Franz Wilhelm Junghuhn

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Franz Junghuhn, lithografiert von P. W. M. Trap, ca. 1850. Titelbild in: Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java … 4. Auflage, Amsterdam, F. Günst, 1866.

Franz Wilhelm Junghuhn (* 26. Oktober 1809 in Mansfeld; † 24. April 1864 in Lembang auf Java) war ein deutscher Arzt, Geologe, Botaniker und Landvermesser. Seine naturwissenschaftlichen Forschungs- und Entdeckungsreisen unternahm er im damaligen Niederländisch-Indien bzw. im heutigen Indonesien.

Fr. Junghuhn. Titelbild zum Aufsatz Franz Wilhelm Junghuhn von A. Wichmann. In: Petermanns Mitteilungen, 55. Band 1909, Tafel 37 (gegenüber S. 297)
Junghuhns Forschungsgebiete

Die bedeutendste Leistung dieses „größten deutschen Forschers auf malaiischem Boden“[1] war die erste gründliche geographische, geologische und botanische Erforschung der Insel Java. Von bleibendem Wert ist sein darüber verfasstes, an Stoffmenge überbordendes Hauptwerk Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart, das mit einem großformatigen Landschaftenatlas, der ersten zuverlässigen Karte dieser Insel und mit einem Katalog der geologischen Sammlung „zur Erläuterung des geologischen Baues“ ergänzt werden konnte. Darüber hinaus lieferte er die erste ausführliche topographische und ethnologische Beschreibung der südlichen Batakländer auf Sumatra. Von unschätzbarem Nutzen für die Bekämpfung der Malaria war die Kultivierung von Chinarindenbäumen auf Java.

Junghuhns Werke, geschrieben unter dem Einfluss seines Vorbilds Alexander von Humboldt, zählen zu den wertvollsten Schöpfungen der geographischen Literatur. Jahrzehntelang regten sie zahlreiche Naturwissenschaftler zu weiterführenden Forschungen an. Reichhaltige Sammlungen belegen diese Werke: Geologen und Paläontologen haben seine Gesteins- und Fossiliensammlungen, Botaniker und Paläobotaniker seine Herbarien ausgewertet. Bis heute konnten diese Arbeiten nicht zum Abschluss gebracht werden.

Nach Meinung des Geografen Oscar Ferdinand Peschel gehört Junghuhn „zu den Zierden deutscher Wissenschaft“ neben Alexander von Humboldt und Leopold von Buch.[2]

Junghuhns offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Jungh.“.

Leben[Bearbeiten]

Vorbemerkung[Bearbeiten]

Viele seiner Anhänger sind überzeugt, dass Junghuhn unter gleichen Voraussetzungen ähnliche Erfolge wie Alexander von Humboldt erzielt hätte. Die äußeren Bedingungen der beiden Forscher und ihre Charaktere waren jedoch vollkommen gegensätzlich. Humboldt genoss als Nachkomme eines wohlhabenden Adelsgeschlechts die denkbar beste Kindheits- und Jugenderziehung, seine naturwissenschaftlichen Neigungen wurden von verständnisvollen Privatlehrern gefördert, seine Mittel erlaubten ihm, uneingeschränkt seinen Neigungen nachzugehen, und seine Weltgewandtheit, vereint mit diplomatischem Geschick, verhalf ihm zu einem Einfluss, wie er weder vor noch nach ihm einem Forscher zuteilgeworden ist.

Ganz anders verlief die Entwicklung von Junghuhn. Der Sohn eines Kleinbürgers wurde mit rauer Hand erzogen. Entgegen seinen Neigungen sollte er seinen als Heilpraktiker tätigen Vater unterstützen und die dafür erforderlichen medizinischen Kenntnisse erlernen. Sein später so vielseitiges, weit darüber hinausgehendes Wissen, das ihn zu einem der herausragendsten Universalgelehrten des 19. Jahrhunderts erhob, hat er sich autodidaktisch selbst angeeignet. Nach dem Zerwürfnis mit seinem Elternhaus und Jahren voller Entbehrungen sich als heimatlos bezeichnend,[3] begab er sich nach Niederländisch-Indien, wo er neben seinem Dienst als Militärarzt als Botaniker, Geologe, Paläontologe, Mineraloge, Vulkanologe, Ethnologe, Meteorologe und Landvermesser tätig war. Welche Fähigkeiten er in allen diesen Disziplinen besaß, ohne darin jemals ein Studium absolviert zu haben, davon zeugen seine Werke.

Das gespannte Verhältnis zu seinem Vater, von der Durchsetzung und Wahrnehmung seiner eigenen Interessen bis an die Grenze zur Unversöhnlichkeit verschärft, hat wesentlich zur Entwicklung seines trotzigen und unbeugsamen Charakters beigetragen. Anders als Humboldt war Junghuhn vollkommen undiplomatisch und kompromisslos bis zur Starrsinnigkeit. Respektlos, vielfach mit Hohn und Spott, äußerte er sich gegenüber Vorgesetzten, Fachkollegen, Kolonialbeamten und javanischen Adligen, was zu ständigen Auseinandersetzungen bis zum Ende seines Lebens geführt hat.[4] Während Alexander von Humboldt als „Nestor der wissenschaftlichen Reisenden“ und „Leitbild der Erdforscher des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet wurde,[5] galt Junghuhn als „kantiger zugeknöpfter Einzelgänger“ und als „ein unbequemer Mann, der es sich und anderen nicht leicht gemacht hat.“[6] „Was ihm in der Seele verhasst war, war Dilettantengeschwätz, und wenn man dazu noch seinen unwiderstehlichen Hang zur Satire rechnet, so lässt sich verstehen, weshalb sein Leben sich zu einer fast unaufhörlichen Kette von Konflikten gestaltete und sein Dasein wiederholt auf des Messers Schneide zu stehen kam.“ (A. Wichmann).[7]

Jugend- und Studentenzeit[Bearbeiten]

Jugendzeit in Mansfeld[Bearbeiten]

Junghuhn kam als erstes Kind der Eheleute Wilhelm Friedrich Junghuhn, eines Bergchirurgus,[8] und Christine Marie geborene Schiele am 26. Oktober 1809 in der Kupfererz-Bergbaustadt Mansfeld am Ostrand eines Harz-Ausläufers zur Welt. Von den sechs Geschwistern, die nach ihm folgten, starben zwei im Kindesalter.

Junghuhns Zuneigung zur Natur, insbesondere zur Botanik, wurde in seinem kleinbürgerlichen Elternhaus unterdrückt. Als Erstgeborener war er dazu bestimmt, die berufliche Laufbahn seines Vaters einzuschlagen und für den Unterhalt seiner Eltern bis zu ihrem Ableben zu sorgen. Mansfeld besaß jedoch kein Gymnasium, weshalb er mit dem Ziel, die Hochschulreife zu erreichen, von einem Privatlehrer unterrichtet wurde. Ein folgenschwerer Missgriff war die Übertragung dieser Aufgabe an den Mansfelder Archidiakon Carl Ferdinand Hecht: Dieser unterrichtete mit so ungewöhnlicher Strenge und konservativer Gottgläubigkeit, dass Junghuhn bis an sein Lebensende sich gegen die christlichen Lehren stellte und ein Anhänger und Verfechter des Pantheismus geworden ist. Seine Ausbildung in Latein jedoch bildete den Grundstock für seine vielseitigen autodidaktischen Studien.

Medizinstudium in Halle[Bearbeiten]

Von hier ab existieren unterschiedliche und lückenhafte Darstellungen über Junghuhns Jugendzeit. Die nachstehenden Ausführungen über seine ersten Studienjahre folgen den Recherchen der Historikerin Renate Sternagel, die sie in ihrem Buch Der Humboldt von Java veröffentlicht hat.[9]

Das Universitätsgebäude in Halle 1836 (heute: „Löwengebäude“)

Ende Februar 1825 begab sich Junghuhn nach Halle, um sich für ein Studium der Medizin vorzubereiten. Für das Bestehen des dafür erforderlichen Abiturs reichte sein in Mansfeld erhaltener Unterricht nicht aus. Bis zum Beginn seines Studiums nahm ihn der junge Theologieprofessor Johann Karl Thilo auf,[10] von dem er vermutlich Privatunterricht erhielt. Erst nach bestandener Reifeprüfung, am 1. Juli 1827, erfolgte an der Universität Halle-Wittenberg seine Immatrikulation.

Einer der ersten Biographen Junghuhns war Karl Müller, der seinen 1865 gehaltenen Vortrag im Gewerbeverein zu Halle in der Monatszeitschrift Die Natur veröffentlicht hat. Darin ist zu lesen, dass Junghuhn „der Sirenenstimme der Natur“ gefolgt und sein Medizinstudium mit Naturstudien „verbummelt“ hat.[11] Spätere Biographen haben dies offensichtlich ungeprüft übernommen, und so hat sich dieser Irrtum mit großer Beharrlichkeit bis in die jüngste Vergangenheit erhalten. Erst Renate Sternagel hat durch Einsichtnahme in Junghuhns Abgangszeugnis die Wahrheit über sein Studium in Halle aufgedeckt: Junghuhn hat nicht nur alle Vorlesungen und Übungen absolviert, sondern darüber hinaus auch in der philosophischen Fakultät Vorlesungen besucht, da zu dieser Zeit Medizinstudenten für die Zulassung zur Promotion eine philosophische Prüfung ablegen mussten. Alle Professoren, bei denen er hörte, bescheinigten ihm „außerordentlichen Fleiß“. Junghuhn war demnach ernsthaft bemüht, ein promovierter Doktor der Medizin zu werden.[12]

Junghuhns Medizinstudium diente jedoch nur dem Zweck, nach erfolgreichem Abschluss eine Laufbahn als wissenschaftlich tätiger Botaniker anzustreben. Dieses Ziel wurde noch gefestigt durch den Einfluss seiner naturliebenden Jugendfreunde, des gleichalterigen Oswald Heer und des zwei Jahre älteren Hermann Burmeister, die ebenfalls in Halle neben anderen Wissenschaften Entomologie studierten. Gemeinsam unternahmen sie Exkursionen in die Umgebung, und die dabei gewonnenen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse diskutierten sie bei ihren gegenseitigen Besuchen. Für Junghuhn waren diese Zusammenkünfte wahre Sternstunden in jener Zeit.

Nur mit einem abgeschlossenen akademischen Studium konnte man sich damals zu einem Wissenschaftler im Fachgebiet Botanik weiterbilden. Das war wohl auch Junghuhns Vater bekannt, und nachdem in Halle ab 1826 mit praxisnahen Universitätsvorlesungen ohne Immatrikulation eine Ausbildung zum „Wundarzt erster Klasse“ angeboten wurde, wollte er nur diesen um ein Jahr kürzeren Bildungsweg finanzieren. Damit hätte er seinen Sohn gezwungen, Arzt und nicht Botaniker zu werden. Nachdem sich aber Junghuhn entgegen seinem Willen für das Medizinstudium an der Universität eingeschrieben hatte, stellte er seine finanziellen Zuwendungen ein.

Wir wissen nicht, wie es Junghuhn in Halle gelang, eineinhalb Jahre lang ohne diese Zuwendungen sein Leben zu bestreiten. Mit Sicherheit war es für ihn eine überaus demütigende Zeit. Er blieb seine Miete und seine Studiengebühren schuldig, wandte sich hilfesuchend an seine gleichgesinnten Freunde und ließ von mitleidigen Ladeninhabern seine Einkäufe anschreiben. Nach Müller verkaufte er sogar seine Bücher und sein Bett, „von dessen Erlöse es sich nothdürftig noch eine Zeit lang leben ließ.“[13] Schließlich blieb Junghuhn nichts anderes übrig, als am 1. Februar 1829 sein Studium aus Geldmangel aufzugeben. In seinem Abgangszeugnis der Universität steht diesbezüglich der mit akademischer Würde formulierte Satz: „Hinsichtlich seines Verhaltens wird bemerkt, dass ökonomische Unordnungen zu rügen waren.“

Rückkehr nach Mansfeld, Suizidversuch[Bearbeiten]

„Schwankend zwischen Furcht und Hoffen, zwischen Reue und Stolz, zwischen Tod und Leben,“[14] kehrte er zu seinen Eltern nach Mansfeld zurück. Es lässt sich denken, welch heftige Auseinandersetzungen er mit seinem Vater durchstehen musste. Die gravierendsten Streitpunkte waren nicht nur seine in Halle hinterlassenen Schulden, sondern in erster Linie sein standhafter Widerstand gegen eine Ausbildung zu einem Wundarzt. Wenig später hielt es Junghuhn in Mansfeld nicht mehr aus: Botanisierend durchstreifte er, oft wochenlang abwesend, Thüringen, den Harz und die Umgebung von Braunschweig, sehr zum Unwillen seines Vaters, der die Botanik als unnütze Liebhaberei ansah, mit der „kein Brot zu verdienen“ sei. Die Zukunft seines Sohnes hielt er nun endgültig für gescheitert.

Auf welche Weise Junghuhn ohne Geldmittel seine botanischen Streifzüge durchgeführt hat, ist ebenfalls bis heute nicht bekannt. Mit besonderer Vorliebe widmete er sich den Pilzen, entdeckte neue Arten und schrieb darüber in lateinischer Sprache eine wissenschaftliche Arbeit, die 1830 in der botanischen Zeitschrift Linnaea veröffentlicht wurde.[15]

Vater und Sohn blieben unversöhnlich. Trotz und Unnachgiebigkeit standen sich gegenüber. Junghuhns tiefe Abneigung, bis zum Ende seines Lebens als Wundarzt zu praktizieren, die düstere Aussicht auf eine ungewisse Zukunft, chronischer Geldmangel, der ihn daran hinderte, weiterführende naturwissenschaftliche Forschungen zu betreiben, und – nicht zuletzt – sein eigensinniger, nach Freiheit und Unabhängigkeit strebender Charakter trieben ihn schließlich zu einem Selbstmordversuch: In einem Kellergewölbe des Mansfelder Schlosses, im Angesicht seines Elternhauses, schoss er sich mit einer Pistole in den Hinterkopf.[16]

Im Hinblick auf seine bis dahin erworbenen nicht unwesentlichen medizinischen Kenntnisse und den Umstand, dass es sich bei diesem Selbstmordversuch offensichtlich um einen sorgfältig gezielten Streifschuss an die hintere Schädeldecke gehandelt hat, drängt sich die Vermutung auf, dass Junghuhn sich nicht das Leben nehmen, sondern sich nur verletzen wollte, um seinen Vater zum Nachgeben und Einlenken zu bewegen. Nur Enttäuschung und Bedauern empfand jedoch der Vater für den schwer verletzten Sohn. Mit Hilfe eines Arztes pflegte er ihn gesund. Für Junghuhn muss die Zeit seiner Pflege und Genesung im Haus seines Vaters ein Martyrium gewesen sein.[17]

Duell in Berlin, Festungshaft in Ehrenbreitstein, Flucht nach Frankreich[Bearbeiten]

Friedrich-Wilhelms-Universität um 1850

Von Ostern 1830 bis Ostern 1833 war Junghuhn an der medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin eingeschrieben. Vielleicht hatte er es doch mit seinem Suizidversuch erreicht, dass sein Vater den Widerstand gegen das Medizinstudium aufgab. Junghuhns Hoffnung auf einen harmonischen Neuanfang mit ihm war jedoch nur von kurzer Dauer, denn nur wenige Monate nach seiner Immatrikulation folgte ein Ereignis, das ihn vollends aus der Bahn zu werfen drohte: In einer Berliner Restauration kam es zu einer gegenseitigen Beschimpfung mit einem schweizerischen Studenten namens Schwoerer, die am 1. September 1830 in einem Pistolenduell gipfelte. Junghuhn erhielt einen Schuss durch den linken Schenkel, Schwoerer dagegen blieb unverletzt.[18]

Diese Ehrenhandlung war seinerzeit ein schweres Vergehen. Am 9. Juni 1831 wurde Junghuhn vom Senat des Berliner Kammergerichts zu zehn Jahren Festungshaft verurteilt. Zu dieser Zeit befand sich jedoch Preußen wegen Unruhen in den westlichen Nachbarländern im Alarmzustand, und da Junghuhn aus diesem Anlass im April 1831 zum Militär eingezogen und im Hunsrück einer Einheit der Preußischen Rheinarmee zugeteilt wurde, musste der Vollzug seiner Haftstrafe zunächst aufgeschoben werden. Neun Monate lang leistete er als Sanitäter seinen Dienst bei einer in Simmern und Laubach stationierten Feldbatterie. Erst am 25. Dezember 1831, „als die Armee demobil gemacht und auf den Friedensfuß gesetzt wurde“ (Junghuhn),[19] erhielt sein Kommandant Befehl, ihn festzunehmen und in die Festung Ehrenbreitstein zu überführen.

Zeitgenössische Ansicht von Koblenz mit der Festung Ehrenbreitstein. – Über den Rhein führte eine bewegliche Schiffbrücke, die für stromabwärts treibende Flöße oder durchfahrende Schiffe in erforderlicher Breite geöffnet werden konnte.

Am 1. Januar 1832 wurde Junghuhn in das dortige Militärgefängnis eingeliefert. Nach über zwölf Monaten Gefangenschaft simulierte er ein Brustleiden, worauf er am 20. Januar 1833 in das Koblenzer Garnisonslazarett in der Weißer Gasse (ehemaliges Dominikanerkloster) überführt wurde. Da nach monatelanger Behandlung keine Anzeichen einer Besserung zu erkennen waren, sollte er im Juli 1833 wieder im Ehrenbreitstein eingekerkert werden. Verzweifelt richtete Junghuhn ein Gnadengesuch an den preußischen König. Eine Antwort auf sein Gesuch blieb jedoch aus. Daraufhin simulierte er so überzeugend eine Geisteskrankheit, dass seine Rückverlegung nach Ehrenbreitstein auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste.

Dem Misstrauen eines Militärarztes verdankte Junghuhn die Bekanntschaft mit Philipp Wirtgen, der als Botaniker in der Rheinprovinz große Anerkennung besaß. Wirtgen wurde gebeten, einen „merkwürdigen“ Mann anzusehen, der vom Ehrenbreitstein ins Koblenzer Lazarett gebracht worden war und „bedenkliche Anzeichen von geistiger Störung“ erkennen ließ. Da der Patient bei den Spaziergängen im Garten des Lazaretts mit offenbar wissenschaftlichem Verstand sich für die Pflanzen interessierte, kamen Zweifel auf an der Echtheit seiner Geisteskrankheit. Wirtgen erschien dem Militärarzt als die am besten geeignete Person, den Zustand des Patienten mit dem nötigen Fachwissen zu beurteilen.[20] Kaum war Junghuhn mit Wirtgen allein, gab er sich ihm zu erkennen und schloss mit ihm eine Freundschaft, die bis zum Ende seines Lebens währte.

In der Nacht vom 13. zum 14. September 1833 floh Junghuhn aus dem Lazarett. Über den Hunsrück, Trier und Luxemburg eilte er nach Belgien, und am 22. September passierte er die französische Grenze. In Toulon, dem Ziel seiner langen und entbehrungsreichen Wanderung, meldete er sich als Arzt bei der Fremdenlegion, wurde aber nur als Soldat rekrutiert. Von Januar bis Juni 1834 war er als Sanitäts-Unteroffizier in der algerischen Hafenstadt Bone stationiert; danach wurde er vorzeitig wegen Dienstuntauglichkeit entlassen.

Ende Juli 1834 kam Junghuhn nach Paris. Als Antwort auf ein Immediatsgesuch erfuhr er von der dortigen Preußischen Gesandtschaft, dass er längst begnadigt war. Der Gnadenerlass wurde bereits am 21. September 1833 erteilt, wenige Tage nach seiner Flucht aus dem Koblenzer Lazarett. Umsonst war seine Flucht, umsonst seine Angst, als rechtloser Flüchtling überfallen zu werden, umsonst sein Dienst in der Fremdenlegion![21]

Junghuhns Stationen in Europa und Afrika. - Auf der Nebenkarte 3 (Niederlande) sind die Küsten und Binnengewässer so dargestellt, wie sie während Junghuhns Aufenthalt in den Jahren 1834–1835 vorhanden waren.

In Paris besuchte Junghuhn die ihm als namhaft bekannten Botaniker Antoine-Laurent de Jussieu, Adolphe Théodore Brongniart und Christian Hendrik Persoon. Richtungsweisend für seine Forscherlaufbahn war der hochbetagte niederländische Mykologe Persoon, der Junghuhn den Rat gab, die tropische Pflanzenwelt des Indischen Archipels zu erforschen – ein Unterfangen, das einen bedeutenden Teil seines Lebens in Anspruch nehmen sollte. Es war wohl das letzte, mit Sicherheit aber nicht das geringste Verdienst dieses Gründers der Mykologie, Junghuhn in diejenige Richtung gelenkt zu haben, die der Wissenschaft so reichhaltige Früchte bringen sollte; zwei Jahre später verstarb er völlig verarmt.

Rückkehr nach Deutschland, Antritt der Reise nach Niederländisch-Indien[Bearbeiten]

Am 5. Oktober 1834 trat Junghuhn seine Heimreise nach Deutschland an. In Koblenz suchte er seinen Freund Wirtgen auf. Gemeinsam unternahmen sie botanische Exkursionen in den Hunsrück, in die Eifel und in das Moseltal.[22] Im November weilte er am Ufer des Laacher Sees. Er überbrückte mit diesen Ausflügen die Wartezeit auf einen Auswanderungspass, den er unmittelbar nach seiner Ankunft in Koblenz beantragt hatte und erst am 10. Dezember 1834 erhalten hat. In dieser Zeit richtete Junghuhn auch eine Anfrage nach den Niederlanden, mit der Bitte um Nachricht über eine Mitfahrgelegenheit nach Indien. Nachdem er eine vielversprechende Antwort in den Händen hatte und von Wirtgen noch vier Louisdor geliehen bekam, trat er seine Reise nach Niederländisch-Indien an.

Seine Heimatstadt Mansfeld hat Junghuhn nicht mehr besucht. Sich durchaus bewusst, seine Eltern vielleicht niemals wiederzusehen, fuhr er auf einem Dampfschiff von Koblenz nach Rotterdam. Einem freundschaftlichen Rat von Wirtgen folgend, legte er unterwegs zwei Unterbrechungen ein: In Bonn lernte er den Professor der Botanik Theodor Friedrich Nees von Esenbeck kennen, der ihm ein Empfehlungsschreiben an Professor Blume in Leiden mitgab, in Köln war er zu Gast beim Hofapotheker und Botaniker Johann Friedrich Sehlmeyer.

Die von Wirtgen geliehenen Louisdor gingen allmählich zur Neige, und so wählte er ab Rotterdam das billigste und langsamste Transportmittel, eine Treckschute, die durch Binnenkanäle gezogen oder mit Stangen vorwärts gedrückt wurde. In Den Haag erfuhr er vom Kolonialministerium, dass das nach den Molukken bestimmte Schiff, auf welchem er als Naturwissenschaftler mitfahren sollte, bereits ausgelaufen und der hierfür bereitgestellte Vorschuss annulliert worden war. In einem Brief bat Junghuhn den Kolonialminister van den Bosch, auf einem anderen Schiff nach Indien mitfahren zu dürfen.

Junghuhns Barschaft war nun endgültig zu Ende. Zu Fuß wanderte er nach der 22 Kilometer entfernten Stadt Leiden. Aufgrund des in Bonn erhaltenen Empfehlungsschreibens setzte er seine ganze Hoffnung auf weitere Unterstützung auf den Direktor des Leidener Reichsherbariums, Carl Ludwig Blume. Junghuhn wurde nicht enttäuscht: Blume empfing ihn auf freundschaftlichste Weise, zeigte ihm stolz sein Prachtwerk Flora Javae, führte ihn persönlich durch das Reichsherbarium und füllte seinen leeren Geldbeutel mit 55 Gulden Vorschuss auf.

In Leiden erhielt Junghuhn vom Kolonialminister die Nachricht, dass seine Anstellung als Naturwissenschaftler bis auf Weiteres nicht möglich sei. Mit unzureichenden Einkünften aber eine unbestimmte Zeit zu warten, dazu war der ungeduldige Junghuhn nicht bereit. Nur als Arzt bestand die Möglichkeit, in niederländisch-indische Dienste einzutreten. Resigniert schrieb er an seinen Freund Philipp Wirtgen: „So blieb mir weiter nichts übrig, als mich unter den weiten Unterrock meiner alten Großmutter, der Medizin, zu flüchten und ein Examen in Utrecht zu machen.“[23]

Nachwort[Bearbeiten]

Damit endet das wirre Kapitel über Junghuhns Jugendzeit, und es folgten große Taten. Hierzu Junghuhns Großneffe Max Carl Paul Schmidt: „Des Lebens Rad hat rücksichtslos an ihm herumgeschliffen. Aber zuletzt hat sich herausgestellt: der spröde Stein, an dem es schliff, war trotz seiner rauhen Außenseite doch ein Diamant.“[24]

Die Begebenheiten und Beobachtungen von seiner Festnahme und Gefangenschaft bis zu seiner Rückkehr in sein Heimatland schrieb Junghuhn 1834 in seinem Bericht Reise nach Afrika nieder, der erst 1909 mit dem Titel Flucht nach Afrika veröffentlicht wurde.[25] Das erste Kapitel Reise nach Holland in seinem 1845 erschienenen Werk Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java ist eine nahtlose Fortsetzung dieses Berichts.

Erster Aufenthalt in Niederländisch-Indien[Bearbeiten]

Java[Bearbeiten]

Für den mittellosen Junghuhn war Niederländisch-Indien nur mit einer Anstellung bei der dortigen Armee zu erreichen. Nach erfolgreicher Absolvierung eines medizinischen Examens am 27. Dezember 1834 in Utrecht erhielt er am 12. Januar 1835 eine feste Anstellung als Sanitätsoffizier dritter Klasse. Finanziell nur mit dem Allernötigsten versehen, wartete er sechs Monate lang in Harderwijk, einem Sammelplatz für Matrosen, Soldaten und angeworbene Auswanderer, am landschaftlich reizlosen Südufer der Zuiderzee. Erst am 30. Juni 1835 ging von Hellevoetsluis der Dreimaster Jacob Cats nach Java ab, und am Morgen des 13. Oktober 1835, nach dreieinhalbmonatiger Überfahrt, betrat Junghuhn den Landungsplatz in Batavia, dem heutigen Jakarta. Erst 13 Jahre später kehrte er – wenn auch nur vorübergehend – zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Europa zurück.

Junghuhn leistete zunächst seinen Dienst als Arzt in den Militärhospitälern von Batavia und Semarang ab. Dass er in jeder freien Stunde botanisierte, die Berge in der erreichbaren Umgebung erstieg und seine Eindrücke und Beobachtungen in Bild und Wort festhielt, erregte jedoch bald den Unwillen von Vorgesetzten und Kollegen und trug ihm zahlreiche Beschwerden wegen Pflichtversäumnis ein.

Im Februar 1836 wurde er nach Jogjakarta versetzt. Während eines Urlaubs vom 20. bis 26. Mai durchzog er das wegen seiner zahlreichen Kegelberge „Gunung Sewu“ („Tausend Hügel“) genannte Karstgebiet an der Südküste Javas. Westlich von Jogjakarta studierte er am Kalkmassiv Gunung Gamping die erodierenden Kräfte der Witterung, und im September 1836 begann er mit seinen grundlegenden Untersuchungen des tätigen Vulkans Merapi. Wiederholt erstieg er diesen fast 3000 m hohen Berg und dokumentierte ihn in Wort und Bild bis in die kleinsten Einzelheiten. Die Höhen bestimmte er mit einem selbst konstruierten Barometer, bestehend aus einem Bambusrohr und einer passend kalibrierten Glasröhre, das unterwegs beständig senkrecht gehalten werden musste. Er erzielte damit eine erstaunliche Genauigkeit. Der Merapi und der unmittelbar nördlich angrenzende 3145 m hohe Merbabu waren die ersten Vulkane, die Junghuhn erklomm.

1837 wurde Junghuhns Forscherleben endgültig in die richtige Bahn gelenkt: Er wurde dem deutschen Arzt Ernst Albert Fritze unterstellt. Dieser war Chef des Gesundheitswesens von Niederländisch-Indien und – als Leiter des Naturhistorischen Museums der „Bataviaasch Genootschap van Kunsten en Wetenschappen“ – selbst in hohem Maße naturbegeistert. Ohne dessen Hilfe und dienstliches Entgegenkommen wäre er wohl Sanitäter in Hospitälern geblieben. Fritze erkannte Junghuhns Neigungen und Fähigkeiten und nahm ihn als Adjutanten auf zwei Inspektionsreisen mit.

Die erste Reise, vom 11. Juli bis zum 23. August 1837, führte durch West-Java. Nach einem Besuch der Wijnkoopsbaai an der Südküste und des damals noch von unberührten Wäldern umgebenen Bergsees Telaga Patengan wurden die Vulkane Patuha, Tangkuban Perahu, Guntur, Papandayan, Galunggung und Ciremai bestiegen. Nach dem Abstieg vom Gipfel des Papandayan wurde der milchig-weiße Kratersee Telaga Bodas aufgesucht.

Junghuhn war sehr daran gelegen, seine neu erworbenen Kenntnisse so rasch wie möglich zu veröffentlichen. Im November 1837, nur sechs Wochen nach seiner Rückkehr in Batavia, schickte er seine Berichte über die Abfahrt aus Deutschland bis zum Ende der ersten Reise mit Dr. Fritze durch West-Java, versehen mit Skizzen und Zeichnungen und einem kleinen Herbarium, an den Professor der Botanik Theodor Friedrich Nees von Esenbeck, den er bereits drei Jahre zuvor in Bonn kennengelernt hatte. Nachdem aber dieser während eines Kuraufenthalts in Südfrankreich im Dezember 1837 an Tuberkulose verstarb, wurde Junghuhns Sendung nach Breslau weitergeleitet an den elf Jahre älteren Bruder Christian Gottlieb Nees von Esenbeck, ebenfalls einem renommierten Botaniker. Die Suche nach einem Verleger blieb jedoch erfolglos, und so erschienen diese Manuskripte erst acht Jahre später: Es sind die ersten beiden Teile des Werkes Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java.

Bei der zweiten Inspektionsreise, die vom 12. April bis zum 15. August 1838 durch Mittel- und Ostjava verlief, wurden elf Vulkane untersucht: der Ungaran, der Lawu, der Sumbing, der Sundoro, nördlich von Jogjakarta – für Junghuhn ein weiteres Mal – der Merapi, der Wilis, der Ringgit, der Lamongan, das Tengger-Gebirge mit dem aktiven Bromo, das von Kratern und Seen durchsetzte Dieng-Plateau und der zweithöchste Gipfel Javas, der 3428 m hohe Slamet. Hinzu kamen zwei Schlammvulkane südlich von Surabaya und ein nicht vulkanischer Ausbruchskegel in einem Sumpf bei Ambarawa, der durch hydrostatisch emporgedrücktes Moor in einer harten Torfschicht entstanden ist.[27] Fritze befasste sich mit der Geologie, sammelte Gesteine und berechnete die Höhen, Junghuhn beschäftigte sich vornehmlich mit der Botanik und hielt die Ergebnisse aller Forschungen in seinem Tagebuch fest.

