Frankophilie

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Frankophilie (Wortbildung mit Suffix aus dem Altgriechischen φιλία philía „Freundschaft“, „Liebe“, „Zuneigung“) bzw. Gallophilie bezeichnet die Liebe von Nicht-Franzosen für alles Französische. Dies kann Frankreich selbst sein, aber auch die französische Geschichte, die französische Sprache, die französische Küche, die französische Literatur etc.

Das Antonym zur Frankophilie ist die Frankophobie, die Angst vor oder Abneigung gegenüber allem Französischem.[1]

[Bearbeiten] Frankophilie im Rheinland

Im deutschsprachigen Raum galten lange Zeit (zumindest nach der Französischen Revolution) die Bewohner des Rheinlandes als relativ frankophil, was aber relativ zu sehen ist (d.h. im Vergleich zu anderen Regionen). Während der Napoleonischen Zeit gehörte das linksrheinische Rheinland zu Frankreich und erlebte viele der Reformen, die die Französische Revolution nach sich gezogen hatte (Einführung des Code Civil, Aufhebung des Zunftzwangs und Einführung der Gewerbefreiheit, weitgehende bürgerliche Emanzipation der Juden, etc.). Nach dem Wiener Kongress kam der größte Teil des Rheinlandes an das politisch konservative, überwiegend protestantische Preußen, was von vielen katholischen, liberal eingestellten Rheinländern als Fremdherrschaft empfunden wurde („Musspreußen“). Ein Ausdruck der antipreußischen Regungen waren die Versuche nach dem Ersten Weltkrieg unter dem Schutz der französischen Besatzungsmacht eine von Frankreich abhängige Rheinische Republik zu gründen – Versuche, die allerdings am Widerstand der überwältigenden Bevölkerungsmehrheit scheiterten.[2]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Wolfgang Müller: Das Gegenwort-Wörterbuch: ein Kontrastwörterbuch mit Gebrauchshinweisen, Gruyter, 1998, ISBN 978-3110168853, S. 192 Online
  2. „Los von Berlin“: die Rheinstaatbestrebungen nach dem Ersten Weltkrieg, S. 421 Online