Franz Maria von Dalwigk zu Lichtenfels

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Franz Maria Friedrich Clemens Freiherr von Dalwigk zu Lichtenfels (* 21. April 1876 in Düsseldorf; † 25. November 1947 in Bad Wildungen) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Kavallerie des Heeres im Zweiten Weltkrieg.

Herkunft[Bearbeiten]

Franz von Dalwigk zu Lichtenfels war der jüngste Sohn des Zentrumspolitikers und Reichstagsabgeordneten Franz Hubertus von Dalwigk zu Lichtenfels, der am 18. Januar 1870 in zweiter Ehe Elisabeth Geyr von Schweppenburg (* 12. Februar 1838; † 10. Dezember 1905) geheiratet hatte. Er hatte fünf Geschwister, davon zwei Halbgeschwister aus der ersten Ehe seines Vaters.[1]

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Kaiserreich[Bearbeiten]

Dalwigk trat am 18. August 1896 als Fahnenjunker in das Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 in Berlin ein. Dort wurde er am 4. August 1899 zum Fähnrich und am 22. März 1900 zum Leutnant befördert. Sein Offizierspatent datiert auf den 22. März 1898. Am 18. April 1900 erfolgte seine Versetzung in das Infanterie-Regiment „Graf Bülow von Dennewitz“ (6. Westfälisches) Nr. 55, wo er am 18. April 1901 à la suite gestellt und beurlaubt wurde.

Am 27. Januar 1902 erfolgte seine Kommandierung zum 2. Westfälischen Husaren-Regiment Nr. 11, seine Versetzung in dieses Regiment erfolgte ein Jahr später am 27. Januar 1903. Am 24. August 1904 wurde Dalwigk von dort zur Reserve seines Stammregiments, dem Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 entlassen.

Am 18. Mai 1905 wurde Dalwigk zum Thüringischen Husaren-Regiment Nr. 12 kommandiert, wo er am 21. Mai 1906 wieder eingestellt wurde. Am 4. August 1909 wurde er zum Oberleutnant befördert. Ab Oktober 1910 diente er in diesem Regiment als Regimentsadjudant. Am 1. Oktober 1913 wurde er zum Rittmeister befördert und zum Eskadronchef ernannt. Am 27. Dezember 1917 wurde er Kommandeur des Landsturm-Bataillons Elberfeld und am 5. April 1918 Kommandeur des II. Bataillons des Anhaltischen Infanterie-Regiments Nr. 93, das er bis Kriegsende befehligte.

Weimarer Republik[Bearbeiten]

Vom 15. November bis 23. Dezember 1918 befehligte Dalwigk das nach ihm benannte "Freiwilligen-Bataillons von Dalwigk", ein Freikorps. Nach dessen Auflösung wurde er am 24. Dezember 1918 zum Kommandeur des III. Bataillons des 4. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 51 ernannt, in welchem er bis zu dessen Demobilisierung Anfang März 1919 verblieb. Danach war er bis Mitte April 1920 Kommandeur des "Freiwilligen Husaren-Regiments 12", einem aus seinem alten Stammregiment hervorgegangenen Freikorps.

Am 15. April 1920 wurde Dalwigk in die Reichswehr übernommen und dort als Eskadronchef dem 10. (Preußisches) Reiter-Regiment zugeteilt, wo er am 1. April 1921 zum Major befördert wurde. Am 1. Mai 1923 wurde Dalwigk in den Stab des 18. Reiter-Regiments in Stuttgart-Cannstatt versetzt. Am 1. Februar 1927 wurde er zum Kommandeur des 15. (Preußisches) Reiter-Regiments in Paderborn ernannt. In dieser Dienststellung folgte am 1. März 1927 seine Beförderung zum Oberstleutnant, am 1. April 1930 die zum Oberst.

Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Vom 1. Oktober 1931 bis Ende März 1937 war Dalwigk Kommandeur der Kavallerieschule Hannover,[2] wo er am 1. Februar 1933 zum Generalmajor und am 1. Oktober 1934 zum Generalleutnant befördert wurde. Vom 1. April 1937 bis August 1939 war Dalwigk General z.b.V. im III. Armeekorps in Berlin.

Im Zuge der Allgemeinen Mobilmachung vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Dalwigk am 26. August 1939 zum Kommandierenden General des Stellvertretenden Generalkommandos III. Armeekorps und damit gleichzeitig zum Befehlshaber des Wehrkreises III ernannt. Am 1. Dezember 1940 wurde er zum General der Kavallerie befördert. Dalwigk wurde am 1. März 1943 in die Führerreserve versetzt und am 31. Mai 1943, mit Verleihung des Deutschen Kreuzes in Silber, verabschiedet.

Dalwigk starb wenige Jahre nach Kriegsende 1947 in Bad Wildungen.

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten]

Franz Maria von Dalwigk zu Lichtenfels war zweimal verheiratet.

  • Am 3. September 1904 heiratete er Maria Magdalena Beissel von Gymnich (* 7. Dezember 1878, † 7. Juli 1918). Mit ihr hatte er die Kinder:[3]
    • Franz Otto Maria Karl von Dalwigk zu Lichtenfels (* 3. August 1905)
    • Friedrich Karl August Maria von Dalwigk zu Lichtenfels (* 1. April 1907, † 9. Juli 1940)
    • Clemens Reinhardt von Dalwigk zu Lichtenfels (* 7. Juli 1911, † 5. Juni 1979)
    • Karl Egon Hubertus Maria von Dalwigk zu Lichtenfels (* 26. März 1915)
    • Elisabeth Blanka Maria von Dalwigk zu Lichtenfels (* 1. Januar 1917)
  • Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 5. März 1920 Vera Grote (* 18. Dezember 1889, † 28. September 1965). Der Ehe entstammten die Kinder:[4]
    • Thomas Adolf August Maria von Dalwigk zu Lichtenfels (* 24. Dezember 1920, † 6. März 1945)
    • Vera Maria Ilse Viktoria Franziska von Dalwigk zu Lichtenfels (* 13. April 1927)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dermot Bradley: Die Generale des Heeres 1921–1945, Teil IV, Band 3: Dahlmann–Fitzlaff, Biblio Verlag, Osnabrück 1994, ISBN 3-7648-2443-3, S. 7–8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.bickel-wbn.de Stammbaum.
  2. Leitung mit Rang Generalmajor auch belegt in Rudolf Absolon: Die Wehrmacht im Dritten Reich. 30. Januar 1933 bis 2. August 1934. Bd. 1, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1998, S. 57 2. Auflage (Schriften des Bundesarchives Bd. 16) [1]
  3. www.bickel-wbn.de Stammbaum.
  4. www.bickel-wbn.de Stammbaum.
  5. a b c d e f g Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1924, S.130