Nach Beendigung dieser Reisen bemühte sich Fritze darum, Junghuhn die Möglichkeit zu schaffen, ohne seine Begleitung weiterhin Naturforschung betreiben zu können. Seiner Empfehlung verdankte Junghuhn einen Auftrag der Naturkundlichen Kommission, naturwissenschaftliche Untersuchungen in Westjava durchzuführen. Südwestlich der Stadt Bogor (damals Buitenzorg) erstieg er im Oktober 1838 den Gunung Salak. Sein darüber verfasster ausführlicher Bericht, der noch im selben Jahr in niederländischer und 1840 in deutscher Sprache erschien, war die erste Veröffentlichung in deutscher Übersetzung, mit der Junghuhn die tropische Natur der Insel Java seinen Landsleuten in der Heimat vor Augen gebracht hat.

Primula imperialis Jungh., 1839 von Junghuhn entdeckt

Am 1. April 1839 betrat Junghuhn als erster Europäer den Gipfel des 3019 Meter hohen erloschenen Vulkans Pangrango. Hier entdeckte er zu seiner großen Freude „ … eine der grössten botanischen Seltenheiten und pflanzengeographischen Merkwürdigkeiten …“,[28] eine Primula, die – im Gegensatz zu der kleinen, in Europa als „Schlüsselblume“ bekannten Primula veris – eine Höhe von über einem Meter erreicht und nur auf diesem Berg gedeiht. Unverzüglich an Ort und Stelle gab er ihr den Namen Primula imperialis.

Im Juli 1839 folgte die zweite, im November 1839 die dritte Besteigung des Vulkanmassivs Gedé-Pangrango. Sowohl die Entdeckung der Primula imperialis als auch die botanischen, zoologischen und meteorologischen Beobachtungen auf diesem Massiv hielt er im letzten Abschnitt seines ersten großen Werks Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java fest. Im Oktober 1839, vor seinem dritten Besuch des Gedé-Pangrango, untersuchte Junghuhn den erloschenen Malabar in den Preanger-Landschaften südlich von Bandung.

Junghuhns Exkursionen wären nicht möglich gewesen ohne die Inanspruchnahme von einheimischen Trägern. Neben den unentbehrlichen Geräten und Messinstrumenten für seine wissenschaftlichen Beobachtungen mussten Behälter für mineralische und pflanzliche Objekte, Trinkwasser und Proviant mitgenommen werden. Für Übernachtungen auf den Gipfeln der hohen Vulkane, bei kalter und zugiger Witterung oberhalb der Baumgrenzen, wurde Brennholz für warme Mahlzeiten und für ein wärmendes Feuer benötigt. Bei seinen ersten Reisen im Jahre 1836, die Junghuhn in seinem unbändigen Forscherdrang aus eigenem Antrieb unternahm, musste er seine Helfer aus eigenen Mitteln bezahlen. Ein Umstand, der sich wenig später in das Gegenteil verkehrte: Bei seinen Reisen mit Dr. Fritze und im Auftrag der Kolonialregierung hatte jeder Dorfvorsteher die Pflicht, Träger und einen ortskundigen Führer bereitzustellen.

Sumatra[Bearbeiten]

Junghuhns Fahrten von Batavia nach Sumatra und zurück

Der Tod seines Vorgesetzten und Gönners Dr. Fritze im Mai 1839 war für Junghuhn ein schmerzlicher Verlust. Noch immer stand er als Sanitätsoffizier in militärischen Diensten. Sein Wunsch nach einer Fortsetzung seiner Tätigkeit bei der Naturkundlichen Kommission wurde abgelehnt. Am 3. Januar 1840 absolvierte er in Batavia das Examen zum „Chirurgus Zweiter Klasse“. Einen Urlaub, den Junghuhn aus gesundheitlichen Gründen vom 1. März bis 3. April erhielt, nutzte er zur Erforschung des Diëng-Plateaus in Mitteljava.

„Ich sah jedoch mit Grauen das Ende meines Urlaubs nahen und die Hospitäler in Perspectiv. Da ich nun hörte, daß Herrn Merkus, Read von Indien, ein sehr wissenschaftlicher und humaner Mann, den ich schon früher kennen gelernt hatte, zum General-Commissair von Sumatra ernannt sei, so bat ich, nach Sumatra versetzt zu werden, welches mir auch gewährt wurde. Ich ging über Batavia nach Padang, und war so glücklich, gleich nach meiner Ankunft daselbst von Herrn Merkus mit der topographischen und naturkundigen Untersuchung der Batta-Länder beauftragt zu werden ...“ (Junghuhn).[29]

Dieser Auftrag enthielt jedoch zahlreiche Instruktionen: Eine Karte soll Junghuhn von der Region erstellen, das Klima und die Fruchtbarkeit des Bodens erforschen, nutzbare Boden- und andere Naturschätze finden, Holzsorten auf ihre Eignung zum Schiffbau prüfen. Von den Batak soll er nicht nur über ihre politische Einstellung, Sprache und Schrift, Sitten und Gebräuche, sondern vor allem über ihren berüchtigten Kannibalismus Erkundungen einholen. Alle drei Monate soll er Bericht erstatten.

Als Assistent wurde ihm der Naturwissenschaftler Hermann von Rosenberg zugeteilt.

Der direkte Zugang durch das Hinterland von Padang war den beiden Forschern wegen eines zuvor unterdrückten Aufstands verwehrt.[32] Daraufhin fuhren sie entlang der Westküste Sumatras auf einem britischen Kauffahrersegler nach Norden. Am 3. Oktober 1840 lief das Schiff in die Bucht von Tapanuli ein und ankerte vor einem holländischen Außenposten, der aus strategischen Gründen auf der vorgelagerten Insel Pontjang kitjil (heutiger Name: Poncan ketek) errichtet worden war. Hier trafen sie ihre letzten Vorbereitungen.[33]

Wenige Tage nach ihrem Aufbruch in das urwaldüberzogene Westsumatra, am 14. Oktober, verirrte sich Hermann von Rosenberg bei einem Jagdausflug, konnte jedoch von Junghuhn gerettet werden. Als Folge dieses für ihn schockierenden Ereignisses bekam von Rosenberg einen so heftigen Fieberanfall, dass er die Begleitung und Assistierung Junghuhns quittieren musste.[34]

Ohne seinen Assistenten als Entdecker und Wissenschaftler ganz auf sich allein gestellt, setzte Junghuhn seine Forschungen in den südlichen Battaländern fort. Die Durchdringung und Vermessung dieser unerschlossenen Gebiete stellte höchste Anforderungen an seine physische und psychische Leistungsfähigkeit. Bedrohungen durch misstrauische Einheimische, die wenige Jahre vor seiner Ankunft von kriegerischen Malaien heimgesucht worden waren, behinderten Junghuhn bei seinen Arbeiten erheblich und vereitelten ein weiteres Vordringen nach Norden.

Welche Hindernisse sich Junghuhn auf seinen Reisen entgegenstellten, geht aus seinen folgenden Worten hervor:

„In Tobah, wo es weite, völlig flache Räume giebt, wurde mir das Abmessen von Standlinien unter Drohungen verweigert, weil man dies für eine Landesaufnahme für anzulegende Festungen hielt! – Aus ähnlichen Gründen konnte ich in Hurung meine Beobachtungen nur aus dem Gebüsch, versteckt und heimlich machen, – in Silindong wurde mir das Messen von Sonnenhöhen in einem künstlichen Horizont bestimmt untersagt, weil dies pure Zauberei sei; ich wurde dringend gebeten, meinen Sextanten ein– und mich selbst aus dem Lande zu packen. – Dazu kommt die gebirgige Unwegsamkeit des Landes; man kann keinen Schritt weit anders, als zu Fuss kommen; – in einem Tage muss man zuweilen 30 bis 40 Bäche, wovon einige (in der Thalsohle ausgetretene) sehr warm, und andere gleich darauf (dicht am Bergfusse fliessend) eiskalt sind, durchwaten und, wenn man bis an die Achseln im Wasser steht, seine Instrumente über dem Kopf emporhalten. – In den Wäldern ist man über Tag von kleinen Springblutegeln geplagt, die sich zu 20–30 an alle Theile des Körpers zugleich ansaugen und durch die Fusskleider hindurchstechend schmerzhafte Geschwüre erregen, und des Nachts von Mosquiten. Endlich muss man bei allem diesen noch stete Sorge auf persönliche Sicherheit verwenden, und selbst des Nachts in den Hütten, wo man ein hartes Lager mit etwas Mais und Bataten findet, wenigstens 6 Gewehre geladen und mit seinen Bedienten abwechselnd Wache halten, um die Eingebornen durch Furcht zu verscheuchen …“

Junghuhn, 1847[35]

Das blieb nicht lange ohne Folgen: Von den 18 Monaten, die Junghuhn auf Sumatra verbrachte, lag er zehn Monate lang krank ohne ärztliche Versorgung in seinem Standlager Tobing auf einem südlichen Ausläufer des Vulkans Lubu Radja. Seine Beine hatten sich durch unzählige Blutegelbisse entzündet. Hinzu kam eine Dysenterie. Mit seinem vierteljährlich abzuliefernden Bericht geriet er in Verzug. Zeitweilig ging es ihm gesundheitlich so schlecht, dass er um Rückversetzung nach Java gebeten hat.

Umso erstaunlicher ist das, was er bei halbwegs gesunder Verfassung in den restlichen acht Monaten auf Sumatra erzielen konnte. Trotz des Misstrauens der Batak und der daraus entstandenen Schwierigkeiten gelang es ihm, alle Aspekte ihrer Kultur und ihres Alltagslebens zu erkunden. 388 Seiten umfasst der zweite Band seines Werkes Die Battaländer auf Sumatra mit dem Untertitel Völkerkunde.

Hinzu kam die Vermessung und Kartierung der südlichen Batakländer. Unmittelbar nach seiner Ankunft in der Bucht von Tapanuli wählte Junghuhn zwei markante Hauptpunkte für eine geodätische Basislinie, ermittelte deren geographische Koordinaten durch astronomische Breiten- und Azimutbestimmungen und errechnete ihren Abstand, auf das heutige Maßsystem umgerechnet, auf 14,3 Kilometer. Auf dieser Basis schuf er durch Winkelmessungen und Polhöhenbestimmungen ein geodätisches Vermessungsnetz. Mit dieser Leistung, die nach Montigel zu „den größten Taten menschlicher Willenskraft“ gerechnet werden muss,[36] hat Junghuhn sich das Verdienst erworben, die erste Triangulation in Niederländisch-Indien ausgeführt zu haben. Der Wert dieser Pioniertat wird noch dadurch erhöht, dass sie nicht auf der wesentlich besser erschlossenen Insel Java geschah, sondern unter ungleich schwierigeren Bedingungen in den urwaldüberzogenen Gebirgen Westsumatras. Erst 50 Jahre später gelang es der Niederländischen Kolonialregierung, dieses schwer zugängliche Gebiet zu unterwerfen.

Die nachfolgenden Kartenausschnitte, die annähernd das gleiche Gebiet umfassen, sollen die geographisch-topographischen Fortschritte veranschaulichen, die von Junghuhn in den Battaländern erzielt worden sind.

Eine der besten Karten von Sumatra vor Junghuhns Erkundungen ist diejenige des englischen Historikers und Orientalisten William Marsden, der als Sekretär im seinerzeit britischen Bencoolen, dem heutigen Bengkulu, an der Westküste stationiert war. Acht Jahre lang sammelte Marsden alle mündlichen und schriftlichen Nachrichten über Sumatra und fasste sie zusammen in seiner Monographie The History of Sumatra. Der hier abgebildete Ausschnitt wurde von jener Karte abgelichtet, die sich in der 1811 erschienenen maßgeblichen dritten Auflage dieses Werkes befindet. Auf dieser Karte sind die Bergketten so dargestellt, wie sie vom Schiff aus beim Passieren der Westküste gesehen werden konnten; die dahinter eingezeichneten Ketten entstammen der Phantasie. Eine 1837 von Heinrich Berghaus veröffentlichte Karte enthielt für die Battaländer keine besseren Informationen.[37]

Demgegenüber enthält die General-Karte vom mittleren Sumatra in Junghuhns Werk Die Battaländer eine Fülle von neuen Erkenntnissen. „Es war ein mühseliges Werk, mit primitiven Hilfsmitteln dieselbe herzustellen; sie ist für die damalige Zeit eine wesentliche Verbesserung des Bekannten und gibt zum ersten Mal über breite Strecken unbekannten Landes ein zutreffendes Bild“ (Wilhelm Volz).[38] Wegbereitend für spätere Reisende, sowohl für die Wienerin Ida Pfeiffer als auch für die ersten Missionare, von denen einige ihr Vordringen mit dem Leben bezahlen mussten, war die Darstellung des Paralleltals „Mandaheling“, dessen nördliche Fortsetzung „Nieder-Ankola“ vom erloschenen Vulkan „Lubu Raja“ abgeschlossen wird.[39] Darüber hinaus enthält diese Karte die früheste Darstellung des Tobasees, wenn auch nur andeutungsweise nach Berichten von Einheimischen, von Junghuhn „Eik Daho“ beziehungsweise „Laut Sinkara“ genannt. Erst elf Jahre später, 1853, stand als erster Europäer der niederländische Sprachgelehrte Herman Neubronner van der Tuuk am Ufer dieses Sees.[40]

Auf dem gleichen Seeweg, den Junghuhn für die Hinreise gewählt hatte, verließ er am 10. März 1842 an Bord eines Kauffahrerseglers die Bucht von Tapanuli. Hinter ihm lagen die gefährlichsten, mühevollsten und entbehrungsreichsten Monate, die er in Niederländisch-Indien bis dahin zugebracht hatte. Am 18. März 1842 kehrte er nach Padang zurück. Bis zum 10. Juni wurde er beurlaubt, um sich von den überstandenen Strapazen zu erholen. Am 11. Juni ging er an Bord des Dampfschiffes Nula, das fünf Tage darauf die Reede von Batavia erreichte. Krankheit und Erschöpfung haben ihn daran gehindert, die von Merkus erhaltenen Instruktionen in vollem Umfang zu erledigen.

Java[Bearbeiten]

Der Zusammenbruch der Vereinigten Ostindischen Kompanie im Jahre 1799 lenkte die Aufmerksamkeit der Briten auf Niederländisch-Indien, und nachdem bereits 1800 eine britische Flotte drei Monate lang den Hafen von Batavia blockierte und 1807 die holländische Seemacht bei Surabaja vernichtet wurde, befahl im Jahre 1808 der niederländische Marschall Herman Willem Daendels aus strategischen Gründen die schnellstmögliche Anfertigung einer Übersichtskarte von Java. Erst 1812, nachdem diese Insel für kurze Zeit in den Besitz der East India Company überging, wurde diese Karte von Thomas Stamford Raffles zu Ende geführt und 1817 in seinem Werk The History of Java veröffentlicht. Sie beruht hauptsächlich auf den Angaben des amerikanischen Forschers Thomas Horsfield. Raffles ließ jedoch zu diesen Angaben zahlreiche Kartenskizzen mit sehr unterschiedlichen Qualitäten von anderen Reisenden und Kolonialbeamten einarbeiten. Fehler und Ungenauigkeiten bei deren Zusammenfügung waren trotz aller Bemühungen unvermeidlich. Hinzu kam das Fehlen einer trigonometrischen Grundlage. Die Java-Karte von Raffles war zwar überaus dekorativ, jedoch unbrauchbar für die Kolonialverwaltung und für die Kolonialarmee. Wenige Jahre später hat sich dies auf verhängnisvolle Weise bestätigt: Von 1825 bis 1830, während der Kriege gegen die Aufständischen unter der Führung des javanischen Freiheitskämpfers Diponegoro, führte die Unkenntnis des Landesinneren zu schweren Verlusten in der Kolonialarmee.

Dieser strategisch-politische Hintergrund trug dazu bei, dass Junghuhn nicht als Gesundheitsoffizier, sondern als Naturwissenschaftler tätig bleiben durfte. Pieter Merkus, am 3. Oktober 1840 kommissarisch und am 11. Oktober 1842 definitiv zum Generalgouverneur von Niederländisch-Indien ernannt, befreite ihn bis auf Weiteres vom Dienst in Hospitälern. Um in Ruhe und Abgeschiedenheit die Ergebnisse seiner Forschungen auf Sumatra auswerten zu können, wurde ihm von der Kolonialregierung im westjavanischen Ort Cianjur, auf dem Hochland östlich des Vulkans Gunung Gedè, ein Haus zur Verfügung gestellt.

Damit ließ er sich viel Zeit: Das Manuskript seines Werkes Die Battaländer auf Sumatra ist datiert „September 1844“. Die Ursache für diese lange Bearbeitungsdauer, die demnach über zwei Jahre betragen hat, waren die zeitgleich voller Ungeduld wiederaufgenommenen Forschungen auf Java, in welcher neben botanischen und paläobotanischen Untersuchungen in zunehmendem Maße die Topographie der Insel in den Vordergrund rückte. Nur wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Sumatra, im Juli 1842, hielt er sich beispielsweise zehn Tage lang auf dem höchsten Gipfel des 3019 Meter hohen Gunung Pangrango auf. 1843 veröffentlichte er Beiträge zur Geschichte der Vulkane im Indischen Archipel und über Hindu-Altertümer in Westjava, mit Resultaten, die nur mit ausgedehnten Reisen erzielt werden konnten. In der Hoffnung, weitere nutzbare Kenntnisse über das noch wenig bekannte Landesinnere zu bekommen, ließ man Junghuhn freie Hand und befreite ihn weiterhin vom ungeliebten Sanitätsdienst. Es folgten die fruchtbarsten Jahre seines Lebens.

Schon während seiner ersten Reisen wurde von Junghuhn konstatiert, dass alle verfügbaren Java-Karten wegen gravierender Ungenauigkeiten für ihn nutzlos waren. Mit dem ehrgeizigen Ziel, von dieser über 1000 Kilometer langen und bis zu 200 Kilometer breiten Insel eine zuverlässige Karte zu entwerfen, war Junghuhn bis August 1844 mit der topographischen Aufnahme Westjavas, danach mit derjenigen Ostjavas tätig. Wie zuvor auf Sumatra war Junghuhn auch auf Java der Erste, der mit optischer Triangulation gearbeitet hat. Als Grundlage dienten zwei durch astronomische Ortsbestimmungen festgelegte Punkte in Batavia und Surabaya. Hinzu kamen drei kleine Basislinien, die Junghuhn auf dem Hochland von Bandung, in der Küstenebene von Krawang und in der Caldera des Tengger-Gebirges eingemessen hat. Ausgerüstet mit einer Bussole und einem Sextanten, den er später durch einen Bussolentheodoliten[41] ersetzte, peilte er insbesondere von den Gipfeln der Vulkane alle markanten Punkte an.[42]

Im Hinblick auf das bis dahin über Java vorhandene schriftliche und kartographische Material können Junghuhns Ergebnisse als „bahnbrechend“ bezeichnet werden. Mit seinen unzähligen Peilungen und mühevollen Höhenmessungen und der daraus entstandenen Karte von Java wurden die topographisch-orographischen Kenntnisse dieser Insel auf eine neue Grundlage gestellt. Ergänzend kommen seine wichtigen und teilweise ebenfalls grundlegenden Beobachtungen in den Bereichen Botanik, Klimatologie, Geologie und Vulkanologie hinzu. In Anerkennung der damit erzielten Vielseitigkeit an neuen naturwissenschaftlichen Kenntnissen wurde er von seinen Bewunderern "Bahnbrecher in Indien", "großer indischer Pflanzenkundige", "tüchtiger indischer Geologe", „berühmter Entdecker von Javas Bergen“ und „begnadeter Schriftsteller“ genannt. Das ehrenvollste Attribut, „Humboldt von Java“, ist ihm bis heute erhalten geblieben.

Hervorzuheben war Junghuhns Liebe zum Detail bei der Aufnahme von naturwissenschaftlich besonders interessanten Gebieten. Die nachfolgend wiedergegebene Darstellung des Diëng-Plateaus zeigt beispielhaft, wie sorgfältig er ein solches Gebiet in Karte gebracht hat. Erst 32 Jahre später, im Jahre 1877, wurde von Pieter Johannes Veth eine neue Karte dieses Plateaus im Maßstab 1:50.000 veröffentlicht.[43]

Hinzu kamen die seinerzeit für tropische Gebiete ungewöhnlich präzisen Detailaufnahmen von Vulkangipfeln und Bergmassiven. Auch hierfür werden zwei Beispiele gezeigt: das Tengger-Gebirge mit dem aktiven Vulkan Bromo und das Vulkanmassiv Gede–Pangrango mit dem ebenfalls aktiven Gedé. Zum Vergleich dienen Ausschnitte von Karten aus den 1920er Jahren, die nach Geländeaufnahmen des damaligen Topographischen Dienstes gefertigt worden sind.

Getrieben von seinem Wunsch, seine medizinisch-militärische Laufbahn zu beenden und als Naturforscher angestellt zu werden, veröffentlichte Junghuhn in den Jahren 1843 und 1844 in rascher Folge zahlreiche Monographien javanischer Vulkane. Diese Abhandlungen, die eine Fülle von neuen Erkenntnissen enthielten, trugen entscheidend dazu bei, dass binnen kurzer Zeit seine Fähigkeiten als Naturbeobachter bis in die höchsten Regierungsstellen bekannt geworden sind. Als einer der ersten trat Pieter Merkus auf den Plan, der Junghuhn im Jahre 1840 mit der Erforschung der Battaländer auf Sumatra beauftragt hatte. Mit Erlass vom 17. Januar 1844 bewilligte er eine Summe von 6000 Gulden für die Veröffentlichung der Resultate der von ihm beauftragten Forschungen. Unerwartet verstarb jedoch Merkus am 2. August, worauf von seinem Nachfolger dieser Posten wieder eingezogen wurde.[45] Darüber hinaus erinnerte man sich voller Anerkennung einer bereits 1841 erschienenen Arbeit, in welcher Junghuhn die höher gelegenen Landstriche Javas mit ihrem gemäßigten Klima als Erholungsorte für unter tropischer Hitze leidende Europäer empfohlen hatte.

Kurze Zeit später ging Junghuhns Wunsch in Erfüllung. Am 2. November 1844 ermächtigte Jean Chrétien Baud, Minister der Kolonien in Den Haag, den niederländisch-indischen Generalgouverneur, ihn als Mitglied in die Naturkundliche Kommission aufzunehmen. Am 5. Mai 1845 wurde er ehrenvoll aus dem Militärdienst entlassen und als Wissenschaftler bei der Naturkundlichen Kommission angestellt. Damit war Junghuhn, inzwischen 36 Jahre alt, die ihm vom Vater einst aufgezwungene medizinische Laufbahn los.

Kampf eines Tigers gegen einen Büffel. Titelbild in: Die Ostasiatische Inselwelt ..., Erster Band: Das Tropen-Eiland Java. Von S. Friedmann. Leipzig, Spamer, 1868.
Das Erstechen von Tigern im Schauspiel Rampok am Hof des Susuhunans von Surakarta (Java). – Lithographie von Jhr. J. C. Rappard. In: Het Kamerlid van Berkenstein in Nederlandsch-Indië. Von M. T. H. Perelaer. Leiden, A. W. Sijthoff, 1888.

Schroff im persönlichen Umgang und polemisch in seinen Veröffentlichungen, soweit sie personenbezogene Themen betrafen, schuf sich Junghuhn viele Feinde. Obgleich überzeugter Anhänger des Kolonialsystems, kritisierte er dessen Missstände mit oft beißendem Spott. Einen Höhepunkt in der daraus entstandenen Kette von Konflikten, die fast ohne Unterbrechung bis zum Ende seines Lebens verlief, war ein Zerwürfnis mit der Kolonialregierung im Jahre 1845: In einem Augenzeugenbericht über Schaukämpfe von Tigern gegen Büffel und über das Erstechen von Tigern im Volksschauspiel Rampok erlaubte sich Junghuhn unziemliche Bemerkungen über den Susuhunan von Solo,[46] mit dem man, um Aufstände zu verhindern, einen diplomatischen Umgang pflegen musste.[47] Junghuhn wurde eine ernsthafte Rüge erteilt: Sollte er sich noch einmal in ähnlicher Weise äußern, würde er entlassen und des Landes verwiesen werden.

Nicht stattgefunden hat die von vielen Biografen geschilderte Audienz beim Generalgouverneur Jan Jacob Rochussen, zu der Junghuhn aus diesem Anlass geladen worden sein soll. Die Hauptpersonen dieses Konflikts waren vielmehr Wolter Robert van Hoëvell als Herausgeber, Cornelis Visscher als niederländisch-indischer Generalsekretär und der kommissarisch als Generalgouverneur amtierende Jan Cornelis Reijnst. Van Hoëvell kam 1836 nach Java und stellte mit Bedauern fest, dass auf literarischem Gebiet in 200-jähriger Kolonialherrschaft so gut wie nichts geleistet worden war. Noch immer gab es keinen Buchhandel, und die einzig vorhandene Zeitschrift, die jedoch sehr unregelmäßig und in manchen Jahren überhaupt nicht erschien, waren die Verhandelingen van het Bataviaasch Genootschap.[48] Auch gab es nur zwei Tageszeitungen, den „Javasche Courant“ und den „Soerabaja Courant“, wissenschaftlich anspruchslose Organe der Kolonialregierung.[49] Überzeugt, dass in der Kolonie bei den europäischen Bewohnern ein Bildungsrückstand eingetreten war, ersuchte van Hoëvell die Regierung um Genehmigung, eine naturwissenschaftliche Zeitschrift herauszugeben. Die Erlaubnis mit der Auflage, keinerlei Kritik an der Regierung zu üben, war die Geburtsstunde der 1838 gegründeten Tijdschrift voor Neêrlands Indië.

Im August 1844 trat Junghuhn eine Forschungsreise nach Ostjava an. Seine Beobachtungen und Resultate schrieb er in zwölf Fortsetzungen unter dem Titel Schetsen, ontworpen op eene nieuwe reis over Java, voor topografische en natuurkundige navorschingen nieder. Im Jahr darauf begann van Hoëvell, diese „Skizzen“ in der Tijdschrift voor Neêrlands Indië zu veröffentlichen. Bereits mit seiner zweiten Skizze lieferte Junghuhn einen Konfliktstoff, der zu Auseinandersetzungen des Herausgebers mit der Kolonialregierung führte: Seine scharfe Kritik an den verschwenderischen Ausschweifungen des einheimischen Regenten von Bandung hielt van Hoëvell für so bedenklich, dass er diese „Skizze“ zur Prüfung und Beurteilung an Visscher sandte. Dieser konfiszierte unverzüglich Junghuhns Kritik und stellte van Hoëvells Eignung als Herausgeber in Frage.[50]

Mit dem Ziel, die Tijdschrift voor Neêrlands Indië verbieten zu lassen, studierte Visscher aufmerksam die Fortsetzungen Junghuhns. In der zehnten Skizze fand er endlich dasjenige Material, das ihm für ein Verbot dieser Zeitschrift als geeignet erschien: Junghuhns Beschreibung des Hofstaats von Solo, mit sarkastischen Bemerkungen über das Töten der Tiger und über die damit verbundenen höfischen Zeremonien. Am 20. Juni 1845, drei Wochen nach Junghuhns Aufnahme in die Naturkundliche Kommission, legte er diese Beschreibung dem kommissarisch amtierenden Generalgouverneur vor. Daraufhin wurde mit Erlass vom 4. Juli 1845 van Hoëvell unter Kuratel gestellt und Junghuhn eine schriftliche Verwarnung erteilt.[51]

Am 30. September 1845, beinahe drei Monate nach der Erteilung dieses Erlasses, trat Jan Jacob Rochussen sein Amt als Generalgouverneur an. Auf Ersuchen van Hoëvells veranlasste Rochussen die Rücknahme des Erlasses. Junghuhn selbst blieb von diesen Ereignissen weitgehend unberührt: Erst im Dezember 1845 kehrte er von seinen Reisen in Ostjava zurück. Kurz darauf erhielt er von Rochussen den Auftrag, auf Java nach abbauwürdigen Kohlenfeldern zu suchen. Damit wurde Junghuhn in die Lage versetzt, mit bestmöglicher Unterstützung geologische, mineralogische und paläobotanische Forschungen zu unternehmen. Die Ergebnisse dieser Erkundungen hielt er im dritten Band seines Java-Werks fest.

Genesungsaufenthalt in Holland[Bearbeiten]

Gesundheitlich geschwächt durch seine strapazenreichen Exkursionen, reiste Junghuhn im August 1848 mit der sogenannten „Englischen Überlandpost“[52] zu einem Genesungsurlaub nach Europa. Aus seinen handschriftlichen Notizen über den Verlauf dieser Reise geht hervor, dass er zunächst in seine Heimatstadt Mansfeld fuhr. Von seinen Eltern war nur noch seine Mutter am Leben; sein Vater war 1844 verstorben.

Seinen Wohnsitz nahm Junghuhn zunächst in Den Haag, zog aber wenig später nach Leiden um, das mit seiner Universität mit reichhaltiger Bibliothek und einem eigenen Botanischen Garten für ihn die besten Arbeitsmöglichkeiten bot. Seine botanischen, geologischen und paläontologischen Sammlungen verkaufte er an diese Universität, jedoch unter der Bedingung, dass sie nicht in das Reichsherbarium übergeben werden dürfen, mit dessen Direktor Carl Ludwig Blume er in nicht endenwollenden Streitigkeiten verwickelt war. Seine Pflanzen wurden deshalb von Botanikern untersucht, die nicht im Auftrag von Blume tätig waren. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen wurden in den Werken Plantae Junghuhnianae und Plantae Junghuhnianae Ineditae veröffentlicht.

Junghuhn selbst wertete seine eigenen Aufzeichnungen über Java aus. Das Resultat ist sein Hauptwerk, „das eigentliche Werk seines Lebens“[53]: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Den Druck des zweiten Abschnittes im ersten Band dieses Werkes, der den Landschafts– und Vegetationscharakter Javas beschreibt, schob Junghuhn bis zuletzt hinaus, um die bis dahin erfolgten Pflanzenbestimmungen der Leidener Botaniker einarbeiten zu können.

Johanna Louisa Frederica Koch (* 25. Januar 1828 in Bergen op Zoom; † 7. Mai 1914 in Den Haag)

Am 23. Januar 1850 heiratete Junghuhn die in Leiden wohnhafte 22-jährige Offizierstochter Johanna Louisa Frederica Koch. Noch im gleichen Jahr reiste er mit ihr zu seiner Mutter, die nach dem Verkauf des Elternhauses in Mansfeld nach Fischbach in Schlesien gezogen war. In Koblenz stellte er seine Gattin seinem alten Weggefährten Wirtgen vor und zeigte ihr den Ort seiner Gefangenschaft, den Kerker in der Festung Ehrenbreitstein.

Zu Beginn des Jahres 1852 wurde Junghuhn vom niederländischen Kolonialminister Charles Ferdinand Pahud beauftragt, Samen und Setzlinge des Chinarindenbaumes aus den südamerikanischen Anden nach Java zu überführen.[54] Junghuhn lehnte wegen Arbeitsüberlastung ab und schlug dem Kolonialminister vor, den deutschen Botaniker Justus Karl Haßkarl dorthin zu entsenden. Eine unerhörte Dreistigkeit gegenüber der niederländischen Obrigkeit! Mit der Bitte, sein Java-Werk vollenden zu dürfen und mit einer zuverlässigen Karte zu ergänzen, erreichte er Pahuds Einverständnis, seine Arbeit in den Niederlanden zum Abschluss zu bringen. Zur Wahrung seiner Rechte nahm er am 30. September 1852 die niederländische Staatsbürgerschaft an.

Trotz der Arbeiten am Werk und an der Karte soll Junghuhn nebenher noch Zeit gehabt haben, Studienreisen in fast alle Länder Nord- und Mitteleuropas zu unternehmen, in die Pyrenäen, in die Alpen, nach Schweden und in den Kaukasus, nach einigen Biografen sogar bis in den zentralasiatischen Altai. Diese Reisen müssten aber alle im Juli 1849 und in den Monaten Mai bis August 1850 stattgefunden haben, da dies die einzigen Zeiträume sind, für die Junghuhns Aufenthalt in Leiden nicht belegt ist.[55] Nur Reisen nach Deutschland können in seinem Lebenslauf nachgewiesen werden: nach Mansfeld, Koblenz, Fischbach und Berlin. Nebenbei aber brachte er seine Lebens- und Weltanschauungen und seine freisinnigen Gedanken über Kirche und Religion zu Papier: Anonym erschien 1854 die erste Lieferung der Licht- en schaduwbeelden uit de Binnenlanden van Java ... (Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java ...).

Im letzten Absatz seines Java-Werks kündigte Junghuhn eine topographische Karte an, „vom Verfasser dieses Werkes; im Maassstabe von 1 zu 350.000, vertheilt in 4 Blätter, wovon der Stich binnen Jahresfrist vollendet sein wird.“[56] Junghuhn hielt dieses Versprechen ein: 1855 erschien dasjenige Werk, welches seinen Ruhm als Erforscher Javas endgültig festgeschrieben hat: Die Kaart van het Eiland Java. Dieses Meisterwerk hat dazu beigetragen, dass Junghuhn auf Empfehlung von Alexander von Humboldt am 21. August 1855 an einem Diner im Schloss Sanssouci beim preußischen König Friedrich Wilhelm IV. teilnehmen durfte.

Zweiter Aufenthalt in Niederländisch-Indien[Bearbeiten]

Wenige Tage später, von ursprünglich drei Jahren auf fast sieben Jahre verlängert, ging Junghuhns Genesungsurlaub in den Niederlanden zu Ende. Zum „Inspektor für naturkundliche Untersuchungen“ ernannt, begab er sich mit seiner Gattin am 30. August 1855 an Bord des Schiffes „Minister Pahud“. Nach dreimonatiger Überfahrt wurde Batavia erreicht.

Anfang 1856 bezog das Ehepaar ein Haus in Cianjur, in gesunder Höhenlage von 470 Metern östlich des Vulkans Gunung Géde in Westjava. Ob es das gleiche Haus gewesen war, welches Junghuhn 14 Jahre zuvor nach seiner Rückkehr aus Sumatra zugewiesen bekam, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Nur selten war Junghuhn in seinem neuen Domizil zuhause: Für die naturkundliche Erforschung Javas im Auftrag der Kolonialregierung waren monatelange Studienreisen erforderlich. Dabei beschränkte er sich nicht nur auf naturwissenschaftliche Untersuchungen, sondern sammelte und archivierte auch pflanzliche und tierische Fossilien. Mit besten Instrumenten fertigte Junghuhn neue Geländeaufnahmen, um seine Kaart van het eiland Java zu überarbeiten, konnte aber, nachdem er mit der Aufzucht von Chinarindenbaum-Kulturen beauftragt worden war, dieses Vorhaben nicht mehr verwirklichen.

Im Juli 1857 bekam Junghuhn ein geräumiges Haus in Lembang zugewiesen, nördlich von Bandung in 1300 Meter Höhe auf einem südlichen Ausläufer des Vulkans Tangkuban Perahu. Hier wurde am 24. August 1857 sein Sohn geboren, der als holländischer Staatsbürger die Vornamen Frans Lodewyk Christiaan erhielt.[57]

Aufzucht von Chinarindenbäumen auf Java[Bearbeiten]

Seit Dezember 1854 betrieb die holländische Kolonialregierung auf Java den Anbau von Chinarindenbäumen, deren Rinde das gegen Malaria wirksame Chinin enthält. Der deutsche Botaniker Justus Karl Haßkarl hatte im Auftrag der Regierung auf nicht ganz legale Weise die ersten Pflanzen aus ihrer Heimat Südamerika nach Java gebracht. Gemeinsam mit dem leitenden Obergärtner des Botanischen Gartens zu Buitenzorg,[58] Johannes Elias Teijsmann, wurde auf einer Lichtung auf dem Osthang des Vulkans Gunung Géde mit 144 Pflanzen eine Versuchsplantage eingerichtet. Die Lage dieser Plantage in 1250 Meter Meereshöhe, in der Nähe des erst später gegründeten Berggartens Cibodas, war jedoch vollkommen ungeeignet: Die Trockenheit im Regenschatten des Vulkans, die damit einhergehende kräftige Sonneneinstrahlung und der felsige, nur von einer dünnen Erdschicht bedeckte Untergrund ließen die empfindlichen Pflanzen verkümmern. Haßkarls Versuche, die Pflanzen in Treibhäusern vor Trockenheit zu schützen, hatten nur mäßige Erfolge, und im Dezember 1855 wurden die mühsam herangezüchteten Bäumchen von einem Sturm bis auf 238 Exemplare vernichtet. Von unschätzbarem Nutzen waren jedoch die von älteren Pflanzen gewonnenen Samen. Noch immer gilt in Indonesien der viel bekanntere Junghuhn als "Vater des Chinins". Dieses Attribut gebührt jedoch Haßkarl, denn er war es, der die Chinarindenbäume in Java eingeführt hat. Nach einem schweren Schicksalsschlag gesundheitlich zerrüttet,[59] gab Haßkarl im Juni 1856 auf, nahm seinen Abschied und kehrte nach Europa zurück.

An seine Stelle als Direktor der Chinarindenbaum-Plantagen trat Junghuhn. Sofort nach seiner Amtsübernahme hatte er Haßkarls Pflanzungen an die höher gelegenen schattigen Berghänge des Malabar südlich und des Tangkuban Perahu nördlich von Bandung verlegt. Eine bahnbrechende Maßnahme für die Kultivierung der Chinarindenbäume: Dieser Standortwechsel trug entscheidend dazu bei, dass Niederländisch-Indien bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zum größten Chininproduzenten der Welt aufstieg.[60]

Junghuhn blieb dieser Erfolg versagt: Die Rinde der von ihm wegen ihres raschen Wuchses favorisierten Art Cinchona pahudiana hatte einen geringeren Chiningehalt als die von Haßkarl eingeführte Cinchona calisaya. Der Durchbruch kam erst 1865, ein Jahr nach Junghuhns Tod, mit der von Charles Ledger eingeführten Art Cinchona ledgeriana.

Als Leiter der Chinarindenbaum-Plantagen kam Junghuhn mit Personen in Kontakt, die ihm kritisch und neidvoll bis zur Ablehnung gegenüberstanden. Sein heftigster Gegner war der bereits genannte Johannes Elias Teijsmann, der als Inspektor der Kulturen einen gleich hohen Rang wie er selbst besaß. Obwohl Junghuhn bereits in den Niederlanden, vor Antritt seiner Rückreise nach Java, mit Unterstützung des Kolonialministers Pahud erwirkt hatte, dass Haßkarl am Südhang des Vulkans Malabar den Versuchsgarten Cinjiruan anlegen ließ, führte die Verlegung der Pflanzungen aus Cibodas zu nicht enden wollenden Streitigkeiten. Von Jahr zu Jahr verschärften sich die Konflikte: Junghuhn duldete keinerlei Kritik. Nicht zu Unrecht wurden ihm unnötig komplizierte und kostspielige Anbaumethoden und die verschwenderische Vermehrung der minderwertigen Cinchona pahudiana vorgeworfen. Ende des Jahres 1863 betrug die Gesamtzahl der lebenden Chinchona-Pflanzen 1.151.810, davon 1.139.248 Cinchona pahudiana und 12.093 Cinchona calisaya.[61]

Die Kultivierung der Chinarindenbäume hat Junghuhns letzten Lebensabschnitt mit nervenaufreibenden Streitigkeiten überschattet. Trotz größtmöglicher Sorgfalt bei der Aufzucht der Setzlinge traten immer wieder Rückschläge ein. Vergeblich bat er die Kolonialregierung, für die Plantagen einen dringend benötigten Aufseher einzustellen.[62] Am tiefsten wurde Junghuhn getroffen, als die Redaktion der Tijdschrift van de Natuurkundige Vereeniging, der er selbst als korrespondierendes Mitglied angehörte, sich auf die Seite von Teijsmann stellte. In einem offenen Brief, der vom 6. bis 10. September 1862 in der Tageszeitung Java-Bode erschien, wehrte sich Junghuhn mit so heftigen Gegenangriffen, dass er lebhafte Diskussionen in wissenschaftlichen Kreisen auslöste. Zu Recht wurde von seinen Gegnern seine überhebliche und provozierende Ausdrucksweise kritisiert; die Grenze der Erträglichkeit hat Junghuhn oft überschritten. Mit welch beißendem Spott er beispielsweise den hoch angesehenen Teijsmann angriff, geht aus seinen folgenden Worten hervor: „Ich glaube wohl, dass jemand ein guter Gärtner sein kann und in allen Verrichtungen, die mechanisch gelernt werden können, sehr nützliche und brauchbare Arbeiten liefern wird, ohne dass er eine höhere Veranlagung oder eine höhere innere Berufung besitzt. Aber dann muss er auch Gärtner bleiben und sich nicht auf ein Gebiet wagen, auf dem positive Gelehrsamkeit erwartet wird und, vor allem, wo sein eigenes Urteil zu gebrauchen ist. Macht er es doch, dann schaut, er kann es nicht verhindern, Till Eulenspiegel aus dem Ärmel.“[63]

Ein weiterer Widersacher war der Leidener Professor Willem Hendrik de Vriese, der von der Kolonialregierung den Auftrag erhielt, gegen Erlass einer Schuldensumme von 12.000 Gulden eine Inspizierung der Chinchonaplantagen vorzunehmen. Junghuhn geriet über diesen Handel in größte Erregung und drohte de Vriese niederzuschießen, falls er es wagen würde, die Pflanzungen zu betreten.[64]

Für eine nutzbringende Kultivierung der Chinchonaplantagen wurde die wissenschaftliche Mitarbeit eines Chemikers notwendig. Aus früheren Publikationen über die Alkaloide der Chinchonen war Junghuhn der in Rotterdam als Lehrer tätige Pharmakologe Johan Eliza de Vrij bekannt. Im April 1857, auf Junghuhns Empfehlung, erhielt de Vrij vom Minister der Kolonien den Antrag, sich als Wissenschaftler der Niederländisch-Indischen Regierung zur Verfügung zu stellen. Kurze Zeit später erklärte er sich hierzu bereit, betrachtete er doch die Chininforschung als seine Lebensaufgabe. Nach seiner Ankunft auf Java wurde er Junghuhn unterstellt.

Ende Januar 1858 ließ sich de Vrij in Bandung nieder. Ein großes Haus mit Namen „Gedong Papak“ wurde von Junghuhn zum Laboratorium umgebaut. Unverzüglich begann de Vrij die verschiedenen Arten der Chinarinden zu analysieren, und am 16. März 1859 konnte er voller Stolz dem zum Generalgouverneur ernannten Pahud Kristalle von Chininoxalat vorlegen, die er aus javanischer Rinde dargestellt hatte. Es gelang ihm jedoch nicht, Junghuhn zu überzeugen, dass die Cinchona pahudiana zu den minderwertigeren Arten gehört, und nachdem mit Regierungsbeschluss vom 11. September 1862 die weitere Vermehrung dieser Art untersagt worden war und die Ergebnisse seiner Analysen von Junghuhn in Zweifel gezogen wurden, schlug seine Freundschaft mit Junghuhn in Feindschaft um.

„Monument Junghuhn en Dr. de Vrij“, aufgenommen ca. 1909, mit Gedenktafel für Johan Eliza de Vrij

In dieser angespannten Situation trat der in Bandung praktizierende Arzt Isaäc Groneman auf den Plan. Groneman verstand es, Junghuhn für sich zu gewinnen: In kurzer Zeit verband ihn mit Junghuhn eine so innige Freundschaft, dass dieser ihn nicht nur zu seinem Hausarzt ernannte, sondern – unter Umgehung des ungleich besser qualifizierten de Vrij – der Kolonialregierung als seinen Nachfolger für die Leitung der Chinchonaplantagen vorschlug.

Für de Vrij, der schon damals als einer der führenden Experten für Chinarinden galt, kam dies einer Ohrfeige gleich, war es doch eine vollständige Missachtung seiner fachlichen Kompetenz. So verbittert war er über diese für ihn unverständliche Handlung, dass er sich von Junghuhn vollständig zurückzog. Daraufhin wurde ihm ein amtliches Zertifikat zugestellt, in dem zu lesen stand, dass er „seine Konstitution durch eigenes Verschulden untergraben“ habe und schleunigst nach Europa zurückgesandt werden müsse.[65] Im Sommer 1863 erhielt de Vrij einen zweijährigen Genesungsurlaub, nach dessen Ablauf er seinen Niederländisch–Indischen Dienst quittierte.

Nur die Urne mit seiner Asche wurde nach Java überführt und gegen seinen letzten Willen von einem übereifrigen Kontrolleur in Junghuhns Grabmal beigesetzt. Auf der Rückseite des Sockels wurde für de Vrij eine Gedenktafel montiert, worauf Junghuhns letzte Ruhestätte die offizielle Bezeichnung „Monument Junghuhn en Dr. de Vrij“ erhielt. Erst im Jahre 1917, wenige Schritte weiter am Ostrand des Taman Junghuhn („Junghuhn-Garten“), wurde für de Vrij ein eigenes Grabmal errichtet, dessen Inschrift auf der schrägen Grabplatte den Wirren des indonesischen Unabhängigkeitskampfes zum Opfer viel.[66]

Besuch von Mitgliedern der Novara-Expedition[Bearbeiten]

Vom 5. bis 29. Mai 1858 ankerte die österreichische Fregatte Novara auf der Reede von Batavia. Der Kurs ihrer berühmt gewordenen Weltumsegelung war im Wesentlichen von Alexander von Humboldts Physikalischen und geognostischen Erinnerungen bestimmt. Zwei Wissenschaftler dieser Expedition, der geographisch-statistische Schriftsteller Karl von Scherzer und der Mineraloge und Geologe Ferdinand von Hochstetter, wurden am 17. Mai 1858 von Junghuhn in seinem Wohnsitz in Lembang empfangen.

Ein Brief von Ferdinand von Hochstetter an Alexander von Humboldt enthält aufschlussreiche Einzelheiten über diese Begegnung.[67] Widerlegt wird die von vielen Biografen verbreitete Darstellung, wonach Junghuhn sich zu dieser Zeit nur noch mit der Kultivierung der Chinarindenbäume beschäftigt haben soll. Fast druckfertig legte Junghuhn den Forschern der Novara-Expedition geologische, meteorologische und physikalische Manuskripte und Spezialkarten zur Vervollständigung der großen Java-Karte vor. Von geologischem Material war von besonderem Interesse eine Sammlung von fossilen Knochen und Zähnen, ausgegraben am Fuße des Gunung Murjo in einer auf Java bis dahin noch unbekannten Diluvialformation. Am Südostfuß des Gunung Galunggung untersuchte Junghuhn zum wiederholten Mal die „10.000 Hügel“, wie er sie nannte; die dabei gewonnenen neuen Erkenntnisse hielt er in Ansichts- und Profilskizzen und in einer detaillierten Karte fest.[68]

Als weitere Zeugnisse seiner Forschertätigkeit wurden von Junghuhn selbst gefertigte und mit großem Aufwand selbst entwickelte fotografische Aufnahmen von Landschaften und Pflanzenformationen vorgelegt. Zu seinen häufigsten Motiven zählten die Krater des Tangkuban Perahu und die Chinarindenplantagen in seiner Umgebung.

Junghuhn war einer der ersten Naturwissenschaftler, der gezielt mit den Mitteln der Fotografie arbeitete. Wie wenig zu dieser Zeit dieses neue Medium bekannt war, geht aus Hochstetters Mitteilungen an Alexander von Humboldt hervor: „Viel versprechend sind die photographischen Versuche Junghuhn’s, ein neues Feld, auf das er sich geworfen hat. Ich musste staunen über die neuen Resultate, welche Junghuhn ohne alle Anleitung, fast ohne alle nothwendigen Hilfsmittel zur Zeit meines Besuches bereits erzielt hatte, und würde mich glücklich schätzen durch die Mittheilung einiger Kunstgriffe, so wie einer Anzahl erprobter Vorschriften und Recepte …“[69]

In seinen letzten Lebensjahren fertigte Junghuhn auch Fotografien aus entfernteren Gebieten an, wie beispielsweise vom Candi Dåråwati, einem Hindutempel auf dem Diëng-Plateau, und vom Gunung Gamping, einem Kalkmassiv in Zentraljava. Viele dieser Aufnahmen haben historischen Wert: Der Hindutempel ist längst eingestürzt, das Kalkmassiv fast vollständig durch Erosion abgetragen.

Das Fotoarchiv des Koninklijk Instituut voor Taal-, Land- en Volkenkunde in Leiden bewahrt eine Sammlung von Junghuhns Fotografien. Darunter befinden sich stereoskopische Bilder und Aufnahmen, die mit einem selbst konstruierten Fernauslöser gemacht worden sind. Einige dieser Aufnahmen befinden sich im Gedenkboek Franz Junghuhn und in Nieuwenhuys und Jaquets Buch Java’s onuitputtelijke natuur.

Besuch von Fedor Jagor[Bearbeiten]

Am 17. Juni 1858 wurde der Berliner Völkerkundler Fedor Jagor von Junghuhn in seinem Wohnsitz empfangen. Ein Empfehlungsschreiben Alexander von Humboldts verschaffte ihm eine überaus herzliche Aufnahme.[70] Bei diesem Anlass erneuerte er seine Bekanntschaft mit Eliza de Vrij.

Für die Weiterreise Jagors arbeitete Junghuhn einen exakten Routenplan aus, der die bemerkenswertesten geologischen Erscheinungen, malerische Landschaften, kulturhistorische Monumente, charakteristische Vegetationsbilder sowie Rastplätze und Unterkunftsmöglichkeiten enthielt. Jedem Tag hatte Junghuhn ein besonderes Blatt gewidmet, auf dem alles Interessante verzeichnet war, immer mit Hinweis auf die entsprechende Seite seines großen, von Jagor mitgenommenen Java-Werkes. Begeistert äußerte sich hierzu Jagor wie folgt: „Wer nicht an Ort und Stelle, sein Buch in der Hand, das Geschriebene geprüft, wird sich keine Vorstellung machen können von der Genauigkeit der Beschreibung und der Klarheit, mit der die Verhältnisse aufgefasst sind.“[71] Gegen Ende seiner großen Java-Reise kehrte er noch einmal nach Lembang zurück, von wo aus er, von Junghuhn begleitet, den Tangkuban-Perahu-Vulkan erstieg.

Junghuhn und von Richthofen am Patengan-See

Reise in Westjava mit Ferdinand Freiherr von Richthofen[Bearbeiten]

Von September bis Oktober 1861 besuchte Ferdinand Freiherr von Richthofen Java. Einen Monat lang führte Junghuhn diesen erst später durch seine China-Reisen berühmt gewordenen Forscher auf einer sorgfältig gewählten Route durch den Westen der Insel. Während dieser Exkursion lehrte er den noch jungen Geologen die vielseitigen Möglichkeiten der Beobachtung im Gelände; er legte damit in von Richthofen „den Grund zu dessen kommendem Übergang von der reinen Geologie zur vielseitigen Geographie“ (Banse).[72] Dankbar bekannte sich von Richthofen als Junghuhns bleibenden Schuldner. Das große Java-Werk fand er so trefflich, dass er zur Erweiterung der Kenntnis nichts hinzuzufügen vermochte. „Welch unendlicher Reichthum an Material, welche Fülle an mühsam errungenen Beobachtungen in diesem Meisterwerk enthalten sind, das wird erst klar, wenn man selbst einen Theil des Landes sieht und auf jedem Schritt bis in die entlegensten Gegenden nur ein Abbild jener genauen Beschreibungen erblickt“.[73]

Junghuhns letzte Lebensjahre[Bearbeiten]

Besuche wie diejenigen Richthofens, des Völkerkundlers Fedor Jagor, der Naturforscher der Novara-Expedition und des Schriftstellers Friedrich Gerstäcker bildeten Glanzpunkte in Junghuhns letzten Lebensjahren, die im Übrigen – des Chinchona-Anbaus wegen – von Auseinandersetzungen mit Botanikern und Regierungsstellen getrübt waren. Äußerlich ging es Junghuhn glänzend: Als leitender Kolonialbeamter verfügte er über ein gutes Gehalt, was ihm einen relativ luxuriösen Lebensstil ermöglichte.

Auf seiner Reise durch Westjava mit Ferdinand von Richthofen zog sich Junghuhn eine Amöbenruhr zu, von deren Folgen er sich nie wieder vollständig erholte. Zu Beginn des Jahres 1864 wurde ihm ein Genesungsurlaub in Europa bewilligt, den er wegen eines Leberabszesses jedoch nicht mehr antreten konnte. Am 20. April 1864 verschlimmerte sich sein Zustand, und am 24. April, gegen 3 Uhr morgens, starb er im Alter von 54 Jahren im Studierzimmer seines Hauses in Lembang. Unmittelbar vor seinem Tod bat er seinen am Bett sitzenden Hausarzt Isaäc Groneman:

„Kannst du das Fenster öffnen? Ich will meinen geliebten Bergen Lebewohl sagen. Ich will zum letzten Mal den Urwald sehen. Ich will die reine Bergluft noch einmal einatmen.“[74]

Sein Grab wird von einem stattlichen Obelisken überragt, den seine Witwe auf eigene Kosten errichten ließ. Die Lage seiner letzten Ruhestätte, im Angesicht seines „Hausberges“ Tangkuban Perahu, hat Junghuhn zu seinen Lebzeiten selbst festgelegt. Während sein Sohn bereits 1888 auf einer Tabakplantage in Nordsumatra verstarb, kehrte seine Witwe nach Europa zurück und überlebte ihn um fünf Jahrzehnte.

Bis heute blieb Junghuhn in ehrenvoller Erinnerung, nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in seiner Heimatstadt. In Mansfeld wurde die Straße hinter der Sankt-Georg–Kirche, an der sein Geburtshaus damals noch stand, im Herbst 1907 in „Junghuhnstraße“ umbenannt.[76] Am 10. Juli 1910, anlässlich einer Festveranstaltung zur hundertsten Wiederkehr seines Geburtstags, wurde auf Beschluss der Koninklijk Nederlands Aardrijkskundig Genootschap (Königlich Niederländische Gesellschaft für Erdkunde) über der Eingangstür des Geburtshauses eine Gedenktafel enthüllt, mit einer Danksagung in niederländischer Sprache über seine Arbeit auf Java. Das Geburtshaus wurde 1979 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die Gedenktafel wurde aufbewahrt und drei Jahre später in einen am Straßenrand errichteten Steinsockel eingemauert.

Im Oktober 2009, anlässlich der zweihundertsten Wiederkehr seines Geburtstags, fand ein Symposion mit einer Ausstellung im Institut Teknologi Bandung (Technologische Hochschule in Bandung) statt. Initiator und Veranstalter war das Goethe-Institut Jakarta, die Organisation und die Durchführung übernahm dessen Außenstelle in Bandung. Im Dezember 2009 wurde diese Ausstellung in das niederländische Kulturzentrum „Erasmus Huis“ in Jakarta verlegt.

Organisiert und durchgeführt vom Mansfelder Heimatverein,[77] fand im November 2009 eine Gedenkveranstaltung in Mansfeld statt, mit einem Symposion im „Blauen Saal“ des Mansfelder Schlosses und einer Ausstellung mit Schautafeln in der Stadtinformation.[78] Zum Abschluss ließ der Heimatverein auf einem nahe gelegenen Wiesengrundstück den Lieblingsbaum Junghuhns, eine Wildkirsche, pflanzen. Zwei Jahre später wurde vor dieser Wildkirsche ein Findling aufgestellt.

Am 13. April 2012, zum Auftakt der Feierlichkeiten zu Luthers Einschulung in Mansfeld, enthüllte der Heimatverein zum Gedenken an Junghuhn auf dem Findling vor der Wildkirsche eine bronzene Gedenktafel. Am 14. April 2012, im Hochzeitssaal der Stadtinformation, fand eine Lesung der Germanistin und Historikerin Renate Sternagel aus ihrem Buch Der Humboldt von Java statt. Dabei war es für die Mansfelder Bürger von besonderem Interesse, fiktive Gespräche zwischen Junghuhn und seinen Angehörigen nach 18 Jahren Abwesenheit in seinem Elternhaus zu hören.[79]

Mitgliedschaften und Ehrungen[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Angaben wurden aus einer chronologischen Zusammenstellung von Junghuhns Lebensdaten von Max C. P. Schmidt zusammengestellt.[80]

(M = Mitglied, E = Ehrung)

 Beitritte / Ehrungen 
am
        Gesellschaften und Vereine, Auszeichnungen
11. Januar 1837 M Königliche Botanische Gesellschaft zu Regensburg
29. März 1837 M Bataviaasch Genootschap van Kunsten en Wetenschappen
(Bataviasche Gesellschaft der Künste und Wissenschaften) in Batavia
3. August 1839 M Leopoldina
(Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische Deutsche Akademie der Naturforscher), Breslau
10. Juli 1843 M Genootschap van Kunsten en Wetenschappen
(Gesellschaft der Künste und Wissenschaften) zu Utrecht
5. Mai 1845 M Natuurkundige Commissie (Naturkundliche Kommission) in Batavia
8. Juni 1848 M Naturforschende Gesellschaft zu Halle
22. März 1849 M Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissenschaften in Marburg
19. Juli 1851 M (korrespondierend): Vereeniging voor de Flora van Nederland en deszelfs Overzeesche Bezittingen
(Verein für die Flora der Niederlande und dessen überseeischen Besitzungen)
17. Februar 1852 M (korrespondierend): Koninklijke Natuurkundige Vereeniging in Nederlandsch-Indië
(Königlicher naturkundlicher Verein in Niederländisch-Indien) zu Batavia
19. März 1853 M Kaiserliche Gesellschaft der Naturforscher zu Moskau
12. November 1854 E Ernennung zum „Ridder in de Orde van de Nederlandse Leeuw“
(Ritter im Orden vom Niederländischen Löwen)
14. Februar 1855 E Überreichung einer goldenen Schnupftabaksdose mit dem Porträt des Prinzen Frederik der Niederlande
5. März 1855 E Verleihung des Preußischen Roten Adlerordens 3. Klasse
20. Februar 1856 M (korrespondierend): Bataafsch Genootschap voor Experimentele Wetenschappen
(Batavische Gesellschaft für experimentelle Wissenschaften) in Rotterdam
28. Februar 1856 M Koninklijke Natuurkundige Vereeniging in Nederlandsch-Indië
(Königlicher naturkundlicher Verein in Niederländisch-Indien) zu Batavia
13. Oktober 1857 M K. k. Geographische Gesellschaft zu Wien
26. Dezember 1858 M (korrespondierend): K. k. Geologische Reichsanstalt in Wien
8. April 1861 E Verleihung des Goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone durch den Kaiser von Oesterreich
16. März 1864 E Übersendung der Medaille I. Klasse der Société Impériale Zoologique d’acclimatation zu Paris.

Werke[Bearbeiten]

Vorbemerkung[Bearbeiten]

Das Gesamtwerk Junghuhns in Wort und Bild über die von ihm erforschten Gebiete auf Java und Sumatra blieb jahrzehntelang wissenschaftlich von herausragendem Wert. Überschwänglich äußerte sich hierzu Karl Helbig, einer der besten Kenner Niederländisch-Indiens, in Kaysers Buch Die berühmten Entdecker und Erforscher der Erde: „Wer Junghuhns Bücher gelesen, seine Karten bewundert, sich an seinem glänzenden Stil berauscht hat, muss zu dem Urteil kommen, dass es sich um einen ganz seltenen universalen Kenner wichtiger Erdräume und um eine begnadete Vereinigung von Forscher und Dichter gehandelt hat.“[81] Sachlicher äußerte sich Rüdiger Siebert, Autor zahlreicher Bücher zu Süd- und Südostasien und lange Jahre Leiter der Indonesien-Redaktion der „Deutschen Welle“, in seinem Buch Deutsche Spuren in Indonesien: „Wer in seinen Büchern liest, staunt auch als Laie darüber, was ein einzelner Mann erforscht, erwandert, entdeckt hat zu Zeiten, da ein solcher Pionier ganz auf sich allein gestellt war, kaum über Hilfsmittel verfügte und sich auf keinen Apparat eines Instituts, einer Universität oder gar auf ein hochdotiertes Forschungsprogramm stützen konnte.“[82]

Junghuhn war einer der letzten Naturforscher, der dank universeller naturwissenschaftlicher Kenntnisse in der Lage war, nach dem Vorbild Alexander von Humboldts ein alles umfassendes Naturgemälde zu entwerfen. Neben und nach seinem Dienst als Gesundheitsoffizier hat er für die Entdeckung und Erforschung der Inseln Java und Sumatra wegbereitende Pionierleistungen erbracht. Sie resultierten aus seinem mit äußerster Willenskraft sich selbst angeeigneten Wissen, gepaart mit einem phänomenalen Gedächtnis, und aus seiner fast unübertrefflichen Beobachtungsgabe, gepaart mit seiner Fähigkeit, das Wahrgenommene in seltener Klarheit darzustellen. Hinzu kamen Ehrgeiz, Ausdauer, Durchsetzungsvermögen und, wenn nötig, ein gehöriges Maß an Realitätsbewusstsein, wenn er unter Verzicht auf eine gediegenere Ausstattung des Werkes eine begonnene Arbeit zum Abschluss bringen musste.

Stets war Junghuhn danach bestrebt, zu Beginn seiner Beobachtungen sich einen weiträumigen Überblick zu verschaffen und erst dann, auf dieser Grundlage, mit Skizzen und Worten ins Detail zu gehen. Nur mit dieser rationellen Vorgehensweise ist es ihm gelungen, ausgedehnte Ländereien ohne fachlich geschulte Helfer allein zu erforschen. Ein wichtiger Ansporn war seine Furcht, das Privileg des Erstentdeckers zu verlieren, sei es bei der Bestimmung von noch nicht beschriebenen Pflanzen oder bei der Besteigung eines Vulkans, auf den vor ihm noch kein anderer Europäer seinen Fuß gesetzt hat.

