Französische Fußballnationalmannschaft der Frauen

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Frankreich
France
Logo der französischen Nationalfrauschaft
Spitzname(n) Les Bleues (Die Blauen)
oder Équipe Tricolore
Verband Fédération Française de Football
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor Nike
Trainer Philippe Bergeroo
Rekordtorschützin Marinette Pichon (81)
Rekordspielerin Sandrine Soubeyrand (198)
Heimstadion Wechselnde Stadien
FIFA-Code FRA
FIFA-Rang 3. (2.091 Punkte)
(19. Dezember 2014)
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
FrankreichFrankreich Frankreich 4:0 Niederlande NiederlandeNiederlande
(Hazebrouck, Frankreich; 17. April 1971)
Höchster Sieg
Frankreich 14:0 Algerien AlgerienAlgerien
(Cesson-Sévigné, Frankreich; 14. Mai 1998)
Frankreich 14:0 Bulgarien BulgarienBulgarien
(Le Mans, Frankreich; 28. November 2013)
Höchste Niederlage
DeutschlandDeutschland Deutschland 7:0 Frankreich
(Bad Kreuznach, Deutschland; 2. September 1992)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 2 (Erste: 2003)
Beste Ergebnisse Vierter (2011)
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 6 (Erste: 1984)
Beste Ergebnisse Viertelfinale (2009, 2013)
(Stand: 26. November 2014)

Die französische Fußballnationalmannschaft der Frauen (französisch Équipe de France de football féminin oder nur Équipe de France féminine A) ist die vom verantwortlichen Trainer getroffene repräsentative Auswahl französischer Fußballspielerinnen für internationale Spiele; sie wird in Anlehnung an die als les Bleus bezeichnete Männernationalelf auch les Bleues genannt. Ihr erstes offizielles Länderspiel bestritt sie am 17. April 1971 gegen die Niederlande; die Partie endete mit einem 4:0-Sieg der Französinnen und ist das erste von der FIFA anerkannte Frauenländerspiel weltweit. Hingegen gelten die internationalen Begegnungen, die in den 1920er und 1930er Jahren ausgetragen wurden, heutzutage nicht mehr als offizielle Spiele.

Insbesondere ab den 1990er Jahren hat sich die französische Auswahl – parallel zum Aufschwung des Frauenfußballs im Land – für etliche Europameisterschaftsendrunden qualifiziert, erstmals 1984 und zuletzt fünfmal in Folge (1997, 2001, 2005, 2009 und 2013). Das Erreichen des Viertelfinales 2009 und 2013 war das bisher beste Abschneiden. Ein Weltmeisterschafts-Endrundenturnier erreichten die Bleues zum ersten Mal 2003 und dann erneut 2011, als sie mit einem vierten Rang ihren bisher größten Erfolg einspielten und sich damit zudem erstmals für das olympische Fußballturnier 2012 qualifizierten. Ebenso qualifizierten sie sich für die WM 2015. Seit sie im März 2005 erstmals den fünften Platz in der FIFA-Weltrangliste erreichten, gehören die Französinnen zu den weltweit besten Frauen-Nationalmannschaften. Im Dezember 2014 stießen sie darin sogar auf den dritten Rang vor. Die öffentliche Wahrnehmung der Frauennationalmannschaft hat in Frankreich allerdings bis in die Gegenwart mit dieser sportlichen Aufwärtsentwicklung nicht Schritt gehalten.

Derzeitiger Trainer ist Philippe Bergeroo, der Ende Juli 2013 Bruno Bini ablöste. Rekordnationalspielerin ist Sandrine Soubeyrand mit 198 Einsätzen; die gleichfalls nicht mehr aktive Marinette Pichon ist die erfolgreichste Torschützin (81 Treffer).

Geschichte[Bearbeiten]

Die inoffiziellen Länderspiele zwischen den Weltkriegen[Bearbeiten]

Französische Auswahl von 1920

Bereits seit Ende des Ersten Weltkriegs hatte es in Frankreich einen Frauenfußballbetrieb gegeben, der sich aufgrund der Ablehnung des „Männerverbandes“ FFF beziehungsweise seines Vorgängers, des Comité Français Interfédéral (CFI), eigene Organisationen und Strukturen gegeben hatte. Dazu hatten interessierte Sportlerinnen schon 1917 die Fédération des Sociétés Féminines Sportives de France (FSFSF) gegründet. Diese führte auch internationale Frauenspiele durch, deren erstes eine Auswahl dreier Pariser Vereine anlässlich einer England-Tournee im Mai 1920 gegen eine Firmenmannschaft, die Dick Kerr’s Ladies, mit 0:2 verlor.[1] Ende Oktober traten englische Fußballerinnen zu einem Gegenbesuch an, wo die beiden Spiele im Pariser Stade Pershing und im nordfranzösischen Roubaix jeweils rund 10.000 Zuschauer anzogen. Bei den „Ersten Olympischen Frauenspielen“ (März 1921 in Monte Carlo) wurde ein Fußballturnier angekündigt, zu dem Spielerinnen des Frauenvereins Fémina Sport Paris eigens angereist waren, aber nicht ausgetragen; ebenso wenig stand diese Sportart bei den ab 1922 von der Fédération Sportive Féminine Internationale veranstalteten Frauen-Weltspielen auf dem Programm.[2]

Das erste echte Länderspiel jener „wilden Jahre“ bestritten die Französinnen im Februar 1924 in Brüssel siegreich (2:1 gegen Belgien). Die Auswahl der nördlichen Nachbarinnen entwickelte sich zu Frankreichs häufigstem Gegner. Mit dem Niedergang des französischen Frauenfußballs Anfang der 1930er Jahre neigte sich die Frühgeschichte der Frauennationalelf dem Ende zu: im April 1932 trennte man sich, erneut in Brüssel, 0:0 von den Belgierinnen, gegen die Frankreich auch seine letzten Länderspiele 1933 und 1934 bestritt.[3] Zu dieser Zeit beendete der Frauendachverband zudem seine fußballerische Zuständigkeit.[4]

Obwohl FFF-Präsident Jules Rimet bei dem England-Spiel von 1920 selbst als Zuschauer im Stade Pershing weilte, erkennt der Verband die Begegnungen der Zwischenkriegszeit bis heute nicht offiziell an.[5] Zumindest damals entsprach diese Einstellung der verbreiteten Ablehnung der Ausübung zahlreicher Sportarten durch Frauen, wobei sich die Protagonisten wahlweise auf deren angebliche körperliche Nichteignung, auf den Widerspruch zum tradierten Frauenbild oder auf die „Zurschaustellung“ vor einem überwiegend männlichen Publikum bezogen:[6]

„Dass junge Mädchen untereinander Sport treiben, auf einem rigoros abgesperrten und für Zuschauer unzugänglichen Terrain: einverstanden. Aber dass sie sich dabei zur Schau stellen, […] dass sie es sogar wagen, auf einem Feld hinter einem Ball herzurennen, das nicht von dicken Mauern umgeben ist: das ist nicht zu tolerieren!“

Henri Desgrange, Herausgeber von L’Auto, 1925

Legalisierung des Frauenfußballs und Anfangszeit bis Mitte der 1980er[Bearbeiten]

Jahr Turnier Teilnahme
Platzierung
1982–1984 Europameisterschaft (Kader) 1. Runde (Gruppenphase)

Erst ab Mitte der 1960er Jahre war es in Frankreich wieder zu vom Verband nicht legalisierten, aber durchaus gut besuchten und medienträchtigen Frauenfußballspielen gekommen, und es organisierten sich – anfangs schwerpunktmäßig in Nordfrankreich und dem Elsass – bei bestehenden oder in neu gegründeten Vereinen feste Frauenteams. Als der Bundesrat der FFF (Conseil fédéral), der sich zu 100 Prozent aus Männern zusammensetzte, am 29. März 1970 beschloss, den Frauenfußball zu legalisieren, gab es im Land bereits knapp 2200 Vereinsspielerinnen.[7] Der Verband begründete seinen Schritt im Rückblick damit, dass „das kämpferische Engagement der Frauenfußballbefürworter die Vorstellungswelt des ‚starken Geschlechts‘ dahingehend beeinflusst [habe], dass diese Sportart auch auf andere als die bisher übliche Weise ausgeübt werden“ könne.[7] Die Sporthistorikerin Laurence Prudhomme-Poncet hingegen bewertete die Motivation für diesen Schritt eher mit dem Interesse der Funktionäre, die Kontrolle über den gesamten Fußball im Land zu behalten. Sie hätten befürchtet, dass die Frauen, wie schon 1917, einen autonomen Verband gründeten – ein Schritt, der im französischen 15er-Rugby wenige Wochen zuvor bereits Realität geworden war.[8] Die FFF installierte eine Frauenfußballkommission, deren erster Vorsitzender, der Reimser „Frauenfußballpionier“ Pierre Geoffroy,[9] zugleich die Nationalelf zusammenstellte und trainierte.[10] Im Juli und September 1970 kam es zu zwei Spielen einer französischen gegen eine italienische Auswahl,[11] zu denen der Verband zwar seine Erlaubnis erteilt hatte, es aber ablehnte, dass die Französinnen im Namen der FFF antraten. Auch im Februar 1971 tat der Verband sich noch schwer mit dem Gedanken, eine echte Nationalfrauschaft zu bilden. Anlässlich der Einladung der Fédération Internationale et Européenne de Football Féminin (FIEFF), im August des Jahres in Mexiko an der heute nur als inoffiziell geltenden zweiten Frauenfußballweltmeisterschaft[12] teilzunehmen – bei der ersten, 1970 in Italien ausgetragen, fehlte Frankreich –,[13] empfahl der Bundesrat, dort solle eine Vereinself Frankreich vertreten. Einen Monat später erteilte er dann doch seine Zustimmung zur Bildung einer Auswahlmannschaft, und diese wurde nach Mexiko außer von Geoffroy auch von einem weiteren FFF-Funktionär und einem Liga-Schiedsrichter begleitet.[14] Das Verbands-Mitteilungsblatt France Football Officiel veröffentlichte am 11. August sogar ein Foto der Reisegruppe.[15] Um sich für Mexiko zu qualifizieren, musste diese erste sélection française am 17. April 1971 gegen die Niederlande antreten, wobei die Französinnen sich mit 4:0 durchsetzten. Sélectionneur Pierre Geoffroy hatte dabei 15 Spielerinnen eingesetzt, von denen die meisten von Stade Reims kamen. Diese Begegnung ist heutzutage das erste von der FIFA anerkannte Frauenländerspiel überhaupt.[16] Vier Monate später reiste ein Aufgebot von 17 Spielerinnen nach Mexiko, das Geoffroy aus neun Frauen von Stade Reims, drei von anderen nordfranzösischen Klubs sowie je einer aus Rouen, Strasbourg, Mâcon, Caluire und Marseille gebildet hatte. Frankreich unterlag dort gegen Dänemark vor rund 30.000 Zuschauern[17] mit 0:3 und gegen Italien mit 0:1,[10] setzte sich aber im abschließenden Platzierungsspiel gegen England mit 3:2 durch und kehrte als Weltmeisterschafts-Fünfter zurück.[16]

