Franz West (Künstler)

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Franz West (2009)

Franz West (* 16. Februar 1947 in Wien; † 25. Juli 2012 ebenda[1]) zählte zu den bedeutendsten zeitgenössischen bildenden Künstlern Österreichs.

Er lebte und arbeitete in Wien und machte sich vor allem im Bereich des dreidimensionalen Gestaltens (Plastik, Environments, Rauminstallationen) einen Namen. Aber auch Performances, Grafiken und Plakate finden sich in seinem Schaffen.

Leben[Bearbeiten]

Flause, 1998, Aluminium
Einer der vier "Lemurenköpfe" (Aluminium und weiße Lackfarbe) auf der Stubenbrücke in Wien

West studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli. Erste Ausstellungen folgten in den 1980er-Jahren, aber seine Beschäftigung mit der Skulptur begann schon früher mit den sogenannten „Passstücken“: freie, transportable, undefinierbare Formen aus Gips, Papiermaché oder Metall, die als Stützen, Prothesen oder Gewächse an den Körper gelegt werden konnten. So wollte er unter anderem Neurosen verbildlichen: „Ich behaupte, wenn man Neurosen sehen könnte, sähen sie so aus“. Kommunikation und Interaktion mit und durch die Kunst war stets ein Grundthema seiner Arbeiten. Ab 1987 entstanden Sitzmöbel aller Art, verfremdet, ironisiert, aus Fertigteilen oder mit Stoff bespannt. Auch die Möbelstücke der letzten Jahre thematisieren die Frage der Grenze zwischen Kunstobjekt und Gebrauchsgegenstand, die seit dem frühen 20. Jahrhundert ein stets für Diskussionen sorgender Begleiter der Bildenden Kunst geworden ist. 1993 gestaltete West den österreichischen Beitrag für die Biennale Venedig. Von 1992 bis 1994 hatte er eine Professur an der Städelschule, Frankfurt am Main, inne.[2] Werke des Künstlers waren 1992 auf der documenta IX und 1997 auf der documenta X in Kassel zu sehen.

Wests älterer Bruder war der Wiener „Arbeiterdichter“ Otto Kobalek (1930–1995), ein Wiener Original im Umfeld von Helmut Qualtinger. Für die Saison 2009/2010 in der Wiener Staatsoper gestaltete Franz West im Rahmen der von museum in progress konzipierten Ausstellungsreihe „Eiserner Vorhang“ das Großbild „Drei – Vom Vorgang ins Temperament“.

2011 wurde West der Ehrenlöwe für das Lebenswerk der Biennale von Venedig zuerkannt.[3] West erhielt ein Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof.[4]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kristine Bell (Hrsg.): Franz West - Early work [Publikation zur gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Zwirner & Wirth (ab 2010 lediglich als Galerie David Zwirner geführt), 30. Oktober 2004 - 8 Jänner 2005]. Zwirner & Wirth, New York 2004.
  • Franz West: Franz West - Displacement and Condensation. [Publikation zur gleichnamigen Ausstellung in der Gagosian Gallery London, 12. September - 21. October 2006]. Gagosian Gallery, London 2006. ISBN 1-932598-36-7
  • Kaspar König (Hrsg.): Franz West - Autotheater. [Publikation zur gleichnamigen Retrospektive in Köln, Neapel und Graz; Museum Ludwig, 11. Dezember 2009 - 14. März 2010; Madre - Museo d'Arte Contemporanea Donnaregina, 15. Mai - 23. August 2010; Kunsthaus Graz, 24. September 2010 - 9. Januar 2011]. DuMont, Köln 2009. ISBN 978-3-8321-9280-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz West – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kleine Zeitung: Franz West ist tot, 26. Juli 2012
  2. Franz West. Austria-Forum (AEIOU)
  3. Official Awards of the 54th International Art Exhibition bei labiennale.org, 4. Juni 2011 (aufgerufen am 4. Juni 2011).
  4. Ehrengrab für Künstler Franz West am Wiener Zentralfriedhof - Vienna Online, 26. Juli 2012
  5. Informationen zu Franz West anlässlich der Werkschau Franz West - Appartement, Deichtorhallen, Hamburg, 2001
  6. Ausstellung Sit on My Chair, Lay on My Bed. Angewandte Kunst, 29. April 2008 - 28. September 2008 auf MAK.at
  7. Biografie, Bibliografie und Werke in der Galerie Eva Presenhuber
  8. Franz West. Autotheater. Köln - Neapel - Graz - Retrospektive im Kunsthaus Graz (25. September 2010 bis 9. Januar 2011)
  9. Ausstellung Franz West - Wo ist mein Achter? vom 23. März–26. Mai 2013. PDF. Online auf mumok.at.