Franz-Josefs-Bahn (Österreich)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der Bahnstrecke zwischen Wien und Gmünd. Zum Unternehmen siehe Kaiser-Franz-Josephs-Bahn.
Wien FJB–České Velenice
Strecke der Franz-Josefs-Bahn (Österreich)
Kursbuchstrecke (ÖBB): 800
Streckennummer (ÖBB): 109 01
Streckenlänge: 163,9 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Netzkategorie: A (Wien FJB – Tulln)
B1 (Tulln – Gmünd)
Streckenklasse: D4 (Limberg-Maissau - Eggenburg = D3)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 12 
Minimaler Radius: 294 m
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Zweigleisigkeit: Wien–Absdorf-Hippersdorf
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,000 Wien Franz-Josefs-Bahnhof S 40 164 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
1,100 Wien Spittelau S 40 166 m ü. A.
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
1,512 Wien Franz-Josefs-Bahnhof-Gürtelbrücke
   
1,512 Vorortelinie von Wien Hütteldorf
   
2,678 Wien Heiligenstadt S 40 S 45 169 m ü. A.
   
Donauuferbahn zur Winterhafenbrücke
   
Donauuferbahn von Winterhafenbrücke
   
3,952 Wien Nußdorf S 40 164 m ü. A.
   
5,853 Kahlenbergerdorf (2004 aufgelassen) 167 m ü. A.
   
7,000 Leopoldsberg (15.10.1875 aufgelassen)
Kilometer-Wechsel
7,550 HOA/FOA/SOA-Anlage
   
Landesgrenze WienNiederösterreich
   
Anschlussbahn Donaulände (1973 abgetragen)
Bahnhof, Station
8,870 Klosterneuburg-Weidling S 40 173 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
10,366 Klosterneuburg-Kierling S 40 173 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
12,400 Unter Kritzendorf S 40 170 m ü. A.
Bahnhof, Station
13,927 Kritzendorf S 40 170 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
16,645 Höflein a.d. Donau S 40 171 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
19,262 Greifenstein-Altenberg S 40 173 m ü. A.
Bahnhof, Station
21,908 St. Andrä-Wördern S 40 174 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
24,632 Zeiselmauer-Königstetten S 40 174 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
26,562 Muckendorf-Wipfing S 40 173 m ü. A.
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
26,826 Üst St. Andrä-Wördern 2
Kilometer-Wechsel
28,410 HOA/FOA/SOA-Anlage
Haltepunkt, Haltestelle
28,597 Langenlebarn S 40 176 m ü. A.
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
zum Fliegerhorst Brumowski
Bahnhof, Station
33,050 Tulln a.d. Donau S 40 181 m ü. A.
   
Tullnerfelder Bahn nach St. Pölten
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
34,400 Tulln-Donaubrücke
Brücke über Wasserlauf (groß)
Donau
Kilometer-Wechsel
38,670 HOA/FOA/SOA-Anlage
   
40,034 Neuaigen-Stetteldorf (02.07.1996 aufgelassen) 180 m ü. A.
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
42,078 Absdorf-Hippersdorf Süd
   
von Stockerau
Bahnhof, Station
43,992 Absdorf-Hippersdorf S 3 183 m ü. A.
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Kremser Ast nach Krems an der Donau
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
45,950 Anschlussbahn Minnich Mühle
Haltepunkt, Haltestelle
46,263 Absberg 190 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
48,912 Großwiesendorf-Tiefenthal 198 m ü. A.
Bahnhof, Station
52,425 Großweikersdorf 204 m ü. A.
Kilometer-Wechsel
56,000 HOA/FOA/SOA-Anlage
Haltepunkt, Haltestelle
57,100 Glaubendorf-Wetzdorf 238 m ü. A.
Bahnhof, Station
60,363 Ziersdorf 249 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
64,340 Ravelsbach Anschlussbahn (Awanst)
Bahnhof, Station
69,738 Limberg-Maissau 281 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
72,840 Straning 316 m ü. A.
   
75,180 Grafenberg (02.07.1996 aufgelassen) 337 m ü. A.
Bahnhof, Station
78,682 Eggenburg 381 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
85,226 Klein-Meiseldorf-Maria Dreieichen 403 m ü. A.
   
