Franz Unger

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Der Botaniker Franz Unger (1800-1870), Lithographie von Josef Kriehuber

Franz Joseph Andreas Nicolaus Unger (* 30. November 1800 auf Gut Amthofen bei Leutschach in der Steiermark, Österreich; † 13. Februar 1870 in Graz) war ein österreichischer Botaniker, Paläontologe und Pflanzenphysiologe. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Unger“.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Unger studierte zunächst Rechtswissenschaften an der Universität Graz und wechselte dann 1820 an die Universität Wien, wo er Medizin studierte. Ab 1822 war er an der Karls-Universität Prag eingeschrieben. 1823 wechselte er wieder an die Universität Wien, wo er 1827 zum Dr. med. promoviert wurde. Während seines Studiums war er 1820 Mitglied im Burschenschaftlichen Kreis in Graz.

Ab 1827 praktizierte er als Arzt in Stockerau bei Wien, ab 1830 als Landesgerichtsarzt in Kitzbühel in Tirol. 1836 wurde er Professor der Botanik an der Karl-Franzens-Universität Graz, 1850 Professor der Pflanzenphysiologie in Wien. 1852 bereiste er Nordeuropa, später den Orient und lebte seit 1866 im Ruhestand auf seinem Landgut bei Graz.

Unger erwarb sich zuerst wesentliche Verdienste um die Paläontologie, wandte sich aber später mehr der Physiologie und Phytotomie zu und förderte vor allem die Lehre von Zelle und Protoplasma.

Werke[Bearbeiten]

  •  Über den Einfluß des Bodens auf die Verteilung der Gewächse. 1836.
  •  Über den Bau und das Wachstum des Dikotyledonenstamms. 1840.
  •  Über Kristallbildungen in den Pflanzenzellen. 1840.
  •  Grundzüge der Anatomie und Physiologie der Pflanzen. 1846.
  •  Anatomie und Physiologie der Pflanzen. 1855.
  •  Grundlinien der Anatomie und Physiologie der Pflanzen. 1866.
  •  Synopsis plan tarum fossilium. 1845.
  •  Chloris protogaea, Beiträge zur Flora der Vorwelt. 1841-1847.
  •  Genera et species plantarum fossilium. 1850.
  •  Iconographia plantarum fossilium. 1852.
  •  Sylloge plantarum fossilium. 1860.
  •  Die Urwelt in ihren verschiedenen Bildungsperioden. 1851, 3. Aufl. 1864.
  •  Versuch einer Geschichte der Pflanzenwelt. 1852.
  •  Geologie der europäischen Waldbäume. 1870.
  •  Wissenschaftliche Ergebnisse einer Reise in Griechenland und den Ionischen Inseln. 1862.
  •  Die Insel Cypern. 1865.
  •  Botanische Briefe. 1852.
  •  Botanische Streifzüge auf dem Gebiet der Kulturgeschichte.

Quellen[Bearbeiten]

  • Meyers Konversationslexikon 1888-1889
  • Ilse Jahn (Hrsg.): Geschichte der Biologie. Spektrum 2000
  •  Karl Mägdefrau: Geschichte der Botanik. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-437-20489-0.
  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I Politiker, Teil 6: T–Z, Heidelberg 2005, S. 93–95.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Unger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien