Franz Hohler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Franz Hohler im November 2008

Franz Hohler (* 1. März 1943 in Biel) ist ein Schweizer Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher.

Leben[Bearbeiten]

Franz Hohler wuchs in Olten auf und besuchte die Kantonsschule Aarau bis zur Matura 1963. Dann begann er das Studium der Germanistik und Romanistik an der Universität Zürich. Vom Militär wurde er für dienstuntauglich erklärt, worüber er nach eigenem Bekunden «nicht unglücklich» war.[1] Während des Studiums führte er sein erstes Soloprogramm pizzicato auf (1965). Dessen Erfolg ermutigte ihn, das Studium abzubrechen und sich ganz der Kunst zu widmen. Sein Werk umfasst unter anderem Kabarettprogramme, Theaterstücke, Film- und Fernseh-Produktionen, Kinderbücher, Kurzgeschichten und Romane.

Er arbeitete immer wieder mit anderen Künstlern zusammen, beispielsweise auf der Bühne und am Fernsehen mit dem Pantomimen René Quellet, mit Hanns Dieter Hüsch oder als Autor und Produzent für Emil Steinberger.

Charakteristisch für Hohlers Werk ist der Wechsel zwischen politischem Engagement und reiner Fabulierlust. Oft geht er auch von feinen Alltagsbeobachtungen aus, die unversehens ins Absurde kippen. Hohler begleitet sich ähnlich wie der deutsche Kabarettist Matthias Deutschmann bei seinen Auftritten oft selbst auf dem Cello (Celloballaden).

Er ist seit 1969 mit der Germanistin und Psychologin Ursula Nagel verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er wohnt in Zürich-Oerlikon.[2][3]

Hohler ist Präsident der Prix-Courage-Jury. Er ist Mitglied beim Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz und beim International PEN.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Das verlorene Gähnen und andere nutzlose Geschichten. Benteli, Bern 1967
  • Idyllen. Luchterhand, Neuwied und Berlin 1970
  • Fragen an andere. Interviews mit Wolf Biermann, Peter Handke, Ernst Jandl, Mani Matter und Hannes Wader. Zytglogge, Gümligen 1973
  • Der Rand von Ostermundigen. Erzählungen. Luchterhand, Darmstadt und Neuwied 1973
  • Wegwerfgeschichten. Zytglogge, Gümligen 1974
  • Wo? Luchterhand, Darmstadt 1975
  • Der Wunsch, in einem Hühnerhof zu leben. Sumus, Feldmeilen-Zürich 1977
  • Darf ich Ihnen etwas vorlesen? Pfaffenweiler Presse, Badenweiler 1978
  • Ein eigenartiger Tag. Lesebuch. Luchterhand, Darmstadt 1979
  • Ichduersiees. Grüss Gott, Herr Meier! Die Bewerbung. Lenos (Texte für die Theaterwerkstatt 1), Basel 1979
  • Die Rückeroberung. Erzählungen. Luchterhand, Darmstadt 1982
  • Die dritte Kolonne. Ein Theaterstück für zwei Frauen und eine Gegensprechanlage. Stiftung Pro Mente Sana, Weinfelden 1984
  • Hin- und Hergeschichten (mit Jürg Schubiger). Nagel & Kimche, Zürich 1986
  • Das Kabarettbuch. Luchterhand, Darmstadt 1987
  • Der Verkäufer und der Elch. Geschichten, Lieder, Szenen (hrsg. v. Annelie Wegener). Henschel, Berlin 1987
  • Vierzig vorbei. Gedichte. Luchterhand, Darmstadt 1988
  • Der neue Berg. Roman. Luchterhand, Frankfurt 1989
  • Der Mann auf der Insel. Ein Lesebuch. Luchterhand, Frankfurt 1991
  • Da, wo ich wohne. Luchterhand, Hamburg 1993
  • In den Armen der Pachamama. Eine Reportage aus Bolivien. WoZ, Zürich 1994
  • Die blaue Amsel. Luchterhand, München 1995
  • Drachenjagen. Das neue Kabarettbuch. Luchterhand, München 1996
  • Das verspeiste Buch. Eine Fortsetzungsgeschichte (mit Bildern von Hans Traxler). Schöffling, Frankfurt 1996
  • Die Steinflut. Eine Novelle. Luchterhand, München 1998
  • Zur Mündung. 37 Geschichten von Leben und Tod. Luchterhand, München 2000, ISBN 3-630-87067-8
  • Die Karawane am Boden des Milchkrugs. Groteske Geschichten. Luchterhand, München 2003, ISBN 3-630-62068-X
  • Die Torte und andere Erzählungen. Luchterhand, München 2004, ISBN 3-630-87151-8
  • 52 Wanderungen. Luchterhand, München 2005, ISBN 3-630-87203-4
  • Vom richtigen Gebrauch der Zeit. Gedichte. Luchterhand, München 2006, ISBN 978-3-630-62083-1
  • Es klopft. Roman. Luchterhand, München 2007, ISBN 978-3-630-87266-7
  • Das Ende eines ganz normalen Tages. Geschichten. Luchterhand, München 2008, ISBN 978-3-630-87283-4
  • Das Kurze. Das Einfache. Das Kindliche. Ein Gedankenbuch. Luchterhand, München 2010, ISBN 978-3-630-62189-0[8]
  • Der Stein. Erzählungen. Luchterhand, München 2011, ISBN 978-3-630-87361-9
  • Der Geisterfahrer. Die Erzählungen. Luchterhand, München 2013, ISBN 978-3-630-87382-4
  • Gleis 4. Roman. Luchterhand, München 2013, ISBN 978-3-630-87420-3
  • Immer höher. Erzählungen. AS Verlag, Zürich 2014, ISBN 978-3-906055-19-0
Kinderbücher
  • Tschipo. Kinderroman. Mit Zeichnungen von Arthur Loosli. Luchterhand, Darmstadt 1978
  • Zoologische Findlinge. Ein Tierbuch. Mit sieben Kurzgeschichten von Franz Hohler (mit Arthur Loosli). Zytglogge, Gümligen 1978
  • In einem Schloss in Schottland lebte einmal ein junges Gespenst. Bilder von Werner Maurer. Sauerländer, Aarau 1979
  • Sprachspiele. Schweizerisches Jugendschriftenwerk (Nr. 1485), Zürich 1979
  • Dr. Parkplatz. Eine Geschichte für Kinder. Bilder von Werner Maurer. Walter, Olten 1980
  • Der türkische Traum. Mit 10 sechsfarbigen Linolschnitten von Wolfgang Jörg und Erich Schönig. Berliner Handpresse, Berlin 1981
  • Der Granitblock im Kino und andere Geschichten für Kinder. Luchterhand, Darmstadt 1981
  • Der Nachthafen. Bilder von Werner Maurer. Benziger, Zürich 1984
  • Tschipo und die Pinguine. Kinderroman. Mit Zeichnungen von Arthur Loosli. Luchterhand, Darmstadt 1985
  • Der Räuber Bum. Bilder von Werner Maurer. Sauerländer, Aarau 1987
  • Sieben Schöpfungsgeschichten. Mit 9 farbigen Linolschnitten von Ingrid Jörg, Klaus Ensikat und Wolfgang Jörg. Berliner Handpresse, Berlin 1992
  • Der Riese und die Erdbeerkonfitüre. Und andere Geschichten. Mit Bildern von Nikolaus Heidelbach. Ravensburger, Ravensburg 1993
  • Der Urwaldschreibtisch. Bilder von Dieter Leuenberger. Sauerländer, Aarau 1994
  • Tschipo in der Steinzeit. Mit Zeichnungen von Arthur Loosli. Ravensburger, Ravensburg 1995
  • Die drei Gärtner. Mit 6 achtfarbigen Original-Farblinolschnitten von Ingrid Jörg. Berliner Handpresse, Berlin 1994
  • Die Spaghettifrau. Ravensburger, Ravensburg 1998
  • Wenn ich mir etwas wünschen könnte, Illustriert von Rotraut Susanne Berner. Hanser, München 2000
  • Der grosse Zwerg und andere Geschichten. Mit Zeichnungen von Nikolaus Heidelbach. Dtv, München 2003
  • Der Tanz im versunkenen Dorf. Illustriert von Reinhard Michl. Hanser, München 2005
  • Aller Anfang. Geschichten von Jürg Schubiger und Franz Hohler. Mit farbigen Bildern von Jutta Bauer. Beltz & Gelberg, Weinheim 2006
  • Das große Buch. Geschichten für Kinder. Illustriert von Nikolaus Heidelbach. Hanser, München 2009
  • Mayas Handtäschchen. Illustriert von Jacky Gleich. Patmos, Düsseldorf 2009
  • Es war einmal ein Igel. Kinderverse. Mit Bildern von Kathrin Schärer. Hanser, München 2011
Herausgeberschaft
  • Mani Matter. Porträtband. Benziger, Zürich 1977; 2. umgestaltete A. ebd. 1992
  • Festhalten. 35x89. Ein Jahrbuch. Zytglogge, Gümligen 1990
  • 111 einseitige Geschichten. Luchterhand, Darmstadt 1981

