Französische Eisenbahnmetrik
In der Mathematik ist die Französische Eisenbahnmetrik ein ungewöhnliches Beispiel für eine Metrik.
Es sei
eine Menge von Punkten in der Ebene und
ein fest gewählter Punkt.
Dann ist die französische Eisenbahnmetrik auf
definiert durch die Funktion
Die Konstruktion lässt sich ohne Schwierigkeiten auf beliebige euklidische oder unitäre Vektorräume verallgemeinern.
Der Name leitet sich von dem, insbesondere früher, sehr zentralisiert angelegten Eisenbahnnetz Frankreichs ab, bei dem fast alle Bahnverbindungen auf Paris zuliefen. Die Konsequenz davon war, dass man z. B. bei einer Bahnfahrt von Straßburg nach Lyon einen 400 km langen Umweg über Paris in Kauf nehmen musste, da keine direkte Verbindung existierte. Eine Metrik ist die mathematische Verallgemeinerung der Distanz. Ist
die Menge der französischen Städte mit Eisenbahnverbindung nach Paris (
), dann kann in Analogie zur obigen Metrik die Fahrstrecke von Stadt
zu Stadt
sehr lang sein, wenn es keine direkte Verbindung, sondern nur eine Verbindung über
gibt (auch wenn die Städte einander in Luftlinie nahe sind.) Es ist ebenfalls der Name SNCF-Metrik gebräuchlich, nach der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF.
Eine andere durch spezielle Architektur motivierte Metrik ist die Manhattan-Metrik.

