Franklyn – Die Wahrheit trägt viele Masken

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Filmdaten
Deutscher Titel Franklyn – Die Wahrheit trägt viele Masken
Originaltitel Franklyn
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Gerald McMorrow
Drehbuch Gerald McMorrow
Produktion Jeremy Thomas,
Simon Fawcett,
Peter Watson
Musik Joby Talbot
Kamera Ben Davis
Schnitt Peter Christelis
Besetzung

Franklyn – Die Wahrheit trägt viele Masken ist ein britischer Fantasyfilm aus dem Jahr 2008. Der Film ist die erste Regiearbeit von Gerald McMorrow, der auch das Drehbuch schrieb. Die Hauptrolle wurde von Ryan Phillippe gespielt.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt im gegenwärtigen London, aber auch in Meanwhile City, einer Stadt in einem Paralleluniversum. Der Film erzählt die Handlungsstränge von vier Personen, diese jeweiligen Handlungsstränge treffen am Ende aufeinander. Ein weiterer Punkt ist, dass die beiden Welten zum Finale hin miteinander verschmelzen.

1. Handlungsstrang: Jonathan Preest/David Esser und Peter Esser/Das Individuum[Bearbeiten]

Jonathan Preest ist ein maskierter Vigilant in Meanwhile City. In dieser Stadt sind Religionen, egal welcher Art, vorgeschrieben. Preest, der nicht religiös ist, hat nur ein Ziel: Er will das sogenannte Individuum, das ein 11-jähriges Mädchen ermordet hat, eliminieren. Eines Nachts trifft er sich in einem Club mit seinem Kontaktmann Wormsnake. Dieser hat Preest jedoch ans Ministerium der Religionen verraten. Die Minister für Religion, eine Spezialeinheit, die Ungläubige ins Gefängnis bringen, greifen Preest an, er kann jedoch entkommen.

Im gegenwärtigen London sucht Peter Esser nach seinem psychisch kranken Sohn David, einem Irakveteranen. Dieser sollte ihn eigentlich besuchen, ist aber nun verschwunden. Peter irrt durch ganz London, nur um eine Spur von David zu finden. Er geht zur psychiatrischen Anstalt, in der David eingesperrt war und fragt den Direktor der Klinik um Rat. Dieser erklärt dem traurigen Peter, dass David aus der Klinik ausgebrochen sei. Peter glaubt das jedoch nicht und will selbst herausfinden, was David getan hat.

Währenddessen wird Jonathan Preest von den Ministern für Religion verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Vier Jahre später wird Preest zu Tarrant, dem Gefängnisleiter, gebracht. Dieser sagt, dass Preest freigelassen werde, wenn er den Religionsministern helfe, das Individuum ausfindig zu machen. Preest ist einverstanden; ihm soll ein Chip implantiert werden, kurz vor der Implantation flüchtet er jedoch. Er begibt sich zu Wormsnake, seinem verräterischen Kontaktmann, und attackiert ihn. Preest will wissen, wo sich das Individuum befinde. Wormsnake sagt, dass er nichts wisse, nach ein paar Schlägen von Preest gibt er diesem jedoch eine Adresse.

In der realen Welt ist Peter Esser bei einer Bibliothek angekommen. Hier geht er zu Davids gutem Freund Wasnik. Dieser erzählt Peter, dass David vor ein paar Tagen zu ihm kam und ihn bedrohte. Wasnik gibt Peter eine Adresse, Peter begibt sich dorthin.

2. Handlungsstrang: Milo und Sally[Bearbeiten]

Milo ist ein junger Mann, der gerade vor dem Traualtar sitzen gelassen wurde. Er wohnt bei seinem Freund Dan und denkt über sein Leben nach. Eines Tages glaubt er, eine Kindheitsfreundin namens Sally auf der Straße zu sehen. Er folgt ihr, bis sie nicht mehr zu sehen ist. Milo begibt sich daraufhin zu seiner Mutter und erzählt ihr von dieser Begegnung. Seine Mutter erklärt Milo daraufhin, dass diese Sally nur eine imaginäre Person sei, die Milo als kleiner Junge geschaffen habe. Milo will dies nicht glauben und sieht Sally ein weiteres Mal auf der Straße. Er folgt ihr in einen Keller. Dort trifft er auf einen geheimnisvollen Mann, der sich ihm als Pastor Bone vorstellt. Dieser erklärt Milo, dass er Sally suchen müsse. An einem Tag sieht er Sally in einem Schulhof und spricht sie an. Die beiden verabreden sich zu einem Abendessen.

3. Handlungsstrang: Emilia Bryant[Bearbeiten]

Die junge Kunststudentin Emilia Bryant ist psychisch labil. Sie verübt mehrere Selbstmordversuche und nimmt diese dabei mit einer Videokamera auf. Kurz vor dem jeweiligen Suizidversuch ruft sie jedoch immer den Notruf an, um nicht zu sterben. Emilia will ihre aufgenommenen Versuche ihrem Kunstprofessor vorlegen. Zudem hat sie ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter. Ihr Kunstprofessor findet ihre „Arbeiten“ abscheulich, Emilia versteht dies nicht. Nach einem weiteren Suizidversuch liegt Emilia im Krankenhaus. Sie fragt einen der Ärzte, ob ihre Mutter da sei. Ein Arzt antwortet, dass ihre Mutter nur angerufen habe. Nachdem sie aus der Klinik entlassen wurde, begibt sie sich zu ihrer Mutter. Nach einem klärenden Gespräch umarmen sich Mutter und Tochter, ihr Verhältnis scheint nun besser zu sein.

Finale[Bearbeiten]

Im gegenwärtigen London begibt sich David Esser zu der Adresse, die Jonathan Preest in Meanwhile City bekommen hat. David trifft auf Emilia und fragt sie, ob ein älterer Mann vorbeigekommen sei. Emilia schüttelt den Kopf und David sagt ihr, dass sie, falls ein älterer Mann bei ihr vorbeikomme, ihm sagen solle, dass er im Restaurant auf der gegenüberliegenden Straßenseite sei.

Peter Esser begibt sich zu der Adresse, die er von Wasnik bekommen hat. Dort trifft er jedoch nicht auf seinen Sohn David, sondern auf Emilia. Peter fragt sie, ob sie einen David Esser kenne, sie sagt ihm, dass ein junger Mann gesagt habe, dass er im gegenüberliegenden Restaurant auf einen älteren Herr warten werde. Peter geht in dieses Lokal. Dort sitzt zufällig auch Milo und wartet auf seine ehemalige Kindheitsfreundin Sally. Diese erscheint kurz darauf und erklärt Milo die Wahrheit: Er hat sie nur in seiner Einbildung geschaffen. Nach dem Tod seines Vaters war er sehr traurig, und so erfand er eine imaginäre Spielkameradin. Milo will auch dies nicht wahrhaben, und so küsst er Sally. Diese verschwindet daraufhin.

Es klopft an der Tür von Emilias Wohnung, die gegenüber vom Restaurant liegt. Emilia macht auf, dort steht David Esser und schlägt sie mit einem Scharfschützengewehr bewusstlos. David begibt sich zum Fenster und legt mit dem Scharfschützengewehr an. Er zielt genau auf seinen Vater, Peter Esser, im gegenüberliegenden Lokal. Da zu diesem Zeitpunkt die reale Welt und die Parallelwelt miteinander verschmolzen sind, würde David mit einem Schuss seinen Vater und gleichzeitig das Individuum töten. David drückt ab, im selben Moment steht jedoch Milo auf und steht so in der Laufbahn des Schusses. Milo wird am Arm verletzt, während Peter überlebt. Inzwischen ist Emilia aufgewacht und hat das Gas in ihrer Wohnung aufgedreht. Sie hält ein Feuerzeug in der Hand und droht, es anzuzünden. David erkennt seinen Vater und sieht plötzlich ein, dass all seine Taten unnütz waren. Er nimmt Emilia das Feuerzeug ab und sagt ihr, dass sie schnellstens aus dem Raum gehen sollte. Sie tut das, dreht sich jedoch noch einmal um und sieht, wie sich ihr Zimmer in ein Zimmer aus Meanwhile City verwandelt. David, nunmehr Jonathan Preest, zündet das Feuerzeug an, folglich explodiert die Wohnung. Auf der Straße trifft Milo Emilia, die Sally zum Verwechseln ähnlich sieht, die gerade noch aus dem Haus entkommen konnte. Peter ist nun ebenfalls auf der Straße und starrt auf das eben explodierte Haus.

Man sieht Pastor Bone, mit dem Milo gesprochen hatte, wie er gerade im Krankenhaus die Böden wischt. Plötzlich verschwindet er.

Produktion[Bearbeiten]

Regisseur Gerald McMorrow schrieb das Drehbuch zu Franklyn für sein Spielfilmdebüt. Franklyn besitzt eine Verbindung zu McMorrows Kurzfilm Thespian X aus dem Jahr 2002. Ursprünglich sollte Ewan McGregor die Rolle des Vigilanten Jonathan Preest spielen, er brach sich jedoch bei einem Motorradunfall beim Dreh zur zweiten Staffel von Long Way Round das Bein. Ryan Phillippe, Eva Green und Sam Riley wurden Ende 2007 verpflichtet. Gedreht wurde in London. Das Budget belief sich auf ca. 6 Millionen Pfund.

Deutung des Regisseurs[Bearbeiten]

Regisseur McMorrow ließ sich für Meanwhile City von den religiösen Ikonografien inspirieren, die er in Einkaufszentren von Mexiko-Stadt sah.[1]

„Die Idee bestand darin, dass, wenn man eine Hauptstadt hat, die auf Religion beruht, diese irgendwo wie z. B. in Florenz oder in Rom zu haben und dieses „irgendwo“ drei Meilen in den Himmel zu senden.“

Gerald McMorrow[1]

Über Ryan Phillippes Rolle Jonathan Preest sagte McMorrow folgendes:

„Ein Teil von Preests Delirium und Fantasie beruht auf der Religion, die ihn umgibt, auf den Comics, die er gelesen und auf den Filmen, die er gesehen hat. Er besteht aus Stücken, und zusammen ergeben sie ein Puzzle seiner eigenen Wahnvorstellungen.“

Gerald McMorrow[1]

Wissenswertes[Bearbeiten]

Das Vorbild für Preests Maske war die der Comicfigur Rorschach aus dem Graphic Novel Watchmen.

Kritik[Bearbeiten]

„Ein wahnhafter, comicesker wie morbider Bilderreigen in einer Synthese aus Batman, Burton, Max Payne, Sin City, Die Liga der ehrenwerten Gentlemen und vielen anderen mehr. Irgendwie ein Gothic Novel in detaillierten Kadren, die sich selbst zu zelebrieren scheinen. Irgendwie auch spannend, aber auch teilweise langatmig. Dennoch ein sehenswerter Anti-Welten Thriller, bei dem auch John Carpenters "Sie leben!" entfernt Pate gestanden hat. Besonders einprägsam springen einem die unendlich vielen schrägen, bizarren und grotesken Charaktere ins Auge, wobei die schwarzen Schergen des tyrannischen “Ministeriums“ dem absurden Theater entsprungen sein könnten.“

Digitalvd.de[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Interview mit Gerald McMorrow auf digitalspy.co.uk, 1. Juni 2010
  2. Filmkritik auf digitalvd.de, 1. Juni 2010

Weblinks[Bearbeiten]