Franz Josef Wagner

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Franz Josef Wagner (* 7. August 1943 in Olmütz) ist ein deutscher Boulevard-Journalist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie und Jugend

Wagners Mutter war Handarbeitslehrerin.[1] Er wuchs in Regensburg auf, wo er auch Sänger im berühmten Domspatzen-Chor war. Er ging dort auf eine Klosterschule, bestand jedoch die Abiturprüfung nicht und verließ die Schule ohne Abschluss.[2] Danach schlug er sich einige Jahre mit Gelegenheitsjobs durch.

Wagner ist verheiratet und hat eine Tochter.

[Bearbeiten] Tätigkeit als Journalist

Wagner begann seine Tätigkeit als Journalist mit einem Volontariat bei der Nürnberger Zeitung.[3] Ab 1966 arbeitete er beim Axel-Springer-Verlag, unter anderem als Kriegsberichterstatter und Chefreporter für die Bild. In den 1970er Jahren arbeitete er nebenher als Ghostwriter für Franz Beckenbauer und Udo Jürgens.

1988 wechselte Wagner zum Burda-Verlag nach München und wurde Chefredakteur der Boulevard-Zeitschrift Bunte. Bei Burda entwickelte er zusammen mit Günter Prinz auch die Zeitschriften Elle und Super-Illu. 1991 folgte die Boulevard-Zeitung Super!, deren Chefredakteur Wagner wurde. Sie war als Ost-Konkurrenz zu Bild gedacht, musste aber nach einem Jahr wieder eingestellt werden. Berühmt wurde Wagners Schlagzeile „Angeber-Wessi mit Bierflasche erschlagen – Ganz Bernau ist froh, daß er tot ist“ vom 3. Mai 1991, mit der er Super! bereits am zweiten Erscheinungstag das Image eines Revolverblatts verlieh.

1998 kam Wagner zurück zum Axel-Springer-Verlag und wurde Chefredakteur der B.Z. und B.Z. am Sonntag. Im Jahr 2000 verlor er seinen Posten als Chefredakteur der B.Z., nachdem er in einem Artikel über Franziska van Almsick ehrverletzende Töne angeschlagen hatte.

Seit dem 3. Januar 2001 ist Wagner „Chefkolumnist“ bei Springer – eine Position, die eigens für ihn geschaffen wurde. Er schreibt die Kolumnen „Post von Wagner“, montags bis samstags in Bild sowie (bis 2005) „Wagners Welt“ wöchentlich in der Welt am Sonntag. Für die Kolumne „Post von Wagner“ erhielt er 2002 den vom Bauer-Verlag verliehenen Journalisten-Preis Goldene Feder in der Kategorie „Print“.

[Bearbeiten] Tätigkeit als Buchautor

Als Buchautor hat Wagner die Romane Das Ding (verfilmt), Big Story, Wolfsspur, Im September, wenn ich noch lebe und Boris veröffentlicht. Sein größter Erfolg war der Bestseller Das Ding.

[Bearbeiten] Kritik

Wagner geht in seinen Texten aggressiv gegen ihm missliebige Personen und Gruppen vor und wird im Gegenzug stark kritisiert und zum Teil auch verspottet.

In seinen Beiträgen versucht er sich als „Sprecher“ des Kleinbürgertums. Verbale Angriffe gegen Homosexuelle, Atheisten, Ausländer, emanzipierte Frauen, Liberale, Sozialdemokraten und ihm unliebsame Prominente bringen ihm oft den Vorwurf des Populismus ein.

Seine mit vielen beschreibenden Adjektiven und Adverbien versehenen Texte und seine wilden Argumentationssprünge haben Wagner unter anderem den Spitznamen „Gossen-Goethe“ eingebracht.[4] Der Publizist Henryk M. Broder attestierte ihm, die B.Z. mit „Bouletten-Journalismus“ zum „Zentralorgan des Neo-Dadaismus“ gemacht zu haben, und hielt ihm angesichts einer gynäkologischen Betrachtung über die schwangere Steffi Graf vor, er wache „mit dem dringenden Bedürfnis auf, seine Morgenlatte literarisch zu veredeln“.[5] Das Satiremagazin Titanic verspottete Wagner als „Gaga-Kolumnisten“.[6]

Wagner hat ebenfalls viel Kritik an seinen persönlichen Verhaltensweisen auf sich gezogen. Die ihm kritisch gegenüberstehende Tageszeitung fasste zu seinem 60. Geburtstag zusammen: „Er gilt als cholerisch, viril, impulsiv, reaktionär, hysterisch, zynisch, chaotisch, mithin unerträglich.“[7] Besondere Schwierigkeiten im persönlichen Umgang hatte Wagner in den Jahren, in denen er die B.Z.-Redaktion führen sollte. Sein Arbeitsstil wurde als chaotisch beschrieben, seine Führungsmethoden brachten einen großen Teil der Redaktion gegen ihn auf. Dies ging so weit, dass auf einer anonym von Redakteuren der B.Z. betriebenen Website indirekt die Absetzung Wagners gefordert wurde.[8]

2009 wurde er wegen einer Beleidigung gegenüber Eva Herman in seiner Bild-Kolumne „Post von Wagner“ zu Schadenersatz in Höhe von 10.000 Euro verurteilt. Nach dem Rausschmiss der TV-Moderatorin aus einer Fernsehsendung hatte er sie als „dumme Kuh“ bezeichnet.[9]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Post von Wagner: Lieber Mick Jagger, Bild, 26. Juli 2008
  2. Post von Wagner: Liebe Lehrer, liebe Eltern, Bild, 5. Januar 2008
  3. Alexander Kühn: Franz-Josef Wagner - Der Großstadtindianer, alpha-journalisten.de, Auszug aus Stephan Weichert, Christian Zabel (Hrsg.): „Die Alpha-Journalisten“, Herbert von Halem Verlag, 2007
  4. Thomas Leif: Ich bin Wagner - Du bist Deutschland, Portrait in Zapp, NDR, 19. April 2006 (Sendung als PDF und Video)
  5. Henryk M. Broder: Franz-Josef Wagner - Kolumnist und Fachmann für das Privateste und Persönlichste, www.henryk-broder.de, 23. Juli 2001
  6. Hurra, Berlin hat's gepackt, Titanic, Ausgabe Mai 2004
  7. Schöner scheitern mit Franz-Josef, Die Tageszeitung, 7. August 2003
  8. World Wide Wagner, Website über Franz-Josef Wagner als B.Z.-Chefredakteur, von Redakteuren der B.Z. ohne Namensnennung betrieben
  9. http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M5eca9fdf64d.0.html

[Bearbeiten] Weblinks

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