Franz Clement

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Franz Joseph Clement (* 18. November 1780[1] in Wien; † 3. November 1842 ebenda) war ein österreichischer Violinist, Pianist, Dirigent und Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Franz Clements Vater war Tafeldecker, Wegedirektor und Geiger in der Privatkapelle des Generalfeldzeugmeisters Graf von Harsch und unterrichtete selber seinen Sohn im Geigenspiel vom 4. bis zum 7. Lebensjahr. Danach erhielt er Unterricht bei dem Geiger Franz Kurzweil dem Älteren. Clement debütierte im Alter von 9 Jahren im Wiener Hofburgtheater auf seiner Diminutivgeige. Er unternahm Konzertreisen als "Wunderkind" durch Niederlande und England in Begleitung seines Vaters (bis 1792), unter anderem spielte er bei der Promotion von Joseph Haydn am 7. Juni 1791 in Oxford.

1802 wurde Clement Orchesterdirektor am Theater an der Wien. Da er für die Aufführung zu Weihnachten 1806 ein Vorzeigestück brauchte, erteilte er Ludwig van Beethoven den Auftrag, für die von ihm selbst geleitete Akademie ein Violinkonzert zu komponieren. Am 23. Dezember 1806 brachte er Beethovens Violinkonzert zur Uraufführung, ohne über ausreichend Probezeit verfügt zu haben. Der geniale Virtuose meisterte die Aufgabe mit Bravour. Clement liebte seinen Vortrag mit Effectchen zu versehen. So stand auf dem Anschlagzettel zum oben genannten Konzert als besonderer Punkt: „Wird Herr Clement auf der Violine phantasiren und auch eine Sonate auf einer einzigen Saite mit umgekehrter Violin spielen.“ Zwischenzeitlich (1813) berief ihn Carl Maria von Weber als Orchesterdirektor nach Prag.

Clement, der auch ein ausgezeichneter Pianist war, ist der Nachwelt wegen seines außergewöhnlichen musikalischen Gedächtnisses bekannt. So verfertigte er einen Klavierauszug von Haydns Die Schöpfung und Cherubinis Oper Franiska aus dem Gedächtnis.

Im Alter galt er als ein merkwürdiger und schwieriger Charakter, so soll er im Sommer wie im Winter denselben leichten Rock getragen haben und arg verwahrlost gewesen sein. Er starb in einem Kaffeehaus auf der Laimgrube. Seine Ehefrau Kunigunde Theresia war schon 1831 verstorben. Clements Grabstein auf dem ehemaligen Währinger Ortsfriedhof ist erhalten.

Werke[Bearbeiten]

Orchester[Bearbeiten]

  • 1 Violinkonzert
  • Polonaise (1819)
  • Polonaise (1828)
  • Grand Divertissement (1829)
  • Rondo op.36 mit Streichquartett
  • Concertine brillante mit Streichquartett
  • Variationen op.1 mit Streichquartett, 2 Oboen und 2 Hörner
  • Grand Potpourri op. 30 (1820)

Solowerke für Violine[Bearbeiten]

  • 8 Solovariationen
  • 6 Soloetüden
  • 6 Solovariationen

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Pfarre St. Michael, Taufbuch Tom. 1780-83, S. 88.