Junghuhns mit Abstand wichtigstes Forschungsgebiet war die Insel Java. Ein rührendes Zeugnis für seine innige Zuneigung zu dieser Insel ist der Schluss seiner Vorrede in seinem Hauptwerk über Java, geschrieben während seines Genesungsurlaubs im winterlichen Holland:

„Noch ehe die Sonne, die jetzt ihre matten Strahlen schief auf die beschneiten Fluren der Niederlande wirft und über Euren Häuptern fast senkrecht glüht, - noch Einmal auf die Südseite des Äquators wandern wird, hoffe ich das geliebte Java wieder zu sehen.
In meiner Seele blieb das Bild der Wälder frisch, die dort ewig grünen, die Tausende Blüthen, die dort nie aufhören zu duften, – ich höre mit dem Sinne meines Geistes den Seewind rauschen durch die Bananen und die Wipfel der Palmen, – die Wasserfälle donnern, die von den hohen Bergwänden des Innern herabstürzen, – ich athme die kühle Morgenluft und trete vor die gastfreie Hütte des Javanen, während noch ein tiefes Schweigen auf den weiten Urwäldern rings herum lastet, – hoch in der Luft ziehen die Schaaren der Kalong’s nach Haus, – allmählig fängt das Laubgewölbe sich an zu regen, – die Pfaue kreischen, – die Affen werden munter, das Echo der Berge wird wach von ihrem Morgenlied, – Tausende von Vögeln fangen an zu zwitschern – und noch ehe die Sonne den östlichen Himmel färbt, erglüht schon der majestätische Gipfel jenes Berges in Gold und Purpur, – er blickt aus seiner Höh’ zu mir herab wie zu einem alten Bekannten, – meine Sehnsucht wächst und ich verlange nach dem Tage, an welchem ich sagen kann: seid mir gegrüsst ihr Berge!“

Leyden, im November 1851. Der Verfasser.[83]

Hauptwerke[Bearbeiten]

Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java[Bearbeiten]

Franz Wilhelm Junghuhn: Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java. Titelblatt.
Franz Wilhelm Junghuhn: Topographischer und naturwissenschaftlicher Atlas zur Reise durch Java. – Titelblatt.

Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java. Von Dr. Friedrich [falsch; richtig: Franz] Junghuhn,[84] Mitglied der Kaiserl. Leopold.=Carol. Akademie der Naturforscher. Für die Kaiserl. Leopold.=Carol. Akademie der Naturforscher zum Druck befördert und bevorwortet durch Dr. C. G. Nees von Esenbeck, Präsidenten der Akademie. Mit einem aus 38 Tafeln und zwei Höhenkarten bestehenden Atlasse. Magdeburg, 1845. Verlag von Emil Baensch. In Rotterdam bei A. Baedeker. In Amsterdam bei J. Müller. X, 518 S., ein nicht nummeriertes Blatt (Druckfehler und Verbesserungen). 8°.

Zu diesem Buch gehört ein Tafelband:

Topographischer und naturwissenschaftlicher Atlas zur Reise durch Java. Von Dr. Fr. Junghuhn. ... [weitere Titelei wie vor]. Enthaltend: 38 lithographirte Tafeln und 2 Höhen-Karten. Magdeburg, 1845. Verlag von Emil Baensch. 5 nicht nummerierte Blätter [1 Blatt Titel und 4 Blatt „Erklärungen der Tafeln des Atlasses zu Junghuhn’s Reisen durch Java.“, 3–spaltig], 38 lithographische Tafeln (darunter sieben Ansichten) und zwei mehrfach gefaltete lithographische Höhenkarten (mit einem Längsprofil und drei Querprofilen der Insel Java). Quer-Folio.[85]

Zur Veröffentlichung:

Dank seiner täglichen Aufzeichnungen ist es Junghuhn neben seinem Dienst als Militärarzt gelungen, das Manuskript dieses Werkes in wenigen Wochen zu vollenden. Die Schilderungen seiner Reisen durch Ost-Java waren bereits im Juli 1839 fertiggestellt. Am 11. November 1839, dem letzten in seinem Reisebericht genannten Datum, hielt er sich noch in den Bergen Westjavas auf und stieg vom Gipfel des über 3000 Meter hohen Vulkans Pangrango herab.[86] Anfang Januar 1840 wurde er in Batavia zum Chirurgus II. Klasse ernannt, Anfang März begann er mit der Erforschung des Diëng-Plateaus. Nur wenige Monate später, noch vor seiner Abreise nach Sumatra, lag das vollständige Manuskript einschließlich seinen letzten Ausführungen über die Streifzüge auf den Pangrango mit allen Zeichnungen und Skizzen der Kaiserl. Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher in Breslau vor. Zu diesen Unterlagen gehörten auch die zwölf Landschaftsansichten des erst 1853 veröffentlichen Tafelwerkes zum Hauptwerk über Java.[87]

Es ist die erste große Arbeit des später so berühmten, zu dieser Zeit aber noch wenig bekannten Forschers. Jahrelang musste nach einem Verleger gesucht werden. Nur unter der Bedingung, die Zeichnungen Junghuhns auf den wissenschaftlich notwendigen Umfang zu reduzieren, erklärte sich der Magdeburger Verleger Emil Baensch bereit, in einfachster Form dieses Werk zu veröffentlichen. Die hierdurch entstandene relativ dürftige Ausstattung steht in keinem Verhältnis zum inhaltlichen Wert.

Aus dem Vorwort im Textband geht hervor, dass die Originale der Tafeln des Atlasbandes der Leopoldinisch-Carolinischen Akademie in koloriertem Zustand übergeben wurden. Wenn auch aus der damaligen Sicht eine einfache Ausstattung für eine weitere Verbreitung notwendig war, so ist es aus heutiger Sicht dennoch zu bedauern, dass a) die Akademie, auf Drängen des Verlegers, nur eine Auswahl von Junghuhns Zeichnungen veröffentlichen ließ und b) der Verleger das Kostenrisiko für eine farbige Wiedergabe nicht übernehmen wollte und die Tafeln nur in einfachem Schwarzdruck veröffentlicht hat. Das gilt auch für die hier wiedergegebenen handkolorierten Tafeln, zu denen noch vier weitere Ansichten des Vulkans Merapi gehören; bibliographisch sind sie nur in den wissenschaftlichen Sammlungen der Humboldt-Universität in Berlin nachweisbar.

Zum Inhalt:

Mit Junghuhns Besuch des Laacher Sees zu Beginn dieses Buches endet das 1909 von Max C. P. Schmidt veröffentlichte Manuskript Flucht nach Afrika. Nahtlos reiht sich sein Aufenthalt in den Niederlanden an, gefolgt von seiner Seefahrt nach Ostindien, seiner Ankunft und seinen Erlebnissen in Batavia und seinen ersten Exkursionen in Mitteljava.

160 Seiten nimmt dieser erste Teil des Buches ein. Danach ist das Werk in drei Hauptabschnitte geteilt:

Reise durch die westlichen Provinzen Java’s. Unternommen von Dr. E. A. Fritze, Chef der Medizinal-Angelegenheiten sämmtlicher Niederländisch-Ostindischen Kolonien, und Dr. Fr. Junghuhn. Nebst einem Anhange chemischer Analysen von A. Waitz. (S. 161–268),

Reise durch die östlichen Provinzen Java’s. Mit einem meteorologischen Journal und vier Höhenprofilen der Insel, von Dr. A. Fritze und Dr. F. Junghuhn. (S. 269–411) und

Streifzüge durch die Waldgebirge G. Panggerango, Manellawangie und Gedé. Unternommen im Jahre 1839 von Dr. Fr. Junghuhn. Nebst einem Anhange, enthaltend ein meteorologisches Journal und Compaßrichtungen. (S. 412–518).

Schon in der Schilderung der dreieinhalbmonatigen Seefahrt an Bord des Dreimasters Jacob Cats von Harderwyk nach Batavia offenbart sich uns Junghuhn als glänzender Beobachter der Naturerscheinungen des Wassers und des Himmelsgewölbes. Beim Passieren der Sunda-Straße richtete er seine Blicke voller Sehnsucht und Begeisterung auf die üppige tropische Natur der Westküste Javas: „Unauslöschlich wird mir der Eindruck sein, den mir der Anblick aller dieser Ländermassen gewährte, die, mit den herrlichsten Reizen der Natur geschmückt, sich nach einer so langen Seereise auf ein Mal darstellten. Man kann sein Entzücken nicht verbergen, man besteht ganz aus Hoffnung und schwellender Erwartung.“[88] Historisch interessant ist seine ausführliche Beschreibung des alten Batavia, von dessen einstigem Glanz in der von Grachten durchzogenen Unterstadt nur verfallene und überwucherte Ruinen geblieben waren. Eine Fahrt von Weltevreden, dem heutigen Menteng, zum zwölf Kilometer entfernten Landungsplatz von Batavia gestaltete sich zu einem stundenlangen Abenteuer, nachdem die Räder der Pferdekutsche bis zu den Achsen in den Schlamm gesunken waren.

Die Beschreibungen der Umgebungen von Jogjakarta, des Kegelkarstgebietes Gunung Séwu an der Südküste Javas[89] und der zweimaligen Besteigung des tätigen Vulkans Merapi wurden an Gründlichkeit und Anschaulichkeit bis heute nicht wieder erreicht. „Sein Blick greift mit letzter Schärfe die Hang- und Kraterformen ab, hält jede Einzelheit des Pflanzenbestandes fest, die leisesten Veränderungen im Landschaftsbild, die ständig wechselnden Aussichten. Seine Eindrücke übergibt Junghuhn frisch und allabendlich seinem Tagebuch.“[90] In Begleitung Dr. Fritzes besuchte Junghuhn die Wijnkoopsbaai an der Südküste Javas, erstieg und vermaß 17 Vulkane dieser Insel und untersuchte auch Erscheinungen vulkanischen Ursprungs wie beispielsweise den Kratersee Telaga Bodas oder ein mit Giftgas gefülltes Todestal auf dem Diëng-Plateau. Einen Höhepunkt seiner Reise durch die östlichen Provinzen war die Untersuchung des Tengger- („Tingger-“) Gebirges mit dem tätigen Bromo.

Im letzten Kapitel, Streifzüge durch die Waldgebirge G. Panggerango, Manellawangie und Gedé, nimmt – wie bereits aus der Bezeichnung „Waldgebirge“ hervorgeht – die Botanik einen breiten Raum ein, insbesondere die ausführlichen Beschreibungen der mit zunehmender Höhe sich ändernden Pflanzenwelt auf diesem 3000 Meter hohen Vulkanmassiv. Als Anhänge sind ein Meteorologisches Reisejournal mit Wetterbeobachtungen und Kompassrichtungen zu 142 angepeilten Örtlichkeiten beigefügt.

1836 schrieb Junghuhn an seinen Koblenzer Freund Philipp Wirtgen: „Ich lasse es mir besonders angelegen seyn, Naturschilderungen zu entwerfen, bei denen mir Herrn A. von Humboldt’s Ansichten der Natur, als – freilich unerreichbares – Muster dienten. Ich bemühe mich darin, das Eigenthümliche javanischer Landschaften nach allen Richtungen hin aufzufassen und besonders die Physiognomie der Vegetation, – von den Palmenwäldern der Dörfer, die Bambusgebüsch umzäunt, bis zu den Casuarinenwäldern des Merapi, oder der Schlingvegetation des Gunong Gambing, die gleich einem Teppich die höchsten Felsen umrankt, etc. – darzustellen.“[91] Dieses anspruchsvolle Ziel hat Junghuhn erreicht: Nach Henze ist dieses Werk „die lehrreichste und anschaulichste geographische Reisebeschreibung von Java, die erste überhaupt, die die begriffliche und bildliche Vorstellung der Insel scharf hat prägen können“.[90]

Auszüge aus diesem Werk in: Die Insel der Vulkane. Reisen und Wanderungen durch Java. Leipzig, F. A. Brockhaus, 1950. 193 Seiten und 1 nicht nummerierte letzte Seite, 1 Blatt. Mit 52 teils ganzseitigen Textzeichnungen von Erich Gruner und 1 Kartenskizze (Java). 8°.

Die Battaländer auf Sumatra[Bearbeiten]

Franz Wilhelm Junghuhn:
Die Battaländer auf Sumatra. – Titelblatt.
Ansicht des Dorfes Gudarim baru
(Die Battaländer …, 1. Band) [95]
Faksimile-Tafel einer Batta-Handschrift, entnommen aus einem auf Baumrinde geschriebenen Buch
(Die Battaländer …, 2. Band)

Die Battaländer auf Sumatra. Im Auftrage Sr. Excellenz des General-Gouverneurs von Niederländisch-Indien Hrn. P. Merkus in den Jahren 1840 und 1841 untersucht und beschrieben von Franz Junghuhn. Aus dem holländischen Original übersetzt vom Verfasser. Berlin, Druck und Verlag von G. Reimer. 1847. 2 Bände, 8°.

Band 1: Erster Theil. Chorographie. VIII, 300 S. Mit 10 lithographierten Tafeln: 6 mehrfach gefalteten tlw. zusammensetzbaren Karten, 3 Tafeln mit Ansichtsskizzen und einem „Situationsplan“ sowie 1 doppelblattgroße lithographische Tafel „Ansicht des Dorfes Gudarim baru und der umgebenden Gebirge in den Battaländern (Landschaft Hurung.)“.

Band 2: Zweiter Theil. Völkerkunde. X, 388 S., 1 nicht nummeriertes Blatt. Mit 8 (1 doppelblattgr.) lithographischen Tafeln (Faksimiles der Battaschrift) und eine mehrfach gefaltete Tafel „Das Batta-Alphabet“.

Zur Veröffentlichung:

Das Manuskript ist datiert „Java, September 1844“. Mit der Bitte, „diese deutsche Ausgabe zu besorgen und zu leiten“, wurde es von Junghuhn mit allen Skizzen und Karten nach Halle an seinen früheren Studienfreund Hermann Burmeister gesandt.[96] Nachdem Burmeister mit dem Berliner Verleger Georg Ernst Reimer die Veröffentlichung der Battaländer vereinbart hatte, übergab er das Manuskript im März 1845 dem deutschen Geographen und Meteorologen Wilhelm Mahlmann. Dieser reichte es weiter an seinen Bruder Heinrich, einen angesehenen Kartographen, der es unter Mitwirkung der Professoren Eduard Buschmann (Sprache) und Leonhard von Schlechtendal (Botanik) redigierte. Darüber hinaus lieferte Heinrich Mahlmann eine wertvolle Ergänzung: Auf der Grundlage von Junghuhns Kartenskizzen zeichnete er im Maßstab 1:1.000.000 die Generalkarte vom mittleren Sumatra. Nach Abschluss dieser redaktionellen Arbeiten wurde bereits 1846, ein Jahr vor dem Erscheinen der Battaländer, von Wilhelm Mahlmann ein Auszug dieses Werkes in den Monatsberichten der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin veröffentlicht.[97]

Junghuhn hat dieses Werk nur in deutscher Sprache geschrieben; der Hinweis auf dem Titel „Aus dem holländischen Original übersetzt vom Verfasser“ ist unzutreffend. Gleiches gilt auch für sein Vorwort in diesem Werk, wonach er „[…] aus dem holländischen Manuskripte eine Übersetzung in seine Muttersprache veranstaltet“ haben soll.[98] In niederländischer Sprache existiert nur ein aus dem Deutschen von Engelbertus de Waal übersetztes unveröffentlichtes Manuskript. Die Prüfung dieses Manuskripts durch den niederländisch-indischen Generalsekretär Cornelis Visscher führte zum Verbot der Veröffentlichung und zur Rücknahme der hierfür zur Verfügung gestellten Mittel. Unter anderem nahm Visscher Anstoß an Junghuhns Augenzeugenbericht über unbarmherzige niederländische Beamte, die von Krankheit gepeinigte und von Hunger geschwächte Sklaven auf unmenschliche Weise zu Fronarbeiten gezwungen haben. Nach schonungsloser Schilderung aller Qualen und Leiden endet dieser Bericht mit dem ironischen Zusatz: „So kämpft die Natur mit den vortrefflichen Absichten des Kolonel Michielsen, unseres humanen Gouverneurs von Padang, der doch Alles so zweckmäßig einzurichten wünscht [...]“.[99] Daraufhin wurde diese Übersetzung auf Veranlassung der Kolonialregierung dem Landesarchiv zu Batavia zur Einlagerung übergeben.

Zum Inhalt:

Auch wenn dieses Werk nicht vollendet wurde – es fehlen die im Band 1 erwähnten geologischen, klimatischen und botanischen Ergebnisse –, blieb es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die wichtigste Quelle über die südlichen Batak-Länder. Noch im Jahre 1909 wertete Wichmann die Battaländer zwar als veraltet, doch fehle es an einem Werk, das sich demjenigen Junghuhns an die Seite stellen lasse.[100]

Der erste Teil (Chorographie) beginnt mit einer topographischen Übersicht Sumatras, unterstützt von Ansichts- und Profilskizzen. Als Erster beschrieb Junghuhn in seiner einleitenden Gesamtdarstellung die über weite Strecken parallel hintereinander gestaffelten Bergzüge Westsumatras, die große teilweise trogartige Längstäler einfassen. Junghuhn hat damit „dasjenige geographische Bild dieser merkwürdigen Insel gezeichnet, welches für allezeit gewissermaßen den Grundplan für ihre wissenschaftliche Betrachtung abgeben wird.“[101] In den Batakländern wurden am gründlichsten die Provinzen Tapanuli, Silindong, Sipirok und Angkola erforscht; ihre Beschreibung umfasst etwa vier Fünftel des Bandes. Den Tobasee konnte Junghuhn zwar nicht erreichen, jedoch lieferte er aus einer sorgfältigen Auswahl von einheimischen Informationen die ersten sich später als zutreffend erwiesenen Nachrichten über diesen See. Seine Feldmessungen erhoben ihn zum Begründer der Triangulation Sumatras. Von den beigegebenen Karten sind diejenigen über die nördlichen Gebiete am wertvollsten, da sie ausschließlich auf seinen eigenen Feststellungen beruhen und bis dahin noch von keinem Europäer betretene Gebiete darstellen; für die Karten über die südlicheren Gebiete wurden auch die Ergebnisse von anderen Forschern herangezogen.

Die Beschreibung der „Battaer“ (Batak) im zweiten Band ist ein verdienstvoller, aber nicht in allen Teilen gelungener Versuch, ein umfassendes und vollständiges Bild zu liefern: über Rasse, Ursprung und Abstammung, Dörfer, Häuser und Hausgeräte, Alltagsleben, Kleidung und Schmuck, Regierungsform, Verfassung und politische Verhältnisse, Sitten und Gebräuche, Einrichtungen und Gesetze, Sklaverei und Kannibalismus, Kriegsführung, -ursachen und -folgen, Ergötzungen, Spiele und Musik, Kulturpflanzen und Haustiere, Handel und Industrie und über das psychische Leben dieses Volkes. Als die hervorstechendsten Eigenschaften der Battaer werden Spielsucht, Rachsucht und Grausamkeit, aber auch Gastfreiheit, Gutmütigkeit und Offenherzigkeit genannt. Ein Rückblick auf die Battaer und eine „vergleichende Uebersicht der Nationen des Sunda-Archipels“ bilden den Schluss.

Stets war Junghuhn darauf bedacht, sich auf gleiches Niveau mit den Battaern zu stellen und nicht als überheblicher Kolonialbeamter aufzutreten. Nur auf diese Weise, so glaubte er, sei er am besten im Stande gewesen, „… dieses Volk in einer größeren Nähe zu betrachten und dessen wahres Kolorit ungeschminckt und ungetrübt zu erkennen.“[102]

Junghuhn gebührt das hoch anzurechnende Verdienst, die bis dahin ausführlichste Darstellung der Battaer geliefert zu haben. Von seinen Nachfolgern aber wurde er zum Teil heftig kritisiert: Infolge mangelhafter Sprachkenntnisse wurde vieles von Junghuhn falsch interpretiert, was er aus Gesehenem und Gehörtem zusammengetragen hatte. Das Gedenkboek Franz Junghuhn. 1809–1909. enthält eine ausführliche Buchbesprechung von Wilhelm Volz. Darin heißt es im letzten Satz: „Wenn wir auch dem Buch nicht immer unsere einwandfreie Anerkennung schenken können und manchmal an seinem wissenschaftlichen Wert Kritik üben müssen, es bleibt eine Leistung, die für sich allein genügen würde, Junghuhn einen Platz unter den besten Erforschern des malaiischen Archipels dauernd zu sichern.“[103]

Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart[Bearbeiten]

Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Von Franz Junghuhn. Nach der zweiten, verbesserten Auflage des holländischen Originals in’s Deutsche übertragen von J. K. Hasskarl. - 3 Bände, 8°.
1. Auflage: Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1852 (1. Band) und 1854 (2. und 3. Band).
2. Auflage: Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1857 (unveränderte Titelauflage).

Band 1: Erste Abtheilung. Die Gestalt und Bekleidung des Landes. 8 nicht nummerierte Seiten, VI Seiten Inhaltsübersicht, S. (9)–483. Mit einem doppelblattgroßen Titelbild in Farblithographie („Gunung-Lamongan am 5ten Juli 1838“), einer xylographischen Titelvignette, 13 Höhenprofilen (nummeriert I, II, IIb und III bis XII) auf 6 mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln und 52 xylographischen Textabbildungen.

Band 2: Zweite Abtheilung. Die Vulkane und vulkanischen Erscheinungen. XII, 964 S. Mit 41 (darunter 37 überwiegend mehrfach gefalteten) lithographischen Tafeln und 61 xylographischen Textabbildungen (überwiegend Profile und Kartenskizzen).

Band 3: Dritte Abtheilung. Die neptunischen Gebirge. X, 316 S. Mit 5 mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln.

Zu diesem Werk gehört ein Tafelband in Quer-Folio:

1. Auflage: Landschaften-Atlas zu Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. – Nach anderer Quelle auch mit dem Titel: Fr. Junghuhn: Elf (lithochrom.) Landschafts-Ansichten von Java nach der Natur gezeichnet. Mit 1 (Bl.) erklärendem Texte. Leipzig, 1853. Arnoldische Buchhandlung.[104]

2. Auflage: Java-Album. Landschafts-Ansichten von Java. Nach der Natur aufgenommen von Franz Junghuhn. In Farbendruck ausgeführt von den Herren Winckelmann & Söhne und Gebrüder Delius in Berlin. Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1856.

Zur Veröffentlichung:

Aus dem Vorwort der deutschen Ausgabe geht hervor, dass die separate Herausgabe dieses Werkes verhindert werden sollte. Junghuhn wurde zugemutet, dasselbe in den Verhandelingen over de Natuurlijke Geschiedenis der Nederlandsche overzeesche Bezittingen („Verhandlungen über die Naturgeschichte der niederländischen überseeischen Besitzungen“), die auf dem Titel die Verfasser verschwiegen, zu veröffentlichen. Nur mit Unterstützung des damaligen Generalsekretärs und späteren Kolonialministers Charles Ferdinand Pahud und mit finanzieller Hilfe des Ministeriums der Kolonien gelang es, den Widerstand zu überwinden „von Personen, die seit ein paar Dutzend Jahren gewöhnt sind, alle Früchte naturwissenschaftlicher Reisen in Niederländisch-Ostindien, welche auf Kosten der Regierung unternommen wurden, als ihr Eigentum zu betrachten“.[105]

Mehrfach unzutreffend ist der Hinweis im Titel „Nach der zweiten, verbesserten Auflage des holländischen Originals in’s Deutsche übertragen von J. K. Hasskarl“:
– Hasskarl hat die deutsche Ausgabe nicht übersetzt, sondern mit wenigen Zusätzen redigiert.
– Die zweite verbesserte Auflage des holländischen Originals ist erst ab dem Jahre 1853 erschienen, ein Jahr nach der Veröffentlichung des ersten Bandes der deutschen Ausgabe.

Auch aus der ersten holländischen Ausgabe, deren erste Lieferungen bereits Ende des Jahres 1849 erschienen sind, wurde nichts in die deutsche Sprache übersetzt. Vielmehr war es umgekehrt: Im Jahre 1910 hat W. C. Muller aufgrund einer in den Archiven des holländischen Kolonialministeriums gesichteten Korrespondenz zwischen Junghuhn und der holländischen Regierung den Nachweis erbracht, dass – ebenso wie die Battaländer – auch dieses Werk von Junghuhn in deutscher Sprache geschrieben wurde. Muller bezieht sich auf einen Brief von Junghuhn, datiert zu Leiden, 28 Augustus 1849, und zitiert daraus wie folgt (frei übersetzt): „Bis jetzt haben die Herren Prof. W. H. de Vriese und Dr. J. H. Molkenboer allhier mir bei der Übersetzung meiner Schriften ihre helfende Hand angeboten; auf Dauer kann dies von ihnen nicht umsonst geschehen und deshalb soll ein Teil der Unterstützung darauf verwendet werden, meine Konzepte in ein sauberes und fließendes Holländisch zu übertragen und dafür an einen fähigen Sprachkundigen ein mäßiges Honorar zu bezahlen.“[106]

Hinzu kommt eine weitere Merkwürdigkeit in der Chronik der Veröffentlichung: Im ersten Band der ersten deutschen Ausgabe, erschienen im Jahre 1852, wird für weiterführende oder ergänzende Informationen auf 25 teils mehrseitige Textstellen im Band II und auf vier Textstellen im Band III verwiesen. Darüber hinaus enthält dieser erste Band Verweise auf drei Abbildungen, zwei auf Tafeln im Band II, eine auf einer Tafel im Band III. Obwohl die Bände II und III erst zwei Jahre später herausgegeben wurden, sind in allen Verweisen die Seitenangaben richtig. Folglich müssen bereits im Jahre 1852 alle drei Bände in einem vollständigen, fertig gedruckten Exemplar mit allen Abbildungen und Tafeln vorgelegen haben. Weshalb die Bände II und III erst 1854 herausgegeben wurden, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Infolge dieser korrekten Verweise mit richtig angegebenen Seiten und Abbildungen war jedoch der Verlag in der Lage, im Jahre 1857 eine vollkommen identische zweite deutsche Auflage in den Handel zu bringen. Selbst die Druckfehler in der ersten Auflage, einschließlich der Korrekturliste „Druckfehler und Verbesserungen“, wurden 1857 unverändert übernommen.

In diesem Zusammenhang hat auch der ebenfalls unverändert übernommene letzte Satz des Java-Werkes nur in der ersten Auflage seine Richtigkeit: „... Topographische Karte der Insel Java, vom Verfasser dieses Werkes; im Maassstabe von 1 zu 350000, vertheilt in 4 Blätter, wovon der Stich binnen Jahresfrist vollendet sein wird.“[107] In der 1857 erschienenen zweiten Auflage ist dieser Satz zeitlich überholt: Junghuhn hat – wie angekündigt – die Java-Karte im Jahre 1855, zwei Jahre vor dem Erscheinen der zweiten Auflage veröffentlicht.

Zum Inhalt:

Der erste Band beginnt mit einer tabellarischen Übersicht der politisch-administrativen Einteilung der Insel Java, über den Zweck, den Aufbau und die Gliederung dieses Werkes und einem Verzeichnis der barometrisch gemessenen Höhen. Danach folgen Junghuhns akribische Versuche, so anschaulich wie möglich „[…] die äußere Gestalt der verschiedenen Berge, Ebnen und Thalgehänge, welche sich zu dem gemeinschaftlichen Ganzen, das wir Insel Java nennen, vereinigen, nicht blos ihren platten Umrissen, ihrer horizontalen Ausdehnung, sondern auch ihrer Höhe, ihrer Massenentwicklung nach […]“ den Lesern zu vermitteln.[108] Mit 13 lithographischen Längs- und Querprofilen, die ausführlich erläutert sind, vergleicht er die „körperliche Gestalt“ Javas mit derjenigen der Nachbarinsel Sumatra. Im Kapitel „Hauptzüge der allgemeinen Configuration von Java, betrachtet in den Zonen von 0, 100, 500, 1.000, 2.000, 2.500–5.000, 6.000 und 9.000–10.000 Fuss Höhe“ erläutert Junghuhn die jeweiligen Umrisse und Landflächen Javas, wenn man diese Insel in diesen acht Höhenstufen bis 10.000 Fuß tief in das Meer versinken lässt.[109]

Längsprofil der Insel Java von West nach Ost.
Das leporelloartig gefaltete Original ist 153 cm lang. Das Verhältnis der Länge zur Höhe beträgt 1:18,25.
Darunter ist als dünner Streifen das gleiche Profil ohne Überhöhung dargestellt (Verhältnis Länge zu Höhe = 1:1)
Längsprofil der Insel Java. Aus Franz Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Erster Band. Leipzig 1852

Am wertvollsten im ersten Band ist der 350 Seiten umfassende Abschnitt über das Pflanzenreich Javas, seinerzeit die umfangreichste pflanzenphysiognomische Monographie eines Tropenlandes überhaupt. Ein Vorbild für zahlreiche Nachfolger Junghuhns war die vertikale Gliederung in vier Gewächszonen, wobei die erste, heiße Region bis zu einer Höhe von 2000 Fuß, die zweite, gemäßigte Region von 2000 bis 4500 Fuß, die dritte, kühle Region von 4500 bis 7500 Fuß und die vierte, kalte Region von 7500 bis 10.000 Fuß über dem Meeresspiegel reicht. Jede dieser vier Regionen ist mit ihren klimatischen Gegebenheiten und Bedingungen und – daraus folgend – mit ihren charakteristischen Natur- und Kulturgewächsen dargestellt, wobei Junghuhn jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass in Abhängigkeit vom Relief und von der Bodenbeschaffenheit Übergänge vorhanden sind und die angegebenen Höhengrenzen nur als die Mitte der Übergänge von einer Gewächszone in die andere zu betrachten sind. Wahre Köstlichkeiten für den Naturliebhaber sind die Beschreibungen der Tafeln im „Landschaften-Atlas“[110] und die in allen Gewächszonen eingestreuten „örtlichen Betrachtungen“: In meisterlichen Worten verfasste naturphysiognomische Landschaftsbilder von kaum mehr zu überbietender Anschaulichkeit.

Der zweite Band behandelt den Vulkanismus der Insel Java, wobei die Reiseschilderungen über den Osten der Insel aus den 1845 erschienenen Topographischen Reisen teilweise unverändert übernommen worden sind. 45 Vulkane wurden von Junghuhn erstiegen, einige zum ersten Mal, andere zum wiederholten Mal. Dem Leser werden die klimatischen Veränderungen mit zunehmender Höhe, die allmählichen Übergänge in Flora und Fauna, die Beschaffenheit des Bodens und die Neigung der Hänge mit ihren divergierenden Rippen in kleinsten Nuancen dargelegt. Die Beschreibungen der Vulkane sind so exakt, dass sie bis in das 20. Jahrhundert hinein den Wissenschaftlern des Vulkanologischen Dienstes von Niederländisch-Indien für die Feststellung von Veränderungen nach erneuten Eruptionen als wichtige und oft einzige Quellen gedient haben. Frühere Ausbrüche aktiver Vulkane sind unter Auswertung aller älteren Berichte mit größtmöglicher Vollständigkeit und Ausführlichkeit beschrieben. Vorangegangene Untersuchungen anderer Forscher sind korrekt mit Namen und Datum genannt. Eingehend widmete sich Junghuhn auch den Solfataren, Schlammquellen, Stickgrotten und anderen „Erscheinungen, die mit den Vulkanen in ursächlichem Zusammenhang stehen.“ Mit dem Ziel, den Vulkanismus des Malaiischen Archipels vollständig darzustellen, hat Junghuhn auch alle ihm aus mündlichen und schriftlichen Quellen bekannt gewordenen Vulkane außerhalb Javas in sein Werk aufgenommen. Die nach Berichten von Sir Stamford Raffles verfasste Schilderung des 1815 erfolgten Ausbruchs des Tambora auf Sumbawa verdient hier besonders erwähnt zu werden.

