Franz Gutmann (Bildhauer)

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Franz Gutmann (* 3. Oktober 1928 in Obermünstertal) ist ein deutscher Bildhauer. Er lebt und arbeitet auf dem Stohren am oberen Ende des Münstertals.

Franz Gutmann: Hand (Eisenguss 1970/72, Münstertal)

Leben[Bearbeiten]

Gutmann besuchte das Friedrich-Gymnasium Freiburg und studierte anschließend 1950/51 zunächst zwei Semester Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, begann aber dann nach der Hospitation bei einem Holzbildhauer ein Studium an der Kunstakademie Freiburg bei Wilhelm Gerstel. Nach drei Semestern wechselte er an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er Meisterschüler bei Ewald Mataré wurde. Aus dieser Zeit stammen auch die Freundschaften zu Joseph Beuys und Erwin Heerich.

1956 ermöglichte ihm ein Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen, für ein Jahr Zentralafrika zu bereisen. Auf dieser Reise verbrachte er auch fünf Monate bei Albert Schweitzer in Lambaréné.

Stil[Bearbeiten]

Phallocaust III in Heilbronn

Gutmann arbeitet mit nahezu allen Materialien, seine Arbeiten reichen von religiöser Kunst über öffentliche Großplastiken und Brunnenanlagen bis zur Gestaltung von Medaillen und Plaketten.

Seine teilweise recht monumentalen Arbeiten können sehr heiteren Charakter haben, wie etwas die Großskulptur aus Betonguss Zwei Riesen – Schlucker und Spucker in Freiburg im Breisgau. Seine religiösen Werke vor allem können jedoch auch provozieren, etwa die Chorskulptur des Gekreuzigten in der Universitätskirche in Freiburg. Für das Projekt Kunst und Kirche schuf er 1984/85 den hölzernen Riesenpenis Phallocaust III, der nach Stationen im Kurpark Bad Krozingen, in Saarbrücken und Heidelberg schließlich von 1995 bis 2010 in Heilbronn aufgestellt war.[1] Ebenfalls heftige Diskussionen löste seine Neugestaltung des vorderen Chorraums im Freiburger Münster aus dem Jahr 2006 aus.

„Im Münstertal, Schwarzwald, wurde ich 1928 geboren. Mein Vater zeigte mir, wie man eine Axt schleift. Wichtigeres habe ich seither nicht mehr gelernt.“

Franz Gutmann[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Gutmann erhielt 1980 den Kunstpreis der Wirtschaft am Oberrhein. 2002 wurde ihm der Professorentitel verliehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Joseph van der Grinten: Franz Gutmanns Brunnen. Rombach, Freiburg im Breisgau 1977. ISBN 3-7930-0214-4.
  • Franz Joseph van der Grinten: Franz Gutmanns Arbeiten mit Holz. Werkverzeichnis. Hoffmann, Stuttgart 1981. ISBN 3-87346-066-1.
  • Franz Joseph van der Grinten: Franz Gutmanns Arbeiten mit Metall und Stein. Werkverzeichnis. Hoffmann, Stuttgart 1982. ISBN 3-87346-070-X.
  • Michael Klant (Hrsg.): Skulptur in Freiburg. Kunst des 20. Jahrhunderts im öffentlichen Raum. Freiburg im Breisgau 1998; ISBN 3-922675-76-X. S. 140 ff., 225

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adrian Hoffmann, Heilbronner Holzpenis ist weg
  2. Ansprache von Marcus Keller anlässlich einer Installationseröffnung am 7. November 2009 in Rottweil-Hausen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Gutmann (Bildhauer) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien