Franz Anton von Harrach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Franz Anton Reichsfürst von Harrach
Wappen als Bischof von Wien
Wappen als Fürsterz-bischof von Salzburg

Franz Anton Fürst von Harrach zu Rorau (* 2. Oktober 1665 in Wien; † 18. Juli 1727 in Salzburg) war Bischof von Wien und Fürsterzbischof von Salzburg.

Leben[Bearbeiten]

Grabstätte von Erzbischof Harrach

Er war der Sohn des kaiserlichen Obersthofmeisters Ferdinand Bonaventura Graf von Harrach und der Johanna Theresia Gräfin von Lamberg. Er wuchs in Madrid auf und studierte kanonisches und ziviles Recht am Collegium Germanicum in Rom. Er wurde von Kaiser Leopold I. ad personam in den Reichsfürstenstand erhoben.

1685 wurde er Domherr in Passau, 1687 Kanoniker in Salzburg und 1692 dort Domdechant. Kaiser Leopold I. ernannte ihn im Juli 1701 zum Koadjutor von Wien, die päpstliche Bestätigung erfolgte am 1.  Dezember. Zudem wurde er für kurze Zeit Titularbischof von Epiphania in Syria. Als Fürstbischof Ernest Graf von Trautson am 7. Januar 1702 starb, wurde er dessen Nachfolger und erhielt die Bischofsweihe vom Passauer Bischof Johann Philipp von Lamberg.

Am 19. Oktober 1705 wurde er zum Koadjutor des Erzbischofs von Salzburg, Johann Ernst Graf von Thun, ernannt und im April 1706 vom Papst bestätigt. Nach dem Ableben Thuns wurde er am 29. Mai 1709 regierender Erzbischof.

Er war wohltätig, leutselig und beliebt, liebte den Prunk und ließ in Salzburg das Schloss Mirabell gründlich umgestalten und stattete das Schloss dabei mit der berühmten Rokokostiege (Marmortreppe) und dem Marmorsaal aus; er erneuerte aber auch von 1710 bis 1711 die Residenz. Seine Regierungszeit verlief insgesamt sehr ruhig. Bereits Zeitgenossen sprachen daher gerne von den „Goldenen Harrach-Zeiten“. Besonders gerühmt war sein hoher Kunstsinn, der vom beginnenden Rokoko geprägt war. Er beschäftigte dabei besonders namhafte Künstler und scheute keine Kosten. Als Architekten beschäftigte er Fischer von Erlach und Johann Lucas von Hildebrandt, als Bildhauer Georg Raphael Donner und als Maler Johann Michael Rottmayr und Martino Altomonte in Salzburg.

Harrach trachtete sehr Wirtschaft und Handel zu fördern, und dabei vor allem den Handel mit Venedig und dem Mittelmeerraum zu stärken und ließ so die wichtigen dorthin führenden Straßen ausbauen. Harrach ist in der Krypta des Salzburger Domes begraben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Brandhuber: Recreatio principis. Fürsterzbischof Franz Anton Fürst von Harrach und seine "Retirade", in: Vision und Realität. Die Salzburger Residenz 1587–1727, Horn/Wien 2009, S. 118–125. (= ÖZKD LXIII, 2009, Heft 1/2).
  • Christoph Brandhuber und Werner Rainer: Ein Fürst führt Tagebuch. Die „Notata“ des Salzburger Fürsterzbischofs Franz Anton Fürsten von Harrach (1665-1727), in: Salzburg Archiv 34 (2010), S. 205–262.
  • Franz Loidl: Geschichte des Erzbistums Wien. Herold, Wien 1983. ISBN 3-7008-0223-4
  • Ernst Tomek: Kirchengeschichte Österreichs. Tyrolia, Innsbruck - Wien - München 1935–59
  • Imma Walderdorff: Zu den Gemäldegalerien in der Residenz unter Fürsterzbischof Franz Anton Fürst von Harrach, in: Vision und Realität. Die Salzburger Residenz 1587–1727, Horn/Wien 2009, S. 139–153. (= ÖZKD LXIII, 2009, Heft 1/2).
  • Imma Walderdorff und Roswitha Juffinger: Rekonstruktion der Bilder-Hängung eines Wandabschnitts der "Schönen Galerie", in: Vision und Realität. Die Salzburger Residenz 1587–1727, Horn/Wien 2009, S. 154–156. (= ÖZKD LXIII, 2009, Heft 1/2).
  • Josef Wodka: Kirche in Österreich. Wegweiser durch ihre Geschichte. Herder, Wien 1959

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Ernest Graf von Trautson Bischof von Wien
17021705
Franz Ferdinand Freiherr von Rummel
Johann Ernst Graf von Thun Erzbischof von Salzburg
17091727
Leopold Anton Freiherr von Firmian