Pulkautalbahn von Zellerndorf
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Kamptalbahn von Hadersdorf am Kamp
Bahnhof, Station
88,625 Sigmundsherberg 435 m ü. A.
   
92,211 Kainreith-Walkenstein (29.05.1994 aufgelassen) 460 m ü. A.
Kilometer-Wechsel
94,060 HOA/FOA/SOA-Anlage
Kilometer-Wechsel
97,900
97,800
Fehlerprofil +100 m
Bahnhof, Station
98,028 Hötzelsdorf-Geras 499 m ü. A.
   
102,571 Ludweishofen (29.05.1994 aufgelassen) 536 m ü. A.
Bahnhof, Station
108,883 Irnfritz 544 m ü. A.
   
115,288 Blumau an der Wild (29.05.1994 aufgelassen) 555 m ü. A.
Bahnhof, Station
121,442 Göpfritz 578 m ü. A.
   
nach Raabs an der Thaya
Kilometer-Wechsel
125,800 HOA/FOA/SOA-Anlage
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
125,836 Anschlussbahn (Awanst) Wurmbach des Bundesheeres
Bahnhof, Station
128,635 Allentsteig 524 m ü. A.
   
135.759 Thayatalbahn von Waldkirchen an der Thaya
Bahnhof, Station
138,257 Schwarzenau im Waldviertel 504 m ü. A.
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Martinsberg-Gutenbrunn
   
141,835 Echsenbach (29.05.1994 aufgelassen) 510 m ü. A.
Bahnhof, Station
147,055 Vitis 528 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
150.716 Hirschbach 531 m ü. A.
Bahnhof, Station
154,139 Pürbach-Schrems 531 m ü. A.
   
158,508 Hoheneich (29.05.1994 aufgelassen) 504 m ü. A.
BSicon BS2c1.svgBSicon BS2+r.svg
BSicon KBHFa.svgBSicon BHF.svg
161,928 Gmünd N.Ö. (vormals Gmünd Stadt)[1][2] 499 m ü. A.
BSicon ABZlr.svgBSicon KRZo.svg
Waldviertler Schmalspurbahnen
BSicon .svgBSicon GRENZE.svg
163,100 Staatsgrenze n. Gmünd Österreich/Tschechien
BSicon .svgBSicon BHF.svg
163,785 České Velenice (vormals Gmünd Hbf)[2] 498 m ü. A.
BSicon .svgBSicon ABZrf.svg
nach Veselí nad Lužnicí
BSicon .svgBSicon STR.svg
nach České Budějovice
Eingleisiger Streckenteil: bis 1967 zweigleisig
Eingleisiger Streckenteil: bis 1959 zweigleisig

Als Franz-Josefs-Bahn bezeichnen die Österreichischen Bundesbahnen heute den auf österreichischem Staatsgebiet gelegenen Teil der Hauptbahn, die ursprünglich Wien mit Eger verband und von der k.k. priv. Kaiser-Franz-Josephs-Bahn erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft von Wien Franz-Josefs-Bahnhof über Wien Heiligenstadt, Tulln sowie Wein- und Waldviertel bis Gmünd NÖ.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bahnhof Gmünd um 1900, heute Česke Velenice

Die Strecke (Budweis–) Gmünd–Eggenburg wurde 1869 eröffnet, die Strecke Eggenburg–Wien 1870.[3][4] Der Streckenverlauf erscheint ungewöhnlich, da die zwei Bezirkshauptsstädte Horn und Waidhofen an der Thaya nicht berührt werden. Planungsvarianten sahen auch eine Linienführung über die genannten Städte vor, letztlich fiel die Entscheidung aber für das ausgeführte Projekt.

Am 4. November 1875 entgleiste bei Schwarzenau auf einem 10 Meter hohen Damm in 5 ‰ Gefälle in einer Kurve, wo die Strecke auf eine Brücke zulief, gegen 0:30 Uhr der Personenzug Nr. 9 von Wien nach Prag entlang der Tangente des Kurvenbogens, weil ein Schienenstück gelockert worden war. Mindestens neun Menschen starben bei diesem Zwischenfall.

Mit dem Bau der 1889 eröffneten Kamptalbahn und der ab 1891 eröffneten Thayatalbahn erhielten Horn und Waidhofen später Anschluss an die Hauptstrecke.

Bahnhof Sigmundsherberg, Blick in Richtung Gmünd, NÖ
2143 mit Zug in Richtung Gmünd in Sigmundsherberg (1988). Die Strecke bis Gmünd wurde erst in den 1990er-Jahren elektrifiziert.
Sanierung des Brückenpfeilers der Donaubrücke in Tulln, 2009

Die Bahnlinie wurde von 1889 bis 1905 zweigleisig ausgebaut. 1959 wurde das zweite Gleis zwischen Sigmundsherberg und Gmünd, 1967 zwischen Absdorf-Hippersdorf und Sigmundsherberg abgetragen; seither wird nur mehr die Strecke zwischen Wien und Absdorf-Hippersdorf zweigleisig betrieben. Während bis in die 1990er Jahre Züge nach Prag und Berlin (Vindobona-Express) noch über die Franz-Josefs-Bahn fuhren, ist die Strecke heute nur noch von regionaler Bedeutung. Die schneller befahrbare Nordbahn mit Anschluss nach Brünn übernahm den Hauptteil des Bahnverkehrs in Richtung Tschechien.

Von Dezember 2005 bis Dezember 2009 fuhren täglich zwei internationale Züge auf der Franz-Josefs-Bahn: nach Budweis („Silva Nortica“) und nach Pilsen via Budweis („Hopfen & Malz“). Im Fahrplan 2009 wurden die zwei internationalen Züge als ER (EuRegio) geführt und nur mehr bis Budweis geführt. Von 22. März 2009 bis einschließlich 26. Oktober 2009 wurde ein internationaler Zug wegen der Sanierung der Tullner Donaubrücke in zwei Teilen geführt; der eine von Wien bis Tulln, der andere von Stockerau über Absdorf-Hippersdorf bis Gmünd, NÖ. Seit dem Fahrplan 2010 verkehren keine ER-Züge mehr, statt ihnen verkehrt ein REX (Regional EXpress) in einem annähernden 2-Stunden-Rhythmus von Wien FJB bis České Velenice und retour. Der REX „Silva Nortica“ fährt seit der Fahrplanänderung 2011 nur mehr von Wien nach Gmünd; von Ceske Velenice bestehen an Werktagen 2-stündlich Anschlüsse nach Budweis.

Die REX bestehen größtenteils aus Mehrsystemlokomotiven der ÖBB-Reihe 1116 und CityShuttle- oder Wiesel-Doppelstock-Wendezügen, weil es auf der Staatsgrenze einen Systemwechsel der Stromsysteme gibt. Manche in Gmünd endende Züge werden auch mit ÖBB 1142 oder ÖBB 1144 bespannt. Seit Mitte Juli 2012 wird das Zugpaar 2105/2110 mit Eurofima-Wagen geführt, seit Anfang Juni 2013 werden die meisten REX-Züge mit einer ÖBB 1116 und drei oder vier Doppelstock-Wagen inklusive Steuerwagen geführt, um hier die Funktionalität der Einrichtungen für den zugbegleiterlosen Betrieb überprüfen zu können.

Die Güterzüge werden derzeit hauptsächlich mit 1116 bespannt; von Zeit zu Zeit können auch Loks anderer Baureihen wie zum Beispiel ÖBB 1142 oder ÖBB 1144 auf der Strecke angetroffen werden. Die Hauptfracht besteht aus Holz und Hackgut, das aus dem Gebiet um Waldhausen abtransportiert wird. Im Herbst sind verstärkt mit Kartoffeln beladene Güterwagen für die Agrana in Gmünd unterwegs. Bei Bedarf verkehren auch Militärzüge zur Anschlussbahn (AB) Wurmbach des Truppenübungsplatzes Allentsteig.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz-Josefs-Bahn (Österreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. gmuend.at, Jubiläumsfahrt "140 Jahre Franz-Josefs-Bahn", 23. September 2010
  2. a b  Fahrplan 1944/1945 KBS 461. 3. Juli 1944 (online auf pksj.de, abgerufen am 13. Juli 2013).
  3. Kundmachung der Eröffnung der Strecke am 23. Juni 1870. In: Wiener Zeitung, 21. Juni 1870, S. 7 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz
  4. Fahrordnung vom 24. November 1870. In: Wiener Zeitung, 3. Dezember 1870, S. 14 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz