Franz Xaver von Hertling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Franz Xaver von Hertling; Lithografie von Andreas Gatterer (1810–1868)

Franz Xaver von Hertling (* 28. Juni 1780 in Ladenburg, Kurpfalz; † 13. September 1844 in München) war ein deutscher Freiherr, Generalleutnant und Bayerischer Kriegsminister.

Herkunft[Bearbeiten]

Er entstammte der pfälzischen Adelsfamilie von Hertling und war der Sohn des kurpfälzischen Regierungsrates Jakob Anton von Hertling (1740–1793) sowie dessen Gattin Maria Anna Antonia von Weiler.[1] [2]

Des Vaters Bruder Johann Friedrich Stephan von Hertling (1729–1806) war der Urgroßvater des späteren deutschen Reichskanzlers und bayerischen Ministerpräsidenten Georg von Hertling (1843–1919).[3]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Franz Xaver von Hertling erhielt seine Ausbildung im Kadettenkorps,[4] trat in die pfalz-bayerische Armee ein und wurde 1798 Unterleutnant. In den Feldzügen zwischen 1800 und 1815 avancierte er zunächst zum Oberleutnant und zuletzt zum Oberst, zeitweise fungierte Hertling als Adjutant des Generals Bernhard Erasmus von Deroy (1743–1812). 1814 zeichnete man ihn für Tapferkeit in der Schlacht von Bar-sur-Aube (27. Februar 1814) mit dem Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens aus.[5]

1816 ehelichte er Maria Anna Freiin von Kalkhoff, Tochter von Anton Moritz von Kalkhoff, wirklicher Hofrat und geheimer Reichsreferendar bei der Reichshofkanzlei zu Wien.

Hertling war von 1814 bis 1824 der erste Kommandeur des Bayerischen Infanterie-Leib-Regiments,[6] erhielt 1824 die Beförderung zum Generalmajor und Brigadekommandeur, 1836 zum Generalleutnant sowie Befehlshaber der 4. Bayerischen Infanterie-Division (Würzburg). Ab 12. Dezember 1836 führte Franz Xaver von Hertling die Geschäfte des bayerischen Kriegsministers, 1837/1838 hatte der Offizier dieses Amt auch offiziell inne.[7] Er bekleidete außerdem die Würde eines bayerischen Kammerherren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Bosl: Bosls bayerische Biographie, Pustet Verlag Regensburg, 1983, Band 1, Seiten 339/340; Onlineansicht
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 11, 1861, Seite 294; Ausschnitt aus der Quelle

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Xaver von Hertling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogische Webseite zu den Eltern
  2. Aschaffenburger Jahrbuch für Geschichte, Landeskunde und Kunst des Untermaingebietes, Band 22, Seite 94, Pattloch Verlag, 2002, Ausschnitt aus der Quelle, mit Daten zum Vater
  3. Biografische Webseite zu Georg von Hertlings Großvater mit Angaben zu dessen Vater und Großvater
  4. Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Band 34, Ausgaben 1–2, Seite 264, 1971; Ausschnitt aus der Quelle
  5. Schrettinger: Der Koeniglich-Bayerische Militaer-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder, München, 1882, Seite 394
  6. Oskar Illing: Das Königlich Bayerische Infanterie-Leib-Regiment, 1814–1914, München 1914, Seite 8; Ausschnitt aus der Quelle
  7. Klaus Schwabe: Die Regierungen der deutschen Mittel- und Kleinstaaten 1815–1933, 1983, Seite 248, ISBN 3764618302, Ausschnitt aus der Quelle