Franz Strauss

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Musiker Franz Strauss. Zu anderen Personen siehe Franz Strauß.
Franz Strauss

Franz Joseph Strauss (* 26. Februar 1822 in Parkstein; † 31. Mai 1905 in München) war ein deutscher Hornist und Komponist. Er war einer der angesehensten Waldhornvirtuosen seiner Zeit und ist der Vater von Richard Strauss.

Biografie[Bearbeiten]

Er wurde als unehelicher Sohn des Gendarmen Johann Urban Strauss und Maria Anna Kunigunde Walter in dem kleinen Ort Parkstein in der Nähe von Weiden in der Oberpfalz geboren. Da er von seinem Vater offiziell als dessen Kind anerkannt wurde, erhielt er den Familiennamen Strauss, obwohl seine Eltern nicht verheiratet waren. Franz Strauss wuchs bei seinem Onkel, dem Musikanten und Türmer Johann Georg Walter in der Oberpfalz auf. Schon als kleiner Junge musste er in Gaststätten auftreten und wurde so schon früh mit der Härte des Musikerlebens vertraut gemacht.

Im Alter von 15 Jahren wurde er Gitarrist in der Hofkapelle des Herzog Max, dann Eleve im Opernorchester des gleichen Hofes. Bald übernahm er das Solohorn neben Friedrich von Sendelbeck und wurde schließlich als Hornist an die Königlich Bayerische Hofkapelle nach München berufen.

Mitte 1851[1] heiratete er Maria Seiff, Tochter des Musikmeisters beim 1. bayerischen Artillerie-Regiment.[2] Als er 32 Jahre alt war, starben seine erste Frau und seine zwei Kinder an der Cholera im Jahre 1854. Mehr als zehn Jahre später, im Jahre 1863[3], heiratete Franz Strauss erneut, und zwar Josephine Pschorr, die Tochter des „Bierbarons“ Georg Pschorr. 1864 wurde ihr Sohn Richard geboren. Darüber hinaus hatten sie noch eine Tochter Berta Johanna.

1871 wurde Strauss Professor an der Musikakademie in München.

Er ruht auf dem Alten Südfriedhof in München.

Zusammenarbeit mit Richard Wagner[Bearbeiten]

Franz Strauss hatte einen sehr konservativen Musikgeschmack, vor allem verehrte er die Wiener Klassiker Haydn, Mozart und Beethoven. Er hatte eine Abneigung gegen die Musik von Richard Wagner, soll ihn aber angeblich bei der Komposition des sogenannten Siegfriedrufes unterstützt haben, wobei Wagner zur Entstehungszeit kaum Kontakt zum Münchener Orchester hatte. Auch die Wagnertuba soll aus einer Zusammenarbeit der beiden hervorgegangen sein.

Werke[Bearbeiten]

Sein Hornkonzert op. 8 diente in Aufbau und Thematik seinem Sohn offensichtlich als Vorlage für dessen Hornkonzert op. 11, denn neben der strukturellen Ähnlichkeit gibt es starke Parallelen zum Thema des dritten Satzes.

Er schrieb unter anderem ein weiteres Hornkonzert (Nr. 2 op. 14) sowie so genannte „Charakterstücke“ und „Unterhaltungsmusik“ für sein Münchner Hausorchester: Fantasie über den Sehnsuchtswalzer für Horn & Orch., Les Adieux f. Horn & Orch. op.2, Originalfantasie op.6 für Horn & Orch., weitere Stücke für Horn & Klavier und Hornquartette.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Familien-Nachrichten - Getraute Paare, in: Der Bayerische Landbote, Nr. 156, 5. Juni 1851, S. 768 (Online in der Google-Buchsuche)
  2. Richard Strauss-Blätter, Ausgaben 1-4, Internationale Richard Strauss-Gesellschaft, 1979, S. 63
  3. Bevölkerungs-Anzeige, in: Münchner Amtsblatt, Nr. 67, 30. August 1863, S. 708 (Online in der Google-Buchsuche)