Franklinit

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Franklinit
Franklinit mit Zinkit - Franklin, New Jersey, USA.jpg
Franklinit (schwarz) mit Zinkit (rot)
Chemische Formel (Fe,Mn,Zn)(Fe,Mn)2O4
Mineralklasse Oxide und Hydroxide
07.02.02.04 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin hexakisoktaedrisch 4/m\ \bar{3}\ 2/m
Kurzsymbol: m\bar{3}m
Farbe schwarz
Strichfarbe Dunkelbraun bis Rotbraun
Mohshärte 6 bis 6,5
Dichte (g/cm3) 5,0 bis 5,1
Glanz Metallglanz
Transparenz undurchsichtig
Bruch muschelig
Spaltbarkeit fehlt
Habitus oktaedrisch
Zwillingsbildung auf {111}
Weitere Eigenschaften
Magnetismus stark bis schwach

Franklinit oder Zinkoferrit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Zn,Mn2+,Fe2+)(Fe3+,Mn3+)2O4 im Spinell-Typ und bildet bis zu 22 cm große oktaedrische Kristalle, häufig auch mit abgerundeten Ecken. Auch grobe oder feinkörnige Einschlüsse in anderen Mineralen werden gefunden. Franklinit ist von grauschwarzer bis schwarzer Farbe und besitzt innere dunkelrote Reflexionen.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Das Mineral wurde erstmals 1819 von Pierre Berthier in den Typlokalitäten, mehreren Minen um die Stadt Franklin im US-Bundesstaat New Jersey gefunden. Es ist nach dieser auch benannt.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der Systematik nach Strunz wird Franklinit zu den Oxiden mit einem Verhältnis von Metall zu Sauerstoff von 3:4 gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Cuprospinell, Jakobsit, Magnesioferrit, Magnetit und Trevorit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es mit Brunogeierit, Chromit, Cochromit, Coulsonit, Cuprospinell, Filipstadit, Gahnit, Galaxit, Hercynit, Jakobsit, Magnesiochromit, Magnesiocoulsonit, Magnesioferrit, Magnetit, Manganochromit, Nichromit, Qandilit, Spinell, Tegengrenit, Trevorit, Ulvöspinell, Vuorelainenit und Zinkochromit eine Untergruppe der Oxide mit einem Verhältnis von Metall zu Sauerstoff von 3:4 und mittelgroßen Kationen.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Magnesioferrit, Jakobsit, Magnetit, Trevorit, Cuprospinell und Brunogeierit die Eisen-Untergruppe der Spinellgruppe, die zu den mehrfachen Oxiden zählt.[1]

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Franklinit bildet sich in Adern durch Metamorphose unter hohen Temperaturen aus marinen Carbonat-Sedimenten, die eisen-, zink- und manganreich sind. Es ist vergesellschaftet mit Zinkit, Willemit, Calcit, Andradit, Manganosit, Rhodochrosit, Gahnit, Magnetit, Rhodonit, Hausmannit, Hetaerolit, Jakobsit, Braunit, Sarkinit, Berzeliit und Hämatit.

Neben der Typlokalität in Franklin sind Funde aus der Eyre-Halbinsel und Mukinbudin in Australien, Letmathe in Deutschland, Ross Island in Irland, Kasachstan, Santa Eulalia in Mexiko, Nežilovo in Mazedonien, Sljudjanka, Burjatien und Chibinen in Russland, Barberton in Südafrika, Garpenberg, Filipstad und Hällefors in Schweden sowie den US-Bundesstaaten Alaska, Kalifornien, Colorado, Nevada, New Jersey und New Mexico bekannt.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Maldonit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe Fd\bar{3}m mit dem Gitterparameter a = 8,45 Å sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New Dana Classification of Multiple Oxides

Literatur[Bearbeiten]

  • Franklinit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franklinite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien