Franz Bartzsch

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Franz Bartzsch (* 8. Juni 1947 in Schmölln; † 5. Januar 2010 in Berlin[1]) war ein deutscher Musiker, Sänger und Komponist.

Musikalische Entwicklung[Bearbeiten]

Bartzsch lernte den Beruf des Elektromonteurs und spielte nebenher bei der Terosit-Combo. Von 1968 bis 1972 besuchte er die Musikschule Friedrichshain in Ost-Berlin mit den Fächern Klavier und Tanzmusik.[2] 1969 wurde er als Bassist Mitglied der Gerhard-Stein-Combo. 1971 wechselte er in das Dresden-Septett. Nach einem kurzen Intermezzo bei der Horst Krüger Band ging er zu Lift. Die Band war 1973 aus dem Dresden-Septett hervorgegangen. Im Jahre 1974 gründete er gemeinsam mit der Sängerin Veronika Fischer und dem Gitarristen Johannes Biebl eine Band, die als Veronika Fischer & Band national und international bekannt wurde. In der Band spielte Bartzsch Klavier und Keyboard und war der musikalische Leiter. Als Komponist und Arrangeur war Bartzsch maßgeblich am Erfolg von Veronika Fischer beteiligt. Titel wie Blues von der letzten Gelegenheit, Auf der Wiese und In jener Nacht wurden Hits.

Anfang 1977 trennte sich die Band von Veronika Fischer und erspielte sich bereits nach kurzer Zeit als 4 PS erneut vordere Plätze in den Wertungssendungen von Rundfunk und Fernsehen. Sie gewann den Grand Prix und den Pressepreis auf dem Schlagerfestival der sozialistischen Länder 1977 in Dresden und vertrat die DDR erfolgreich beim Sopoter Liederfestival 1978. Die Musik der Band, eine Mischung aus Pop- und Rock mit deutlichen Blues- und Chansoneinflüssen, offenbarte die unterschiedliche musikalische Herkunft der beiden Frontmänner Bartzsch und Biebl, die sich gleichzeitig ergänzten. Ab 1979 arbeitete die Band wieder regelmäßig mit Veronika Fischer zusammen. Als Bartzsch im Folgejahr nach einem Auftritt in West-Berlin nicht in die DDR zurückkehrte, bedeutete dies auch das vorläufige Ende der Karriere Fischers. Kurze Zeit später löste sich 4 PS auf.[3]

Vor seinem Weggehen aus der DDR hatte Franz Bartzsch weitere Erfolgstitel für Dina Straat, Ute Freudenberg, Gaby Rückert und Angelika Mann komponiert. Auch die Musik für den erfolgreichen DEFA-Spielfilm Hostess stammt von Bartzsch. Obwohl Veronika Fischer 1981 ebenfalls in die Bundesrepublik Deutschland übersiedelte, nahmen sie und Bartzsch ihre Zusammenarbeit nicht wieder auf. In der Bundesrepublik arbeitete Bartzsch als Studiomusiker, komponierte und arrangierte für Udo Jürgens sowie Roland Kaiser und arbeitete als erfolgreicher Filmmusikkomponist (Fünf Millionen und ein Paar zerquetschte, Eiskalte Liebe, Schräge Familie und Schloss Einstein sowie Neues aus Büttenwarder).

2001, nach 20 Jahren Pause, standen Franz Bartzsch und Veronika Fischer, anlässlich ihres 30-jährigen Bühnenjubiläums, in Berlin-Weißensee erstmals wieder gemeinsam auf der Bühne. Auf Grund des großen Erfolges schloss sich eine gemeinsame Tournee durch die Neuen Bundesländer an. Am 15. Mai 2002 feierte die Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden unter dem Motto „40 Jahre Jazz Rock Pop“ eine Jubiläumsparty, auf der Bartzsch gemeinsam mit bekannten ehemaligen Dozenten und Studenten, unter ihnen Günter Sommer, Helmut Forsthoff und Bernd Aust, auftrat. Als am 26. November 2004 der langjährige Bandkollege Frank Hille verstarb, organisierte Bartzsch ein Gedenkkonzert, das am 3. Januar 2005 in Berlin stattfand.

Im Jahre 2007 erschien bei Buschfunk die CD Wind trägt alle Worte fort. Auf dieser CD finden sich seine erfolgreichsten Titel. Den Titelsong hatte Bartzsch für das Dresden-Septett geschrieben; er gehörte lange Zeit zum Repertoire der Gruppe Lift.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 2007: Wind trägt alle Worte fort (Buschfunk)
  • 2010: Wind trägt alle Worte fort - Konzert für Franz Bartzsch, DVD des Gedenkkonzerts vom 7. März 2010 im KOSMOS, Berlin (Sony Music AMIGA)

Hörspielmusiken[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachruf in der Freien Presse, abgerufen am 6. Januar 2010
  2. Rainer Bratfisch: Bartzsch, Franz. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  3. Ostseezeitung vom 7. Juni 2002