Franz Alexander Heber

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Franz Alexander Heber (tschechisch František Alexandr Heber; * 19. Juli 1815 im Forsthaus Třebekov bei Jarov; † 29. Juli 1849 in Náchod) war ein tschechischer Kaufmann, Laienhistoriker und Burgenforscher.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Der einzige Sohn des deutschen Försters Johann Heber besuchte zunächst die Hauptschule in Pilsen. Der frühe Tod seines Vaters und finanzielle Schwierigkeiten seiner Mutter führten dazu, dass er den Schulbesuch abbrechen musste. Von 1836 lernte er in Prag Kaufmann und kehrte ein Jahr später in die Umgebung von Rokycany zurück. 1839 heiratete er und führte ein Geschäft in Zbiroh. Bei einer Schießpulver-Explosion in seinem Geschäft verstümmelte er sich die linke Hand und überließ das Geschäft seiner Frau.

Er siedelte nach Prag um und begann intensiv und ohne Rücksicht auf seine labile Gesundheit mit seinem Lebenswerk. Unterbrochen war die Tätigkeit durch eine Lungenentzündung. Danach konzentrierte er sich, aus Angst vor einem baldigen Tod und dass sein Werk unvollendet bleibt, noch stärker seiner Sammlung. Als er in Náchod die dortige Burg beschrieb, kam es zu einem Blutsturz und Heber starb 34-jährig.

Seit seiner frühesten Jugend besuchte er Burgen, machte Skizzen und Notizen. Nach und nach kam er zum Entschluss alle tschechische Burgen zu besuchen und sie in einem Werk zu verewigen. Er schätzte die Zahl der historischen Gebäude auf etwa 800, von denen einige bereits nicht mehr existierten. Seine ersten Arbeiten veröffentlichte er in der von Karl Wilhelm Medau (1791–1866) herausgegebenen Zeitschrift Erinnerungen.

1840 bis 1842 bereiste er böhmische Burgen, studierte in Archiven und schrieb Sagen nieder. Die Burgen beschrieb er in sechs Bänden. Der erste Band erschien 1843 in einer Auflage von 2000 Stück und war kurz darauf ausverkauft.

Heber fehlte die notwendige Bildung, die er sich als Autodidakt aneignete. Er lernte Latein, verbesserte sein Tschechisch und studierte Werke von Bohuslav Balbín, Václav Hájek z Libočan, Josef Schaller, Johann Gottfried Sommer, Chronik von František Martin Pelcl und zahlreiche historische Zeitschriften. Daneben schöpfte er sein Wissen aus den Landtafeln des Königreichs Böhmen, den Konfirmationsbüchern sowie Handschriften der Universitätsbibliothek Prag.

Insgesamt beschrieb er 586 Burgen und Festungen, die er persönlich besuchte und fertigte hierzu 358 wertvolle Zeichnungen an. Der Tod holte ihn bei der Fertigstellung des 7. Bandes ein.

Heber fertigte auch sechs Karten an, in denen er die Lage der Burgen einzeichnete und diese nach Burg, Festung, Teilruinen, Ruinen und kaum noch nachweisbare Burgstandorte unterschied.

Werke[Bearbeiten]

  • Böhmens Burgen, Vesten und Bergschlösser (1843–1849), die erste systematische Beschreibung der böhmischen Burgen, 7 Bände. Das Werk wird seit 2006 in tschechischer Sprache in 5 Bänden zusammengestellt neu aufgelegt:
    • Franz Alexander Heber: České hrady, zámky a tvrze I.: Západní Čechy. (Westböhmen) Argo, 2007. ISBN 80-7203-424-3
    • Franz Alexander Heber: České hrady, zámky a tvrze II.: Severní Čechy. (Nordböhmen) Argo, 2006. ISBN 80-7203-791-9
  • Mährens Burgen und ihre Sagen (1848)
  • Geschichte der Burg Bösig vom 8. Jahrhundert bis auf unsere Zeit

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: František Alexandr Heber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien