Franz Anton Ernst

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Franz Anton Ernst (František Antonín Ernst; * 3. Dezember 1745 in St. Georgenthal; † 13. Januar 1805 in Gotha) war ein böhmischer Violinist, Geigenbauer und Komponist.

Franz Anton Ernst war ein sehr guter Geigenbauer. Er veröffentlichte 1804 in der "Allgemeinen Musikalischen Zeitung" einen Aufsatz, in dem er ausführte, dass er nach 20-jährigen Versuchen zur Überzeugung gelangt sei, dass an den Instrumenten der alten Meister nichts mehr zu verbessern sei, insbesondere was die Form anlangt. Diesen Aufsatz schrieb er als Reaktion auf diverse Versuche, die Violine zu "verbessern". 1800 meldete z.B. ein John J. Hawkins ein Patent für eine Geige ohne Zargen und ohne Boden an. Für dieses Experiment soll er sogar, dem Vernehmen nach, eine Stradivarius geopfert haben. Franz Anton Ernst war 1785 der Lehrherr von Johann Nikolaus Artmann, nachdem dieser im Großväterlichen Betrieb soviel Geschick zeigte, dass man sich entschloss ihn zu einem bekannten Meister in die Lehre zu geben. Dort entwickelte er sich zu einem der besten Meister seiner Zeit.

Ernst war Konzertmeister der Hofkapelle in Gotha, wo er 1778 als Nachfolger von Georg Benda Konzertmeister wurde. Von seinem umfangreichen Schaffen ist nur ein Violinkonzert in Es-Dur bekannt, das ihn als Komponisten von hohem Rang ausweist. Daneben wirkte er auch als Musikschriftsteller. Er verfasste ein "Lehrbuch für alle Violinspieler", dessen erster Teil sich mit dem Bau der Geige befasst.

Literatur[Bearbeiten]