Frankreichs Nationaltrainer/-innen
Amtszeit Sélectionneur Bilanz
Sp: G–U–V
(Pkte. je Spiel)
1970–1978 Pierre Geoffroy 20:(a) 3–4–13
(0,65)
1978–1987 Francis Coché 30: 8–8–14
(1,07)
1987–1997 Aimé Mignot 85: 38–18–29
(1,55)
1997–2006 Élisabeth Loisel 110: 59–21–30
(1,80)
2007–2013 Bruno Bini 99: 69–16–14
(2,25)
seit 2013 Philippe Bergeroo 23: 19–3–1
(2,61)
(a) einschließlich der 4 strittigen 1971er Spiele
Punkte je Spiel berechnet nach der 3-Punkte-Regel

Die FFF erkennt diese vier Spiele bis in die Gegenwart nicht an, wenngleich sie sie in ihren Veröffentlichungen inzwischen häufiger erwähnt;[18] für den Verband gilt auch 2012 noch die Begegnung vom 28. November 1971 gegen Italien (Endstand 2:2) als erstes offizielles Länderspiel der Bleues.[19] Die Problematik des Umgangs mit der Anerkennung von frühen Länderspielen ist allerdings weder eine ausschließlich französische[20] noch eine rein nationale; auch der europäische und der Weltverband taten sich lange schwer mit der Integration des Frauenfußballs, die anfangs nicht über seine „passive Duldung“ hinausging. Die UEFA beschloss erst im November 1971 eine „Übernahme von Kontrolle und Organisation durch die nationalen Mitgliedsverbände“ und erließ im April 1973 Rahmenrichtlinien dafür, während die FIFA erst ab 1987/88 den Frauenfußball finanziell zu fördern bereit war, nachdem sie ihn bis dahin „beinahe ignoriert“ hatte.[21] Erst 1986, mit der Schaffung eines Frauenfußball-Ausschusses, begann sie gegen immer noch vorherrschende Widerstände im eigenen Haus, der nicht mehr aufzuhaltenden Realität zu folgen;[22] an die planmäßige Aufarbeitung der frühen Geschichte des internationalen Frauenfußballs machte sie sich sogar erst im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2011.

Für eine Standortbestimmung im internationalen Vergleich taugten Frankreichs Resultate des Jahres 1971 nicht. Platz fünf in Mexiko wurde in einem inoffiziellen Turnier – die FIFA richtete erst ab 1991 anerkannte Weltmeisterschaften aus – mit lediglich sechs teilnehmenden Nationen erreicht, und auch die ausgeglichene französische Bilanz konnte über einen langen Zeitraum nicht wiederholt werden. Die Nationalelf trug nur wenige Länderspiele aus – 1972 eins, 1973 und 1974 jeweils drei, 1975 zwei, 1976 eins, 1977 und 1978 wieder je drei –, und das sportliche Abschneiden war dabei negativ: elf Niederlagen und vier Unentschieden stand lediglich ein Sieg (1973 gegen Irland) gegenüber. Erst 1979 änderte sich dies, als Frankreich von seinen vier Spielen nur eines verlor, aber zwei gewann. Die 1980er Jahre begannen mit drei Niederlagen in fünf Begegnungen allerdings wieder so, wie die 1970er insgesamt verlaufen waren. Das öffentliche Interesse ließ schnell nach und der Frauenfußball besaß keine Lobby, genoss zudem keinerlei planmäßige Förderung durch den Verband; bis 1977 war ein einziges, dreitägiges Trainingslager mit 25 Spielerinnen abgehalten worden. Dies änderte sich erst unter Geoffroys Nachfolger Francis Coché,[23] der alle zwei Jahre Lehrgänge für Nationalspielerinnen einführte, die aber gleichfalls noch keine nennenswerten Erfolge zeitigten.[24] Dabei war Coché keineswegs ein uneingeschränkter Befürworter des Frauenfußballs; vielmehr hatte er sich noch Ende der 1970er erhofft, dass „die Mädchen, die diesen Sport betreiben, später als Ehefrauen und Mütter die Fußballbegeisterung ihrer Söhne [sic!] verständnisvoll fördern“.[25] Andererseits erkannte der „sehr autoritäre, strenge und fordernde Trainer“ frühzeitig, dass es schon in den Klubs einer besseren körperlichen und taktischen Schulung als bis dahin üblich bedurfte.[26]

Von 1980 bis einschließlich 1986 verloren die Bleues im Mittel jedes zweite Spiel (6 Siege, 7 Remis, 13 Niederlagen). Beim ersten Turnier um die Europameisterschaft, die sich von 1982 bis 1984 hinzog, waren sie bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Zu dieser Stagnation der Frauennationalelf trugen zudem mangelnde Strukturen im Vereinsfußball bei. Zwar führte die FFF mit der Saison 1974/75 eine jährliche Meisterschaftsendrunde ein, die bis 1982 von Stade Reims und der AS Étrœungt und ab dann von VGA Saint-Maur und ASJ Soyaux dominiert wurde; aber eine einheitliche, landesweite Liga, in der die Spielerinnen viel regelmäßiger als nur anlässlich einer Handvoll Endrundenspiele gefordert worden wären, wurde erst 1992 geschaffen. Dies hatte bereits in den 1970ern zur Folge gehabt, dass ein gutes halbes Dutzend Französinnen – darunter Internationale wie Nicole Mangas, Nadine Juillard oder Ghislaine Royer-Souef – bei einem der Klubs aus der italienischen Liga anheuerten, wo sie außerdem für ihr sportliches Engagement bezahlt wurden.[27] Angesichts der geringen Frequenz internationaler Begegnungen dauerte es zudem lange, bis eine Nationalspielerin die Zahl von 20 Länderspielen erreichen konnte. Dies gelang im November 1980 – unter Einbeziehung des Niederlande-Spiels von 1971 – als erster der Torfrau Marie-Louise Butzig aus Reims, gefolgt von den Feldspielerinnen Michèle Wolf (FC Lyon, Mai 1981), die 1984 als erste Französin auch noch die 30er-Marke überschritt und für den Journalisten Pascal Grégoire-Boutreau der „erste Star der 1970er Jahre“ war,[28] sowie Sylvie Bailly aus Soyaux (Februar 1983).

In diese Zeit fällt zudem ein symbolträchtiges Ereignis innerhalb der FFF: 1985 wurde mit Marilou Duringer erstmals eine Frau in den Bundesrat des Fußballverbandes gewählt. Sie hatte seit 1965 im elsässischen Schwindratzheim Fußball gespielt, war eine der ersten Französinnen mit einer offiziellen Spielerinnenlizenz und arbeitete danach über Jahrzehnte als ehrenamtliche Funktionärin beim FC Vendenheim.[29] Gleich nach ihrer Wahl wurde sie zur Delegationsleiterin der Nationalfrauschaft ernannt, und diese Funktion hatte sie auch bei der Weltmeisterschaft 2011 noch inne.[30]

Die „Ära Mignot“ (1987–1997)[Bearbeiten]

Jahr Turnier Teilnahme
Platzierung
1987 Europameisterschaft in Norwegen nicht qualif.
1989 Europameisterschaft in Deutschland nicht qualif.
1991 Europameisterschaft in Dänemark nicht qualif.
1991 Weltmeisterschaft in China nicht qualif.
1993 Europameisterschaft in Italien nicht qualif.
1995 Europameisterschaft nicht qualif.
1995 Weltmeisterschaft in Schweden nicht qualif.
1996 Olympische Spiele in Atlanta nicht qualif.
1997 Europameisterschaft in Norwegen und
Schweden (Kader)
Vorrunde

1987 ernannte die FFF mit Aimé Mignot erstmals einen Nationaltrainer, der zuvor als Spieler und Trainer Erfolge im Profispielbetrieb der Männer vorzuweisen hatte. Diese Tatsache empfand manche gestandene Nationalspielerin wie Bernadette Constantin als ein „Zeichen der gestiegenen Anerkennung“; außerdem veränderten sich die Trainingsmethoden grundlegend:[31]

„Unter Aimé war es endlich richtiger Fußball; wir begannen, etwas über Taktik und Technik zu lernen. Das stellte eine wirkliche Revolution in der Geschichte der équipe de France dar.“

Waren bis dahin nie mehr als fünf Länderspiele pro Jahr ausgetragen worden, sorgte Mignot gleich zu Beginn seiner Amtszeit dafür, diese Zahl zu steigern. Damit verfolgte er das Ziel, den Spielerinnen mehr internationale Praxis zu ermöglichen und durch mehr gemeinsame Trainingslehrgänge unmittelbar vor den Begegnungen Abstimmung, Spielverständnis und taktisches Verhalten zu verbessern.[32] Nachdem die Bleues sich im Vorfeld nicht für die Europameisterschaft hatten qualifizieren können, schlossen sie das Jahr dennoch mit fünf Siegen in sechs Spielen positiv ab. 1988 bestritten Frankreichs Frauen zum ersten Mal eine zweistellige Zahl von Länderspielen; allerdings fielen ihre jährlichen Bilanzen bis einschließlich 1991 wieder negativ aus, so dass sie weder bei den Endrundenturnieren der folgenden Europameisterschaften noch bei der ersten offiziellen Weltmeisterschaft in China vertreten waren.