Kabarettprogramme[Bearbeiten]

  • Pizzicato (1965)
  • Die Sparharfe, UA 9. Oktober 1967, 192 Vorstellungen
  • Kabarett in 8 Sprachen, UA 23. Juni 1969 im Théâtre Fauteuil in Basel
  • Doppelgriffe, UA 9. November 1970 im Théâtre Fauteuil, 196 Vorstellungen
  • Die Nachtübung, UA 30. Oktober 1973 im Kleintheater in Luzern, 217 Vorstellungen
  • Schubert-Abend, UA 6. März 1979 in der Rampe in Bern, 139 Vorstellungen
  • Lieder ohne Musik (mit Hanns Dieter Hüsch), UA: 28. März 1981 in der Rampe in Bern
  • Der Flug nach Milano, UA 26. Januar 1985 im Claque in Baden, 159 Vorstellungen
  • S isch nüt passiert, UA 1987
  • Ein Abend mit Franz Hohler, UA 1990 (variables Programm)
  • Drachenjagd, UA 1994, 148 Vorstellungen
  • Wie die Berge in die Schweiz kamen, UA 1995 (Repertoire-Programm)
  • Hanns Dieter Hüsch trifft Franz Hohler, UA 20. April 1996 in der Weserberglandhalle in Hameln
  • Schweizer sein – être Suisse – essere Svizzeri (mit Michel Bühler und Marco Zappa), UA 1998
  • Das vegetarische Krokodil, UA 1999
  • Im Turm zu Babel, UA 2000
  • S Tram uf Afrika, UA 2001

Theaterstücke[Bearbeiten]

  • Bosco schweigt. Groteske. UA: 13. November 1968 im Theater am Neumarkt Zürich, Regie von Reinhart Spörri
  • Grüss Gott, Herr Meier! Einakter. UA: 6. Dezember 1968 im Theater Baden-Baden, Regie von Günther Penzoldt
  • Liebeskummer. Übersetzung des Stücks von Molière. UA: 15. Oktober 1969 im Theater am Neumarkt in Zürich
  • Lassen Sie meine Wörter in Ruhe! UA: 18. Juni 1974 im Theaterkollektiv Studio am Montag in Bern, Regie von Verena Strasser
  • Vom Angsthaben, Streiten und Essen. Bühnenstück (mit René Quellet). UA: 1974
  • Der Riese. Einakter. UA: 10. April 1976 im Volkstheater Nürnberg, Regie von Paul Bösiger
  • Der Zwerg. Einakter, bisher nur von Laiengruppen gespielt
  • David und Goliath. Stück für Kinder. UA: 19. Februar 1977 in der Schpilkischte Basel
  • Franz und René ruumen uf. Bühnenstück (mit René Quellet). UA: 1978
  • Die Dritte Kolonne. Stück für zwei Frauen und eine Gegensprechanlage. UA: 12. Oktober 1979 im Claque in Baden, Regie von Wolfgang Finck
  • Solothurner Chueche. Festspiel zum 500-jährigen Jubiläum des Kantons Solothurn. UA: 6. August 1981, Regie von Franz Hohler
  • Die Lasterhaften. UA: 13. März 1982 im Theater an der Winkelwiese in Zürich, Regie von Walter Hess und Margot Gödrös
  • Die falsche Türe. UA: 31. Oktober 1995 im Stadttheater St. Gallen, Regie von Katja Wolff
  • Die drei Sprachen. Stück für Kinder, UA: 1997 im Mladih Theater in Sarajevo
  • Zum Glück. Komödie. UA: 2002 im Casinotheater Winterthur
  • Sense. UA: 26. August 2011 im Kloster Werthenstein

Radio-Sendungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1972: Das Besondere am Mai (Radio DRS, 9. Mai)
  • 1975: Faktenordner (Radio DRS)
  • 1978: Bsüech (Radio DRS, 23. März)
  • 1983: Gschpass mit Franz Hohler, Kindersendungen (Radio DRS)
  • 1986: Zytlupe, Kurz-Satire (Radio DRS)

