-Walldorf (gegründet 1891) und die Volksbank Kelsterbach (gegründet 1889)
  • 2003 Offenbacher Volksbank (gegründet 1865) und die Volks- und Raiffeisenbank Weilmünster (gegründet 1865)
  • 2004 Raiffeisenbank Bruchköbel (gegründet 1893)
  • 2006 Volksbank Egelsbach (gegründet 1883)
  • 2009 Volksbank Main-Taunus (gegründet 1900)
  • 2012 Vereinigte Volksbank Griesheim-Weiterstadt (gegründet 1888)

Sportsponsoring[Bearbeiten]

Die Frankfurter Volksbank sponsert den regionalen Sport und ist Namenssponsor des Frankfurter Volksbank Stadions.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frankfurter Volksbank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  • Franz Lerner: Von der Frankfurter Gewerbekasse zur Frankfurter Volksbank, 1962, Festschrift 100 Jahre Frankfurter Volksbank

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Geschäftsbericht 2013
  3. Impressum [1]
  4. Heinrich Ludwig: Geschichte des Dorfes und der Stadt Bockenheim, 1940, Seite 317

50.1149758.676506Koordinaten: 50° 6′ 54″ N, 8° 40′ 35″ O