Franz Muhri

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Nicolae Ceaușescu und Muhri in Rumänien

Franz Muhri (* 12. Oktober 1924 in Steyeregg, Gemeinde Limberg bei Wies, Steiermark; † 7. September 2001 in Wien) war ein österreichischer Politiker und mehr als 25 Jahre hindurch Vorsitzender der KPÖ.

Muhri begann seine berufliche Laufbahn als Bauarbeiter; nach einem Abendkurs an der Grazer Handelsschule war er als Lohnverrechner tätig.

Während der Zeit des Nationalsozialismus trat er 1940 einer kommunistischen Gruppe junger Antifaschisten bei. Die illegale Gruppe wurde vom später von den Nazis hingerichteten Richard Zach geleitet. Muhri wurde 1942 zur deutschen Wehrmacht eingezogen, flüchtete und schloss sich einer Widerstandsgruppe an.

Seine Karriere in der KPÖ begann er in Deutschlandsberg und Gänserndorf als KP-Sekretär. Er studierte drei Jahre an der zentralen Parteihochschule der KPdSU „W. I. Lenin“ in Moskau Gesellschaftswissenschaften. 1958 wurde er Landessekretär der KPÖ-Steiermark, 1961 wurde er in das Zentralkomitee und Politbüro gewählt.

1965 löste er Johann Koplenig als Vorsitzenden der KPÖ ab. Nach einer anfänglichen Verurteilung des Einmarsches der Sowjetunion in die ČSSR während des Prager Frühlings revidierte die KPÖ diese Verurteilung schließlich und schwenkte auf Moskau-Kurs um.

Beim 20. Parteitag der KPÖ im Jänner 1969 drohte Muhri öffentlich seinen Rücktritt an, um die Wiederwahl von „eurokommunistisch“ orientierten Mitgliedern des Zentralkomitees zu erreichen, weiters setzte er sich zu dieser Zeit gegen einen Ausschluss von kritischen Parteimitgliedern wie etwa Ernst Fischer ein.

Ab ca. 1970 vollzog er die Wandlung der KPÖ zu einer „moskautreuen“ Partei widerstandslos mit.

1990 trat er als Vorsitzender zurück.

Muhri wurde am Friedhof der Feuerhalle Simmering in Wien bestattet.

Werke[Bearbeiten]

  • Walter Baier und Franz Muhri: Stalin und wir Globus-Verlag, Wien 1991, ISBN 3-901421-51-3
  • Franz Muhri: Kein Ende der Geschichte: Erinnerungen, kritische Bilanz eines politischen Lebens, Gedanken über die Zukunft Globus-Verlag, Wien 1995, ISBN 3-85364-218-7

Weblinks[Bearbeiten]