Franz Ludwig von Erthal

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Franz Ludwig Karl Philipp Anton Freiherr von und zu Erthal-Elfershausen, Fürstbischof von Bamberg und Würzburg
Münzvorderseite mit Porträt des Bamberger und Würzburger Fürstbischofs (20 Kreuzer 1785)
Wappen des Fürstbischofs am Altar der katholischen Kirche von Absberg
Epitaph des Fürstbischofs im Würzburger Dom

Franz Ludwig Freiherr von Erthal (* 16. September 1730 in Lohr am Main; † 14. Februar 1795 in Würzburg) war Fürstbischof von Würzburg und Bamberg. Er entstammte dem Geschlecht derer von und zu Erthal. Sein älterer Bruder Friedrich Karl Joseph von Erthal war vorletzter Kurfürst-Erzbischof des Erzstifts Mainz.

Studium und Karriere[Bearbeiten]

Erthal studierte Jura und Theologie in Mainz, Würzburg, Wien und Rom und trat danach in die Domkapitel von Würzburg und Bamberg ein. Er wurde 1763 von seinem Amtsvorgänger, dem damaligen Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim, zum Präsidenten der weltlichen Regierung des Hochstifts Würzburg ernannt. Kaiser Joseph II. ernannte ihn 1768 zum Geheimen Reichsrat und zum Visitator des Reichskammergerichts in Wetzlar. 1776 wurde er kaiserlicher Kommissar auf dem Reichstag zu Regensburg.

Erthal als Bischof[Bearbeiten]

Von 1779 bis zu seinem Tode regierte er in Personalunion die Hochstifte Bamberg und Würzburg als Fürstbischof sehr umsichtig. Erthal regierte nach dem Grundsatz Alles für die Untertanen, aber alles durch den Fürsten. Er war von den Ideen der Aufklärung durchdrungen und förderte die Erziehung des Klerus. In Bamberg errichtete er das erste moderne Krankenhaus und führte eine erste öffentliche Sozialversicherung ein. Die Universität in Bamberg bekam unter seiner Regierung einen Lehrstuhl für Veterinärmedizin. Politisch war er loyal zum Haus Habsburg und hielt zu Kaiser Joseph II..

Mit Erthal und seiner allen Prunk verschmähenden Art waren die Tage einer glanzvollen Hofhaltung in der unter seinem Vorgänger endlich fertiggestellten und prächtigst ausgestatteten Würzburger Residenz zu Ende. Anders als Adam Friedrich von Seinsheim war Erthal kein Freund von weltlichen Vergnügungen, und bei Hofe gab es keine Jagden und Opernaufführungen mehr. Die Lotterie schaffte er ab, weil sie den Charakter verderbe, aus der Residenz ließ er Bilder entfernen und schloss das Hoftheater. Den Theaterfundus ließ er zugunsten eines Waisenhauses verkaufen.

Erthal wurde im Würzburger Kiliansdom bestattet.

Wappen[Bearbeiten]

In der Vierung die Symbole für das Bistum Bamberg und das Bistum Würzburg, als Herzschild das Familienwappen der von Erthal.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Denkmal in Bamberg, zuerst auf dem Domplatz aufgestellt, 1938 abmontiert, 1959 aufgestellt vor der nun jetzt ehemaligen AOK am heutigen Synagogenplatz, etwa 1985 in der Pödeldorfer Straße vor die neue AOK transferiert.
  • In seinem Geburtsort Lohr am Main wurde das dortige Gymnasium nach ihm benannt.
  • 1965 wurde das Neue Gymnasium in Bamberg in Franz-Ludwig-Gymnasium umbenannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Leo Bambergicvs : Symbolicis Principum virorum Leonibus adumbratus, et ... Francisco S. R. I. Principi Bambergensi Et Herbipolensi Episcopo, Franciae Orientalis Dvci, &c. a Collegio Societatis Iesv Coloniensi, In faustae gratulationis, debitiq[ue] significationem obsequij, Dicatvs, Consecratvs. - Coloniae : Kempens, 1633. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Franz Ludwig von Erthal – Quellen und Volltexte
 Commons: Franz Ludwig von Erthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Adam Friedrich von Seinsheim Fürstbischof von Bamberg
1779–1795
Christoph Franz von Buseck
Vorgänger Amt Nachfolger
Adam Friedrich von Seinsheim Fürstbischof von Würzburg
1779–1795
Georg Karl von Fechenbach