Der dritte Band befasst sich mit geologischen Themen. Hervorzuheben ist die Klassifizierung der Landformen in „Zwölf Typen von Land- und Bergbildung“, die Studien über die Bildung der Täler und alten Seebecken sowie der posttertiären und jetzigen Formationen und deren ständigen Veränderungen durch die unablässig wirkenden Kräfte der Natur. Als Erster hat Junghuhn nachweisen können, dass Java nicht ausschließlich aus vulkanischem Material besteht, wie seinerzeit allgemein angenommen worden war. Seine Feststellung, dass mehr als 3/5 dieser Insel dem Tertiär angehören, wurde erst 34 Jahre später von den niederländischen Geologen Reinder Fennema und Rogier Diederik Marius Verbeek im Wesentlichen bestätigt.[111]

Unzweifelhaft steht dieses Werk an der Spitze der deutschsprachigen geographischen Literatur Indonesiens, „es ist … dem Plan und Gehalt nach eines der vollendetsten Werke dieser Art, sei es über europäische oder außereuropäische Gegenden, in der deutschen oder außerdeutschen Litteratur“ (Friedrich Ratzel).[112]

Alexander von Humboldt äußerte sich zu diesem Werk wie folgt:

„Ein neues, langerwartetes Licht über die geognostische Beschaffenheit von Java ist (nach früheren, sehr unvollständigen, aber verdienstlichen Arbeiten von Horsfield, Sir Thomas Stamford Raffles und Reinwardt) durch einen kenntnißvollen, kühnen und unermüdet thätigen Naturforscher, Franz Junghuhn, neuerdings verbreitet worden. Nach einem mehr als zwölfjährigen Aufenthalte hat er in einem lehrreichen Werke: Java, seine Gestalt und Pflanzendecke und innere Bauart, die ganze Naturgeschichte des Landes umfaßt. Ueber 400 Höhen wurden barometrisch mit Sorgfalt gemessen; die vulkanischen Kegel- und Glockenberge, 45 an der Zahl, in Profilen dargestellt und bis auf drei alle von Junghuhn erstiegen. Ueber die Hälfte, wenigstens 28, wurden als noch entzündet und thätig erkannt; ihre merkwürdigen und so verschiedenen Reliefformen mit ausgezeichneter Klarheit beschrieben, ja in die erreichbare Geschichte ihrer Ausbrüche eingedrungen. Nicht minder wichtig als die vulkanischen Erscheinungen von Java sind die dortigen Sediment-Formationen tertiärer Bildung, die vor der eben genannten ausführlichen Arbeit uns vollkommen unbekannt waren und doch 3/5 des ganzen Areals der Insel, besonders in dem südlichen Theile, bedecken. In vielen Gegenden von Java finden sich als Reste ehemaliger weitverbreiteter Wälder drei bis sieben Fuß lange Bruchstücke von verkieselten Baumstämmen, die allein den Dicotyledonen angehören. (…). Durch das fleißige Sammeln von Blatt-Abdrücken und versteinerten Hölzern hat Junghuhn Gelegenheit dargeboten, daß die nach seiner Sammlung von Göppert scharfsinnig bearbeitete vorweltliche Flora von Java als das erste Beispiel der fossilen Flora einer rein tropischen Gegend hat erscheinen können.“

Alexander von Humboldt, 1858 [113]

Das Werk wird ergänzt durch seine 1855 veröffentlichte Kaart van het eiland Java. Darüber hinaus bezieht sich Junghuhn an zahlreichen Stellen auf seinen 1854 veröffentlichten Catalog der geologischen Sammlung von Java, der einen Teil seiner Gesteins- und Fossiliensammlungen beschreibt.

Karte der Insel Java[Bearbeiten]

Kaart van het eiland Java. Uitgegeven op last van en opgedragen aan Zijne Excellentie den Minister van Kolonien Chrs. F. Pahud, [...] door Dr. F. Junghuhn, [...]. Te zamengesteld uit de waarnemingen en opmetingen door hem gedaan gedurende zijne onderzoekings reizen op dat eiland in de jaren 1835 tot 1848. Op steen gebragt te Breda bij A. J. Bogaerts. 1855. Schaal 1:350.000. Uitgegeven voor rekening van het Ministerie van Kolonien, by den Heer C. W. Mieling te 'S Gravenhage.

Hinweis: Die Einzelkarten „Erstes Blatt“ bis „Viertes Blatt“ stehen in lesbarer Größe zur Verfügung. Bei Nutzung der vollen Auflösung werden bei etwa 10-facher Vergrößerung nur Ausschnitte dieser Karten angezeigt. Durch nochmaliges Klicken mit der Maus gelangt man zurück zu den Gesamtansichten. Von hier aus können mit der Maus – wie mit einer Lupe – beliebige Stellen vergrößert und verkleinert werden. – Tablets und iPads sind nicht in der Lage, die Karten in lesbarer Größe zu zeigen.

Diese Karte, mit plastischer Reliefdarstellung vom Stein gedruckt, gehört auf dem Gebiet der Kartographie zu den größten Leistungen, die jemals von einem Einzelnen erbracht worden sind. Sie hat wesentlich zu Junghuhns Ruhm als Erforscher und Erschließer der Insel Java beigetragen. Generationen von Wissenschaftlern, Landvermessern, Kolonialbeamten und Wirtschaftsinvestoren haben von ihr profitiert.

Die Gesamtgröße der Karte beträgt 79 × 308 cm. Um die Höhe der Karte so gering wie möglich zu halten, hat Junghuhn die in ost-süd-östlicher Richtung verlaufende Insel annähernd waagerecht dargestellt. Das war nur möglich durch eine Drehung der Projektion in einem Winkel von etwa neun Grad in nordöstlicher Richtung. Auch die Nebenkarten sind in diesem Winkel nach Nordosten verdreht; trotz ihrer teilweise schief gezeichneten Ränder sind sie jedoch nicht verzerrt. Nur der Titel und die Erläuterungen sind waagerecht gedruckt.

Auf 16 Nebenkarten sind die bedeutendsten Berggipfel und – in Erfüllung des von Rochussen erteilten Regierungsauftrags – die an der Südküste Javas entdeckten Kohlenlager dargestellt. Mit teilweiser Kolorierung war sie als topographische Karte, mit Flächenkolorit als geologische Karte im Handel; erstere war die bis dahin bei weitem genaueste, letztere die erste geologische Karte Javas. Welche Wirkung in Fachkreisen das große Java-Werk nunmehr erzielte, nachdem es nicht nur mit einem prächtigen „Landschaften-Atlas“, sondern von nun an auch mit einer hervorragenden Karte ergänzt werden konnte, lässt sich heute kaum nachvollziehen: Ein zuvor nur unzureichend und lückenhaft bekanntes Land, überdies noch das wichtigste Kolonialgebiet der Niederlande, lag erstmals in einer vollständigen detaillierten Naturbeschreibung mit kartographisch weitgehend richtiger Darstellung vor.

Für die niederländisch-indische Kolonialregierung war der strategische Nutzen der Karte von größtem Interesse. 1825 bis 1830 führten die Niederländer einen erbitterten Guerillakrieg gegen den javanischen Fürsten Diponegoro, dessen hohe Verluste auf Seiten der Niederländer nicht zuletzt auf die Unkenntnis des Landesinneren der Insel entstanden sind. In den darauffolgenden Jahrzehnten befürchteten die Niederländer erneute Aufstände der unterdrückten Javanen, nachdem das 1830 vom Generalgouverneur van den Bosch angeordnete Zwangsanbausystem „Cultuurstelsel“ zu Hungersnöten in der Landbevölkerung geführt hat.[115] Diese angespannte Situation trug wesentlich dazu bei, dass Junghuhns Kaart van het eiland Java nicht nur von der Kolonialregierung, sondern auch in höchsten militärischen Kreisen die denkbar größte Anerkennung und Wertschätzung erhielt, hatte man doch endlich mit dieser detaillierten Karte ein wirksames Hilfsmittel für die militärische Besetzung und wirtschaftliche Ausbeutung der wichtigsten Insel Niederländisch-Indiens zur Hand. In einem Brief an Junghuhn schrieb Alexander von Humboldt: „Wie soll ich Ihnen lebendig genug für Ihre schöne, ächt geologische, Gestaltungsreiche Karte danken. Sie ist nach einem militärischen Diner vom König, dem Pz. Friedrich der Niederlande, dem Kriegsminister, und vielen Generalen zugleich, als ein sehr ausgezeichnetes Werk lange bewundert worden.“[116]

1860 erschien auf der Grundlage von Junghuhns großer Java-Karte eine vereinfachte Karte im Maßstab 1:2.600.000, mit der erstmals die orographisch-physikalischen Verhältnisse Javas weitgehend richtig einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden konnten. Obwohl in dieser vereinfachten Karte das Gelände nur mit farbigen Höhenschichten dargestellt ist, zeigt ein Vergleich dieser Karte mit einer Reliefkarte nach Satellitenaufnahmen die Genauigkeit der Junghuhnschen Messungen.

Oben: Reliefkarte nach Satellitenaufnahmen. Unten: Orographisch-physikalische Karte der Insel Java. Die Grundlage nach der grossen Karte von F. Junghuhn ...[117]

Rückreise von Java nach Europa[Bearbeiten]

Franz Wilhelm Junghuhn: Rückreise von Java nach Europa. – Titelblatt.

Rückreise von Java nach Europa mit der sogenannten englischen Überlandpost im September und October 1848 von Franz Junghuhn. Aus dem Holländischen übertragen von J. K. Haßkarl. Mit 4 Ansichten und 2 Karten. Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1852. 3 nicht nummerierte Blätter (Titel, Vorwort, Inhalt), 186 S. Mit 4 farbig lithographierten Tafeln, zwei kleinen Textabbildungen auf Seite 55 und zwei mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln. 8°.[118]

Inhalt:
I. Von Java bis in die Nähe der Insel Socotora. S. 1–70.
II. Von Arabien bis Alexandrien. S. 71–166.
III. Von Egypten bis nach Holland. S. 167–186.

Nach dreizehn unermüdlichen Forscherjahren in den Tropen war Junghuhns Gesundheit so angegriffen, dass er unverzüglich einen Genesungsurlaub im kühlen Europa antreten musste. Am 17. Juni 1848 genoss er noch einmal die erfrischende Bergluft auf dem Gipfel des Vulkans Tangkuban Perahu. Erst am 27. August, nach mehr als zweimonatigem Warten im feuchtheißen Batavia, konnte er sich an Bord des Kriegsdampfers Etna begeben, der am darauffolgenden Morgen nach Singapur abging. Es war der Beginn seiner Heimfahrt mit der „Overland Mail“, der „englischen Überlandpost“, der kürzesten und teuersten Verbindung nach Europa.

Entlang den „Tausend-Inseln“ und der Südostküste Sumatras wurde zunächst Muntok auf Bangka angelaufen. Eine Woche lang, vom 1. bis 8. September 1848, hielt sich Junghuhn in Singapur auf, und seine ausführlichen Beschreibungen der Häuser, Tempel und Straßen dieser Stadt haben einen nicht unbeträchtlichen historischen Wert. Am 9. September ging es weiter an Bord des Dampfers Braganza, zunächst nach Norden durch die Straße von Malakka nach Georgetown auf der Insel Penang, danach auf Westkurs durch den Indischen Ozean. Am 22. September wurde Point de Galle an der Südküste der Insel Ceylon erreicht. Auf dem für damalige Verhältnisse luxuriösen Dampfer Bentinck, der noch am selben Tag von Galle nach Suez abging, genoss Junghuhn erstmals „ein Regenbad, das nach geöffnetem Krahne aus einer siebartigen Öffnung der Decke herabträufelte“.[119] Im Hafen von Aden wurden Kohlen gebunkert. Junghuhn nutzte die Liegezeit zu einem gesellschaftlichen Landausflug mit Damenbeteiligung auf den Rücken von störrischen Eseln; er verfasste über diesen Ausflug einen humorvollen Bericht. Am 11. Oktober 1848 erreichte die Bentinck die Reede von Suez. Der Suez-Kanal existierte noch nicht, und so ging es am Morgen des darauffolgenden Tages „over land“ auf zweirädrigen Wagen, die von vier Pferden gezogen wurden, fünfzehneinhalb Stunden lang durch die Wüste nach Kairo. Neun Tage hielt sich Junghuhn in Ägyptens Hauptstadt auf. In dieser Zeit besuchte er die Cheops-Pyramide, besichtigte ihr Inneres und kletterte mit Unterstützung von arabischen Helfern auf ihre 140 Meter hohe Spitze. Zunächst auf einem kleinen Flussdampfschiff auf dem westlichen Hauptarm des Nildeltas, danach auf einer noch kleineren Barke auf einem künstlichen Kanal wurden die Reisenden nach Alexandria gebracht. Zur Weiterfahrt über das Mittelmeer begab sich Junghuhn am 23. Oktober an Bord des österreichischen Dampfschiffes Germania, das am Morgen des 29. Oktober auf der Reede von Triest vor Anker ging. „Es war Sonntag – und das Erste, was unser Ohr vernahm, – seit 13 Jahren zum ersten Male wieder – war Glockengeläute! – ein so feierliches Getön aus allen Kirchen und Kapellen der Stadt, – ein so harmonischer Klang, der an sich schon mächtig, ahnungsvoll und zur Andacht stimmend, mich an die Jahre meiner Kindheit erinnerte, und mich mit einer Wonne, einer Wehmuth erfüllte, die ich nicht abzuwehren vermochte.“ (Junghuhn)[120] Nach einer gefahrvollen mehrtägigen Postkutschenfahrt über tief verschneite Alpenpässe wurde am 6. November 1848 Salzburg erreicht. In München, wo Junghuhn am 9. November erstmals in seinem Leben eine Eisenbahn sah,[121] endet seine Reisebeschreibung; seine Heimkehr nach Mansfeld hat er nicht erwähnt. – Am Abend des 21. November 1848 klopfte er an die Tür seines Elternhauses.

Aus Junghuhns tabellarischer Reisenotiz, die zusammen mit einer maschinenschriftlichen Abschrift im Koninklijk Instituut voor Taal-, Land- en Volkenkunde zu Leiden aufbewahrt wird, geht hervor, dass einschließlich aller Aufenthalte die Gesamtdauer der Reise von Batavia bis Triest 43 Tage und 7 1/2 Stunden betragen hat. Hinzu kamen noch 20 Tage für den Landweg von Triest nach Mansfeld. Gegenüber der Route um die Südspitze von Afrika ergab sich eine Zeitersparnis von etwa einem Monat.

Der besondere Wert dieses Buches liegt in den mit akribischer Genauigkeit beschriebenen naturkundlichen Beobachtungen und touristischen Sehenswürdigkeiten und in nützlichen Hinweisen für künftige Reisende. Zahlreiche Literaturangaben weisen auf weiterführende Werke hin.

„Auch in dieser anspruchslosen Erzählung verleugnet sich der scharf beobachtende Naturforscher und der formgewandte Darsteller auf keiner Seite. Das Werkchen gewinnt gerade dadurch ein besonderes Interesse, daß man erkennt, wie Beobachten und Schildern dem natur- und schriftkundigen Mann gleichsam zur Nothwendigkeit geworden war.“

Friedrich Ratzel, 1881[122]

Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java[Bearbeiten]

Franz Wilhelm Junghuhn: Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java. – Titelblatt der 4. Auflage 1866
De Dageraad. Umschlagtitel der ersten Ausgabe 1855

Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java. Ueber den Charakter, den Bildungsgrad, die Sitten und Gebräuche der Javanen; über die Einführung des Christenthums auf Java, die Freigebung der Arbeit und andere Fragen der Zeit. Erzaehlungen und Gespraeche, gesammelt auf Reisen durch Berge und Wälder, durch die Wohnungen der Armen und Reichen, zwischen den Gebrüdern TAG und NACHT, mitgetheilt von Dr. F. Junghuhn. Nach der Vierten Holländischen Auflage übersetzt von *** [anonym].[124] Amsterdam, Verlag von F. Günst. 1866. VIII, 384 S. Mit einem lithographischen Frontispiz (Porträt des Verfassers mit Faksimile-Signatur). 8°. – Diese vierte Ausgabe ist die erste mit der Nennung des Verfassers; sie gilt als die maßgebliche und wird am häufigsten genannt.

Die erste deutsche Ausgabe erschien bereits im Jahr der holländischen Erstausgabe: Licht– und Schattenbilder aus dem Innern von Java. … (wie vor). Von den Gebrüdern Tag und Nacht, mitgetheilt vom Ersterem. Aus dem Holländischen übersetzt von *** [anonym]. Amsterdam, Verlag von F. Günst. 1854.[125]

Die zweite (und dritte) deutsche Ausgabe erschien mit dem Titel Die Einführung des Christenthums auf Java. Von einem indischen Missionnair. Nach der zweiten verbesserten Auflage aus dem Holländischen übersetzt. Amsterdam, Verlag von F. Günst. 1855 (1858). VIII, 384 S. – Der Text beginnt auf Seite 1 mit dem Titel Licht- und Schattenbilder, oder Erzählungen und Gespräche über die Einführung des Christenthums auf Java, sowie Ueber den Charakter, den Bildungsgrad, die Sitten und Gebräuche der Javanen.

Dieses seinerzeit sehr umstrittene Buch entstand unter dem Einfluss niederländischer antiklerikaler Gruppen. Am radikalsten waren die Brüder der irregulären Amsterdamer Freimaurerloge „Post Nubila Lux“ (frei übersetzt: „Hinter den Wolken scheint das Licht“), deren Mitglied und späteres Ehrenmitglied er war.[126] Die pantheistischen Leitgedanken dieser Loge waren ganz im Sinne des Naturforschers Junghuhn, der schon in seiner Jugendzeit sich gegen die christlichen Lehren stellte. Zur Verbreitung seiner pantheistischen Glaubenseinstellung gründete Junghuhn mit seinem gleichgesinnten Verleger die Freidenkerzeitschrift De Dageraad,[127] die erstmals am 1. Oktober 1855 erschien.[128] Ihr Motto lautete: „Magna est veritas et praevalebit“ („Groß ist die Wahrheit, und sie wird sich durchsetzen.“).

Einen wesentlichen Teil der „Licht- und Schattenbilder“ nehmen die fiktiven Diskussionen zwischen den Gebrüdern „Tag“, „Morgenrot“, „Abendrot“ und „Nacht“ ein. Als Vertreter der Kolonialregierung kommt noch der holländische Resident „Praktischman“ zu Wort. Bruder „Tag“, stellvertretend für den in den ersten Auflagen anonym gebliebenen Junghuhn, ist überzeugt, dass die Natur allein der Brunnen aller Wahrheiten und die einzige göttliche Offenbarung ist. Er bekennt sich nur „[…] zu der hochgewölbten sternbesäeten Kirche der rechtgläubigen Naturkundigen [...]."[129] Entschieden wandte er sich gegen die Einführung des Christentums auf Java; diese würde sich nur störend auswirken auf das friedvolle Zusammenleben der Bevölkerung mit der Natur. Die vom Christentum gepredigte Nächstenliebe würden die Javanen längst praktizieren, und mit anderen Religionen wie dem Islam käme es zu Konflikten. „Nacht“ hält die strenge katechistische Lehre dagegen, sieht eine zivilisatorische Überlegenheit der christlichen Völker und bedauert die Javanen wegen ihres finsteren Aberglaubens.

Für den Naturwissenschaftler sind die geographisch-ethnologischen Beiträge von Interesse, die zweifellos während seiner mit von Richthofen unternommenen Reise durch Westjava entstanden sind. Das „Erste Stück“ beginnt mit einer eindrucksvollen Beschreibung einer Abendstimmung in einem abgelegenen javanischen Dorf. Diese Idylle wird von einem eingedrungenen Tiger aufgeschreckt, der von Junghuhn erlegt werden konnte, was eine dramatische Entladung des Hasses der wehrlosen Dorfbewohner auf das Tier zur Folge hatte. Die Instrumente eines Gamelan-Orchesters werden erläutert, und die Schilderungen seiner Erlebnisse mit seinen javanischen Begleitern geben Einblicke in die Mentalität der Bevölkerung. Ein Gegenstück zur Abendstimmung ist die ebenso eindrucksvolle Schilderung der Morgenstimmung. Im „Dritten Stück“ beschreibt Junghuhn ein brennendes Alang-Alang-Feld in mittäglicher Sonnenglut, ein Hochwasser („Bandjer“), dem man mit knapper Not entrinnen konnte, die Pflanzen- und Tierwelt unweit der Südküste, ein Küstendorf am Meeressaum mit tosender Brandung, das „Schlachtfeld“ am Strand mit Kadavern von Riesenschildkröten, ein javanisches Hochzeitsfest und eine Wanderung zum einsamen Bergsee Telaga Patengan. Alle geographischen Ortsbezeichnungen sind rückwärts geschrieben, wohl aus Gründen der Anonymität. Dennoch lässt die Brillanz dieser Schilderungen an der Identität des Verfassers keinen Zweifel aufkommen.

Mit diesem Buch entfachte Junghuhn in den Niederlanden einen so heftigen Sturm von Entrüstungen, dass er nach der Herausgabe der ersten Lieferung sich einen neuen Verleger suchen musste.[130] Seine Ernennung zum „Ritter des Ordens des Niederländischen Löwen“ soll von der Regierung tief bedauert worden sein. Dennoch fand dieses Buch in den Niederlanden so viele Anhänger, dass bis zum Jahre 1883 sieben Auflagen ediert werden konnten. Von den deutschen Anhängern sei nur der Naturforscher Ernst Haeckel genannt: Obwohl dieses Buch „wegen der darin enthaltenen Schmähungen und Herabsetzungen des Christenthums“ in Österreich, Sachsen und anderen deutschen Staaten verboten war,[131] schrieb er in einer Fußnote auf Seite 255 seines Buches Aus Insulinde. Malayische Reisebriefe (1. Auflage 1901): „Der Verfasser (…) zeigt einleuchtend, wie wenig die abstracten Lehren des Christenthums und die Dogmen seines Wunderglaubens geeignet sind, auf dem fremdartigen Boden des Malayischen Geisteslebens erfreuliche Früchte reifen zu lassen.“

Neuauflage: Die Einführung des Christenthums auf Java. Von Franz W. Junghuhn. Herausgegeben von Esther von Krosigk. Edition Classic, VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2008. ISBN 978-3-8364-3797-4.

Versuch einer chronologischen Junghuhn-Bibliographie[Bearbeiten]

Es wurden nur gedruckte Veröffentlichungen aufgenommen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.[132]

Die Titel der Hauptwerke sind in Fettdruck hervorgehoben.

Das Zeichen () weist darauf hin, dass diese Veröffentlichung im Kapitel „Hauptwerke“ ausführlich beschrieben ist.

1830

  • Observationes mycologicae in species Fungorum tam novas tam male cognitas. Auctore Francisco Junghuhnio. Med. Stud. (Cum tabulis VI. et VII.). In: Linnaea. Ein Journal für die Botanik in ihrem ganzen Umfange. Hrsgg. von D. F. L. von Schlechtendal. 5. Band. Berlin 1830. Gedruckt auf Kosten des Herausgebers. In Commission bei L. Oehmigke. S. 388–410. – PDF-Datei: [2] (Stand 18. Januar 2014)

1834

  • Flucht nach Afrika. Beschrieben von Franz Junghuhn. 1834. In: Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Dürr, Leipzig 1909. S. 157–314 [„Übersicht des Inhalts“ S. (159)–160].
    Flucht nach Afrika ist Junghuhns erstes Reisewerk. In einem Brief aus Weltevreden, datiert 4. Dezember 1835, schrieb Junghuhn an seinen Freund Philipp Wirtgen: „Mein Manuscript: Reise nach Afrika, habe ich in Harderwyk völlig umgearbeitet und kurz vor meiner Abreise dem Herrn Prof. Blume in Leyden, mit dem ich in Correspondenz bleibe, übergeben. Vielleicht wird es noch gedruckt.“[133]

1836

  • Mittheilungen aus Java von Herrn Dr. Franz Junghuhn, aus seinen Briefen zusammengestellt von Hrn. Oberlehrer Ph. Wirtgen in Coblenz. In: Flora oder allgemeine botanische Zeitung. Unter besonderer Mitwirkung der Herren … [u. a. Junghuhn und Wirtgen], im Auftrage der königl. bayer. botanischen Gesellschaft zu Regensburg herausgegeben von Dr. David Heinrich Hoppe und Dr. August Emanuel Fürnrohr. XIX. Jahrgang, II. Band. Nro. 47. Regensburg, am 21. December 1836. S. 743–752.
Schreiben an Ph. Wirtgen, datiert Weltevreden, 4. December 1835. S. 743–746 [Reisebericht der Überfahrt von Hellevoetsluis nach Batavia, Eindrücke während der ersten 1 ½ Monate in Batavia].
Schreiben an Prof. Nees von Esenbeck in Bonn, datiert Djocjokarta am 13. Juli 1836. S. 747–750 [Beschreibung der Umgebung von Djocjokarta, Reise in das s. g. Südgebirge, über das Wachstum der Pilze im tropischen Klima].
Schreiben an Ph. Wirtgen, datiert Djocjokarta, 11. Juli 1836. S. 750–752 [u. a. über die Fertigstellung eines Albums mit 12 kolorierten pittoresken Ansichten Java’s].

1838

  • Goenoeng Salak (met illustratie). In: Tijdschrift voor Neêrland's Indië, 1e jaarg. 1838, deel II, S. 486–507. Landsdrukkerij te Batavia (Abbildung S. 506: Instorting van de berg Djoerang Tijapoes.).
Abbildung aus: Praemissa in floram cryptogamicam Javae Insulae ...
  • Praemissa in floram cryptogamicam Javae Insulae. Fasc. I. Continent enumerationem fungorum, quos in excursionibus per diversas Javae regiones hucusque observavit Franciscus Junghuhnius (Accedunt tabulae lithographicae). In: Verhandelingen van het Bataviaasch Genootschap van Kunsten en Wetenschappen. Deel XVII, [Bataviae], [1838]. S. 1–86. Mit 15 (14 farbigen) lithographischen Tafeln [Über neue Pilzarten. Eine Fortsetzung ist nicht erschienen].

1840

  • Gunong Salak, von Dr. Friedrich [falsch; richtig: Franz] Junghuhn. Aus dem Holländischen übersetzt. Mit einem Vorworte von Dr. C. G. Nees v. Esenbeck. In: Flora oder Allgemeine botanische Zeitung. … im Auftrage der Königl. bayer. botanischen Gesellschaft zu Regensburg hrsgg. von Dr. David Heinrich Hoppe und Dr. August Emanuel Fürnrohr, XXIII. Jahrgang, II. Band, Nr. 29, Regensburg, 7. Aug. 1840, S. 449–460 und Nr. 30, Regensburg, 14. Aug. 1840, S. 465–477.
  • Nova genera et species plantarum Florae Javanicae. Auctore Francisco Junghuhnio (met Plaat). In: Tijdschrift voor Natuurlijke Geschiedenis en Physiologie. Uitgegeven door J. van der Hoeven en W. H. de Vriese. Zevende deel, Leiden 1840, S. 285–317. - Mit 7 Figuren auf 1 Tafel [über javanische Pilze].

1841

  • Über Javan‘sche Balanophoreen. Von Dr. Fr. Junghuhn, Gesundheits-Offizier auf Java, M. d. A. d. N. Mit zwei Blättern Zeichnungen. (Abgesandt von Batavia im November 1837. Bei der Akademie eingegangen am 4. December 1839.). Mit Zusatz zu obiger Abhandlung von C. G. Nees von Esenbeck. In: Nova Acta physico-medica Academiae Caesareae Leopoldino-Carolinae naturae curiosum (Verhandlungen der Kaiserlichen Leopoldinisch–Carolinischen Akademie der Naturforscher), Vol. XVIII, Suppl. prim. (1. Supplement). Breslau 1841. S. 201–228.
  • Geognostische Bemerkungen über das Gebirge Di-eng auf Java (mitgetheilt von Herrn Prof. v. Schlechtendal). In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 2. Jahrgang: Mai 1840–41. Redigirt von Wilhelm Mahlmann. Berlin, Sim. Schropp et Comp., 1841. S. 167–174.
  • Barometrische Höhenmessungen auf der Insel Java. In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 2. Jahrgang: Mai 1840–41. Redigirt von Wilhelm Mahlmann. Berlin, Sim. Schropp et Comp., 1841. S. 174–180.
  • Barometrische Höhenmessungen auf Java. In: Annalen der Physik und Chemie. Herausgegeben zu Berlin von J. C. Poggendorff. 25. Band. Der ganzen Folge 128. Band. Vlg. v. Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1841. S. 345–348.
  • Uitstapje naar de bosschen van de gebergten Malabar, Wayang en Tilu, op Java; door Fr. Junghuhn. Uit des Schrijvers aanteekeningen zamengesteld, door W. H. de Vriese. (Met 4 afbeeldingen). In: Tijdschrift voor Natuurlijke Geschiedenis en Physiologie. Uitgegeven door J. van der Hoeven en W. H. de Vriese. Achtste deel, Leiden 1841, S. 349–412 [Über eine Reise im Oktober 1839 in die Berge südlich von Bandung].
  • De gematigde en koude streken van Java, met de aldaar voorkomende warme bronnen: uit een natuur-, aardrijks- en geneeskundig oogpunt beschouwd, als stellende een middel daar ter voorkoming en genezing van die ziekten, waaraan Europeanen, ten gevolge van hun lang verblijf in heete luchtstreken, gewoonlijk lijden, door F. Junghuhn. In: Tijdschrift voor Neêrland's Indië, 4e jaarg., 1841, dl. II, S. 81–121. Landsdrukkerij te Batavia.

1842

  • Die menschenfressenden Battaker. Etwas aus Junghuhn's Reise durch Java und Sumatra. Mitgetheilt von Nees von Esenbeck. An Th. M. In: Der Freihafen. Galerie von Unterhaltungsbildern aus den Kreisen der Literatur, Gesellschaft und Wissenschaft. 5. Jahrgang 1842. Erstes Vierteljahresheft. Altona, Joh. Friedr. Hammerich. 1842.
S. 109–110: Brief von Nees von Esenbeck an den Redakteur Theodor Mundt.
S. 110–119: Aus Junghuhn's Reise, von Nees v. Esenbeck. (Eine von Junghuhn an Nees von Esenbeck gesandte briefliche Mitteilung, datiert: Pitja koling auf der Insel Sumatra, den 18. Febr. 1841.)
PDF-Datei: [3] (30,1 MB, abgerufen am 11. April 2013).
Spätere Veröffentlichung:
Die menschenfressenden Battaken. Etwas aus Junghuhns Reise durch Java und Sumatra mitgeteilt von Nees v. Esenbeck. 1841. Herausgegeben von Max Schmidt. In: Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Dürr, Leipzig 1909. S. 315–325.[134]
  • Abhandlungen in: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 3. Jahrgang: Mai 1841–42. Redigirt von Wilh. Mahlmann. Berlin, Schropp et Comp., 1842.
XX.: A. Klöden jun. las Herrn Dr. Fr. Junghuhn's Abhandlungen:
A. Über die gegenwärtigen Bewohner des Gebirges Di-eng und die einheimischen Thiere. S. 83–87.
B. Pflanzenphysiognomie des Gebirges Di-eng. S. 88–100.
C. Mineralogische Notizen über das Gebirge Di-eng. S. 100–102.
XXII.: W. Mahlmann las Herrn Dr. F. Junghuhn's Bericht über seine
1) Reise nach Di-eng 1840. S. 141–151.
2) Topographische (physikalisch-geogr.) Beschreibung des Gebirges Di-eng. S. 151–180. Mit Karte.
3) Abreise von Di-eng. S. 180–186.
XXVIII.: Wilh. Mahlmann: Bericht über Hrn. Dr. Junghuhn's (vorgelegtes) meteorologisches Beobachtungs-Journal auf einer Reise in's Innere von Java und dessen klimatologische Bemerkungen über das Gebirge Di-eng. S. 187–190.
  • Hoogten boven de oppervlakte der zee van onderscheidene plaatsen in den Indischen Archipel, medegedeeld door F. Junghuhn. Eerste Afdeeling. Java. Waarnemingen, gedaan en berekend door F. Junghuhn. In: De Kopiïst. Een tijdschrijft, onder medewerking van Ned.-Indië's ingezetenen, uitgegeven door E. de Waal. le Jaarg. (Eerste twaalftal), deel 11. Ukena & Co., Batavia 1842. S. 68–76.
  • Reise durch die Insel Java. Ein Versuch, die Physiognomie der Natur Java's zu schildern. (Die Nordküste bei Batavia und Semarang etc.) Von Dr. Franz Junghuhn, mit Vorbemerkung von Dr. C. G. Nees von Esenbeck, Professor und Präsident der K. L. C. Akademie der Naturforscher zu Breslau. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Zweiter Band. (Jahrgang 1842. 7tes bis 12tes Heft.) Magdeburg, 1842. Verlag von Emil Baensch. S. 77–93, 137–174, 324–360, 435–464 (Hierzu Tafel I.: Die Süd-Ost-Seite des Auswurfskegels des Merapi vom äußern Rande der Kratermauer aus (um 10 Uhr) gesehen.; Tafel II.: Profile des Vulkans Merapi).
    [Schluss siehe 1844]

1843

  • Bijdragen tot de geschiedenis der vulkanen in den Indischen Archipel, door Dr. F. W. Junghuhn. Eerste afdeeling Java (met platen). In: Tijdschrift voor Neêrland's Indië, jaarg. 1843, deel I. Landsdrukkerij te Batavia. S. 7–133, 185–227, 257–280, 614–626, 745–763.
    [Fortsetzung siehe 1844]
  • Hindoe-oudheden in de Preanger-Regentschappen, door. F. Junghuhn. In: De Kopiïst. Een tijdschrijft, onder medewerking van Ned.-Indië's ingezetenen, uitgegeven door E. de Waal. Tweede Twalftal, 2e afl., 1843, S. 228–231. Batavia, Ukena & Co. – Auch in: Indisch Magazijn, Jaargang 1, Batavia 1844, deel I, S. 228–231 [Über Hindu-Altertümer, entdeckt am 18. August 1843 an den Südhängen der Berge nördlich von Bandung.].

1844

  • Reise durch die Insel Java. (Schluß des S. 464 im II. Bande abgebrochenen Aufsatzes.) In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Dritter Band. (Jahrgang 1842 [sic; recte 1843], 1tes bis 6tes Heft.) Magdeburg, 1844. Verlag von Emil Baensch. S. 55–75.
  • Bijdragen tot de geschiedenis der vulkanen in den Indischen Archipel, tot en met het jaar 1842, door F. Junghuhn. Eerste afdeeling Java (met platen). In: Indisch Magazijn, een Tijdschrift ter verzameling van opstellen en berichten over, en van belang voor de natuur-, volken- en staatkunde van Nederlandsch-Oost-Indië, uitgegeven onder medewerking van Indië’s ingezetenen door E. de Waal. Eerste twalftal 1844. Landsdrukkerij te Batavia. Dl. 2, S. 41–83, 163–176, 287–315, Dl. 3, S. 64–94.
  • Ein Wort zur Beurtheilung von Prof. Dr. Walter's Aufsatz über die Wasserergüsse der Vulkane in dieser Zeitschrift für vergl. Erdkunde Bd. 1 S. 503. Von Dr. F. Junghuhn auf Java, abgesandt von Java im Monat April 1843. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Magdeburg. Verlag von Emil Baensch. Dritter Band (Jahrgang 1843, 1. bis 6. Heft, erschienen 1844), S. 481–491.
  • Beiträge zur Geschichte der Vulkane in dem Indischen Archipelagus, bis zum Jahre 1842. Von Dr. F. W. Junghuhn. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Vierter Band (Jahrgang 1843, 7tes – 12tes Heft.) Magdeburg, 1844. Verlag von Emil Baensch. S. 52–133, 417–512.
    [Fortsetzungen siehe 1846 und 1847]
  • Nieuwe gebeurtenissen in de natuur van Ned.-Indië. Jaar 1843. A. Voortgezette kronijk der vulkanen, door F. Junghuhn. Goenoeng Goentoer (met plaat). Anhang: Oproeping en beleefd verzoek aan Nederlandsch-Indië’s ingezetenen door F. Junghuhn. In: De Kopiïst. Een tijdschrijft, onder medewerking van Ned.-Indië's ingezetenen, uitgegeven door E. de Waal. Tweede Twalftal, 3e afl. 1844, S. 332–362. Batavia, Ukena & Co. – Auch in: Indisch Magazijn, een tijdschrift ter verzameling van opstellen en berichten over, en van belang voor de natuur-, volken- en staatkunde van Nederlandsch-Oost-Indië, uitgegeven onder medewerking van Indië’s ingezetenen door E. de Waal. Eerste Twalftal 1844, Nrs. 4–6, S. 84–100. Landsdrukkerij te Batavia.
Tjandi Selo-Grio, auf dem südöstlichen Vorgebirge des Gunung Sumbing (Mitteljava). Aus: Ruïnen van Java … (1844)
  • Ruïnen van Java. Korte ontleeding der steenen gedenkteekenen, welke de Hindoes op Java hebben achtergelaten. In: Tijdschrift voor Neêrland's Indië, 6de Jaarg. 1844, deel II, S. 341–381, mit 4 lithogr. Tafeln: „Altaar te Jetto“, „Selo-Grio“, „Gezigt van Rodjo-Winangon“, „Wachter bij Prambanan“. - Der Aufsatz ist wie folgt unterzeichnet: „Op den berg Salak Jun. 1844. Fr. Junghühn.“ [falsch; richtig: Junghuhn]. - Landsdrukkerij te Batavia.
  • Prospectus van eene beschrijving der Batta-landen op Sumatra. Buitenzorg, Februari 1844. [4 Seiten Inhaltsangabe, Preis ʃ 10 Silber, Subscribentenliste]

1845

  • Chronologisch overzigt der aardbevingen en uitbarstingen van vulkanen in Neêrland's-Indië. (In vergelijkende zamenstelling met elkander). In: Tijdschrift voor Neêrland's Indië. Jaarg. 1845, deel I, S. 30–68. Landsdrukkerij te Batavia.
  • Schetsen; ontworpen op eene reis over Java, voor topographische en natuurkundige navorschingen, aan het einde van het jaar 1844; door Franz Junghuhn. (Met profielen en kaarten). In: Tijdschrift voor Neêrland's Indië. Jaarg. 1845, deel I, S. 69–92, 121–240, 315–350, deel II, S. 1–38, 203–250, 369–380. Landsdrukkerij te Batavia.
  • Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java, … Baensch, Magdeburg 1845. () - Zu diesem Werk gehört:
    Topographischer und naturwissenschaftlicher Atlas zur Reise durch Java. … Enthaltend: 38 lithographirte Tafeln und 2 Höhen-Karten. Baensch, Magdeburg 1845. () [Nicht in holländisch erschienen]
  • Topograph. u. naturwissenschaftl. Reisen durch Java von Dr. Fr. Junghuhn, ... [weitere Titelei wie im vor]. In: Botanische Zeitung. Herausgegeben von Hugo von Mohl, Prof. der Botanik in Tübingen und D. F. L. von Schlechtendal, Prof. der Botanik in Halle. Dritter Jahrgang 1845. Berlin, bei A. Förstner. Spalten 588–592, 604–607, 620–623, 636–640, 653–654, 667–668, 684–686, 701–704, 716–719, 732–736, 749–753, 772–775, 789–791, 806–808, 829–832, 846–848, 862–863 [Auszüge aus dem vorgenannten Buch].
  • Physiognomie van de flora der toppen van Javasche bergen benevens plantenbeschrijvingen. Met Aanhangsel: Diagnoses et adumbrationes stirpium nonvullarum vel non satis cognitarum Florae Javanicae Alpinae Indigenarum. In: Natuur- en Geneeskundig Archief voor Neêrland's-Indië. 2e jaarg., Batavia 1845, S. 20–54.

1845-1846

  • Journey through Java, description of its Topography and Natural History. By Dr. Fr. Junghuhn. In: The Annals and magazine of natural history; zoology, botany, and geology; being a continuation of the Annals combined with Loudon and Charlesworth's Magazine of Natural History. London: Taylor and Francis, Ltd.. Vol. XVI, 1845, S. 329–332, 462–466 u. Vol. XVII, 1846, S. 46–48, 469–476 [übersetzte Auszüge aus dem Werk „Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java“].

1846

  • Wilh. Mahlmann: Über Dr. Junghuhn's Reisen in den Batta-Ländern. In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Redigirt von Dr. Wilhelm Mahlmann. Neue Folge: Dritter Band. Der ganzen Reihe 7. Jahrgang: Mai 1845–1846. Berlin, Simon Schropp und Comp., 1846. S. 259–269.
  • Beiträge zur Geschichte der Vulkane in dem Indischen Archipel. Von Dr. F. W. Junghuhn. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Magdeburg. Verlag von Emil Baensch. Fünfter Band, 1846. (Fortsetzung der im Bande IV. Heft 11 abgebrochenen Abhandlung.) S. 239–254, 319–330.

1847

  • Beiträge zur Geschichte der Vulkane im Indischen Archipel. Von Dr. F. W. Junghuhn. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Magdeburg. Verlag von Emil Baensch. Band VII, 1847. (Fortsetzung der im V. Bande Seite 330 abgebrochenen Abhandlung.) S. 20–47.
  • Die Battaländer auf Sumatra. … Berlin, G. Reimer. 1847. () [Nicht in holländisch erschienen]

1850–1854

Junghuhns Hauptwerk „Java.“ Titelblatt der ersten niederländischen Ausgabe
  • Java, deszelfs gedaante, bekleeding en inwendige structuur. Door Dr. Frans [falsch; richtig: Franz] Junghuhn. Te Amsterdam, bij P. N. van Kampen. Deel I: 1850.[135] Deel II u. III: 1853. Deel IV: 1854. – Zweite verbesserte Ausgabe:
    Java, zijne gedaante, zijn plantentooi en inwendige bouw. Door Frans [falsch; richtig: Franz] Junghuhn. s'Gravenhage, bij C. W. Mieling. Deel I: 1853. Deel II bis IV: 1854.
    Zu diesem Werk gehört:
    Atlas van platen, bevattende elf pittoreske gezigten. Behoorende tot het werk Java, zijne gedaante, zijn plantentooi en inwendige bouw. Door Fr. Junghuhn. Ohne Orts- und Jahresangabe [s'Gravenhage, C. W. Mieling, 1854]. Gr.-Folio.

1851

  • Terugreis van Java naar Europa, met de zoogenaamde Engelsche Overlandpost, in de maanden September en October, 1848, door Fr. Junghuhn. Met kaarten en platen. In: Tijdschrift voor Nederlandsch Indië. 13de Jaarg. 1851, deel I, S. 193–238, 345–387, 425–463.
  • Terugreis van Java naar Europa, met de zoogenaamde Engelsche Overlandpost, in de maanden September en October, 1848, door Fr. Junghuhn. Met platen. Zalt-Bommel, Joh. Noman & Zoon, 1851. 2 Bl., 127 S., 1 Bl. Mit 2 gefalteten Profiltafeln und 4 farbig lithographierten Tafeln [mit einer Vorrede des Verfassers und 2 Seiten Errata].

1852

  • Reizen door Java, voornamelijk door het oostelijk gedeelte van dit eiland. Opgenomen en beschreven in het jaar 1844 door Dr. Fr. Junghuhn. Te Amsterdam, bij P. N. van Kampen. 1852. Met platen, kaarten en profielen. Eerste Deel: Titel u. Vorrede S. I-IV, Text S. 1–366. Tweede Deel: Titelblatt S. I−II, Text S. 367−721.
  • Rückreise von Java nach Europa mit der sogenannten englischen Überlandpost im September und October 1848 Arnoldische Buchhandlung, Leipzig 1852. ()

1852-1854

  • Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. … Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1852 (1. Band) u. 1854 (2. und 3. Band). ()
    Zu diesem Werk gehört:
    Landschaften-Atlas zu Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Arnoldische Buchhandlung, Leipzig 1852. ()

1854

Titelblatt des Buches Catalog zur geologischen Sammlung von Java ….
  • Catalog der geologischen Sammlung von Java. Oder Verzeichniss der Felsarten gesammelt zur Erläuterung des geologischen Baues dieser Insel, niedergelegt und geordnet im Reichs-muséum für Naturgeschichte zu Leiden. Von Fr. Junghuhn. 's Gravenhage, bei C. W. Mieling. 1854. III, 136 S., 1 S. Errata. [Ergänzung des Werkes Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. … Nicht in holländisch erschienen]
  • Het schaap onder de wolven. Eerste en tweede stuk. Weerklank op de schets, voorkomende onder den Titel „De wolf onder de schapen“, in de mengelingen van het jaarboekje van het Koninklijk Zoologisch Genootschap te Amsterdam. Jacs. Hazenberg Corns. Zoon, Leiden, 1854. [Satirische Flugschrift]
  • Der Wolf unter den Schafen. Widerklang auf eine gleichlautende Skizze in den Miszellen des Jahrbuchs der Kön. Zoolog. Genossenschaft zu Amsterdam.[136]
  • Licht- en Schaduwbeelden uit de Binnenlanden van Java. Over het karakter, de mate van beschaving, de zeden en gebruiken der Javanen; over de invoering van het Christendom op Java, het bezigen van vrijen arbeid en andere vragen van den dag. Verhalen en gesprekken verzameld op reizen door gebergten en bosschen, in de woningen van armen en rijken. Door de gebroeders Dag en Nacht. Medegedeeld door den eerstgenoemende. Te Leiden, bij Jacs. Hazenberg Corns. zoon. 1854. 8°. (Erste Lieferung S. 1–60; zweite und dritte Lieferung bei F. Günst, Amsterdam). [anonym].
2. unveränderte Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1855. 8° [anonym];
3. durchgesehene Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1862. 8° [anonym];
4. durchgesehene Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1866. 8° [mit Nennung des Verfassers, Junghuhn-Porträt und Prospekt der Zeitschrift „De Dageraad“];
5. durchgesehene und vermehrte Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1867. 8° [Mit Junghuhn-Porträt, Prospekt der Zeitschrift „De Dageraad“ und einer Lebensbeschreibung von Junghuhn vom Herausgeber F. Günst];
6. durchgesehene und vermehrte Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1867. Kl.-8° [„Vermehrt“ ist unzutreffend: Gekürzte Volksausgabe mit „De Dageraad“-Prospekt. Ohne das „Geloofsbelijdenis van broeder Avondrood en Morgenrood“];
7. durchgesehene und vermehrte Auflage: Amsterdam, C. L. Brinkman (1883). 8° [„Vermehrt“ ist unzutreffend: Volksausgabe ohne Lebensbeschreibung, Vorrede und Porträt, jedoch mit dem „Geloofsbelijdenis van broeder Avondrood en Morgenrood“].
  • Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java Amsterdam, F. Günst.
1. Auflage: 1854 [anonym],
4. und letzte Auflage: 1866 [mit Nennung und Porträt des Verfassers]. ()

1855

  • Kaart van het eiland Java. C. W. Mieling te 's Gravenhage, 1855. ()

1856

  • Java-Album. Landschafts-Ansichten von Java. … Arnoldische Buchhandlung, Leipzig 1856. ()

1857

  • Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. (2. unveränderte Ausgabe). Arnoldische Buchhandlung, Leipzig 1857. ()
  • Over de fossiele zoogdierbeenderen te Patihajam, in de residentie Djapara, eiland Java. In: Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indië. Deel XIV. Derde serie. Deel IV. Lange & Co., Batavia 1857. S. 215–219.
  • Fr. Junghuhn's neueste Untersuchungen in Java. Aus einem Schreiben Fr. Junghuhn's an Herrn A. v. Humboldt, d.d. Tjiandjur 8 December 1856. In: Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde. Hrsgg. von Dr. K. Neumann. Neue Folge. Zweiter Band. Berlin, Verlag von Dietrich Reimer, 1857. S. 506–517.

1858

  • Toestand der aangekweekte kinaboomen op het eiland Java tijdens het bezoek van Zijne Excellentie den Gouverneur Generaal Chs. F. Pahud, Ridder Grootkruis van den Nederlandschen Leeuw, ... [etc.] in het laatst der maand Julij en het begin 1857, kort beschreven door Fr. Junghuhn, Inspekteur belast met natuurkundige onderzoekingen in Nederlandsch Indië en tijdelijk met de kinakultuur op Java. In: Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch Indië. Deel XV: Vierde serie. Deel I. Batavia, Lange & Co., 1858. S. 23–133. - In Anschluss daran auf S. 134–138: Uittreksel uit een brief van den heer Junghuhn aan de Redaktie.
  • Der Zustand der angepflanzten Chinabäume auf Java zur Zeit des Besuches Sr. Excellenz des General-Gouverneurs von Niederländisch Indien Chr. F. Pahud [...], zu Ende Juni und Anfangs Juli 1857, kurz beschrieben von Franz Junghuhn (Inspecteur, beauftragt mit naturwissenschaftlichen Untersuchungen in Niederländisch Indien und zeitweilig mit der Leitung der Chinacultur auf Java). In: Bonplandia. Zeitschrift für die gesammte Botanik. Officielles Organ der Kaiserl. Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher. Hrsgg. von Wilhelm E. G. Seemann [und] Berthold Seemann, Dr. Ph., F. L. S. Hannover. Verlag von Carl Rümpler. VI. Jahrgang, No. 4 u. 5. 15. März 1858. S. 70–107. - Mit 1 Abbildung (S. 82).
    Über diesen Aufsatz in der gleichen Zeitschrift eine scharfe Kritik von J. K. Hasskarl (Bonplandia No. 6 u. 7, 15. März 1858, S. 126-127).

1859

  • Voorloopige handleiding voor de Proef-Kina-Kultuur. Zamengesteld naar een oorspronkelijk geschrift van Dr. F. W. Junghuhn. In: Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indië, Deel XVIII. Vierde serie. Deel IV. Batavia, W. Ogilvie, 1859, S. 97–110. [Anleitungen zur Aufzucht und Pflege der Chinchona-Kulturen]. - Im Anschluss daran auf S. 111–141:
  • Aanteekeningen in verband staande met de voorloopige handleiding voor de Proef-Kina-Kultuur, zamengesteld naar een oorsprongelijk geschrift van Dr. F. W. Junghuhn. [Vergleiche mit Temperatur- und Höhenmessungen der javanischen Kulturen mit den Beobachtungen von Humboldt, Boussingault und Weddell in Südamerika, Aufzucht von Chininpflanzen in Gewächshäusern, schädliche Insekten u. a.]

1860

  • De Kinakultuur op Java. Op het einde van het jaar 1859. Kort beschreven door Fr. Junghuhn en J. E. de Vrij. In: Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indië. Deel XXI. Vijfde serie. Deel I. Batavia, H. M. Dorp, 1860.
Eerste gedeelte. Berigt over den toestand der aangequeekte Kinaboomen uit een kruidkundig en kultuur-geschiedkundig oogpunt beschouwd. Door Frans Junghuhn. S. 179–249.
Tweede gedeelte. Scheikundige onderzoekingen en toelichtingen of bjidragen tot de kennis van de organische bestanddeelen der op Java aangeplante Kina-Boomen. Door Dr. J. E. de Vrij. S. 250–275.
Versetzung eines Chinabaumes. Aus: Bonplandia, Jg. 1860, S. 231
  • Die Chinakultur auf Java zu Ende des Jahres 1859. Kurz beschrieben von Fr. Junghuhn und J. E. de Vrij. In: Bonplandia. Zeitschrift für die gesammte Botanik. Officielles Organ der Kaiserl. Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher. Hrsgg. von Wilhelm E. G. Seemann [und] Berthold Seemann, Dr. Ph., F. L. S. Hannover. Verlag von Carl Rümpler. VIII. Jahrgang. Hannover 1860.
Erster Abschnitt. Bericht über den Zustand der angepflanzten Chinabäume in botanischer und kulturgeschichtlicher Hinsicht. Von Franz Junghuhn. No. 13, S. 206–210, No. 14 und 15, S. 227–242 (mit Abb. auf S. 231), No. 16, S. 254–258.
Zweiter Abschnitt. Chemische Untersuchungen und Erläuterungen, oder: Beiträge zur Kenntnis besonders der organischen Bestandteile der auf Java angepflanzten Chinabäume. Von Dr. J. E. de Vrij. No. 17 und 18, S. 270–279.
[Deutsche Übersetzungen der zuvor genannten Artikel]

1862

  • Open brief van Dr. F. Junghuhn, aan de Heeren Directeuren der Natuurkundige Vereeniging in Nederlandsch-Indië, te Batavia. Gedong Banteng, den 27 Augustus 1862. In: Java-Bode van den 6en en 10en September 1862, No. 71 en 72. Batavia, H. M. van Dorp.

1863

  • Staat aantoonende de vermeerdering der kinaplanten op Java en de onkosten daardoor veroorzaakt sedert primo Julij 1856 tot ultimo December 1862. Benevens toelichting van eenige tegenwerpingen, welke in gedrukte geschriften tegen de kinakultuur op Java zijn gemaakt. Door Fr. Junghuhn. In: Java-Bode, 1863, Nos. 19, 20 u. 21. Batavia, H. M. van Dorp. – Die ... toelichting (=Erläuterung) van eenige tegenwerpingen … auch in: Gedenkboek Franz Junghuhn. 1809-1864. s'Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910. S. 203–222.
  • Ueber die Vermehrung der Chinapflanzen auf Java und die dadurch verursachten Unkosten vom 1 Juli 1856 bis zum letzten December 1862. In: Das Ausland. Eine Wochenschrift für Kunde des geistigen und sittlichen Lebens der Völker mit besonderer Rücksicht auf verwandte Erscheinungen in Deutschland. Augsburg, 36. Jg. 1863, Vlg. der J. G. Cotta'schen Buchhandlung. Nr. 40, S. 952–954 und Nr. 41, S. 964–969 (deutsche Übersetzung des zuvor genannten Artikels).

Danach wurden nur noch in niederländischer Sprache jährliche Berichte über den Zustand der Chinakulturen auf Java, den Alkaloidgehalt der Rinden und Blätter der Chinchona-Pflanzen und über sogenannte „grüne Indigopflanzen“ (Rhamnus utilis und Chlorophorus) an den Generalgouverneur von Niederländisch-Indien gesandt und in der Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indië veröffentlicht (1863, 1864 und – posthum – 1865).

Veröffentlichungen anderer Wissenschaftler nach Junghuhns Forschungen und Sammlungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Anonym (Ernst Behm, Text), A. Petermann (Karte): Die orographisch-physikalischen Grundzüge Java's, nach den Forschungen des Dr. Fr. Junghuhn. (Als erläuternde Bemerkungen zu Tafel 9.) In: Mittheilungen aus Justus Perthes' geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesammtgebiete der Geographie von Dr. A. Petermann. 1860. Gotha: Justus Perthes. S. 188–191. Mit einer mehrfach gefalteten farbig lithographierten Karte.
  • Anonym (Ernst Behm, Text), A. Petermann (Karten): Bemerkungen zu den Karten von Java, Tafel 18. In: Mittheilungen aus Justus Perthes' geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesammtgebiete der Geographie von Dr. A. Petermann. 1866. S. 447–450.
    Die hierzu gehörende mehrfach gefaltete farbig lithographierte Tafel enthält in der oberen Hälfte die administrative Einteilung, den damaligen Stand der Verkehrsmittel, das Telegrafennetz, die Eisenbahn und die Dampferlinien, in der unteren Hälfte eine „Kultur-Karte von Java, hauptsächlich nach Dr. F. Junghuhn“, mit Darstellung der heißen, gemäßigten, kühlen und kalten Region sowie der durchschnittlichen oberen Grenze der Dörfer und bebauten Felder.
„Junghuhn’s Ueberraschung durch den Königstiger“. Aus: Friedmann, S.: Die Ostasiatische Inselwelt, 1. Band.[137]
  • Theodor Heinrich Behrens: Beiträge zur Petrographie des Indischen Archipels. Amsterdam, Müller, 1880–83.
  • S(igwart). Friedmann: Die Ostasiatische Inselwelt. Land und Leute von Niederländisch-Indien: den Sunda-Inseln, den Molukken sowie Neu-Guinea. Reise-Erinnerungen und Schilderungen, aufgezeichnet während seines Aufenthaltes in Holländisch-Ostindien und herausgegeben von ... Erster Band. Das Tropen-Eiland Java. [der zweite Band behandelt Sumatra, Borneo, Celebes, die Molukken und Neu-Guinea]. Verlag von Otto Spamer, Leipzig 1868. (Malerische Feierstunden. Das Buch der Reisen und Entdeckungen. Neue illustrirte Bibliothek der Länder- und Völkerkunde zur Erweiterung der Kenntniß der Fremde. Asien. IV.).
    Die Naturbeschreibungen im 9. und 10. Kapitel, „Allgemeines Naturgemälde Java's“ und „Java's Boden und die vulkanische Thätigkeit der ostasiatischen Inseln“, wurden nach Junghuhns Hauptwerk „Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart“ verfasst.
  • Heinrich Robert Göppert: Über den Bau der Balanophoren so wie über das Vorkommen von Wachs in ihnen und in anderen Pflanzen. In: Verhandlungen der Kaiserlich-Leopoldinisch-Carolinischen Akademie deutscher Naturforscher, 18. Bd., 1. Supplement. Breslau und Bonn, Weber, 1841. 48 S. 3 Zeichnungen.
  • Heinrich Robert Göppert: Zur Kenntniss der Balanophoren insbesondere der Gattung Rhopalocnemis Jungh. von Dr. H. R. Göppert, M. d. A. d. N. Mit fünf Steindrucktafeln. Der Akademie übergeben den 22. December 1846. In: Kaiserlich-Leopoldinisch-Carolinische Deutsche Akademie der Naturforscher: Nova acta Academiae Caesareae Leopoldino-Carolinae Germanicae Naturae Curiosum. Halle, Vol. XXII, P. 1. Breslau und Bonn, Weber, 1847. 1 nicht nummeriertes Bl., S. (119)–158. - Hierzu die tlw. gefalteten Tafeln XI bis XV.
  • Heinrich Robert Göppert: Die Tertiärflora der Insel Java, nach den Entdeckungen des Herrn Fr. Junghuhn beschrieben und erörtert in ihrem Verhältnisse zur Gesammtflora der Tertiärperiode. Von Heinrich Robert Göppert, [...]. Mit 14 farbig gedruckten Tafeln. Herausgegeben auf Veranlassung und mit Unterstützung des Ministerium's der Koloniẽn. C. W. Mieling, ’S Gravenhage 1854. 1 Bl., 169 S., 1 Bl. – Erste Beschreibung der ausgestorbenen Flora eines tropischen Landes.
  • J(an). A(drian). Herklots: Fossiles de Java. Description de restes fossiles d’animaux des terrains tertiaires de l’île Java, recueillis sur les lieux par M. Fr. Junghuhn, Docteur ès-sciences, publiés par ordre de S. M. le Roi des Pays-Bas. Leide [= Leiden], E. J. Brill, 1854. IV, 24 S. Mit 5 Tafeln. Folio [Unvollendet; es erschien nur die vierte Lieferung über die Echinodermen].
  • Ferdinand von Hochstetter: Schreiben an Alexander von Humboldt. In: Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Mathematisch-naturwissenschaftliche Classe. Sechsunddreissigster Band. Wien. Aus der k. k. Hof- und Staatsdruckerei. In Commission bei Karl Gerold’s Sohn, 1859. S. 121–142.[138]
  • S(ijfert). H(endrik). Koorders: Plantae Junghuhnianae ineditae. – 4 Teile:
I. Opmerkingen over eenige javaansche soorten van eene in ’s Rijks Herbarium te Leiden aangetroffen collectie onbewerkt gebleven Junghuhn’sche planten.
II. Popyporandra Junghuhnii, een tot dusver nog niet beschreven in ’s Rijks Herbarium te Leiden aangetroffen soort van de familie der Icacinaceae.
III. Einige pflanzengeographische Bemerkungen über eine im Java’schen Hochgebirge wildwachsende Art von der Hamamelidaceen-Gattung Distylium Sieb. und Zucc.
IV. Beknopte Soorten-Opsomming der Phanerogamen van Java, welke aangetroffen zijn in een door Junghuhn onbewerkt nagelaten, voornamelijk in het tijdvak 1855–1863 door hem bijeengebrachte Herbarium-collectie.
Die ersten drei Teile in: Verslag van de gewone Vergaderingen der Wis- en Natuurkundige Afdeeling der Kon. Akademie van Wetenschappen te Amsterdam. Deel XVII, van 30 Mei 1908 tot 23 April 1909. S. 156–160, 780–782, 948–955. Der vierte Teil in: Gedenkboek Franz Junghuhn 1809–1909, 's Gravenhage, Martinus Nijhoff 1910, S. 153–198.
  • Jan Lorié: Bijdrage tot de kennis der Javaansche eruptiefgesteenten. Rotterdam, M. Wyt & Zonen, 1879. XII, 273 S. und 1 Falttafel. Dissertation, vorgelegt in der Rijks-Universiteit Utrecht.
  • Wilh. Mahlmann: Über Dr. Junghuhn's Reisen in den Batta-Ländern. (Erläutert durch die Original-Aufnahmen, Profile und pittoreske Ansichten, in Handzeichnungen.) In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Redigirt von Dr. Wilhelm Mahlmann. Neue Folge: Dritter Band. Der ganzen Reihe 7. Jahrgang: Mai 1845–1846. Berlin, Schropp u. Comp., 1846. S. 259–270.
  • K. Martin: Die Tertiärschichten auf Java. Nach den Entdeckungen von Fr. Junghuhn. Bearbeitet durch Dr. K. Martin [...] Mit sechsundzwanzig lithographischen und zwei photographischen Tafeln, nebst geologischer Karte. [farbige Faltkarte von Westjava]. Leiden, E. J. Brill, 1879–1880. IX, 164, VI, 51, 6 Seiten. 4°.
  • Carl Eduard Meinicke: Uebersicht der neuesten Entdeckungen in der Insel Sumatra. In: Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde. Herausgegeben von T. E. Gumprecht. Berlin, Verlag von Dietrich Reimer, 3. Band 1854, S. 98–134 und 4. Band 1855, S. 1–35. Mit 1 mehrfach gefalteten Karte.[139]
  • F. A. W. Miquel, W. H. de Vriese, J. H. Molkenboer, L. A. J. Burgersdyk, J. K. Hasskarl (u. a.): Plantae Junghuhnianae. Enumeratio plantarum, quas in insulis Java et Sumatra, detexit Fr. Junghuhn. (Fasc. I–IV). Lugduni-Batavorum [= Leiden, Niederlande], H. R. de Breuk; Parisiis [= Paris]: J. B. Bailliére, 1851 (2. Ausgabe 1853)–1857. 570 S.[140]
  • Karl Müller: Ein Blick auf Java nach Junghuhn’s Forschungen. Vortrag, gehalten im Gewerbevereine zu Halle am 3. April 1865. In: Die Natur. Zeitung zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntniß und Naturanschauung für Leser aller Stände. Herausgegeben von Dr. Otto Ule und Dr. Karl Müller von Halle. Vierzehnter Band. (Jahrgang 1865.) Halle, G. Schwetschke´scher Verlag. S. 201–204, 211–214, 251–253, 267–270, 275–278, 283–288. Mit 7 xylographischen Textabbildungen.
  • [Carl] Ritter: Göpperts Bericht über die Sammlungen des Herrn Junghuhn aus Java. – In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Redigirt von Dr. T. E. Gumprecht. Neue Folge: Achter Band. Der ganzen Reihe 12. Jahrgang: Mai 1850–1851. Berlin, Schropp u. Comp., 1851. S. 145–152.
  • Willem Hendrik de Vriese: Ueber eine auf Sumatra von Dr. F. Junghuhn entdeckte Casuarina, beschrieben von Dr. W. H. de Vriese, Professor der Botanik in Amsterdam. In: Botanische Zeitung. Herausgegeben von Hugo von Mohl, Prof. der Botanik in Tübingen und D. F. L. von Schlechtendal, Prof. der Botanik in Halle. Berlin, bei A. Förstner. Zweiter Jahrgang 1844. Den 2. August 1844. 31. Stück. Spalten 537–539 [Einleitung und Schlussbemerkung in deutscher Sprache, die Beschreibung der Pflanze in lateinischer Sprache].
  • Willem Hendrik de Vriese: Geschiedenis van de kamferboom van Sumatra; volgens op dat eiland gedane onderzoekingen van Dr. F. Junghuhn, Lid der Natuurkundige Commissie in Nederlandsch Oost-Indië. Medegedeeld door W. H. de Vriese. In: Nederlandsch Kruidkundig Archief. Uitgegeven door W. H. de Vriese, F. Dozy en J. H. Molkenboer. Derde deel, eerste stuck. Leyden, Jacs. Hazenberg Corns. Zoon, 1851. S. 1-89. Mit 1 lithographischen Tafel.
  • J(ohan). E(liza). de Vry: Ueber die Einführung der Chinakultur in Ost-Indien. In: Verhandlungen der Kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher. 24. Band, Dresden, 1865. Druck von E. Blochmann und Sohn. In Commission bei Fr. Frommann in Jena. Heft V (Leopoldina), No. 1. 2., April 1865. S. 5–11.

Junghuhns Bedeutung[Bearbeiten]

Junghuhn stand, wie viele seiner zeitgenössischen Kollegen, im Schatten von Alexander von Humboldt und Charles Darwin und geriet dadurch unverdient in Vergessenheit. Mit seinem großen Java-Werk unternahm er noch einmal einen Versuch, als Einzelner etwas Ganzes zu erfassen, wie Humboldt ein „Naturgemälde“ in Wort und Bild zu entwerfen, zu einer Zeit, in der in den immer vielseitiger gewordenen Naturwissenschaften die Spezialisten an die Stelle der Generalisten traten. Viele seiner Beobachtungen waren zwar nach kurzer Zeit überholt, lieferten aber über Jahrzehnte hinweg richtungsweisende Anregungen für weiterführende Forschungen. Manche seiner Beobachtungen waren seiner Zeit voraus, wie zum Beispiel seine Warnung vor einer ökologischen Katastrophe durch die Abholzung der Wälder und den daraus sich ergebenden klimatischen Veränderungen. Andere seiner Beobachtungen sind noch heute aktuell: Seine vertikale Gliederung der Insel Java in eine heiße, gemäßigte, kühle und kalte Region wird in den Schulen Indonesiens in der Sekundärstufe 2 gelehrt. Eine große neue Theorie zu formulieren, gelang Junghuhn nicht, das tat Darwin, dessen Schriften er in seinen letzten Jahren mit Interesse verfolgte.

Literatur[Bearbeiten]

Monographien über Junghuhn[Bearbeiten]

  • Goethe-Institut Jakarta & Erasmus Huis Jakarta (Hrsg.): meneliti – mengukur – berselisih / researching – measuring – arguing. Franz Wilhelm Junghuhn (1809–1864). Pameran memperingati 200 tahun peneliti pulau Java / An exhibition of the occasion of the bicentenary of the explorer of the island of Java. Katalog mit indonesischem und englischem Paralleltext zur Ausstellung in Bandung (Institut Teknologi Bandung, Oktober 2009) und Jakarta (Erasmus Huis, November 2009 bis Januar 2010). Autoren: Renate Sternagel, Gerhard Aust. Gestaltung und Herstellung: Devy Ferdianto (Indonesien). Bandung, November 2009. 67 S.
  • Goethe-Institut Jakarta (Hrsg.): forschen – vermessen – streiten. Eine Ausstellung zum 200. Geburtstag des Java-Erforschers Franz Wilhelm Junghuhn (1809–1864). Deutschsprachiger Katalog zur Ausstellung in Mansfeld. Autoren: Renate Sternagel, Gerhard Aust. Gestaltung und Herstellung: Devy Ferdianto (Indonesien). Jakarta [ohne Jahresangabe, 2009]. 39 S.
  • Goethe-Institut Jakarta (Hrsg.): forschen – vermessen – streiten. Franz Wilhelm Junghuhn (1809–1864). Mit Geleitwort von Franz Xaver Augustin (Leiter des Goethe-Instituts Jakarta). Berlin, regiospectra Verlag, 2010. 276 S. - ISBN 978-3-940132-15-4.
Das Buch enthält folgende Beiträge:
Heinz Schütte: Von Mansfeld nach Java
Renate Sternagel: Franz Junghuhns Forschungen auf Java 1836–1848
Gerhard Aust: Junghuhn als Landvermesser und Kartograph
Renate Sternagel, Taufikurahman und Thilo Habel: Der Beitrag Junghuhns zur Chinchona-Kultur auf Java
Thilo Habel: Junghuhns naturphysiognomische Bilder
Thomas Theye: Anmerkungen zu Franz Wilhelm Junghuhns Photographien aus Java
Nachwort von Franz Mangis-Suseno SJ. Anhänge: Junghuhns Lebenslauf, Bibliographie, Index.
  • Junghuhn-Commission (Hrsg.): Gedenkboek Franz Junghuhn. 1809–1909. ’s-Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910. X, 361 S. Mit Beiträgen mehrerer Autoren in deutsch und holländisch. – In deutscher Sprache:
M. Schmidt: „Franz Junghuhns Leben“ (S. 1–23),
W. Volz: „Die Battaländer auf Sumatra“ (Rezension des gleichnamigen Werkes von Junghuhn; S. 57–82),
K. Martin: „Junghuhns Ansichten über die versteinerungsführenden Sedimente von Java“ (S. 95–104).
Unter den 16 Beiträgen in holländischer Sprache eine chronologisch geordnete „Junghuhn-Bibliographie“ von W. C. Muller (S. 309–356).
  • Rob Nieuwenhuys, Frits Jaquet: Java’s onuitputtelijke natuur. Reisverhalen, tekeningen en fotografieën van Franz Wilhelm Junghuhn. Alphen aan den Rijn, A. W. Sijthoff, 1980. 150 S. Mit zahlreichen Faksimiles und Abbildungen aus niederländischen Archiven und aus Junghuhns Reisewerken. – Wichtig, weil im Original kaum auffindbar, sind die 11 Ansichten des „Atlas van platen, bevattende elf pittoreske gezigten; behoorende tot het werk Java …“ (niederländische Ausgabe des „Landschaften-Atlas …“), die in annähernd originalgroßen farbigen Reproduktionen wiedergegeben sind. – ISBN 90-218-2611-9.
  • Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Leipzig, Verlag der Dürr’schen Buchhandlung, 1909. XIV, 374 S. Mit Titelbild (Junghuhn-Porträt), gefalteter Stammbaum-Tafel und 5 Abb. im Text.
  • Heinz Schütte, Renate Sternagel: Der Naturforscher Franz Junghuhn (1809–1864). Zur 200sten Wiederkehr seines Geburtstages. (= Working Paper Series Global and European Studies Institute at the University of Leipzig 2). Leipziger Universitätsverlag, 2009. 68 S. - ISBN 3-86583-431-0.
Hierzu drei Beiträge in: KITA, das Magazin der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft, Heft 3/12, Köln 2012:
Horst Jordt: Porträt Renate Sternagel. S. 94–97. Biografie mit einem farbigen Porträt und positive Beurteilung ihres Buches Der Humboldt von Java.
Renate Sternagel: Wie ich auf Junghuhn kam. S. 98-103. Mit 4 farb. Abbildungen.
Karl Mertes: Der Humboldt von Java – Franz Wilhelm Junghuhn von Renate Sternagel (positive Rezension). S. 104–108.
  • C(arel). W(illem). Wormser: Frans [sic!] Junghuhn. Deventer, W. van Hoeve, Tweede Druk, ohne Jahresangabe (1943). 247 S. – Band V der Reihe „Bouwers van Indië. Een serie levensbeschrijvingen uitgegeven in opdracht van het Koloniaal Instituut.“ – Rezension von Karl Helbig in: Petermanns Mitteilungen, 90. Jg. 1944, S. 295.[141]

Artikel über Junghuhn (Auswahl)[Bearbeiten]

Zu Beginn muss auf die fehlerhafte Angabe von Junghuhns Geburtsjahr in älteren Artikeln hingewiesen werden. In Junghuhns niederländischer Personalakte wurde nach seinen eigenen Angaben das Geburtsjahr 1812 eingetragen. Warum sich Junghuhn um drei Jahre jünger ausgegeben hat, ist bis heute nicht bekannt. Erst im Jahre 1908 hat der niederländische Historiker Gerret Pieter Rouffaer durch Einsichtnahme in das Mansfelder Kirchenbuch festgestellt, dass Junghuhn 1809 zur Welt gekommen ist. In fast allen Artikeln, die vor Rouffaers Feststellung veröffentlicht worden sind, ist 1812 als Junghuhns Geburtsjahr angegeben. Nur der Vortrag von Karl Müller aus dem Jahre 1865 und die Allgemeine Deutsche Biographie, 14. Band 1881, enthalten korrekt das Geburtsjahr 1809, während in Meyers Großem Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905, noch immer das Jahr 1812 abgedruckt ist.

  • Johann Angerler: Franz Wilhelm Junghuhn und die Menschen Indonesiens. Über sein kulturanthropologisches Werk, seine Spiritualität und seine Beziehung zum Kolonialismus. In: Anthropos. Internationale Zeitschrift für Völker- und Sprachenkunde. Anthropos Institut, Sankt Augustin 2012. Heft 107.2012/2, S. 407–426.
  • Anonym:[142] Franz Wilhelm Junghuhn. Nekrolog. In: Flora oder allgemeine botanische Zeitung, herausgegeben von der königl. bayer. botanischen Gesellschaft zu Regensburg. Neue Reihe, XXII. Jahrgang. No. 30, Regensburg, 22. September 1864. S. 474–480.
  • Anonym:[143] Lebensskizze des Naturforschers F. W. Junghuhn. Nach dem „Dageraad“. In: Das Ausland. Eine Wochenschrift für Kunde des geistigen und sittlichen Lebens der Völker mit besonderer Rücksicht auf verwandte Erscheinungen in Deutschland. 37. Jahrgang, Augsburg, Verlag der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, 1864. Nr. 48, Augsburg, 26. November 1864. S. 1142–1147.[4] (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2013.)
  • Ewald Banse: Franz Junghuhn. In: Große Forschungsreisende. Ein Buch von Abenteurern, Entdeckern und Gelehrten. J. F. Lehmanns Verlag, München 1933. S. 188–197. Mit Porträt (entnommen aus Junghuhns Werk „Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java“.)
  • John Bastin und Bea Brommer: Nineteenth century prints and illustrated books of Indonesia. Utrecht u. Antwerpen, Het Spectrum, 1979. ISBN 90-274-9628-5.
S. 321: Biographie.
Bibliographische Nachweise:
Note 49: Terugreis van Java naar Europa met de zoogenaamde Engelsche Overlandpost und die deutsche Ausgabe Rückreise von Java nach Europa mit der sogenannten englischen Überlandpost,
Note 392: Ruïnen van Java,
Note 467: Atlas tot het Werk Java (Tafeln),
Note 469: Licht- en Schaduwbeelden uit de Binnenlanden van Java,
Note 473: Landschaften-Atlas zu Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart,
Note 477: Topographischer und naturwissenschaftlicher Atlas zur Reise durch Java (Titel),
Note 478: Topographischer und naturwissenschaftlicher Atlas zur Reise durch Java (Tafeln),
Note 480: Die Battaländer auf Sumatra,
Note 482: Ruïnen van Java (Nachtrag).
In der Einführung (Kapitel „Text“):
S. 28–29: Java, Zijne Gedaante, Zijn Plantentooi en Inwendige Bouw (Textbände sowie niederländische und deutsche Ausgaben des Atlas zu diesem Werk),
S. 30: Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java.
  • E(ric). M(ontague). Beekman: F. W. Junghuhn (1809–1864): Elevating Tropical Nature. In: Troubled Pleasures. Dutch colonial Literature from the East Indies 1600Band 3 der Reihe: Reichtum der Provinz - Städte in Mitteldeutschland.1950. Oxford u. a., Clarendon Press, 1996. S. 147–201. – ISBN 0-19-815883-1.
  • Katrin Bohley: Franz Wilhelm Junghuhn. In: Katrin Bohley: Mansfeld-Lutherstadt. S. 56–63. Mit 5 (2 ganzseitigen) Abbildungen. Hasenverlag, Halle/Saale, 2013. – Band 3 der Reihe: Reichtum der Provinz – Städte in Mitteldeutschland. – ISBN 978-3-939468-79-0.
  • Bea Brommer: Reizend door Oost-Indië. Prenten en verhalen uit de 19e eeuw [Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Tropenmuseum zu Amsterdam vom 22. März bis 4. Juni 1979]. Utrecht u. Antwerpen, Het Spectrum BV, 1979. S. 57–65. Mit 9 Abbildungen, darunter 4 Abb. von Junghuhn (Textauszug aus Junghuhns Werk „Reizen door Java“, Amsterdam 1852). – ISBN 90-274-9627-7.
  • Jan-Peter Frahm u. Jens Eggers: Junghuhn, Franz Wilhelm (1809–1864). In: Lexikon deutschsprachiger Bryologen. Norderstedt, Books on Demand GmbH, 2001. Band 2, S. 225–226 (mit Porträt). – ISBN 3-8311-0986-9.
  • Frans Günst: Levensschets van Dr. Franz Wilhelm Junghuhn. In: Licht- en Schaduwbeelden uit de Binnenlanden van Java … 5. Auflage 1867, S. 1–61.
  • Thilo Habel: Von der Landschaftsstimmung zur Karte. Franz Junghuhns Studien auf Java. In: Vermessen: Kartographie der Tropen. Begleitbuch zur Ausstellung des Ethnologischen Museums, Berlin-Dahlem. Herausgegeben von Viola König. Redaktion: Andrea Nicklisch, Anja Zenner. S. 38–42, mit 3 Abbildungen. – Veröffentlichung des Ethnologischen Museums Berlin, Neue Folge 75. Berlin 2006. – ISBN 3-88609-531-2.
  • Karl Helbig: Junghuhn. 1809–1864. In: Die berühmten Entdecker und Erforscher der Erde. Hrsgg. von Kurt Kayser. Köln, Aulis, 1965, S. 179–181 (mit Porträt).
  • Dietmar Henze: Junghuhn, Franz Wilhelm. In: Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde. Graz, Akadem. Druck- und Verlagsanstalt, 1975 ff. Band II, S. 721–726.
  • Junghuhn (Franz Wilhelm). In: Encyclopaedie van Nederlandsch-Indië.
1. Auflage: ’s-Gravenhage, Martinus Nijhoff; Leiden, E. J. Brill; 1895–1905. Band II (1899), S. 147–149.
2. Auflage: ’s-Gravenhage, Martinus Nijhoff; Leiden, E. J. Brill; 1917–1939. Band II (1918), S. 223–226.
  • Max Koernicke: Zur Erinnerung an Franz Junghuhn. Briefe Junghuhns an Ph. Wirtgen. Mit Geleitwort und Anmerkungen versehen und herausgegeben. In: Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens, 66. Jahrgang 1909, Bonn 1910, S. 277–326.
  • Hans Dieter Kubitscheck: Franz Wilhelm Junghuhn (1809-1864). Ein deutscher Wissenschaftler in Indonesien. In: Abhandlungen und Berichte des Staatlichen Museums für Völkerkunde Dresden, Forschungsstelle, Band 44. Berlin, Akademie–Verlag, 1990. S. 141–150. - Hierzu die Tafeln I und II mit 4 Abbildungen.
Beginn des Vortrags Franz Junghuhn von Karl Müller in der Zeitung Die Natur. –
Die gleiche Ausgabe enthält den Vortrag von Karl Müller über Junghuhns Forschungen auf Java.
  • Karl Müller: Franz Junghuhn. Vortrag, gehalten im Gewerbevereine zu Halle am 6. März 1865. In: Die Natur. Zeitung zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntniß und Naturanschauung für Leser aller Stände. Herausgegeben von Dr. Otto Ule und Dr. Karl Müller von Halle. Vierzehnter Band (Jahrgang 1865.). Halle, G. Schwetschke’scher Verlag. S. 137–139, 145–148, 153–156, 177–180, 190–192.[145]
  • Georg Adolf Narziß (Hrsg.): Von Hinterindien bis Surabaja. Forscher und Abenteurer in Südostasien. Erdmann Vlg., Tübingen 1977. – ISBN 3-7711-0281-2.
S. 84: Franz Wilhelm Junghuhn (1812–1864) [146]
S. 85–88: Der Ausbruch des Vulkans Tambora auf der Insel Sumbawa 1815 [147]
S. 100–120: Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java [148]
S. 120–138: Fahrt an der Nordküste von Java [...] und Morgen ist Tigergefecht! [149]
  • W(ilhelm). Ruhland: Junghuhn, Franz Wilhelm. In: Handbuch der Naturwissenschaften. 5. Band, Verlag von Gustav Fischer, Jena 1914. S. 607.
  • Rüdiger Siebert: Der Humboldt von Java. Franz Wilhelm Junghuhn, Arzt und Naturforscher. – In: Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Zehn Lebensläufe in bewegten Zeiten. Horlemann-Verlag, Bad Honnef 2002. S. 45–64. – ISBN 3-89502-159-8.
Auszüge aus diesem Buch: Herausforderung Indonesien. Macht, Kritik, Befreiung – Niederländische Kolonialgeschichte im Spiegel deutscher Lebensläufe (Gustav Wilhelm Baron von Imhoff - Franz Wilhelm Junghuhn - Ludwig Ingwer Nommensen - Max Dauthendey - Emil Helfferich - Hans Overbeck - Karl Helbig - Walter Spies) [5]. Deutsch-Indonesische Gesellschaft e.V., Köln 2011.
  • M(arius). J(acob). Sirks: F. W. Junghuhn. In: Indisch Natuuronderzoek. Een beknopte geschiedenis van de beoefening der natuurwetenschappen in de Nederlandsche Koloniën [Dissertation]. Koloniaal Instituut te Amsterdam. Mededeeling No. VI. Afdeeling Handelsmuseum No. 2. Hoofdstuk V. Uitgegeven van het Instituut. Amst. Boek- en Steendrukkerij, v/h. Ellermann, Harms & Co., 1915. S. 141–153.
  • Renate Sternagel: Franz Junghuhn auf Java. In: KITA. Das Magazin der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft. Heft 2+3/10, Köln 2010. S. 19–33. Mit 4 Abbildungen.
  • Thomas Theye: Franz Wilhelm Junghuhn (1809-1864) - Fotografien aus Java. In: Reise-Bilder. Beiträge zur Visualisierung von Reiseerfahrung. Eutiner Forschungen, Band 6, S. 129–193. Eutiner Landesbibliothek, Eutin 2012. – ISBN 978-3-939643-07-4.
  • Paul van 't Veer: Geen blad voor de mond. Vijf radicalen uit de negentiende eeuw, geillustreerd met reprodukties van foto's, schilderijen en prenten. Amsterdam, N.V. de Arbeiderspers, 1958. 217 p. Mit Illustrationen und Porträts. – Junghuhn im Kapitel: In de schaduw van de kinaboom: Franz Wilhelm Junghuhn, 1809-1864.
  • Wolfgang Weise: Franz Junghuhn - Der Humboldt von Java. In: DIG-Magazin. Herausgeber: Deutsch-Indonesische Gesellschaft e. V. Köln. Heft 2–93 (August 1993), S. 13–16. Mit 1 Abbildung.
  • Arthur Wichmann: Franz Wilhelm Junghuhn. 26. Oktober 1809 bis 24. April 1864. In: Dr. A. Petermanns Mitteilungen aus Justus Perthes' geographischer Anstalt. 55. Band, Gotha 1909, S. 297–300 (mit Bildnis auf Tafel 37).

Junghuhn in Berichten von anderen Reisenden (Auswahl)[Bearbeiten]

„Vulkan Gedeh auf Java vom Gipfel des Pangerango aus gesehen.“ In: Scherzer, K.: Reise der Oesterr. Fregatte Novara …
  • Fedor Jagor: Singapore–Malacca–Java. Reiseskizzen. Berlin, Springer, 1866. S. 141 (Besuch in Lembang), 169 ff. (Junghuhns Anbaumethoden der Chinchonen), 182 (Reiseplan), 183 f. (Exkursion auf den Tangkuban Perahu). Digitalisat. Abgerufen am 12. Dezember 2012.
  • Otto Mohnike: Blicke auf das Pflanzen- und Thierleben in den Niederländischen Malaienländern. Münster, Aschendorff’sche Buchhandlung, 1883.[150]
  • H(einrich). Morin: Unter der Tropensonne. Streifzüge auf Java, Sumatra und Ceylon. München, Isaria–Verlag, o. J. (1910). S. 36 und 49.
  • Ferdinand Freiherr von Richthofen: Bericht über einen Ausflug in Java. (Briefliche Mittheilung an Herrn Beyrich d. d. Batavia den 26. Octbr. 1861.). In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. XIV. Band. Berlin, Wilh. Hertz (Bessersche Buchhandlung), 1862. S. 327−356.

Literarisch-belletristische Rezeption[Bearbeiten]

  • Felicitas Hoppe: Franz Wilhelm Junghuhn: Eis und Schnee. In: Felicitas Hoppe: Verbrecher und Versager. Fünf Porträts. Marebuchverlag, Hamburg 2004, ISBN 3-936384-12-6. Digitalisat: [6] (abgerufen am 27. August 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Wilhelm Junghuhn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

PDF-Dateien:

1. Band (1852)
Bilderläuterungen in diesem Band:
Bild Die Links führen zu jenen Seiten im ersten Band,
auf denen die Erläuterungen der Bilder beginnen
Junghuhn Java Laengsprofil.JPG
Längsprofil der Insel Java
Beginn der Erläuterung in der dritten Zeile von oben.
Junghuhn Gunung Lamongan.jpg
Gunung-Lamongan
Titelbild im ersten Band und Deckelbild des Java-Albums (2. Auflage 1856).
Sewu.png
Gunung Sèwu
N-Kueste.png
Nordküste bei Samarang
S-Kueste.png
Südküste ostwärts von Rongkop
Siehe hierzu auch die "Örtliche Betrachtung"
Gamping.png
Gunung-Gamping [151]
Sumbing.png
Gunung-Sumbing
Patua.png
Kahwah-Patua
Auf der Tafel „Kahwah-Patua“, im Text die richtige Schreibweise „Kawah-Patua“.
Guntur.png
Gunung-Guntur
Patengan.png
Telaga Patengan
Dieng.png
Plateau Diëng
Gede.png
Gunung-Gedé
Merapi.png
Gunung-Merapi
2. Band (1854). Der Text ist nur bis Seite 502 vorhanden; die Seiten 503 bis 964 und die gefalteten Tafeln fehlen.
2. Band (1854). Der Text ist vollständig, jedoch teilweise schlecht lesbar.
2. Band in der unveränderten 2. Auflage 1857 (vollständig)
3. Band in der unveränderten 2. Auflage 1857 (vollständig)
Landschaften-Atlas und alle Bände in der unveränderten 2. Auflage 1857

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vgl. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Horlemann, Bad Honnef 2002, S. 58. – Unter „malaiischer Boden“ ist die Inselwelt zwischen Asien und Australien zu verstehen; siehe Malaiischer Archipel.
  2. Vgl. Erich Mindt: Der Erste war ein Deutscher. Ebner u. Ebner, Berlin 1943, S. 115.
  3. Im November 1834 hielt sich Junghuhn in den Wäldern am Laacher See auf. „Ich blickte umher. Keine Früchte an den Bäumen – kein Wild im Feld; – die Jagd ist verpachtet, – die ganze Welt ist verpachtet. – Nichts gehört mir, als mich selbst! So beschloss ich denn, heimathlos, wie ich war, in das Thal hinabzusteigen, wo der Rhein seine Fluthen dahinwälzt […].“ Das Gefühl der Heimatlosigkeit notierte Junghuhn am 31. Juni 1835 ein weiteres Mal, als das Schiff Jacob Cats in geringer Entfernung entlang der Südküste von England segelte. „[…] zahlreiche Städte und Dörfer ließen sich erkennen […]. Gern weilte unser Blick auf ihren röthlichen Dächern und weißlichen Häusern […]. Sie sind der Sitz glücklicher Menschen, die sich am Abend ihres eigenen Heerdes freuen; ich aber habe meine Heimath verloren und treibe rastlos dahin!“ (Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java, S. 2 und 10)
  4. Bereits in seinem ersten Buch Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java äußerte er sich mit Hohn und Spott über das Examinationskomitee in Utrecht, über die Ärzte der Hospitäler in Harderwijk und Batavia und wiederholt über den Botaniker Carl Ludwig Blume, was – ebenso wie der Ausdruck „Pfaffenhokuspokus“ – von Justus Karl Haßkarl in seiner ausführlichen Rezension heftig kritisiert worden ist. – Vgl. Flora oder allgemeine botanische Zeitung. Nr. 30, Regensburg, 14. August 1847, S. 483.
  5. Henze: Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde. 1. Band, S. 649.
  6. Vgl. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. S. 55 ff.
  7. Petermanns Mitteilungen. Jahrgang 1909, S. 297.
  8. Ein undiplomierter Heilpraktiker mit einfachen medizinischen Kenntnissen, überwiegend für die Versorgung von Wunden und Frakturen, die er hauptsächlich von seinem Vater (Junghuhns Großvater), ebenfalls einem Bergchirurgus, erworben hat. Um sein spärliches Einkommen etwas aufzubessern, pflegte er überdies als selbsternannter Barbier die Haare und Bärte der Mansfelder Bürger.
  9. Renate Sternagel: Der Humboldt von Java. Leben und Werk des Naturforschers Franz Wilhelm Junghuhn 1809–1864. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2011.
  10. Paul Tschackert: Thilo, Johann Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 38, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 40–42.
  11. Karl Müller: Franz Junghuhn. [...] In: Die Natur, 14. Band, Halle 1865. S. 137–139, 145–148, 153–156, 177–180, 190–192; hier S. 147.
  12. Vgl. Renate Sternagel: Der Humboldt von Java. Halle 2011, S. 22–24.
  13. Karl Müller: Franz Junghuhn. In: Die Natur, Halle 1865, S. 147.
  14. Karl Müller: Franz Junghuhn. In: Die Natur, Halle 1865, S. 148.
  15. Observationes mycologicae in species Fungorum tam novas tam male cognitas. In: Linnaea. Hrsg. von D. F. L. von Schlechtendal. 5. Band, Berlin 1830. S. 388–410.
  16. Zu welchem Zeitpunkt dieser Selbstmordversuch geschah, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Frühestens könnte er nach seiner Rückkehr aus Halle, spätestens zu Anfang des Jahres 1830 stattgefunden haben, da ab Ostern 1830 Junghuhns Studium in Berlin begonnen hat. Dazwischen liegt eine Zeitspanne von fast einem Jahr. Es ist somit auch nicht mehr nachvollziehbar, ob Junghuhn seine botanischen Exkursionen vor oder nach diesem Selbstmordversuch durchgeführt hat.
  17. Welches Ausmaß das Zerwürfnis Junghuhns mit seinem Vater angenommen hatte, geht aus folgendem Bericht hervor: Als dem Vater gemeldet wurde, dass ein Mann sich mit einer Schusswaffe verwundet hat, zog er sich rasch an. Nachdem ihm aber mitgeteilt wurde, dass es sich um seinen eigenen Sohn handelt, stellte er die Stiefel wieder in die Ecke. Vergeblich bat ihn der Bürgermeister, sich um seinen Sohn zu kümmern. Erst dem eilig herbeigerufenen Landrat gelang es, den Vater zur Hilfeleistung zu bewegen. Zuhause verspottete der Vater seinen Sohn über die Dummheit, mit welcher ein angehender Mediziner versucht hatte, sich von hinten zu erschießen. Mit den Worten „So hätte er es machen müssen!“ tippte er sich mit dem Finger an die Stirn. – Die Wunde, die Junghuhn sich beigebracht hatte, war jedoch nicht ungefährlich: In Halle musste ihm ein Stück Schädelknochen „von der Größe eines Viergroschenstückes“ entfernt werden; diese Münze hat einen Durchmesser von 30 Millimeter. – Vgl. Karl Müller: Franz Junghuhn. In: Die Natur, Halle 1865, S. 148
  18. Schwoerer hat sich seiner Verhaftung durch Selbstmord entzogen. – Vgl. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Horlemann, Bad Honnef 2002. S. 47 f., nach Recherchen von Renate Sternagel.
  19. Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Leipzig 1909, S. 168.
  20. Max Koernicke: Zur Erinnerung an Franz Junghuhn. In: Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens. 66. Jg. 1909, S. 280 f.
  21. Junghuhns Gnadengesuch vom 25. Juni 1833 wurde erst am 21. September dem preußischen König vorgelegt, worauf dieser sofort Junghuhns Freilassung anordnete. – Vgl. Renate Sternagel: Der Humboldt von Java. S. 333, Anmerkung 24 und S. 334, Anmerkung 42.
  22. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei den Pilzen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse veröffentlichte Wirtgen unter dem Titel Mycologische Beobachtungen über das Vorkommen der Pilze in den Monaten October und November 1834. in der botanischen Zeitung Flora Nro. 20, Regensburg, den 18. Mai 1835, S. 305–313 und S. 321–331. Zu Beginn dieser Arbeit fügte er in einer Fußnote hinzu: „Diese Excursionen machte ich in Begleitung meines Freundes Fr. Junghuhn, welcher eben aus Bona (in Nordafrika) zurückkehrend, sich 2 Monate hier aufhielt. (…) Die Diagnosen der neuaufgestellten Species sind von ihm, und viele der hier mitgetheilten Bemerkungen sind aus gemeinsamer Untersuchung hervorgegangen“.
  23. Vgl. M. Koernicke: Zur Erinnerung an Franz Junghuhn. In: Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens. Bonn 1910, S. 285, mit Fußnote Nr. 3.
  24. Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Leipzig 1909, S. 63.
  25. In: Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Leipzig 1909, S. 157–314.
  26. Auf diesem Bild sind einige Besonderheiten. In der linken Bildhälfte, das hohe Gebäude mit den Markisen vor den Fenstern, war der „Uitkijk“ („Ausguck“), von welchem ankommende und abgehende Schiffe mit beweglichen Tafeln landeinwärts gemeldet wurden. Links daneben erkennt man eine hohe Stange mit einem beweglichen „Tijdbal“ („Zeitball“), die an astronomisch festgelegter Stelle in 106° 52' östlicher Länge und 6° 7' 36" südlicher Breite aufgestellt war. Mit diesem Zeitball wurde die offizielle Uhrzeit bekanntgegeben: Um 11.55 Uhr hob man ihn empor, und um 12.00 Uhr mittags, so pünktlich wie es damals möglich war, ließ man ihn nach unten fallen. – Am rechten Bildrand sind Lagerhäuser für angekommene und auszuführende Waren dargestellt. – Vgl. C. W. M. van de Velde: Gezigten uit Neêrlands Indië, Amsterdam 1843, Fußnote auf S. 4.
  27. F. Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart, Band II, S. 262. – In den Jahren 1845, 1865, 1868 und 1885 fanden weitere hydrostatische Ausbrüche in diesem Sumpf statt; siehe den Eintrag Pening (Rawah) in der Encyclopaedie van Nederl.-Indië, Leiden [1. Aufl. 1902], 3. Band, S. 251. – Ambarawa, eine Stadt mit heute etwa 80.000 Einwohnern, liegt südlich von Semarang in Zentraljava und ist durch ein sehenswertes Eisenbahnmuseum bekannt.
  28. F. Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. 2. Band, Leipzig 1854, S. 17.
  29. Zitiert aus Die menschenfressenden Battaken. In: Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Leipzig 1909, S. 317. – Pieter Merkus (1787–1844) wurde am 11. Oktober 1842 zum Generalgouverneur von Niederländisch-Indien ernannt.
  30. „Ein kaum dreiviertel Meilen im Umfang messendes Inselchen würde ich kaum der Erwähnung für werth erachtet haben, wenn nicht gerade dort die Niederlassung der Holländer und die Garnison sich befände. Ein kleines, auf einem Hügel gelegenes, mit etwa acht Kanonen versehenes Fort beherrscht die Insel, welche den Namen Pontschang Kitschil, d. h. die Insel Klein-Pontschang trägt. Hundert Mann mit einigen Offizieren und einem Arzt machen die Besatzung aus. Außer dem Militär wohnt auf dem Eiland noch ein Resident, welcher die Verwaltung über die den Holländern unterworfenen Battaer führt, in deren Gebiet wir uns befinden.“ (S. Friedmann: Die Ostasiatische Inselwelt. Zweiter Band, S. 32. Leipzig 1868)
  31. Bereits im Jahre 1878 war vom Fort auf dieser Insel keine Spur mehr vorhanden. Die Garnison wurde nach der gegenüberliegenden Küste Westsumatras verlegt und erhielt den Namen „Siboga“, nach einem nahegelegenen gleichnamigen Batak-Dorf. Aus diesem Dorf hat sich die heutige Hafenstadt Sibolga entwickelt. (Vgl. Hermann von Rosenberg: Der Malayische Archipel. Leipzig 1878, S. 13.)
  32. Die 1803 ausgebrochene militante islamische Reformbewegung der Padri in Westsumatra, die vielfach auch als „Minangkabau–Krieg“ bezeichnet wurde, konnte erst 1837 von der niederländisch-indischen Kolonialarmee gewaltsam unterworfen werden.
  33. H. v. Rosenberg: Der Malayische Archipel. Leipzig 1878, S. 13.
  34. H. v. Rosenberg: Der Malayische Archipel. Leipzig 1878, S. 14–16.
  35. Franz Junghuhn: Die Battaländer auf Sumatra. Berlin 1847, Band I, S. 50–51.
  36. R. Montigel: Beiträge zur Triangulation von Java. In: Zeitschrift für Vermessungswesen. Jg. 1933, Heft 15, S. 4-5. Wittwer, Stuttgart 1933.
  37. Dr. Heinrich Berghaus: Karte von der Insel Sumatra. Justus Perthes, Gotha 1837. Blatt Nr. 11 des „Atlas von Asien“.
  38. Rezension des Werks Die Battaländer. In: Gedenkboek Franz Junghuhn. ’S–Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910, S. 70.
  39. Die heutigen Bezeichnungen lauten „Mandailing“, „Angkola“ und „Dolok Lubuk Raja“.
  40. Waldemar Stöhr: Die altindonesischen Religionen. Brill, Köln 1975, S. 140.
  41. Vgl. Bussole. In: Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. Bd. 2, Stuttgart/Leipzig 1905, S. 40–411.
  42. Vgl. R. Montigel: Beiträge zur Geschichte der Triangulation von Java. In: Zeitschrift für Vermessungswesen. Heft 15, S. 4. Wittwer, Stuttgart 1933. – Unzutreffend ist Montigels merkwürdige Behauptung, dass Junghuhns große Java-Karte nicht zur Ausführung gelangte.
  43. Zum Aufsatz von P. J. Veth: Een woord bij de kaart van het Diëng gebergte.. In: Tijdschrift van het Aardrijkskundig Genootschap. Band II, 1877, S. 357-358, Karte Nr. 16.
  44. Die Nordausrichtung hat schräge Ränder verursacht. Eine Verzerrung der Karte ist nicht vorhanden.
  45. Von den „Battaländern“ wurde in holländischer Sprache nur ein Prospekt gedruckt.
  46. „Susuhunan“ oder „Sunan“, „der Verehrte“, nannte sich der letzte Herrscher des mitteljavanischen Reiches Mataram. Nach der Teilung dieses Reiches in den Jahren 1755 und 1757 in drei Vasallenstaaten (Surakarta, Yogyakarta und Mangkunegara) wurde dieser Titel von der noch heute durch Erbfolge bestehenden Dynastie in Surakarta übernommen. Seit 2005 regiert im Kraton (Palast) von Surakarta Susuhunan Pakubuwono XIII. – Vgl. Frits A. Wagner: Indonesien. Die Kunst eines Inselreiches. Holle Verlag, Baden-Baden, 4. Aufl. 1962, S. 150, und in der englischen Wikipedia den Artikel Susuhunan
  47. Diese Kämpfe sind in allen Einzelheiten geschildert in Junghuhns Werk Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. 2. Band, S. 443–452 (im Inhaltsverzeichnis siehe den Link zu Seite 443).
  48. Encyclopaedie van Nederlandsch-Indië. 2. Auflage. Teil 4. s’Gravenhage, Leiden 1921, S. 478.
  49. Encyclopaedie van Nederlandsch-Indië. 2. Auflage. Teil 1. s’Gravenhage, Leiden 1917, S. 643.
  50. Zu diesem Themenkomplex vgl. Renate Sternagel: Der Humboldt von Java. Halle 2011, S. 220–228.
  51. Tijdschrift voor Neêrlands Indië. 1849, S. 28-34.
  52. Die „Englische Überlandpost“ ging nicht auf dem Seeweg um Südafrika, sondern durch das Rote Meer nach Suez und von dort über Land durch das von England besetzte Ägypten nach Alexandria. Von hier aus hatten die Reisenden die Möglichkeit, auf Schiffen verschiedener Nationalitäten entweder direkt in Richtung England oder nach einem südeuropäischen Hafen am Mittelländischen Meer zu fahren. – Einzelheiten über diese Verbindung gehen aus Junghuhns Reisebericht hervor; siehe das Kapitel „Rückreise von Java nach Europa“.
  53. Friedrich Ratzel: Junghuhn, Franz Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 712–718.
  54. Pahud (* 18. April 1803 in Amsterdam, † 31. August 1873 in ’s-Gravenhage) wurde 1849 zum Minister der Niederländischen Kolonien und am 1. Januar 1856 zum Generalgouverneur von Niederländisch-Indien ernannt.
  55. Renate Sternagel: Der Humboldt von Java. S. 278–279 und Anmerkung Nr. 220.
  56. Fr. Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Leipzig 1854, 3. Band, S. 311.
  57. Frans Lodewyk Christiaan Junghuhn († 13. November 1888) war mit Clara Nisette Hermance Jäger (* 17. März 1859; † 12. November 1944) verheiratet. Zwei Söhne gingen aus dieser Ehe hervor: Frans Wilhelm (* 11. September 1880) und Herman Marie (* 29. Dezember 1883).
  58. Heutiger Name dieses Gartens: Kebun Raya Bogor
  59. Seine Frau und vier Kinder fanden bei der Überfahrt von Europa nach Java den Tod.
  60. Vgl. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Bad Honnef 2002, S. 60 f.
  61. Vgl. J. E. de Vry: Über die Einführung der Chinakultur in Ost-Indien. In: Verhandlungen der Kaiserl. Leopold.-Carol. Dt. Akademie der Naturforscher, 32. Band, 1. Abtlg., Dresden 1865, S. 5-11.
  62. Mit Hilfe eines einheimischen Regenten stellte er auf eigene Kosten einen Aufseher ein.
  63. Vgl. R. Nieuwenhuys, F. Jaquet: Java’s onuitputtelijke natuur. Alphen aan den Rijn 1980, S. 142 (aus dem Niederländischen übersetzt).
  64. Arthur Wichmann: Franz Wilhelm Junghuhn. In: Petermanns Mitteilungen. Jg. 1909, S. 299. - Das Königliche Tropeninstitut in Amsterdam verwahrt eine fotografische Originalaufnahme von Junghuhn, auf der ein Aufseher in einer Plantage mit einem schussbereit auf dem Arm gehaltenen Gewehr zu sehen ist.
  65. Wer diese Intrige veranlasst hat, blieb ungeklärt. Vermutlich war es Groneman mit dem Ziel, den fachlich überlegenen Konkurrenten zu beseitigen: Er selbst hat Junghuhn dazu überredet, ihn als seinen Nachfolger vorzuschlagen. – Auf diesen „Hinauswurf“ angesprochen, geriet de Vrij noch bis ins hohe Alter hinein als kerngesunder Greis in zornige Erregung. – Vgl. Enzyclopaedie van Nederlandsch–Indie. Teil 4, Leiden, 1. Aufl. 1905, S. 658.
  66. Renate Sternagel: Der Humboldt von Java. Halle (Saale) 2011, S. 324 ff.
  67. Veröffentlicht in: Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschaften. Wien 1859, S. 124–130.
  68. Von diesen Arbeiten sind nur zwei Briefe veröffentlicht worden: Siehe das Kapitel „Versuch einer chronologischen Junghuhn-Biographie“ (1857, zweiter und dritter Eintrag).
  69. Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschaften. Wien 1859, S. 126 f.
  70. Dieses an Junghuhn gerichtete Schreiben, unterzeichnet „Mit unverbrüchlicher Freundschaft Ihr treuer A. v. Humboldt“, ist in Max C. P. Schmidts Buch Franz Junghuhn. Biographische Beiträge … auf S. 342 abgedruckt. Unter anderem bittet Alexander von Humboldt: „Herr Fedor Jagor wird auf seinem Wege die schöne Insel berühren über die Sie, theurer Freund, durch Ihre glücklichen Forschungen so viel Licht verbreitet haben. Er soll von Ihnen lernen, sich zum Selbstbeobachter einzuüben.“
  71. F. Jagor: Singapore, Malakka, Java. Springer, Berlin 1866, S. 183.
  72. Ewald Banse: Große Forschungsreisende. S. 193.
  73. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. 1862, S. 327.
  74. Vgl. Dr. Isaac Groneman: Herinneringen aan Franz Wilhelm Junghuhn. In: Gedenkboek Franz Junghuhn. ’S-Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910, S. 294 f.
  75. Der Junghuhn-Garten ist mit einem Metalltor verschlossen. Besucher müssen sich bei einem Wächter melden, der am Ende der Straße auf der linken Seite wohnt. – Alle Fotos wurden im Oktober 2009 aufgenommen, nach gründlicher Renovierung der gesamten Grabanlage anlässlich des zweihundertsten Geburtstags von Junghuhn. Auf neueren Fotos sind erhebliche Verunreinigungen zu sehen.
  76. Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Leipzig 1909, Vorwort S. X.
  77. Siehe Mansfelder Heimatverein
  78. Die Stadtinformation befindet sich in Luthers ehemaliger Schule; siehe http://www.mansfeld.eu/?p=luthersschule. Anschrift: Junghuhnstraße 2, 06343 Mansfeld (neben der Sankt-Georg-Kirche).
  79. Renate Sternagel: Der Humboldt von Java. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2011. S. 252–260: „Stimmen: Albertine Junghuhn - die Schwester.
  80. Vgl. Prof. Dr. M. Schmidt: Franz Junghuhns Leben. In: Gedenkboek Franz Junghuhn 1809-1909. 's-Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910. S. 3-7.
  81. Kurt Kayser (Hrsg.): Die berühmten Erforscher und Entdecker der Erde. Aulis Vlg. Deubner & Co. KG., München (1965), S. 181.
  82. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Zehn Lebensläufe in bewegten Zeiten. Horlemann Verlag, Bad Honnef 2002, S. 57.
  83. Franz Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Leipzig 1852, Band I, S. 20.
  84. Mit den Vornamen „Friedrich Franz Wilhelm“ wurde Junghuhn am 3. August 1839 als Mitglied in die Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische Deutsche Akademie der Naturwissenschaftler aufgenommen, die damals unter der Leitung des Professors für Naturgeschichte und Botanik Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck stand. Ursache dieses Irrtums war wohl Junghuhns Abwesenheit; er durchwanderte zu diesem Zeitpunkt die Bergwelt in Westjava. Das hat fast zwangsläufig dazu geführt, dass Junghuhns früheste Arbeiten über Java, sein Aufsatz Gunong Salak und sein erstes großes Werk Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java, beide versehen mit einem Vorwort von Nees von Esenbeck, mit dem Vornamen „Friedrich“ erschienen sind. Noch in einem 19 Jahre später veröffentlichten Mitgliederverzeichnis dieser Akademie, abgedruckt in der Zeitschrift Bonplandia (VI. Jahrgang 1858, No. 2, S. 37 ff.; hier S. 46), ist als Name „Junghuhn, Friedrich Franz Wilhelm“ angegeben. Seltsamerweise wurden jedoch bereits 1842 und 1844 vorab eingegangene Teile der Topographischen und naturwissenschaftlichen Reisen, ebenfalls eingeleitet von Nees von Esenbeck, in der Zeitschrift für vergleichende Erdkunde mit dem richtigen Vornamen „Franz“ veröffentlicht.
  85. Die Tafeln sind wie folgt nummeriert: I bis XI, XIb, XII bis XXXVII; am Ende die beiden nicht nummerierten „Höhen-Karten“.
  86. F. Junghuhn: Topographische und naturwissenschaftliche Reisen ... , S. 494 f.
  87. Hierzu Nees von Esenbeck in seinem Vorwort zu Junghuhns Aufsatz Gunong Salak, der am 7. August 1840 erschien: „Der historische Theil seiner verschiedenen, mit dem sel. Fritze gemeinschaftlich unternommenen Reisen durch Java, mit einem pittoresken Atlas geschmückt, liegt vor mir und würde ohne Zweifel schon seinen Verleger gefunden haben, wenn die Verleger nicht der Meinung wären, dass nur noch Flug- und Schulschriften ihre Käufer finden.“
  88. F. Junghuhn: Topographische und naturwissenschaftliche Reisen ... S. 28.
  89. Siehe Junghuhns Ansicht Gunung Séwu im Kapitel „Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart“ oder in der Tabelle im Kapitel „Weblinks“ mit einem Link zu Junghuhns Erläuterung im Java-Werk.
  90. a b Dietmar Henze: Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde. Akadem. Druck– u. Verlagsanstalt, Graz 1975, Band II, S. 722.
  91. Flora oder allgemeine botanische Zeitung, XIX. Jahrgang, Regensburg 1836, S. 751.
  92. Erklärungen der Tafeln des Atlasses zu Junghuhn's Reisen durch Java. Erstes Blatt, Tafel II.
  93. Erklärungen der Tafeln des Atlasses zu Junghuhn's Reisen durch Java. Erstes Blatt, Tafel VIII.
  94. Erklärungen der Tafeln des Atlasses zu Junghuhn's Reisen durch Java. Erstes Blatt, Tafel VII.
  95. In diesem Dorf geriet Junghuhn in Gefangenschaft. Als Spion wurde er verurteilt, bei lebendigem Leib verzehrt zu werden. Nur mit einer hastigen Flucht konnte er sich und seinen Begleitern das Leben retten. Nach zwei Tagen erreichte die erschöpfte Gruppe ein Dorf mit freundlich gesinnten Bewohnern. Dort bot man dem hungrigen Junghuhn Menschenfleisch an, von zwei Gefangenen, die tags zuvor getötet wurden. - Vgl. Franz Junghuhn: Die Battaländer auf Sumatra. 1. Band, Fußnote S. 249–250.
  96. F. Junghuhn: Die Battaländer auf Sumatra. Berlin 1847, Vorwort S. IV.
  97. Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, neue Folge 3. Band, Berlin 1846, S. 259–270.
  98. F. Junghuhn: Die Battaländer auf Sumatra. Berlin 1847, Vorwort S. (3).
  99. F. Junghuhn: Die Battaländer auf Sumatra. 2. Band, Berlin 1847, Fußnote S. 225–226.
  100. Petermanns Mitteilungen. Jg. 1909, S. 300.
  101. Friedrich Ratzel: Junghuhn, Franz Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 714.
  102. Vgl. F. Junghuhn: Die Battaländer auf Sumatra. 2. Band, S. 236.
  103. Gedenkboek Franz Junghuhn. 1809-1909. Martinus Nijhoff, ’S-Gravenhage 1910. S. 82.
  104. Allgemeines Deutsches Bücher-Lexikon. Leipzig, F. A. Brockhaus, 5. Band, 1858.
  105. Petermanns Mitteilungen. Jg. 1909, S. 299 (A. Wichmann); vgl. F. Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Leipzig 1852, 1. Band, Vorrede S. 9-10.
  106. Gedenkboek Franz Junghuhn 1809-1864. ’S-Gravenhage 1910, S. 327.
  107. Fr. Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Band III (1854), S. 311.
  108. Fr. Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Band I (1852), S. 41-42.
  109. Fr. Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Band I (1852), S. 111-132.
  110. Siehe die Tabelle im Kapitel Weblinks
  111. Petermanns Mitteilungen. Band 44, 1898, S. 27.
  112. Friedrich Ratzel: Junghuhn, Franz Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 715.
  113. Alexander von Humboldt: Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. Band IV, S. 323–324. Stuttgart u. Tübingen 1858.
  114. Die auf dem Blattrand links unten angekündigte „Memorie van toelichtende aanteekeningen“ ist nicht erschienen, da diese von Junghuhn in deutscher Sprache geschriebenen Erläuterungen nicht in die niederländische Sprache übersetzt worden sind.
  115. Das „Cultuurstelsel“ („Kultursystem“) verpflichtete die javanischen Bauern, nach Enteignung ihres Grund und Bodens zwei Fünftel ihrer Ernte an die Kolonialregierung abzugeben oder ein Fünftel des Landes mit von der Regierung bestimmten Produkten für die europäischen Märkte zu bebauen: Kaffee, Tee, Zucker, Indigo, Tabak. Alle abzuliefernden Produkte kaufte die Regierung zu festgelegten, viel zu niedrigen Preisen auf. Die einheimischen Fürsten bekamen ihre früheren Privilegien zurück, und um ihre kommerziellen Interessen mit denen der holländischen Kolonialherren in Einklang zu bringen, erhielten sie eine hohe Gewinnbeteiligung. Die Einhaltung dieses für die javanischen Oberen überaus lukrativen Abgabesystems wurde mit gnadenloser Härte von bewaffneten Aufsehern durchgesetzt.
    Diese Missstände wurden leidenschaftlich angeklagt in dem erstmals 1860 anonym erschienenen Roman Max Havelaar von Eduard Douwes Dekker (Pseudonym: „Multatuli“).
  116. Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. S. 341.
  117. In: Mittheilungen aus Justus Perthes’ geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesammtgebiete der Geographie von Dr. A. Petermann. Justus Perthes, Gotha 1860, S. 188-191. - Die erste Triangulation der Insel Java, die von 1853 bis 1889 durchgeführt wurde, führte zu keiner wesentlichen Korrektur dieser Karte.
  118. Holländische Erstausgabe: Terugreis van Java naar Europa, met de zoogenaamde Engelsche Overlandpost …. Joh. Noman & Zoon, Zalt-Bommel 1851
  119. Franz Junghuhn: Rückreise. S. 62.
  120. Franz Junghuhn: Rückreise. S. 174.
  121. Zitat aus Seite 184: „Hier höre ich mit meiner Erzählung auf, denn hier fangen die Eisenbahnen an (die erste, die ich je sah), die von hier aus das Land durchkreuzen [...].“ Das steht im Widerspruch zu seinem autobiographischen Werk Flucht nach Afrika, abgedruckt in Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Leipzig 1909, S. 157–314. Auf Seite 304 der Flucht nach Afrika ist in der untersten Zeile zu lesen: „Auch die von Lyon nach St. Etienne führende Eisenbahn besuchte ich.“ In Lyon hielt sich Junghuhn vom 12. bis 17. Juli 1834 auf, 14 Jahre vor seiner Ankunft in München. Junghuhns Ausführungen in der „Rückreise“ wären jedoch zutreffend, wenn er in Lyon nur ein Bahngleis gesehen hätte, nicht aber einen stehenden oder fahrenden Zug.
  122. Friedrich Ratzel: Junghuhn, Franz Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 717.
  123. Die Rückreise verlief nicht entlang der Westküste Sumatras. In einer Fußnote auf Seite 153 hat Junghuhn hierzu vermerkt: „Ich habe diese Ansicht noch hinzugefügt, um den ungeheuren Contrast zwischen der unfruchtbaren Dürre der egyptischen Landschaft und dem üppigsten Pflanzenwuchse der Sunda-Inseln recht augenfällig zu machen; denn hier findet man kein einziges Fleckchen des Bodens, welches nicht mit Bäumen und Sträuchern bedeckt ist.“
  124. Die vielfach geäußerte Vermutung, dass bereits ab der ersten Auflage sein Verleger Frans Christiaan Günst aus einer holländischen Ausgabe in das Deutsche übersetzt hat, ist unzutreffend. Vielmehr war es umgekehrt: Günst hat das von Junghuhn in deutscher Sprache geschriebene Manuskript in das Holländische übersetzt.
  125. Gedenkboek Franz Junghuhn, S. 338.
  126. F. W. Junghuhn: Licht- en Schaduwbeelden ... (s. o.), 5. Aufl., S. 258, Anmerkung.
  127. Wörtlich übersetzt: „Der Tagesanbruch“; in pantheistischem Sinne „Das Morgenrot“.
  128. Heute existiert diese Zeitschrift unter dem Namen De Vrije Gedachte („Der freie Gedanke“).
  129. F. Junghuhn: Licht- und Schattenbilder ..., 4. Auflage 1866, S. 45
  130. Die erste Lieferung, S. 1-60, erschien in Leiden bei Jacs. Hazenberg Corns. Zoon.
  131. Gedenkboek Franz Junghuhn. S. 339.
  132. An dieser Stelle wird auf die weiterführende Bibliographie von Hans van der Kamp verwiesen, in welcher auch ein Teil von Junghuhns umfangreicher Korrespondenz aufgelistet ist [1] (132 Seiten, in niederländischer Sprache, PDF-Datei abrufbar; 516 kB).
  133. M. Koernicke: Zur Erinnerung an Franz Junghuhn. In: Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens. 66. Band 1909, Bonn 1910. S. 297. – Carl Ludwig Blume hat dieses Manuskript nicht zum Druck weitergegeben. Vielleicht entsprach der Inhalt, der u. a. von einem Gefangenen, einem Flüchtling und einem Fremdenlegionär berichtet, nicht den Vorstellungen eines wissenschaftlich gebildeten Botanikers. Für Junghuhns Angehörige war es sehr zu bedauern, dass Blume dieses informative Manuskript nicht nach Mansfeld geschickt hat. Erst im Jahre 1850, zu einer Zeit, in welcher von seinen Eltern nur noch die Mutter am Leben war, hat Junghuhn eine korrigierte Fassung seiner Schwester Albertine in Fischbach übergeben (vgl. Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn, S. 120).
  134. Max Carl Paul Schmidt, der sich im Titel seiner Neuausgabe als „Herausgeber“ bezeichnet hat, war die erste Veröffentlichung in der Zeitschrift „Der Freihafen“ nicht bekannt. Das wird von ihm wie folgt bestätigt: „Ich drucke die Arbeit ab, da ich einen Druck durch Esenbeck nicht auffinden konnte.“ (vgl. Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn, S. 125).
  135. Auf dem Titel des ersten Bandes der ersten niederländischen Ausgabe steht irrtümlich die Jahreszahl 1850: Dieser Band wurde erst 1852 vollendet. Das hatte zur Folge, dass im Jahre 1852 Teile der ersten und zweiten Ausgabe gleichzeitig erschienen sind, was – nach Junghuhn – eine „grenzenlose Verwirrung“ verursacht hat: Zahlreiche Exemplare sind mit durcheinander gebundenen Lieferungen und fehlerhaften Paginierungen in den Handel gelangt. - Vgl. Gedenkboek Franz Junghuhn 1809-1864. 'S-Gravenhage 1910. S. 327 ff.
  136. M. C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Leipzig 1909. S. 143
  137. Dieses Ereignis fand am 2. Juli 1838 in Ostjava statt. Junghuhn war im Begriff, mit nur zwei javanischen Begleitern den Gipfel des erloschenen Vulkans Ringgit zu ersteigen, als er unvermittelt drei aus dem Gebüsch aufspringenden Tigern gegenüberstand. Zwei dieser Tiger ergriffen die Flucht, der dritte aber blieb knurrend und zähnefletschend dicht vor ihm stehen. Nur mit einem dünnen Bambusstab bewaffnet, gelang es Junghuhn, auch diesen Tiger durch lautes Anschreien zu verscheuchen (vgl. Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java, S. 357 f.)
  138. datiert „In See den 25. October 1858.“ (an Bord der österreichischen Fregatte „Novara“).
  139. Junghuhn wurde für den zweiten Teil dieser Arbeit im 4. Band 1855 als Quelle benutzt (Fußnote auf Seite 4: „Mit Ankola beginnt die Schilderung von Junghuhn in seinem Werke: Die Battaländer auf Sumatra, dem ich von hier an ganz folge, da dieses Buch, obschon auch in einer deutschen Ausgabe erschienen, bisher keinerlei Berücksichtigung gefunden hat.“). Die hierzu gehörende Tafel 1 dieses Bandes ist ein unveränderter Nachdruck der „General-Karte vom mittleren Sumatra“ in Junghuhns Werk „Die Battaländer …“.
  140. Unvollendet: Ohne Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Einleitung etc.. Das Werk ist durchgehend paginiert von 1 bis 570. Der letzte Satz auf Seite 570 bricht ab mit einer Silbentrennung inmitten eines Wortes. Der Titel ist nur auf dem Vorderdeckel der Originalbroschur vorhanden. Siehe PDF-Datei
  141. Trotz dieser positiven Rezension ist dieses Buch eine fragwürdige Monographie, da sie unter anderem auch die nicht ausgeführten Reisen Junghuhns nach Tirol, der Schweiz, Italien, den Pyrenäen, Russland, dem Kaukasus und Schweden beschreibt. Immerhin aber ist es bemerkenswert, dass der Verfasser ausgerechnet während des Zweiten Weltkrieges, im von Deutschland besetzten Holland, einen gebürtigen Deutschen unter die „Erbauer von Indien“ aufgenommen und mit dieser hohen Auszeichnung rückhaltlos gewürdigt hat. Bei seinen Landsleuten aber geriet Wormser mit dieser Würdigung in den Verdacht, sich bei den deutschen Besatzern beliebt gemacht oder sogar mit ihnen kollaboriert zu haben. Wegen diesem noch immer bestehenden Verdacht wird Wormser noch heute von vielen – auch deutschen – Historikern und Biografen als Quelle nicht genannt.
  142. An vielen Stellen ist dieser Nekrolog identisch mit dem nachfolgenden Artikel in „Das Ausland“; er wurde daher überwiegend nach Anthonie Willem Kroon verfasst.
  143. Der Artikel in der niederländischen Freidenkerzeitschrift „De Dageraad“ wurde von Anthonie Willem Kroon verfasst.
  144. Dieses gehaltvolle und reich illustrierte Buch gelangte nicht in den Buchhandel und ist in Deutschland nur in der Galerie Smend in Köln erhältlich.
  145. Dieser im romantischen Stil des 19. Jahrhunderts verfasste Artikel enthält – neben inhaltlichen Fehlern – negative Äußerungen von offenbar missgünstigen oder neidvollen Zeitgenossen Junghuhns. Diese wurden ungeprüft von nachfolgenden Biographen übernommen, was zu einem unzutreffenden Bild von Junghuhns angeblich böswilligem und grausamem Charakter geführt hat. Als Beispiel sei genannt die von rassistischen Gedanken durchdrungene Darstellung Junghuhns im Buch „Große Forschungsreisende“ von Ewald Banse.
  146. Durch Übernahme aus älteren Quellen enthält diese Kurzbiographie zahlreiche Fehler: 1812 als Sohn eines Arztes geboren, im Duell seinen Gegner getötet, verurteilt zu 20 Jahren Festungshaft u. a.
  147. Gekürzte und tlw. fehlerhaft geänderte Abschrift aus Junghuhns Werk Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart, Band 2, S. 819–824.
  148. Abschriften aus Junghuhns gleichnamigem Werk.
  149. Abschriften aus Junghuhns Werk Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart, Band 2, S. 443–452.
  150. Mohnike, der mit Junghuhn einige Tage auf dem Dieng-Plateau in Mitteljava verbrachte (siehe Fußnote S. 170), verweist in seinem Kapitel „Das Pflanzenleben“ mehrfach auf Junghuhns großes Java-Werk. Sein umfangreicher Abschnitt über die Verbreitung der malaiischen Dicotyledonen ist in ähnlicher Weise in Höhenstufen gegliedert wie Junghuhns vertikale Gliederung des javanischen Pflanzenreiches.
  151. Dieser Kalksteinfelsen, der sich unweit des westlichen Stadtrandes von Yogyakarta um die Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 50 Meter über die Umgebung erhob, wurde fast vollständig durch Erosion abgetragen. Ein kleiner etwa 10 Meter hoher Rest dieses Felsens wird als Naturdenkmal geschützt. - Schon damals hat Junghuhn diese Abtragung vorausgesehen: Siehe auf der gleichen Seite die beiden vorhergehenden Absätze, in denen er die erodierenden Einflüsse der Witterung anschaulich erläutert hat.
Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 27. November 2008 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.