Franz Anton von Weber

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Franz Anton von Weber (* 26. September 1734 in Zell im Wiesental; † 16. April 1812 in Mannheim) war ein deutscher Musiker, Kapellmeister und Theaterdirektor. Sein Leben war durch eine umfangreiche Reisetätigkeit geprägt.

Er war Onkel von Aloisia Lange, geb. Weber und Constanze Mozart, geb. Weber. In zweiter Ehe war er mit Genovefa Brenner verheiratet; aus dieser Ehe stammt sein Sohn, der Komponist Carl Maria von Weber.

Leben[Bearbeiten]

Er besuchte die Jesuitenschule in Freiburg im Breisgau mit musischer Ausbildung und erhielt zusätzlichen Geigenunterricht bei seinem Vater Fridolin Weber bis zu dessen Tod 1754. Er heiratete und bekam fünf Kinder.

1758 wurde Weber fürstbischöflicher Hofkammerrat im Hochstift Hildesheim und Steuerwald. Während seines Militärdienstes im Siebenjährigen Krieg bekam er Kontakte zur Mannheimer Hofkapelle, bei der sein Bruder Franz Fridolin Weber als Bassist arbeitete.

Nach seiner Entlassung aus dem Staatsdienst 1768 blieb er als Privatier in Hildesheim und unternahm von dort aus zahlreiche Konzertreisen als Geiger und Bratscher. 1776 wurde er Musikdirektor der Theatergesellschaft Johann Friedrich Stöfflers. Auftrittsorte der Gesellschaft waren Hildesheim, Celle, Lüneburg, Stade, Hannover, Eutin und Lübeck.

1778 wurde er Musikdirektor des Lübecker Theaters, ein Jahr später fand er eine Anstellung als Hofkapellmeister in Eutin und wurde dort später auch Stadtmusikus. Als örtlicher Kapellmeister war er auch für reisende Theatergesellschaften tätig. Zwischendurch hatte mehrfach Aufenthalte in Hamburg und Wien.

Im Sommer 1783 besuchte er seine Söhne Fridolin und Edmund, die damals von Joseph Haydn unterrichtet wurden, in Wien. Dort lernte er die 19-jährige Genoveva Brenner kennen, die zu dieser Zeit in Wien als begabte Sängerin auftrat. Am 20. August 1785 heiratete er Genoveva Brenner in der Wiener Schottenkirche. Trauzeugen waren der Hofschauspieler Joseph Lange und Vincenzo Righini. Righini, der von 1779 bis 1788 als Kapellmeister und Gesangslehrer in Wien angestellt war und von der Hoftheaterdirektion auch mit der musikalischen Erziehung der jungen Mitglieder des Hoftheaters beauftragt war, übertrug diese Aufgabe an Genovefa Webers Mutter, Josepha Weber sowie an die blinde Pianistin Maria Theresia Paradis. Es war Webers zweite Ehe, aus der ersten waren bereits fünf Kinder hervorgegangen. Aus der Ehe mit Genoveva Brenner gingen drei weitere Kinder hervor, von denen die beiden jüngeren bereits im frühesten Kindesalter verstarben.

Das frisch verheiratete Paar zog mit den beiden Söhnen aus Franz Antons erster Ehe zunächst wieder nach Eutin. 1786 wurde dort der erste Sohn Genovevas, Carl Maria geboren. Von 1787 bis 1789 lebte die Familie wieder in Hamburg, wo Franz Anton eine neue Wandertheaterkompagnie gründete. Mit der Familie und reiste er in der Folge durch zahlreiche Städte. 1789 wurde Franz Anton Kapellmeister bei der Schauspielgesellschaft von Johann Friedrich Toscani und Peter Carl Santorini in Kassel, Marburg und Hofgeismar, 1789/90 war er Schauspieldirektor in Meiningen, 1791 Kapellmeister bei der Schauspielgesellschaft von Friedrich Häußler in Nürnberg und Erlangen, 1792 in Amberg sowie 1793/94 in Bayreuth und Erlangen. 1794 lebte er als Privatier in Weimar und Rudolstadt, wo seine Frau in den Theatern Johann Wolfgang Goethes auftrat.

1794/95 wurde er Kapellmeister bei der Schauspielgesellschaft von Franz Xaver Glöggl in Salzburg und 1795/96 Schauspieldirektor in Salzburg und Hallein. Nach einem Zwischenspiel in Hildburghausen zog die Familie wieder nach Salzburg. Dort starb seine Frau 1798, sein Sohn Carl Maria erhielt im gleichen Jahr Unterricht bei Michael Haydn. Es folgten weitere Kunstreisen, so nach München (1798–1800), Freiberg (1800/01), wieder Salzburg (1801/02), Norddeutschland (1802), Augsburg (1802/03) und Wien (1803/04). 1804 bis 1806 lebte er Breslau, wo sein Sohn Carl Maria eine Anstellung als Kapellmeister gefunden hatte, unterbrochen durch Aufenthalte im schlesischen Carlsruhe 1806/07. 1807 zogen beide nach Stuttgart und Ludwigsburg.

Seine letzten Jahre verbrachte Franz Anton von Weber in Mannheim, wo er am 16. April 1812 starb.

Quellen und Literatur[Bearbeiten]