Ab 1992 begannen Mignots Maßnahmen Früchte zu tragen, wozu in den folgenden Jahren langsam auch die Konzentration der Kräfte im Vereinsfußball dank der Einführung einer landesweiten ersten Liga beitrug. Zwar verpassten die Französinnen bis 1996 weiterhin die Qualifikation zu sämtlichen großen Turnieren von UEFA und FIFA, und das erste olympische Frauenfußballturnier fand 1996 ebenfalls ohne sie statt. Aber die Nationalelf wuchs in der Ära Mignot nicht nur aufgrund der quantitativ größeren Erfahrung besser zusammen, sondern sie setzte sich auch zunehmend mit international besonders starken Gegnerinnen auseinander. So kam es in dieser Zeit vor allem zu Länderspieldebüts gegen die USA, auf die die Bleues bis 1997 gleich elfmal trafen, Deutschland (vier Spiele) und China (zwei Partien). Und selbst wenn Frankreich gegen diese zunächst meist das Nachsehen hatte, wirkte sich die wachsende Erfahrung doch zählbar aus; in allen fünf Jahren war die Länderspielbilanz positiv, und für die acht Teilnehmerinnen umfassende Europameisterschaftsendrunde 1997 in Norwegen und Schweden qualifizierte sich die Nationalfrauschaft ebenfalls. Dort verhinderte sogar nur das schlechtere Torverhältnis gegenüber Spanien, dass Frankreich in die Runde der vier Besten einzog.

Als Aimé Mignot Ende 1997 seine Tätigkeit als Nationaltrainer beendete, konnte er auf eine durchaus erfolgreiche Bilanz verweisen: In 85 Länderspielen unter seiner Verantwortung hatten die französischen Frauen 38 Siege eingefahren, 18-mal unentschieden gespielt und 29 Niederlagen hinnehmen müssen. In seine Amtszeit fielen auch die Nationalelfdebüts von Frankreichs Rekordspielerin Sandrine Soubeyrand und der bis weit ins 21. Jahrhundert erfolgreichsten Torschützin der Bleues, Marinette Pichon. Zu den tragenden Säulen in der „Ära Mignot“ zählten Bernadette Constantin, Hélène Hillion-Guillemin, Françoise Jézéquel, Isabelle Musset, Sandrine Roux und Sophie Ryckeboer-Charrier.[33]
Zudem verstetigte der Fußballverband im Verlauf der späteren 1990er Jahre die perspektivisch wesentliche Nachwuchsarbeit mit den A- und B-Mädchen-Nationalteams (heutzutage als U-19 beziehungsweise U-17 bezeichnet) und schuf mit der sogenannten U-21 auch eine Auswahl, mit der junge erwachsene Spielerinnen an die Bleues herangeführt werden sollen.[34] Die U-17 stand 1996 erstmals in einem Endspiel der (noch nicht offiziellen) Jahrgangs-Europameisterschaften, der U-19 gelang dies zwei Jahre später.[35] Langfristig positive Effekte erhofft die FFF sich von den im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks regelmäßig abgehaltenen, gemeinsamen Trainingslagern ihrer U-16-Mädchen mit deren deutschen Altersgenossinnen.[36]

Nachhaltiger Aufschwung unter der ersten Trainerin[Bearbeiten]

Jahr Turnier Teilnahme
Platzierung
1999 Weltmeisterschaft in den USA nicht qualif.
2000 Olympische Spiele in Sydney nicht qualif.
2001 Europameisterschaft in Deutschland (Kader) Vorrunde
2003 Weltmeisterschaft in den USA (Kader) Vorrunde
2004 Olympische Spiele in Athen nicht qualif.
2005 Europameisterschaft in England (Kader) Vorrunde

Nach der Europameisterschaft 1997 löste Élisabeth Loisel, zuvor als Spielerin und Vereinstrainerin sehr erfolgreich und seit 1989 Trainerassistentin der Bleues, Mignot ab. Sie setzte 1998, insbesondere mithilfe der aktiven Unterstützung durch den neuen Vorsitzenden der Direction Technique Nationale, den Männer-„Weltmeistermacher“ Aimé Jacquet,[37] durch, dass auch die Frauen- und Mädchennationalmannschaften die Möglichkeiten der französischen „Kaderschmiede“ Centre technique national Fernand-Sastre in Clairefontaine systematisch nutzen konnten. Denn ihrer Überzeugung nach müsse man im Sport zwar die „psychische und physiologische Andersartigkeit berücksichtigen, aber in technischer und taktischer Hinsicht gibt es beim Training keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern“.[38] Des Weiteren forderte Loisel schon um die Jahrtausendwende eine Professionalisierung im Vereinsfußball, deren Umsetzung aber an der „etwas ängstlichen Verbandspolitik“ scheiterte,[39] sowie eine mädchen- und frauenspezifische Trainerausbildung in Clairefontaine.[40] Zudem ermutigte sie Nationalspielerinnen zu einem Vereinswechsel in die starken ausländischen Ligen, den beispielsweise Marinette Pichon und Stéphanie Mugneret-Béghé (beide gingen in die US-amerikanische Profiliga) oder Élodie Woock (in die deutsche Bundesliga) dann vollzogen.[27]

2001 führte Loisel die Bleues erneut zu einer Europa- und 2003 erstmals zu einer Weltmeisterschafts-Endrunde, und auch wenn Frankreich bei beiden Turnieren erneut nicht über die Vorrunde hinauskam, ist mit ihrer Amtsführung der Aufstieg der Französinnen in die Weltspitze untrennbar verbunden. Als die FIFA 2003 eine Weltrangliste für Frauennationalmannschaften einführte, rangierte die französische Elf zunächst auf Platz neun und war damit hinter Norwegen, Deutschland, Schweden und Dänemark die fünftbeste in Europa. 2005 – in diesem Jahr hatte Frankreich sich wiederum für die Europameisterschaftsendrunde qualifiziert, in der es, wie schon 1997, nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses nach der Vorrunde ausschied – kletterte sie auf den fünften Rang und hatte innerhalb der UEFA nur noch die Deutschen und die Norwegerinnen vor sich, ehe sie am Ende von Loisels Amtszeit weltweit auf den siebten Platz zurückfiel.[41]

Sandrine Soubeyrand

Die Trainerin setzte den von Aimé Mignot begonnenen Weg konsequent fort und erhöhte die jährliche Anzahl von Lehrgängen und Länderspielen weiter; in den sechs Jahren von 2001 bis 2006 bestritt die Nationalelf im Mittel 13 Begegnungen. Dies führte dazu, dass während Loisels Tätigkeit fünf Frauen Aufnahme in den internationalen „100er-Klub“ fanden: Corinne Diacre, Marinette Pichon, Stéphanie Mugneret-Béghé, Hoda Lattaf und Sandrine Soubeyrand. Außerdem wirkte sich der verbesserte „Unterbau“ und die intensivierte Zusammenarbeit mit den für die Jugendnationalmannschaften zuständigen Kollegen positiv aus, indem Élisabeth Loisel zahlreiche Nachwuchsspielerinnen aus der besonders spielstarken U-18/U-19 (Jahrgangs-Europameister 2003 sowie jeweils Vize-Europameister 2002, 2005 und 2006) zu A-Nationalspielerinnen machte.[42] Mit Australien, Brasilien, Südkorea und, neben anderen, Österreich erweiterte sich zudem der Kreis gegnerischer Frauennationalmannschaften.

Unter Loisel gelang Frankreich auch der erste Sieg gegen die deutschen Frauen (2003), außerdem der bis in die Gegenwart höchste Erfolg seiner Länderspielgeschichte (14:0 gegen Algerien, 1998). Am Ende ihrer neun Jahre an der Spitze der Bleues wiesen die Französinnen eine bis dahin unerreichte Bilanz von 59 Siegen und 21 Unentschieden bei nur 30 Niederlagen auf.

2007 bis 2013: Konsolidierung an der Weltspitze[Bearbeiten]

Jahr Turnier Teilnahme
Platzierung
2007 Weltmeisterschaft in China nicht qualif.
2008 Olympische Spiele in Peking nicht qualif.
2009 Europameisterschaft in Finnland (Kader) Viertelfinale
2011 Weltmeisterschaft in Deutschland (Kader) Vierter
2012 Olympische Spiele in London (Kader) Vierter
2013 Europameisterschaft in Schweden (Kader) Viertelfinale
Thiney (rechts) und Delie (hinten) beim WM-Gruppenspiel 2011 gegen Deutschland

Wie unter seiner Vorgängerin war die französische Nationalelf auch unter dem Anfang 2007 zum Trainer berufenen Bruno Bini bei den ersten beiden großen Turnieren nur Zuschauer. 2009 allerdings qualifizierte sie sich für die Europameisterschaft und überstand dabei nicht nur zum ersten Mal in ihrer Länderspielgeschichte die Vorrunde, sondern scheiterte im Viertelfinalspiel gegen die Niederlande denkbar knapp, weil im entscheidenden Elfmeterschießen zwei Französinnen lediglich den Torpfosten getroffen hatten. Es folgte ein Jahr, in dem die Französinnen von ihren elf Länderspielen zehn gewannen und einmal unentschieden spielten, wodurch sie sich souverän für die Weltmeisterschaft 2011 qualifizierten – ohne Punktverlust, mit 50:0 Toren – und in deren Vorfeld sogar zum erweiterten Favoritenkreis gerechnet wurden.[43] Diese WM schlossen die Bleues als Vierter ab, und auch wenn es gegen Deutschland, die USA sowie – im Spiel um den dritten Platz – Schweden Niederlagen gegeben hatte, hatte ihr Auftreten insbesondere „in Frankreich etwas für den Frauenfußball bewegt“.[44] Außerdem bedeutete dieses Abschneiden, dass die Französinnen sich als eines von nur zwei europäischen Teams einen Platz im Teilnehmerfeld des olympischen Fußballturniers 2012 sichern konnten, das sie gleichfalls als Vierte abschlossen.

Bruno Bini (2011)

Stammelf 2012/13

Bouhaddi
(Deville)
Franco
Georges
Renard
(Meilleroux)
Boulleau
Abily
Soubeyrand
Nécib
Le Sommer
(Thomis)
Thiney
Delie
Die Stammelf 2012/13

Mehr noch als bei Élisabeth Loisel stand für Bini der Teamgedanke an vorderster Stelle, wie er 2011 anlässlich der Bekanntgabe des französischen WM-Aufgebots pointiert formulierte: „Das sind nicht die 21 besten Spielerinnen Frankreichs, aber die besten, die als Gruppe im Wettbewerb weit kommen können“.[45] Zu Hilfe kam ihm dabei die Möglichkeit zur „Blockbildung“, weil in der französischen Liga die Konzentration auf nur noch vier Spitzenvereine – und unter diesen vorrangig auf den Champions-League-Sieger von 2011 und 2012, Olympique Lyon – vorangeschritten war. Von den 14 Frauen, die in der Saison 2012/13 den Kern der Mannschaft bildeten (siehe Abbildung rechts), spielten lediglich fünf nicht bei Lyon, nämlich Soubeyrand, Thiney (beide aus Juvisy), Boulleau (Paris Saint-Germain), Delie und Meilleroux (Montpellier).

Sonia Bompastor

Bini, der die ehemalige Nationalspielerin Corinne Diacre als Co-Trainerin in seinen Stab geholt hatte, hat das Kombinationsspiel verbessert und die Offensivstärke erhöht. Die taktische Formation entsprach schließlich eher einem 4-3-3- als einem 4-5-1-System.[46] Dabei vertraute er weiter auf viele derjenigen Spielerinnen, die sich schon unter seiner Vorgängerin zu Stützen der Nationalelf entwickelt hatten; so überquerten mit Sonia Bompastor, Laura Georges, Élise Bussaglia, Camille Abily und Louisa Nécib fünf weitere Französinnen die Marke von 100 Länderspielen. Zudem verhalf der zuvor mit der französischen U-18/U-19-Auswahl sehr erfolgreiche Trainer (Juniorinnen-Europameister 2003) aber auch zahlreichen jungen Fußballerinnen zu ihrem Debüt, darunter vier U-19-Europameisterinnen von 2010.[47] Eine Premiere anderer Art gab es im Dezember 2011, als die Französinnen zwei „Heimspiele“ in ihren karibischen Übersee-Départements Guadeloupe beziehungsweise Martinique austrugen. Im Januar 2012 wurde Bruno Bini im Rahmen der FIFA-Ballon-d’Or-Gala als weltweit drittbester Frauentrainer des Jahres 2011 ausgezeichnet.[48] Allerdings schied Frankreich bei der Europameisterschaft 2013, nach verlustpunktfrei überstandener Vorrunde von zahlreichen Medien zum Titelaspiranten erklärt, erneut bereits im Viertelfinale aus. Anschließend formulierte Le Monde angesichts der Tatsache, dass die Französinnen zum vierten Mal in Folge seit 2009 bei einem Kontinentalturnier einen Podiumsplatz verpasst hatten, sie seien „erneut in einem entscheidenden Moment gescheitert“, was den Trainer – „dessen Anteil an der Entwicklung des französischen Frauenfußballs unbestreitbar“ sei – nach diesem „relativ schlechten Abschneiden“ vor die Frage nach seiner eigenen Zukunft stellen müsse.[49]

In insgesamt 99 Begegnungen unter Bruno Bini verzeichnete die französische Bilanz 69 Siege, 16 Unentschieden und 14 Niederlagen; die Französinnen rückten in der Weltrangliste zwischenzeitlich wieder auf Platz Fünf vor und waren damit Europas zweitbeste Frauschaft. Dennoch beendete das Exekutivkomitee der FFF am 30. Juli 2013 einseitig Binis bis 2015 laufenden Vertrag.[50]

Die Zeit nach Bruno Bini[Bearbeiten]

Jahr Turnier Teilnahme
Platzierung
2015 Weltmeisterschaft in Kanada (Kader) qualifiziert

Stammelf 2012/13

Bouhaddi
Houara
(Franco)
Delannoy
(Georges)
Renard
Boulleau
Henry
Bussaglia
(Abily)
Nécib
Thomis
(Le Sommer)
Thiney
Delie
Die Stammelf 2013/14

Die Ernennung von Philippe Bergeroo als Bini-Nachfolger überraschte die Medien, die eher jemanden favorisiert hatten, der bereits über praktische Erfahrungen mit dem Frauenfußball verfügte – wie Binis Assistentin Corinne Diacre, den U-17-Frauen-Nationaltrainer Guy Ferrier, den ehemaligen U-21-Coach Gérard Prêcheur oder den Erfolgstrainer der Olympique-Lyon-Frauen, Patrice Lair.[51] Bergeroos erste große Aufgabe besteht darin, die Bleues ab September 2013 für die WM-Endrunde 2015 in Kanada zu qualifizieren. Dafür sicherte er sich die Dienste von Frankreichs seinerzeitiger Rekordtorfrau Sandrine Roux, die sich in seinem Stab um das Training der Torhüterinnen kümmert.[52] Erfolgreiche Nachwuchsspielerinnen stehen gleichfalls bereit: Die französische U-19-Frauschaft gewann im August 2013 den Europameistertitel in ihrer Altersgruppe. Um neue Spielerinnen an die A-Elf heranzuführen, hat der Trainer eine B-Mannschaft eingerichtet, die mehrmals im Jahr gegen A-Teams „aus der zweiten europäischen Reihe“ antritt und dadurch an internationaler Erfahrung gewinnt.[53] Dieses zweite oder B-Team, das von Jean-François Niemezcki trainiert wird, hat im Februar 2014 Belgiens A-Nationalelf und im April 2014 Rumänien A besiegt.[54]

Sandie Toletti

Bergeroos erste A-Kader im Herbst 2013 stützten sich allerdings ganz überwiegend auf Fußballerinnen, die auch schon unter Bruno Bini zum „inneren Kreis“ gezählt hatten; dabei setzt er in der Abwehrreihe, anders als sein Vorgänger, auf eine „Pariser Achse“ (Houara, Delannoy, Georges, Boulleau), zu der als einzige Lyonerin Renard hinzukommt. Mit Marine Dafeur, Griedge Mbock Bathy und Sandie Toletti berief der Trainer zudem drei 18-Jährige sowie mit Aurélie Kaci, Rose Lavaud, Kenza Dali, Inès Jaurena und Amel Majri weitere Neulinge, von denen Toletti, Kaci, Lavaud, Mbock Bathy und Majri inzwischen ihr Debüt gegeben haben.
Von seiner Linie personeller Kontinuität wich Bergeroo erstmals im März 2014 bei einem Spiel gegen die Niederlande beim Zypern-Cup ab, in dem es immerhin um den Finaleinzug ging. Dabei musste er verletzungsbedingt nicht nur auf Laure Boulleau und Amandine Henry verzichten, sondern in seiner Startelf fehlten auch noch Renard, Abily, Nécib und Thiney (zusammen 387 Länderspiele), die er durch Delannoy, Mbock Bathy, Hamraoui und Makanza (zusammen 26 Länderspiele) ersetzt hatte. In der Schlussphase wechselte der Trainer diese vier erfahrenen Spielerinnen sukzessive ein und bewies dabei insofern eine „glückliche Hand“, als die erst in der Nachspielzeit von ihm gebrachte Wendie Renard Sekunden vor dem Schlusspfiff Frankreichs 3:0 erzielte – ohne diesen Treffer hätten die Französinnen im Fernduell mit den schottischen Frauen den Einzug ins Endspiel verpasst. Wieder in der Stammformation (Ausnahme: Mbock Bathy erhielt erneut das Vertrauen Bergeroos), gewannen die Französinnen anschließend durch ein 2:0 gegen England – wie schon 2012 unter Bini – diesen Wettbewerb.

Bergeroo hat Wendie Renard in der Nachfolge der zurückgetretenen Sandrine Soubeyrand zur neuen Spielführerin der Bleues bestimmt. Élodie Thomis kam im Februar, Gaëtane Thiney im März 2014 zu ihrem 100. Länderspiel. Letzteres war zugleich die erste Partie unter Bergeroo, in der den Französinnen nur ein Remis gelang. Die erste Niederlage unter dem neuen Coach musste Frankreich im Juni 2014 bei dessen 16. Begegnung hinnehmen. Dennoch war seine Bilanz der 17 Saisonspiele – darunter Top-Gegnerinnen wie die USA, Brasilien und Schweden – mit 13 Siegen und nur einer Niederlage sehr erfolgreich.

Die Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen hatte ergeben, dass die Französinnen (FIFA-Rang 5) sich in der Europa-Gruppe 7 gegen Finnland (19), Österreich (34), Ungarn (37), Bulgarien (56) und Kasachstan (65) durchsetzen müssen. (FIFA-Weltranglistenplätze zum Zeitpunkt der Auslosung am 16. April 2013 in Klammern)
Die Kasachinnen waren der einzige Gruppengegner, gegen den die Bleues noch nie gespielt haben. Mit einem 10:0-Sieg in Bulgarien gelang ihnen der bis dahin zweithöchste Auswärtserfolg in Frankreichs Länderspielgeschichte, dem sie fünf Tage darauf im Rückspiel ein 14:0 folgen ließen. Mit diesem erst vierten zweistelligen Sieg – der dritte in einem Pflichtspiel – reihte Philippe Bergeroo sich auf einer Höhe mit Élisabeth Loisel (14:0-Heimsieg 1998 gegen Algerien) und Bruno Bini (12:0 in Estland 2009) ein. In den beiden Bulgarien-Spielen führten die Französinnen bereits nach zehn Minuten mit 4:0 beziehungsweise 5:0; anders als meist in der Vergangenheit haben sie diesmal im Gefühl des sicheren Sieges aber keinen Gang zurückgeschaltet, sondern weiterhin konzentriert ihre Chancen gesucht – auch ein Verdienst des neuen Trainers, dem sie laut Gaëtane Thiney „etwas beweisen wollten“.[55]

Nach den ersten sieben Spielen führten die Bleues ihre Gruppe mit der nahezu makellosen Bilanz von 21 Punkten und 45:2 Toren an.

