Franz Kaym

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Franz Kaym (* 20. Juni 1891 in Moosbrunn, Niederösterreich; † 12. Februar 1949 in Wien) war ein österreichischer Architekt.

Der Bauernsohn Kaym besuchte in Wien die Bürgerschule, die Realschule und danach von 1905 bis 1909 die bautechnische Abteilung der Staatsgewerbeschule Wien 1. Er absolvierte nebenbei eine Maurer- und Steinmetzlehre. Von 1910 bis 1913 studierte er Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner, gleichzeitig arbeitete er in Wagners Büro als technischer Zeichner. Von 1916 bis 1918 diente er im Ersten Weltkrieg, danach bildete eine langjährige Arbeitsgemeinschaft mit Alfons Hetmanek.

Aufgrund ihrer 1919 veröffentlichten Studie „Wohnstätten für Menschen, heute und morgen“ galten Kaym/Hetmanek als Experten für Siedlungsbau und ihr Büro erhielt einschlägige Aufträge seitens der Gemeinde Wien. In der von Adolf Loos beeinflussten Studie trat das Architektenduo nach Vorbild der englischen Gartenstadtbewegung für das Einfamilienhaus als gesündeste und billigste Form des Wohnens ein. Mit Förderung seitens der öffentlichen Hand sollten serienmäßig billige und genormte Reihenhäuser entstehen. Später entwarfen Kaym/Hetmanek aber auch Gemeindebauten vom Typ Volkswohnungspalast. Die Arbeitsgemeinschaft wurde 1935 in der Weltwirtschaftskrise aufgelöst.

In der NS-Zeit war Kaym Mitglied von NSDAP und SS und hatte daher nach 1945 kurzfristig Berufsverbot. Ab 1938 hatte er mit dem Architekten Frank Schläger (1894–1978) unter anderem Industrieanlagen für die NS-Rüstungsindustrie in Mähren, der Slowakei und Ungarn geplant.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Kaym – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien