Franz Mon

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Franz Mon (* 6. Mai 1926 in Frankfurt am Main; eigentlich: Franz Löffelholz) ist ein deutscher Dichter der Konkreten Poesie.

Leben[Bearbeiten]

Mon studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Frankfurt am Main und Freiburg im Breisgau. Sein Studium beendete er 1955 mit der Promotion über Brockes' Irdisches Vergnügen in Gott. Ab 1956 arbeitete er als Verlagslektor in Frankfurt. 1960 gab er zusammen mit Walter Höllerer und Manfred de la Motte die Anthologie movens heraus, deren Skala von Gertrude Stein und Kurt Schwitters über John Cage bis hin zur Elektronenmalerei von Karl Otto Götz und zu den kinetischen Versuchen von Heinz Mack und Victor Vasarely führte.[1] 1962 gründete Franz Mon den Typos-Verlag. Mon lehrte bis 2000 im Bereich Grafik/Design in Kassel, Karlsruhe und an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Mon ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste sowie der Freien Akademie der Künste Mannheim.

Werk[Bearbeiten]

Insbesondere durch seine theoretischen Schriften wie Zur Poesie der Fläche, Texte in den Zwischenräumen (beide 1966) oder Buchstabenkonstellationen (1967) leistete er wichtige Beiträge zur Etablierung der Konkreten Poesie. Mon setzt sich vor allem dafür ein, die Fläche als Textelement sichtbar und wahrnehmbar zu machen, und sie nicht nur als unwichtigen Texthintergrund zu betrachten (bzw. zu ignorieren).

Dementsprechend setzen sich seine Gedichte aus räumlich angeordneten Buchstaben zusammen, die nicht immer auch zu ganzen Wörtern nebeneinandergestellt werden können. Mon nutzt die Varianten der Typografie, um das Augenmerk auf die Buchstaben an sich zu lenken. Die Texte erscheinen häufig extrem reduziert, was deutlich wird, wenn man sich Mons Postulat zu eigen macht: „es kommt nicht auf die menge der inhalte an sondern auf das verhältnis von zeichenaufwand und realisierbaren beziehungen“ (aus: Buchstabenkonstellationen)

Wie viele seiner Kollegen bevorzugt Mon die konsequente Kleinschreibung und setzt Satzzeichen wenig oder gar nicht ein.

Ausgewählte Gedichte[Bearbeiten]

  • oktober (mehr weiß niemand die disteln gehn rückwärts)
  • grundriß (war sichtbar ist genau sichtbar)[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Bibliographie[Bearbeiten]

  • artikulationen; Pfullingen: Neske, 1959
  • protokoll an der kette. 14 Gedichte. mit sechs Graphiken von Bernhard Schultze. Köln: Galerie Der Spiegel, 1961
  • Verläufe. Mit Lithographien von K.O. Götz. Stuttgart: Galerie Müller, 1962
  • Sehgänge. Eine Demonstration. Wolfgang Fietkau Verlag, Berlin 1983 (Schritte 8, Erstauflage 1964), ISBN 978-3-87352-008-0.
  • weiß wie weiß. mit Prägedrucken von Rolf Kissel. Bad Homburg: Gulliver Presse, 1964
  • ainmal nur das alphabet gebrauchen. Stuttgart: edition hansjörg mayer, 1967
  • herzzero. Neuwied und Berlin: Luchterhand, 1968
  • Texte über Texte. Neuwied und Berlin: Luchterhand, 1970
  • aufenthaltsraum. mit Siebdrucken von Thomas Lenk. Duisburg: Guido Hildebrandt, 1972
  • maus im mehl. Frankfurt/M: Galerie Patio, 1976
  • fallen stellen. texte aus mehr als elf Jahren. Spenge: Verlag Klaus Ramm, 1981
  • hören ohne aufzuhören. Linz: neue texte, 1983
  • Es liegt noch näher. 9 Texte aus den 50ern. Spenge: Verlag Klaus Ramm, 1985
  • was hältst du denn von Bielefeld. mit Collagen vom Autor. Brackwede bei Bielefeld: Pendragon, 1987
  • Knöchel des Alphabets. 33 visuelle Texte. Offenbach: Hochschule für Gestaltung, 1989
  • das wort auf der zunge. Texte aus vierzig Jahren. Berlin: Janus, 1991
  • Nach Omega undsoweiter. Spenge: Verlag Klaus Ramm, 1992
  • Gesammelte Texte - Bd 1 Essays. Berlin: Janus, 1994
  • Gesammelte Texte - Bd 2 Poetische Texte 1951-1970. Berlin: Janus, 1995
  • Gesammelte Texte - Bd 2 herzzero. Berlin: Janus, 1996
  • Wörter voller worte. Spenge: Verlag Klaus Ramm, 1999
  • Freiflug für Fangfragen. 103 Alphabetgedichte mit 26 Versalcollagen und 1 CD mit Lauttexten seit 1960
  • Zuflucht bei Fliegen - Lesebuch, hrsg. von Michael Lentz. Frankfurt am Main: S. Fischer, 2013

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten]

Tonträger[Bearbeiten]

  • Artikulationen 1964. (Frankfurt/M). Kopie, Spulentonband
  • „hänk“, artikulatorische Etüde, auf: KONKRETE POESIE - SOUND POETRY - ARTIKULATIONEN, hrsg. von anastasia bitzos. Bern: Hi-Fi-Atelier John Spinner 1966. LP
  • Blaiberg funeral. Technical accomplishment: Sylve Sjöberg, auf: Text-sound-compositions 7 / Stockholm 1970. (Stockholm ca. 1970), Fylkingen / SR Records, RELP 1103. LP
  • erge erekt (1962). Sprecher: Franz Mon, auf: PHONETISCHE POESIE. Luchterhand Schallplatte, hrsg. von Franz Mon. Neuwied und Berlin 1971. LP
  • das gras wies wächst. Hörspiel. Regie: Franz Mon. Prod.: SR / BR / WDR 1969. Saarländischer Rundfunk, Saarbrücken o. J. /Dokumenationsschallplatte/. o. O., o. J. (ca. 1974). Deutsche Grammophon/HÖRSPIEL HEUTE, Luchterhand 2574 004. LP
  • Da du der bist (1973). WDR, Köln 1974, auf: futura. POESIA SONORA. Antologia storico critica della poesia sonora a cura di Arrigo Lora-Totino. Milano: Cramps Records 1978, 5206 305. LP
  • Ja-Nein-Parabel (1971/78), auf: POÉSIE SONORE INTERNATIONALE. Hrsg. von Henri Chopin. Paris: Ed. Jean-Michel Place 1979, Audiocassette I /Beilage zum gleichnamigen Buch von Henri Chopin/
  • augenzeuge (Text), auf: manuskripte für ALFRED KOLLERITSCH 1981. Graz 1981. Audiocassette /Beilage zum gleichnamigen Sonderheft/
  • erge erekt, 1962/1970, auf: Neue Zeitschrift für Musik. Mainz: Schott Verlag 1998, Nr. 5, „Musik Sprechen“. CD /CD-Beilage/

Rundfunk[Bearbeiten]

  • bringen um zu kommen. Stereo-Hörspiel. Prod.: WDR 1970. Realisation: Franz Mon. Karl-Sczuka-Preis 1971.
  • ich bin der, ich bin die. Prod.: WDR 1971. Realisation: Franz Mon. Ausführende: Trio Exvoco.
  • da du der bist. Hörspiel. Prod.: WDR, NCRV Hilversum 1973. WDR 3, Oktober 1973 mit Tera de Marez-Oyens: da du der bist. Hörspiel. Prod.: WDR, NCRV Hilversum 1973.
  • Hörspiele werden gemacht. Werkstattbericht. Produktion: NDR/WDR. WDR 3, 1974, Hörspielstudio
  • Lautpoesie 2. Das Trio Exvoco unter der Leitung von Ewald Liska interpretiert Texte von Franz Mon. SDR 2. 1975 Studio für Neue Literatur
  • Artikulationen. Ein Hörspot. WDR 3, 1977.
  • hören und sehen vergehen. Prod.: WDR/NDR 1977. WDR 3,
  • hören und sehen vergehen. Essay. WDR 3, 1977, Hörspielstudio
  • wenn zum beispiel nur einer in einem raum ist. Hörspiel. Prod.: WDR 1982.
  • Essay zu: „Wenn z. B. nur einer in einem Raum ist“. Donaueschingen, 15. Oktober 1982, anlässlich der Preisverleihung. SDR 2.
  • lesebuch (1967), interpretiert vom Trio EXVOCO, in: Trio EXVOCO: LAUTSPEKTAKEL DADA. Poesie für Stimmen. NDR 3.
  • Lachst du wie ein Hund. Hörspiel. Realisation: der Autor. WDR 3, 1985.
  • Das entdeckte Hirn. Frankfurt Fest 1985, „Musik, Poesie, Aktionen“, 1985, Mozart-Saal der Alten Oper.
  • Literatur zwischen den Stühlen. Essay. Realisation: Franz Mon. Prod.: WDR 1986.
  • Montagnacht für Stimmen und Flöte. Realisation: Franz Mon. WDR 3, 1987.
  • ausgeartetes auspunkten. mit einer Vorrede von Franz Mon. HR 2, 2007.
  • Es, im Zustand wie gesehen. Hessischer Rundfunk, 2010.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.), Bernd Evers (Einl.): Das XX. Jahrhundert. Ein Jahrhundert Kunst in Deutschland. Die Lesbarkeit der Kunst. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1999. ISBN 3-87584-873-X, S. 127
  2. Die beiden Gedichte sind aus: Hans Bender (Hrsg.), Widerspiel. Deutsche Lyrik seit 1945, Carl Hanser Verlag, München 1962, ohne ISBN
  3. Neue Zürcher Zeitung vom 16. Mai 2014

Weblinks[Bearbeiten]