Im September 2014 kam es binnen vier Tagen zu den letzten beiden Qualifikationsbegegnungen gegen die zweitplatzierten Finninnen. Nachdem sich Frankreich durch den Sieg in Finnland bereits endgültig qualifiziert hat und auch Deutschland als Gruppensieger feststand, trafen diese beiden Frauschaften am 25. Oktober in Offenbach zu einem Testspiel aufeinander. 2015 wird Frankreich nach langer Zeit wieder am Algarve-Cup (Beginn: 28. Februar) teilnehmen und dafür auf die Titelverteidigung beim Zypern-Cup verzichten, um sich im Vorfeld der WM mit den in Portugal zu erwartenden stärkeren Gegnern zu messen. In den Gruppenspielen trifft Frankreich auf Dänemark, Japan und die Gastgeberinnen.[56] In der FIFA-Weltrangliste haben sich die Bleues unter Bergeroo im Laufe des Jahres 2014 bis auf den dritten Rang vorgearbeitet.[57]

Für die Weltmeisterschaftsendrunde erhielten die Französinnen in der Gruppe F England, Kolumbien und Mexiko zugelost. Gegen die amerikanischen Frauschaften gab es bisher je ein Länderspiel (2011 bzw. 2012), England gehört zu den häufigsten Gegnerinnen der Bleues.

Spielerinnen[Bearbeiten]

Sämtliche Spielerinnen, die seit 1971 in Frankreichs A-Nationalelf der Frauen berücksichtigt wurden, finden sich in der Liste der französischen Fußballnationalspielerinnen.

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Startaufstellung bei der WM-Qualifikation gegen Österreich (31. Oktober 2013): stehend v. l.: Delannoy, Bussaglia, Renard, Delie, Henry, Thomis; hockend v. l.: Houara, Le Sommer, Bouhaddi, Nécib, Boulleau

Hierunter berücksichtigt sind alle in der Vor- und der laufenden Saison mindestens einmal eingesetzten sowie sämtliche Spielerinnen, die in der laufenden Saison mindestens einmal vom Nationaltrainer in das A-Elf-Aufgebot berufen, aber nicht eingesetzt worden sind.

Name Verein Länderspiele
(Tore)(a)0
Geburtstag 2013/14
einges.
aktuelles
Aufgebot(b)
Torfrauen
 Sarah Bouhaddi  Olympique Lyon 088 0(0) 17.10.1986 X X
 Céline Deville  Juvisy FCF 064 0(0) 24.01.1982 X X
 Méline Gérard  Olympique Lyon 000 0(0) 30.05.1990
 Amandine Guérin  ASJ Soyaux 000 0(0) 18.02.1993 X
 Laëtitia Philippe  HSC Montpellier 003 0(0) 30.04.1991
Abwehrspielerinnen
 Laure Boulleau  Paris Saint-Germain 052 0(0) 22.10.1986 X X
 Anaïg Butel  Juvisy FCF 003 0(0) 15.02.1992 X X
 Marine Dafeur  EA Guingamp 001 0(0) 20.10.1994 X
 Sabrina Delannoy  Paris Saint-Germain 021 0(1) 18.05.1986 X X
 Corine Petit (Franco)  Olympique Lyon 089 (11) 05.10.1983 X
 Laura Georges  Paris Saint-Germain 156 0(6) 20.08.1984 X X
 Jessica Houara  Paris Saint-Germain 027 0(0) 29.09.1987 X X
 Amel Majri  Olympique Lyon 005 0(1) 25.01.1993 X X
 Griedge Mbock Bathy  EA Guingamp 007 0(0) 26.02.1995 X X
 Wendie Renard (C)Kapitän der Mannschaft  Olympique Lyon 060 (16) 20.07.1990 X X
 Julie Soyer  Juvisy FCF 008 0(0) 30.06.1985 X
Mittelfeldspielerinnen
 Camille Abily  Olympique Lyon 138 (28) 05.12.1984 X
 Élise Bussaglia  Olympique Lyon 138 (26) 24.09.1985 X X
 Camille Catala  Juvisy FCF 022 0(2) 06.05.1991 X
 Kenza Dali  Paris Saint-Germain 005 0(1) 31.07.1991 X
 Kheira Hamraoui  Paris Saint-Germain 011 0(0) 13.01.1990 X X
 Amandine Henry  Olympique Lyon 032 0(3) 28.09.1989 X X
 Aurélie Kaci  Paris Saint-Germain 002 0(0) 19.12.1989 X X(d)
 Rose Lavaud  AS Saint-Étienne 001 0(0) 06.04.1992 X
 Marina Makanza  HSC Montpellier 014 0(0) 01.07.1991 X X
 Louisa Nécib  Olympique Lyon 123 (32) 23.01.1987 X X
 Élodie Thomis  Olympique Lyon 112 (31) 13.08.1986 X X
 Sandie Toletti  HSC Montpellier 003 0(0) 13.07.1995 X X(c)
Angreiferinnen
 Viviane Asseyi  HSC Montpellier 007 0(0) 20.11.1993 X
 Pauline Crammer  RSC Anderlecht (BEL) 001 0(0) 14.02.1991
 Marie-Laure Delie  Paris Saint-Germain 080 (57) 29.01.1988 X X
 Kadidiatou Diani  Juvisy FCF 001 0(1) 01.04.1995 X
 Claire Lavogez  HSC Montpellier 003 0(0) 18.06.1994 X
 Eugénie Le Sommer  Olympique Lyon 097 (39) 18.05.1989 X X
 Gaëtane Thiney  Juvisy FCF 115 (51) 28.10.1985 X X
 Laëtitia Tonazzi  HSC Montpellier 066 (15) 31.01.1981 X
(a) A-Länderspiele (in Klammern Länderspieltore); Stand: 26. November 2014
(b) für die Freundschaftsspiele gegen Neuseeland und Brasilien (Ende November 2014) [58]
(c) Absage nach Nominierung
(d) nachnominiert

Rangfolge der Einsätze und Torschützinnen[Bearbeiten]

Stand: 26. November 2014; berücksichtigt sind alle Spielerinnen mit mindestens 60 Einsätzen beziehungsweise 10 Treffern. International noch aktive Spielerinnen sind in fetter Schrift dargestellt.

Zahl der Länderspiele
Spielerin Dauer von
… bis …
A-Länder-
spiele
1 Sandrine Soubeyrand 1997–2013 198
2 Sonia Bompastor 2000–2012 156
Laura Georges 2001–2014 156
4 Camille Abily 2001–2014 138
Élise Bussaglia 2003–2014 138
6 Louisa Nécib 2005–2014 123
7 Corinne Diacre 1993–2005 121
8 Stéphanie Mugneret-Béghé 1992–2005 115
Gaëtane Thiney 2007–2014 115
10 Marinette Pichon 1994–2006 112
Élodie Thomis 2005–2014 112
12 Hoda Lattaf 1997–2007 111
13 Eugénie Le Sommer 2009–2014 97
14 Sabrina Viguier 2000–2012 92
15 Peggy Provost 1998–2006 91
16 Corine Franco 2003–2014 89
17 Sarah Bouhaddi 2004–2014 88
18 Candie Herbert 1994–2010 83
19 Emmanuelle Sykora 1992–2004 82[59]
20 Marie-Laure Delie 2009–2014 80
21 Élodie Woock 1995–2004 78
22 Sandrine Roux 1983–2000 71
23 Ophélie Meilleroux 2003–2013 67
24 Laëtitia Tonazzi 2002–2014 66
25 Céline Deville 2002–2014 64
26 Hélène Hillion-Guillemin 1988–1997 62
27 Wendie Renard 2011–2014 60
Zahl der Treffer
Spielerin Dauer von
… bis …
Treffer Ein-
sätze
Tore je
Spiel
1 Marinette Pichon 1994–2006 81 112 0,72
2 Marie-Laure Delie 2009–2014 57 80 0,71
3 Gaëtane Thiney 2007–2014 51 115 0,44
4 Eugénie Le Sommer 2009–2014 39 97 0,40
5 Louisa Nécib 2005–2014 32 123 0,26
6 Hoda Lattaf 1997–2007 31 111 0,28
Élodie Thomis 2005–2014 31 112 0,28
8 Camille Abily 2001–2014 28 138 0,20
9 Élise Bussaglia 2003–2014 26 138 0,19
10 Sonia Bompastor 2000–2012 19 156 0,12
11 Sandrine Soubeyrand 1997–2013 17 198 0,09
12 Wendie Renard 2011–2014 16 60 0,27
13 Laëtitia Tonazzi 2002–2014 15 66 0,23
14 Isabelle Musset 1976–1990 14 40 0,35
Angélique Roujas 1995–2001 14 51 0,27
Stéphanie Mugneret-Béghé 1992–2005 14[60] 115 0,12
Corinne Diacre 1993–2005 14 121 0,12
18 Françoise Jézéquel 1988–2001 13 55 0,24
19 Candie Herbert 1994–2010 11 83 0,13
Corine Franco 2003–2014 11 89 0,12
21 Emmanuelle Sykora 1992–2004 10[59] 82 0,12

Die Torhüterin mit den meisten „Caps“ ist Sarah Bouhaddi, nachdem sie im September 2013 die langjährige Rekordhalterin Sandrine Roux überholte. Corinne Diacre war im Mai 2003 die erste Französin, die es auf 100 Länderspiele brachte. Inzwischen haben mit Sandrine Soubeyrand, Sonia Bompastor und Laura Georges drei Frauen sogar den französischen Rekordinternationalen bei den Männern, Lilian Thuram (142 Partien), hinter sich gelassen.[61]

Bei Weltmeisterschaftsturnieren kamen Soubeyrand, Georges (je 9 Spiele) und Bompastor (8) am häufigsten zum Einsatz, gefolgt von Abily, Bussaglia, Le Sommer, Nécib, Thiney, Thomis (jeweils 6), Delie, Laure Lepailleur und Bérangère Sapowicz (je 5). Die besten französischen WM-Torschützinnen sind Pichon, Delie, Thiney und Thomis, denen dort jeweils 2 Treffer gelangen.

Austragungsorte und Gegner[Bearbeiten]

Über ein festes Heimstadion verfügte die Frauen-Nationalmannschaft, anders als ihr Pendant bei den Männern, in den vergangenen Jahrzehnten nicht; vielmehr wurden und werden die Heimspiele der Frauen wechselnd im gesamten Land ausgetragen. Dabei besteht insbesondere seit Beginn des 21. Jahrhunderts und parallel mit den wachsenden Erfolgen der Bleues ein Trend zu Stadien in Großstädten, die über ein höheres Fassungsvermögen verfügen; in der Hauptstadt traten sie erst 2012, dafür aber gleich zweimal an. Es gibt überhaupt nur elf französische Städte, die Schauplatz von mehr als zwei Heimspielen waren: Valence, Angers, Lyon (je 5), Pauillac, Troyes, Besançon (je 4), Angoulême, Blois, Reims, Quimper und Le Mans (je 3). Ähnlich sieht es hinsichtlich der Spielorte im Ausland aus. Dort sind die häufigsten Austragungsorte diejenigen, in denen die Französinnen mehrfach an Freundschaftsturnieren teilgenommen haben: Nikosia (10), Warna (8, anfangs der 1990er Jahre), Larnaka (5, wie Nikosia beim Zypern-Cup), sowie Loulé (5, beim Algarve-Cup).
Bezüglich der Heimspiele deutet sich in jüngster Zeit ein vorsichtiges Umdenken bei der FFF an. Nachdem das WM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien Ende November 2013 deutlich über 13.000 Interessierte in die MMArena von Le Mans gezogen hatte, war dieses Stadion bereits gut vier Monate später erneut zum Austragungsort (WM-Qualifikation gegen Österreich) bestimmt worden, zu dem sich dann allerdings nur gut 8.000 Besucher einfanden.[62]

Insgesamt haben Frankreichs Frauen bisher 367 Länderspiele ausgetragen, wobei die vier strittigen Begegnungen von 1971 ebenso wie einzelne Spiele, die nur der französische Verband als offiziell angibt, mit eingerechnet sind; so nennt die FFF darin unter anderem auch eine Partie gegen die italienische B- und die US-amerikanische U-21-Auswahl. Andererseits gab es vor allem in den ersten beiden Jahrzehnten einzelne Spiele, die nur vom Verband der jeweiligen Gegnerinnen gezählt werden, etwa im Mai 1972 in Basel gegen die Schweiz (siehe die Liste der Länderspiele der französischen Fußballnationalmannschaft der Frauen). Die französischen Kontrahentinnen kamen aus 50 Ländern aller sieben FIFA-Kontinentalverbände, wobei im Herbst 2013 als bisher letzte die Kasachinnen dazugekommen sind. Erste nichteuropäische Mannschaft waren 1988 die USA, gefolgt von China, Japan und der Elfenbeinküste. Am häufigsten trafen die Bleues auf die Niederlande (26 Mal), Italien (24), Schweden und die USA (je 19), die Schweiz, Norwegen, England (je 18), Dänemark (16), Schottland (15), Belgien und Deutschland (je 13), UdSSR/Russland und Finnland (je 12), Kanada (11), Irland, Spanien und Polen (je 10), Island und China (je 9 Spiele). (Stand: 26. November 2014)

Die höchste Zuschauerzahl bei einem Spiel Frankreichs war am 6. August 2012 im Londoner Wembley-Stadion anlässlich des Halbfinals gegen Japan im olympischen Frauenturnier zu verzeichnen, dem 61.482 Zuschauer beiwohnten.[63]

Öffentliche Wahrnehmung in Frankreich[Bearbeiten]

Laurence Prudhomme-Poncet bezeichnet die Rezeption des modernen Frauenfußballs in Frankreich und dabei auch diejenige des Nationalteams bis 2003 mit der Überschrift „Zwischen Neugier und Indifferenz“. Diese knapp vier Jahrzehnte lassen sich für sie in drei Abschnitte gliedern, die sie mit „Objekt der Neugier“, „Kaum wahrgenommenes Schauspiel“ und „Von den Medien ‚vergessene‘ Sportart“ charakterisiert.[64] Dabei weist sie auf die Interdependenz zwischen den Zuschauerzahlen in den Stadien und dem Ausmaß der Berichterstattung hin.[65]

In Stadien und Medien[Bearbeiten]

Dem 1972er Länderspiel gegen die Schweiz wohnten 2000 zahlende Besucher bei, dem gegen die Niederlande im November 1975 1200; bis in die 1990er Jahre lag die Höchstmarke bei einem Heimspiel bei 3000 Zuschauern (Mai 1988 in Thonon-les-Bains gegen die Tschechoslowakei), und nur ein weiteres Mal wurde die 2000er-Grenze überschritten. Dagegen gab es etliche Begegnungen mit einer bloß dreistelligen Zuschauerzahl, so etwa 600 Besucher gegen Belgien in Reims (Mai 1976). Das Publikumsinteresse wuchs erst nach der Jahrtausendwende, wobei Zahlen wie die Folgenden aber noch die Ausnahme blieben und sich auf ganz wenige Qualifikationsspiele zu den großen internationalen Turnieren beschränkten: 6787 (Juni 2000 in Nîmes) gegen Schweden, 8500 (April 2002 in Strasbourg) gegen die Tschechinnen und gar 23685 (November 2002 in Saint-Étienne) gegen England.[66] Erst nach dem erfolgreichen Abschneiden bei der WM 2011 spielten die Französinnen im eigenen Land wieder vor einer fünfstelligen Kulisse: 18305 Besucher im August 2011 gegen Polen in Lens – einer Region mit sehr vielen polnischstämmigen Bewohnern –, jeweils rund 10000 im Oktober 2011 und Februar 2012 gegen Israel in Troyes und die Niederlande in Nîmes.[67] Ende März 2012 gegen Schottland fanden sich hingegen nur gut 9000 Besucher ein, aber vier Tage später gegen Wales in Caen waren es 16700.[68] Die FFF fördert die direkte Zuschauerunterstützung der Bleues durch moderate Eintrittspreise; der teuerste Platz im Pariser Stade Charléty für das Spiel gegen die japanischen Weltmeisterinnen im Juli 2012 kostet beispielsweise nur 20 Euro.[69] Generell führen die von FIFA beziehungsweise UEFA festgesetzten Rahmentermine für Welt- und Europameisterschafts-Qualifikationsspiele zu einer zeitlichen Kollision mit den Spieltagen der nationalen Männer-Profiligen, was sich gleichfalls – allerdings nicht nur in Frankreich – auf den Zuschauerzuspruch auswirkt.

Von den nationalen Printmedien wurden die Fußballerinnen – mit Ausnahme der PCF-nahen Sportzeitungen Miroir Sprint und Miroir du Football –[70] nach kurzem, anfänglichem Interesse durchweg stiefmütterlich behandelt. So hat beispielsweise L’Équipe Magazine zwischen Februar 1980 und August 2001 insgesamt lediglich 23 Artikel zu Spielerinnen, ihren Vereinen und den Bleues veröffentlicht, bei Onze Mondial waren es von 1991 bis 2001 elf, knapp die Hälfte davon im letzten Jahr dieses Zeitraums.[71] Auf die Titelseite von L’Équipe, der auflagenstärksten Sportzeitung des Landes, brachte es die Frauennationalelf erstmals im November 2002, nachdem sie sich durch einen Sieg gegen England für die Weltmeisterschaft qualifiziert hatte (Schlagzeile: „Sie haben es geschafft“).[72] Dies hat sich in jüngster Zeit nur in Nuancen verändert; zwar drucken L’Équipe und France Football seit 2010 die Erstligaergebnisse nebst Tabelle und bei Länderspielen die Mannschaftsaufstellungen ab, aber – mit Ausnahme des vierwöchigen WM-Parcours' 2011, bei dem etwa France Football nach dem Viertelfinalsieg mit „Wir lieben euch!“ aufmachte –[73] kaum einmal eine weitergehende Meldung oder gar einen längeren Spielbericht. Ähnliches gilt für die großen französischen Tageszeitungen.[74] Das von der FFF herausgegebene, über den Zeitschriftenhandel vertriebene Foot Mag erschien im April 2012 mit seiner 41. Ausgabe erstmals ausschließlich zu Themen des Frauenfußballs.[75]
Versuche, eine unabhängige Frauenfußballzeitschrift herauszubringen, sind jeweils nach wenigen Ausgaben gescheitert (Le football au féminin 1983, Femme foot 1988, Football Féminin Anfang der 1990er und foot-féminin.fr, le Magazine von 2001 bis 2003). Auch im Internet gab es mehrere Anläufe zu einer reinen Frauenfußballseite,[76] von denen die inzwischen allerdings kostenpflichtige footofeminin.fr aktuell das neben der Verbandswebseite fff.fr breiteste Angebot zum Thema Frauennationalelf aufweist. Inzwischen ist noch footdelles.fr (tatsächlicher Name: Foot d’Elles) hinzugekommen.

Nicht viel anders sieht es auf dem französischen Büchermarkt aus. Ende der 1980er Jahre erschien ein Handbuch der Trainingslehre speziell für den Frauenbereich; erst 2003, nach Frankreichs erster WM-Teilnahme, folgten eine stärker sportsoziologisch ausgerichtete, wissenschaftliche Untersuchung von Laurence Prudhomme-Poncet und die erste Gesamtdarstellung des französischen Frauenfußballs von Pascal Grégoire-Boutreau (beide Titel siehe unten unter Literatur). In den Standardwerken über den französischen Fußball hingegen findet sich wenig zu den Bleues oder den Frauenmeisterschaften: Jean-Philippe Rethacker und Jacques Thibert (La fabuleuse histoire du football, seit 1984 mehrfach überarbeitet und zuletzt 2003 aktualisiert) ignorieren den Frauenfußball auf über 1.000 Seiten völlig,[77] und Pierre Delaunay, Jacques de Ryswick und Jean Cornu (100 ans de football en France, 1982 erschienen) widmen dem Thema drei Sätze zu den weiblichen Pionieren der 1920er Jahre sowie zwei über die Bleues von 1980, jeweils mit einem Foto.[78] Der Historiker Alfred Wahl (Les archives du football. Sport et société en France (1880-1980), von 1989) befasst sich über zwei Seiten mit dem Frauenfußball der Zwischenkriegszeit,[79] und auch im Larousse du football von 1998 existiert nur eine kurze Andeutung über die erste Fraueneuropameisterschaft von 1982/1984.[80] Noch 2011 sind selbst der FFF unter den 100 bedeutendsten Ereignissen der französischen Fußballgeschichte lediglich dreieinhalb mit Frauenbezug – und damit weniger als über die männlichen Jugendfußballer – erwähnenswert, nämlich die Gründung der Bleues 1970/71, deren erste WM-Teilnahme 2003, die Tatsache, dass eine Frau 2009 den Rekordnationalspieler der französischen Männer überholt hat, und die „Doppeleuropameisterschaft“ der männlichen und der weiblichen U-19-Auswahl 2010.[81]

Ähnliches gilt für die audiovisuellen Medien. 1970 wurde eine Fernsehzusammenfassung eines nichtoffiziellen Spiels zwischen Französinnen und Italienerinnen ausgestrahlt, aber bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts „gingen die Sender das Risiko von Direktübertragungen nicht ein“.[82] 2005 nahm Eurosport in seinen beiden französischsprachigen Programmen die Übertragung von Frauenspielen auf,[83] und auch Canal+, ein Bezahlsender, übertrug vereinzelt Länderspiele. Seit 2009 besitzt Direct 8 die Fernsehrechte, wobei der bis 2014 laufende Vertrag den Free-TV-Sender aber auch nur zur Ausstrahlung von mindestens drei Begegnungen pro Jahr verpflichtet.[84] Dabei erreichte die Liveübertragung vom 25. August 2010 bei dem Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel gegen Serbien immerhin 670.000 und in der Spitze sogar 975.000 Zuschauer.[85] Diese Marke wurde beim Weltmeisterschaftsviertelfinale 2011 mit 3,2 Mio. deutlich übertroffen,[86] und selbst das Endspiel um den Zypern-Cup an einem Dienstag Nachmittag im März 2012 verfolgten 368.000 Zuschauer.[87]

Es ist freilich bei dieser jüngsten Aufwärtsentwicklung der medialen Wahrnehmung nicht zu übersehen, dass sie nahezu zeitgleich mit dem massiven Ansehensverlust der Männernationalmannschaft einsetzte, der seit deren negativem Auftritt bei der WM in Südafrika in der französischen Öffentlichkeit vorherrscht.[88] Demgegenüber gelten die Frauen inzwischen als „Inbegriff der besten Werte des Fußballs wie der Spiel- und Lebensfreude, des Genusses der Anstrengung und der Einfachheit, … gesund und ohne Betrügerei“.[89] Die von France Football seit 1986 vergebene Auszeichnung als „Fußballspiel des Jahres“ gewann 2011 zum ersten Mal ein Frauenmatch – die Viertelfinalbegegnung der Bleues gegen England bei der WM in Deutschland.[90]

Innerhalb der FFF[Bearbeiten]

Gaëtane Thiney

Die FFF – und darin insbesondere der jeweilige Verbandspräsident, der als unmittelbarer Vorgesetzter gegenüber dem Nationaltrainer in nicht-sportlichen Angelegenheiten die alleinige Entscheidungsbefugnis besitzt –[91] unternimmt neuerdings vermehrt Anstrengungen, das Interesse am Frauenfußball zu erhöhen. So hat sie 2009 ein nicht unumstrittenes Plakat veröffentlicht, auf dem vier Nationalspielerinnen – unbekleidet, aber mit dezent verdeckten Blößen – die Frage stellen: „Muss es erst so weit kommen, damit ihr uns spielen sehen wollt?“. 2010 hat der Verband zudem Adriana Karembeu, ein Mannequin und Ehefrau des Fußballers Christian Karembeu, zur „Botschafterin des Frauenfußballs“ ernannt,[92] die auch dafür wirbt, dass mehr Frauen und Mädchen in Vereinen Fußball spielen.[93] Eine der ersten Amtshandlungen des 2011 neu gewählten Verbandspräsidenten Noël Le Graët bestand zudem darin, sämtliche Männer-Profiklubs dazu zu verpflichten, spätestens 2014 eine Frauenmannschaft – und dazu einen „Unterbau“ im Jugendbereich – einzurichten, wie es Élisabeth Loisel schon zehn Jahre zuvor gefordert hatte.[94] Le Graëts 4-Jahres-„Plan für die Feminisierung“ soll eine tiefgreifende Strukturreform in Landes- und Regionalverbänden ebenso wie in den Vereinen bewirken.[95] 2012 hat er zudem in Kooperation mit dem Erziehungsministerium die Position einer hauptamtlichen Beauftragten für die Implantierung des Mädchenfußballs an allen französischen Schulen geschaffen, deren erste Amtsinhaberin die Nationalspielerin Gaëtane Thiney ist.[96] Zu den eher symbolischen Maßnahmen gehört die Kreation eines speziellen Logos für das Frauen-A-Team (siehe oben in der Box). Die Bleues verfügen zudem über einen eigenen Pool von sieben Mannschaftssponsoren,[97] die 2012 zusammen 387.500 Euro bezahlen – weniger als ein Prozent der Sponsoreneinnahmen der Männernationalelf.[98] Die FFF bewirbt Frauenländerspiele neuerdings ähnlich intensiv wie die der Männermannschaft,[99] und Präsident Le Graët würdigte Ende Juni 2013 anlässlich eines Freundschaftsspiels der Nationalfrauschaft in Reims die Bedeutung insbesondere der dortigen Fußballpioniere:[100]

„Die französische Frauennationalmannschaft kehrt dorthin zurück, wo sie geboren wurde.“

Andererseits wäre dem Verband ein Gewinn des Weltmeistertitels 2011 lediglich 15.000 Euro Prämie pro Spielerin wert gewesen; mit den französischen Männern hingegen waren ein Jahr zuvor 300.000 Euro vereinbart worden.[101] Bei Vergleichen mit dem Männerfußball ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Frauen in Frankreich ihren Sport selbst auf hohem Niveau noch immer unter Amateurbedingungen ausüben. An der Tatsache, dass sogar von den Spitzenspielerinnen nur die wenigsten davon leben können,[102] haben auch Ausnahmen wie der „Frauenfußballkrösus“ Olympique Lyon bisher nichts geändert; die Spielerinnen des Juvisy FCF beispielsweise erhielten 2011/12 in der Division 1 Féminine eine Siegprämie von 150 Euro.[103] Außerdem sehen manche Beteiligte in einer zunehmenden Medialisierung und Professionalisierung sogar Gefahren. Juvisys Trainerin Sandrine Mathivet etwa befürchtet eine Reduzierung der Wahrnehmung der Sportlerinnen auf ihr Geschlecht sowie die Vernachlässigung der Nachwuchsarbeit;[104] und der damals 93-jährige Marcel Le Gal, der sich selbst als den „letzten Dinosaurier des Frauenfußballs“ bezeichnete, warnte schon 2003 vor einer Angleichung an negative Erscheinungen im Männerfußball:[105]

„Auch für Frauen wird das Geldverdienen im Vordergrund stehen […] und nicht mehr vorrangig die Spielfreude. Sie werden männliche Eigenschaften wie das ‚Heulsusentum‘ und das Simulieren schwerer Fouls annehmen, die Verhinderung gegnerischer wird wichtiger als das Erzielen eigener Treffer.“

In den entscheidenden Verbandsgremien sind die Frauen, gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtmitgliederzahl (2011 etwa 3%), zwar überproportional vertreten, allerdings weiterhin deutlich in der Minderheit: FFF-Generalsekretärin Brigitte Henriques, unter ihrem Geburtsnamen Brigitte Olive selbst 31-fache Nationalspielerin, im 12-köpfigen Exekutivkomitee und zwei von 20 Mitgliedern der Hohen Behörde des Fußballs sind dort die einzigen Frauen.[106] Grundlegend hat sich dies also nicht verändert, seit Marilou Duringer 1985 in den Bundesrat gewählt wurde. Duringer hatte 2003 geäußert, dass noch bis weit in die 1990er Jahre innerhalb des Verbands ein „absolutes Desinteresse an Themen des Frauenfußballs“ vorherrschte – „und auch heute noch müssen wir ständig Überzeugungsarbeit leisten. Wir finden nicht die gleiche Beachtung wie die Männer. […] Der Kampf geht weiter“.[29] Als sie dies formulierte, konnte sie noch nicht wissen, dass 2014 mit Corinne Diacre eine erste Französin als Cheftrainerin eines professionellen Männerteams (bei Zweitligist Clermont Foot) verpflichtet werden würde.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Französische Fußballnationalmannschaft der Frauen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Nachweise[Bearbeiten]