Filme und TV-Sendungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1973: Das Parkverbot [Fernsehen DRS;TSR]. Buch: Franz Hohler
  • 1973–1994: Franz und René [Fernsehen DRS]
  • 1975: Emil auf der Post [ARD]. Regie und Co-Autor: Franz Hohler
  • 1976: Die Nachtübung [ARD]
  • 1980–1983: Denkpause [Fernsehen DRS]. Satirische Kurzsendung, 40 Folgen
  • 1986: Dünki-Schott. Spielfilm. Drehbuch: Franz Hohler, Regie: Tobias Wyss
  • 1989–1994: Übrigens... [Fernsehen DRS]. Satire, 46 Folgen
  • 1993: Der Kongress der Pinguine. Film. Text: Franz Hohler, Regie: Hans-Ulrich Schlumpf

Tonträger[Bearbeiten]

  • 1967: Pizzicato, LP Zytglogge 101
  • 1970: Celloballaden, LP CBS S 64246
  • 1971: Traraa!, LP CBS 64644
  • 1973: I glaub jetz hock i ab, LP CBS S 65 794
  • 1974: Ungemütlicher 2. Teil, LP CBS 80 417
  • 1978: Iss dys Gmües, LP Image 60 100012
  • 1979: Vom Mann, der durch die Wüste ging, 2LP Image 60 102425
  • 1981: Einmaliges von Franz Hohler, LP Image 60-100027
  • 1981: Das Projekt Eden, LP Image 60-100030
  • 1982: Es si alli so nätt, LP Image 60 100033
  • 1982: In einem Schloss in Schottland lebte einmal ein junges Gespenst, LP Deutsche Grammophon Junior 2546 060
  • 1987: S isch nüt passiert, LP Zytglogge 124
  • 1989: Hohler Kompakt, CD Zytglogge 4133
  • 1992: Der Räuber Bum und andere Geschichten, MC Modus Vivendi
  • 1993: Der Flug nach Milano, 2CD Zytglogge 4134
  • 1994: Drachenjagd, 2CD Zytglogge 4135
  • 1995: Der Theaterdonnerer, CD Zytglogge 4136
  • 1995: S Zauberschächteli, CD Zytglogge 4451
  • 1998: Zytlupe, CD Zytglogge 4138
  • 1998: Der gross Zwärg, CD Zytglogge 4452
  • 1999: Tschipo i der Steizit (TEIL 1 UND 2), 4MC DRS KinderClub
  • 1999: Schweizer sein, être Suisses, essere Svizzeri (Vol. 1 und 2), CDs
  • 2001: Im Turm zu Babel, 2CD Zytglogge 4142
  • 2003: Wenimol alt bi, CD Zytglogge 4143

Hörbücher[Bearbeiten]

Für Erwachsene:

  • Zur Mündung (vom Autor gelesen); CD, Audiobuch Verlag
  • Bedingungen für die Nahrungsaufnahme (mit kurzen Cellostücken); MC/CD, Wagenbach
  • Die Torte und andere Erzählungen - Gelesen von Hohler; 2 CDs, Random House Audio
  • 52 Wanderungen (19 davon gelesen von Hohler, mit kurzen Cellostücken); 2 CDs, Zytglogge 4097
  • Die Steinflut; 4 CDs, Gugis
  • Das Ende eines ganz normalen Tages, gelesen von Hohler; 2 CDs, Random House Audio

Für Kinder:

  • S Zauberschächteli, MC/CD, Zytglogge (4)451
  • Der gross Zwärg, MC/CD, Zytglogge (4)452
  • Tschipo i der Steizit, 4 MCs, Zytglogge 1471/72
  • Tschipo und die Pinguine, 4 MCs, Zytglogge 1482/83
  • Das kleine Orchester (Geschichten, hochdeutsch); 1 CD, Gugis-009
  • Tschipo; 3 CDs, Zytglogge 4486
  • Tschipo und die Pinguine; 3 CDs, Zytglogge 4491
  • Tschipo i der Steizit; 3 CDs, Zytglogge 4492

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Hohler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fernsehdokumentation «Hohler, Franz» auf SRF 1 vom 10. März 2013.
  2. Geschichtenerzähler in: Der Sonntag vom 7. August 2011
  3. Zwischen Zwergen und Wölfen in: Der Sonntag vom 7. August 2011
  4. Alemannischer Literaturpreis. Stadt Waldshut-Tiengen, abgerufen am 14. Dezember 2010.
  5. Dies Academicus 2009. In: Universität Fribourg. Abgerufen am 18. November 2011.
  6. Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz
  7. unterhaus, Website des Mainzer Forum Theaters unterhaus, abgerufen am 5. November 2013.
  8. Angelika Overath: Allgemeinpraktiker der Seele. Buchbesprechung in der Neuen Zürcher Zeitung vom 12. Januar 2011, abgerufen am 12. Januar 2011.