Franz Stassen

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Franz Stassen (* 1869 in Hanau; † 1949 in Berlin) war ein deutscher Maler, Zeichner und Illustrator.

Von 1886 bis 1892 besuchte er die Berliner Hochschule für Bildende Künste. Nach dem Abschied von der Akademie ließ er sich erst einmal wieder in Hanau nieder, um einige Zeit darauf erneut nach Berlin zurückzukehren. Anfangs noch naturalistisch orientiert wandte sich Stassen nun dem Jugendstil zu, orientierte sich an Sascha Schneider, Fidus, Coloman Moser und Gustav Klimt. Ab 1900 reduzierte sich das ornamentale Element in seinem Werk. Bis 1908 trat Stassen vor allem als Buchillustrator in Erscheinung.

1908 unternahm Stassen erste Kontaktversuche zum Bayreuther Wagner-Kreis. Er wurde ein enges Mitglied des Kreises um Siegfried Wagner, schuf Mappen zu Wagner-Werken, unter anderem „Das Rheingold“ und „Der Ring des Nibelungen“. Sein darin geübter Illustrationsstil war einerseits der realistischen Formgebung des 19. Jahrhunderts verhaftet, andererseits durch die pathetische Gestik und Augensprache bereits von neuen populären Medien wie Fotografie beeinflusst. Zeitgenössische Publizisten werteten Stassens Werk auch als Ausläufer der Lebensreform der Jahrhundertwende, vor allem als eine Huldigung germanischer Naturreligion. Stassen verband diese Vorstellungen allerdings mit einem esoterisch und spiritistisch aufgefassten Christentum. 1913 starb seine Frau Minna.

Zwar trat Stassen 1930 in die NSDAP ein, doch er veränderte seinen künstlerischen Stil nicht, schuf keine direkt mit der NS-Ideologie kompatiblen Werke. Er schuf jedoch vier Wandteppiche für Hitlers Reichskanzlei, die Motive aus der Eddasage darstellten. Er blieb ein von der Politik abgewandter Illustrator von Wagner-Werken sowie literarischen Sagen und Märchen. Wichtige EInzelausstellungen fanden 1937 in Bayreuth und 1940 in Dresden statt.

Seit 1941 lebte er mit einem Lebensgefährten zusammen, bekannte sich nun zu seiner homosexuellen Veranlagung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er mit großer Energie daran, einen Teil seines zerstörten Werkes auszugleichen.

[Bearbeiten] Werke

  • Descey, Ernst (Vorwort): "Mein singendes klingendes Wien", München Berlin Wien ca. 1920, Drei Masken Verlag A.G., Softcover. Illustriert von Franz Stassen (11 sw, 2 fbg auf dem Umschlag).
  • "Deutsche Weihnacht - Eine Liebesgabe deutscher Hochschüler", Kassel 1914?, Furcheverlag Cassel, Softcover, 176 Seiten. Das Titelblatt hat R. C. Hirzel, Berlin, den inneren Buchschmuck Franz Stassen, Berlin gefertigt.
  • "Deutscher Humor in alter und neuer Zeit" (2 Bände), Berlin ca. 1920, Verlag Ludwig Schroeter GmbH, Hardcover. Mit 200 Federzeichnungen von Franz Stassen.
  • Eichendorff, Joseph von: "Ausgewählte Werke", Berlin 1925, Verlag von Ludwig Schroeter, Hardcover, 295 Seiten. Mit 55 Federzeichnungen von Franz Stassen.
  • Eulenburg, Philipp zu: Rosenlieder, Berlin 1919, Verlag Bote & Bock. Prachtausgabe illustriert von Franz Stassen. (Reprint Boosey & Hawkes · Bote & Bock, Berlin 1999)
  • Falke, Gustav: "Herr Purtaller und seine Tochter", Stuttgart 1921, K. Thienemanns Verlag, Reihe: Jungmädchen Bücher, Hardcover, 120 Seiten. Mit Federzeichnungen von Franz Stassen, Cover von Henry.
  • Gnauck-Kühne, Elisabeth: "Goldene Früchte aus Märchenland - Märchen für jung und alt", Bremen, G. A. v. Halem, Export- u. Verlagsbuchhandlung A.-G. Bremen. Mit 45 Illustrationen von Franz Stassen.
  • Goethe, Johann Wolfgang von: "Goethes Faust", Mainz 1984, Stassen Verlag, Hardcover, 400 Seiten. Mit 96 Farbillustrationen von Franz Stassen.
  • Grimm, Brüder: "Hänsel und Gretel und andere Märchen", Berlin 1922, Verlag von Ludwig Schroeter, Hardcover. Mit 102 Bildern von Franz Stassen (davon einige farbig).
  • Grimm, Brüder: "Rotkäppchen und sechs andere der schönsten Märchen", Berlin 1921, Verlagsanstalt für Vaterländische Geschichte und Kunst GmbH, Hardcover. Mit 32 Bildern (sw) von Franz Stassen.
  • Herzog, Rudolf: "Die Nibelungen", Berlin-Wien, Ullstein & Co (1913). Mit Bildern von Franz Stassen.
  • Volbehr, Theodor: "Hinter dem Erdentag", Berlin, Fischer & Franke, (1901). Mit Illustrationen von Franz Stassen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Anton Merk: "Franz Stassen, 1869−1949. Maler, Zeichner, Illustrator. Leben und Werk". Museum Hanau Schloss Philippsruhe, 18. April bis 23. Mai 1999.
  • Thieme-Becker, Bd. 31, S. 488 f.
  • Vollmer, Bd. 4, S. 345.
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