  1. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 27
  2. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 97 und 99f.
  3. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 90ff.; Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 27
  4. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 155f.
  5. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 18
  6. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 24; weitere zeitgenössische Zitate bei Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 21.
  7. a b Fédération Française de Football: 100 dates, histoires, objets du football français., 2011, S. 121
  8. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 217f.; ähnlich auch Eisenberg/Lanfranchi/Mason/Wahl: FIFA 1904-2004., 2004, S. 188
  9. Pascal Grégoire-Boutreau/Tony Verbicaro: Stade de Reims - une histoire sans fin. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2001, ISBN 2-911698-21-5, S. 157f.
  10. a b Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 235
  11. Zu dem Spiel vom September 1970 siehe das Datenblatt dieser Begegnung mit Nennung der beteiligten französischen Spielerinnen bei footofeminin.fr.
  12. Eisenberg/Lanfranchi/Mason/Wahl: FIFA 1904-2004., 2004, S. 187f.
  13. Eduard Hoffmann/Jürgen Nendza: Verlacht, verboten und gefeiert. Zur Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland. Landpresse, Weilerswist 2005, ISBN 3-935221-52-5, S. 46
  14. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 234f.
  15. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 107; dieses Foto wurde im Juni 2013 auf der Seite der FFF (zweites Bild von oben) wiederveröffentlicht.
  16. a b Siehe den Artikel „Frauen der ersten Stunde“ vom 8. April 2011 auf der Seite der FIFA (abgerufen am 31. Januar 2013).
  17. Xavier Breuil: Histoire du football féminin en Europe. Nouveau Monde, Paris 2011, ISBN 978-2-84736-622-8, S. 194
  18. so etwa in dieser Spielauflistung aus dem Jahr 2003 auf der Verbandswebseite und in dem Buch 100 dates, histoires, objets du football français., 2011, S. 120/121
  19. Siehe die Liste sämtlicher Frauenländerspiele auf der FFF-Webseite; auch bei den einzelnen Datenblättern der gegen die Niederlande und in Mexiko eingesetzten Frauen werden diese Einsätze nicht berücksichtigt.
  20. Zur damaligen Situation in Deutschland vergleiche insbesondere das Interview mit Hannelore Ratzeburg in Rainer Hennies/Daniel Meuren: Frauenfußball. Der lange Weg zur Anerkennung. Die Werkstatt, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89533-639-3, S. 65–69
  21. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 223/224
  22. Eisenberg/Lanfranchi/Mason/Wahl: FIFA 1904-2004., 2004, S. 190ff.
  23. siehe auch Cochés (bisher freilich noch sehr spärliches) Datenblatt auf der Seite des französischen Fußballverbandes
  24. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 236
  25. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 219
  26. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 110 und 112ff.
  27. a b Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 168
  28. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 117
  29. a b Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 220ff.
  30. siehe Duringers Kurzbiographie auf der Seite der FFF
  31. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 129
  32. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 123f.
  33. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 125
  34. Bezüglich dieser Frauschaften informiert die Verbandsseite selbst 2012 noch nicht komplett; Spiele der U-21 werden dort erst ab dem Jahr 2000 vollständig aufgelistet, diejenigen von U-19 und U-17 sogar erst ab 2001. (Stand: 24. März 2012)
  35. siehe den jeweiligen Palmarès der französischen U-17 beziehungsweise der U-19 auf der Verbandsseite
  36. Zu dem gemeinsamen Trainingslager 2012 siehe beispielsweise den Artikel vom 3. Mai 2012 auf der FFF-Seite.
  37. Siehe den Artikel „Équipe de france féminine: Ce rêve bleu“ bei chronofoot.com (unter Weblinks); ähnlich Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 142.
  38. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 282
  39. so Loisel in „Auf der Welle surfen“ vom 14. Juli 2011 bei L’Équipe
  40. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 135
  41. siehe die graphische Darstellung der Ranglisten-Entwicklung der Bleues auf der Seite der FIFA
  42. siehe das Interview mit Loisel vom 24. März 2006 bei fansoccer.de
  43. Kicker Sportmagazin, Sonderheft „WM 2011“, S. 46f.; Sven Simon: Frauenfussballweltmeisterschaft Deutschland 2011. Copress, München 2011, ISBN 978-3-7679-0968-7, S. 30
  44. Sven Simon: Frauenfussballweltmeisterschaft Deutschland 2011. Copress, München 2011, ISBN 978-3-7679-0968-7, S. 112
  45. Zitat nach diesem Artikel bei Foot Hebdo vom 9. Juni 2011
  46. „Die Frauen sind spielerischer“ in France Football vom 21. Juni 2011, S. 8
  47. Fédération Française de Football: 100 dates, histoires, objets du football français., 2011, S. 202f.
  48. L’Équipe: „France Football/FIFA Ballon d’Or“, Sonderbeilage vom 10. Januar 2012, S. 30
  49. siehe den Artikel „Euro: Ende der Geschichte für die Blauen“ vom 23. Juli 2013 bei lemonde.fr
  50. siehe die offizielle Verlautbarung von Verbandspräsident Le Graët vom 30. Juli 2013 auf fff.fr
  51. France Football vom 30. Juli 2013, S. 47
  52. siehe die entsprechende Meldung vom 31. August 2013 bei footofeminin.fr
  53. Interview mit Bergeroo in France Football vom 24. September 2013, S. 39
  54. siehe den Bericht über das Spiel in Brüssel und dasjenige in Rumänien bei footofeminin.fr
  55. siehe die Stellungnahmen („Il y a un nouveau coach, on veut aussi lui montrer des choses“) bei footofeminin.fr
  56. siehe die Gruppeneinteilung vom 19. Dezember 2014 bei footofeminin.fr
  57. Weltrangliste vom 19. Dezember 2014 bei fifa.com
  58. siehe das Aufgebot auf der Seite der FFF
  59. a b Nach Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 261, hat Sykora bereits am 17. April 1992 gegen die Frauen aus der GUS debütiert und somit ein Spiel mehr bestritten und ein Tor mehr erzielt, als in der Verbandsstatistik erwähnt wird, wo sie nur auf 81 Einsätze mit neun Treffern kommt.
  60. 15 Treffer nach ihrem Datenblatt bei footofeminin.fr
  61. siehe beispielsweise „Bompastor macht es besser als Thuram“ bei football-mag.fr
  62. siehe die Artikel „Die MMArena, ein Stadion für die wichtigen Spiele?“ vom 28. November 2013 und „Frankreich – Österreich in der MMArena“ vom 24. Januar 2014 bei footofeminin.fr
  63. siehe die Meldung auf der Seite der FFF
  64. so die entsprechenden Überschriften von Kapitel 5 in Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003
  65. Auch dies ist kein speziell französisches, sondern ein globales Phänomen; vgl. Eisenberg/Lanfranchi/Mason/Wahl: FIFA 1904-2004., 2004, S. 193f. Und in Deutschland übertrug die ARD nicht einmal das Europameisterschaftsendspiel 1989 live, obwohl das Turnier im eigenen Land stattfand und die deutschen Frauen darin Meisterinnen wurden – vgl. Eduard Hoffmann/Jürgen Nendza: Verlacht, verboten und gefeiert. Zur Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland. Landpresse, Weilerswist 2005, ISBN 3-935221-52-5, S. 60.
  66. alle Zuschauerzahlen nach Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 253f.
  67. Diese Zahlen nach dem jeweiligen Spieldatenblatt auf der FFF-Webseite.
  68. nach den FFF-Angaben zum Schottland- und zum Wales-Spiel
  69. Eintrittspreisverzeichnis auf der Seite der FFF
  70. Xavier Breuil: Histoire du football féminin en Europe. Nouveau Monde, Paris 2011, ISBN 978-2-84736-622-8, S. 182ff.
  71. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 257
  72. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 215
  73. France Football vom 12. Juli 2011, S. 1
  74. Immerhin nahmen die Bleues darin nach der WM 2011 geringfügig mehr Raum ein, beispielsweise in einem großen Bini-Interview am 26. Oktober 2011 in Le Monde.
  75. siehe die Ankündigung „Foot Mag 100% féminin!“ bei Foot Hebdo vom 5. April 2012
  76. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 258
  77. Jean-Philippe Rethacker/Jacques Thibert: La fabuleuse histoire du football. Minerva, Genève 1996, 2003², ISBN 978-2-8307-0661-1
  78. Pierre Delaunay/Jacques de Ryswick/Jean Cornu: 100 ans de football en France. Atlas, Paris 19832, ISBN 2-7312-0108-8, S. 82 und 297
  79. Alfred Wahl: Les archives du football. Sport et société en France (1880-1980). Gallimard, o.O. 1989, ISBN 2-07-071603-1, S. 195–197
  80. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 14
  81. Fédération Française de Football: 100 dates, histoires, objets du football français., 2011, S. 120f., 178f., 198f. und 202f.
  82. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 255f.
  83. siehe „Eurosport liebt die Mädchen“ vom 10. März 2012 in Le Parisien
  84. Artikel über den Vertragsabschluss mit Direct 8 bei Footofeminin
  85. France Football vom 7. September 2010, S. 32
  86. siehe diesen Artikel vom 12. Juli 2011 auf der Verbandsseite
  87. France Football vom 13. März 2012, S. 51
  88. Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage durch TNS Sofres in France Football vom 1. Februar 2011, S. 10; auch der Artikel „Les Bleues dans la course au Mondial“ vom Juni 2011 aus der Frauenzeitschrift Marie Claire betont diesen Zusammenhang.
  89. Artikel „Nos Bleues offrent un football tourné vers l'offensive, sain et sans tricherie“ vom 14. Februar 2012 bei chronofoot.com. Ähnlich formulierte es der langjährige Redaktionsdirektor von France Football, Jacques Ferran, der den Frauenfußball sogar als „Chance der Männer, den Fußball – inspiriert, lebendig, kreativ – wiederzuerfinden“, bezeichnet (France Football vom 5. Juni 2012, S. 59).
  90. France Football vom 13. Dezember 2011, S. 29 und 42/43
  91. siehe die Kompetenzzuweisung im Organigramm des FFF-Präsidiums vom 25. Oktober 2011
  92. France Football vom 7. September 2010, S. 33
  93. siehe dieses Plakat der FFF (Adriana Karembeu mit der Nummer 6)
  94. Siehe die Meldung „Le Graët will den Frauenfußball stärken“ vom 14. Juli 2011 bei L’Équipe; France Football vom 19. Juli 2011, S. 39.
  95. siehe die Schwerpunkte dieses Plans im Artikel „Le plan de féminisation de la FFF“ vom 11. März 2012 auf der FFF-Webseite
  96. Artikel „Neues Ziel für Gaëtane Thiney“ vom 31. Januar 2012 auf der Seite der FFF
  97. siehe die Liste ihrer offiziellen Partner auf der Verbandsseite
  98. France Football vom 24. Juli 2012, S. 20f.
  99. siehe beispielsweise „Unterstützt die Bleues in Le Havre!“ auf der Verbandsseite für ein Spiel gegen Schottland Ende März 2012
  100. siehe den Artikel vom 25. Juni 2013 auf der FFF-Seite
  101. siehe den Artikel „Wieviel verdienen die Bleues?“ vom 12. Juli 2011 bei staragora.com (unter Bezugnahme auf Le Parisien)
  102. Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle., 2003, S. 282ff.
  103. France Football vom 3. April 2012, S. 43
  104. siehe das Interview „Seit 30 Jahren wurstelt sich der Frauenfußball alleine durch“ vom 22. Juni 2011 in Le Monde
  105. Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles., 2003, S. 49 (Zitat) und 45f. (zur Person); Le Gal war ab Mitte der 1960er in Sézanne einer der ersten Trainer einer französischen Frauenmannschaft und leitete zusammen mit Pierre Geoffroy die 1969 – noch vor der landesweiten Anerkennung durch die FFF – eingerichtete regionale Frauenfußballkommission der Ligue de Nord-Est.
  106. Siehe die Wahlergebnisse für beide Gremien vom 18. Juni 2011 bei Foot Hebdo; Duringer wurde als zweite Frau neben Élodie Crocq in der Hohen Behörde – dort besteht gemäß Artikel 23 der Verbandsstatuten eine Frauenquote – nachgewählt (siehe den Artikel „Die Gendarmen aus Soufflenheim verteidigen ihren Titel“ vom 19. März 2012 auf der Seite der Ligue d’Alsace).
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Dieser Artikel wurde am 3. Juni 2012 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.