Franzheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Franzheim ist eine Wüstung in der Gemeinde Oberding im Landkreis Erding auf dem Gelände des Flughafens München.

Geschichte[Bearbeiten]

Franzheim entstand Anfang des 19. Jahrhunderts als weitläufige Streusiedlung im Erdinger Moos, nordöstlich von München, das zu dieser Zeit abschnittsweise trockengelegt wurde. Der Weiler umfasste nur wenige Anwesen.

1922 erstand in Eigenleistung der Bewohner durch den Ausbau einer Baracke eine Schule. Franzheim wuchs kontinuierlich, so dass die Regierung von Oberbayern am 14. April 1926 die Ortsfluren Mariabrunn und Franzheim errichtete. Seit diesem Zeitpunkt ist „Franzheim“ amtlicher Name der Streusiedlung. 1940 bis 1942 wurden die Franzheimer Anwesen an die elektrische Stromversorgung angeschlossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Franzheim schnell. Am 17. Mai 1957 wurde der Grundstein für die katholische Filialkirche St. Rasso gelegt, bereits am 1. September 1957 vollzog der Münchener Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler die Weihe. Das Gotteshaus entstand wiederum weitgehend in Eigenleistung der Ortsbewohner. 1958 wurde die alte Schule durch einen Neubau ersetzt und um ein Lehrerwohnhaus ergänzt.

Nachdem die Bayerische Staatsregierung sich in einem Kabinettbeschluss am 5. August 1969 für den Standort Erdinger Moos für den neuen Münchener Großflughafen München II entschied, wurde damit die Aufgabe des Ortes notwendig, da auf ihrer Flur ein guter Teil der südlichen Start- und Landebahn entstehen sollte. Die Flughafen München GmbH kaufte die Grundstücke auf, rund 400 Menschen wurden umgesiedelt. Die letzte Messe in der St. Rasso Franzheim wurde am 31. Juli 1977 gefeiert. Anschließend wurde die Kirche profaniert und mit dem Ort abgerissen. Bei Baubeginn des Flughafens am 3. November 1980 lebte nur noch rund ein Dutzend Personen in Franzheim. Zur Volkszählung am 27. Mai 1970 wurden noch 282 Einwohner in der Siedlung Franzheim gezählt,[1] nach 261 Einwohnern zur Volkszählung 1961[2] und 253 Einwohnern zur Volkszählung 1950.[3]

Nachdem auf dem Ortsgebiet die südliche Start- und Landebahn errichtet wurde, sind keine Überreste mehr vorhanden.

In der ehemaligen, nördlichen Nachbargemeinde Attaching (heute Stadtteil von Freising) gibt es weiterhin eine „Franzheimer Straße“, die vom Ortskern in südlicher Richtung verläuft.

Das Anwesen Eger-Straße 17, Gemeinde Oberding, unmittelbar südlich des südlichen Aussichtshügels des Flughafens München ist auf amtlichen Karten noch als Franzheim eingezeichnet.[4] An dieser Adresse ist das Tierhotel Flughafen München registriert.[5] 300 Meter südlich davon liegt das Anwesen Eger-Straße 15, das möglicherweise durch diesen Ortsnamen mitbezeichnet ist.

Aussichtshügel[Bearbeiten]

In Erinnerung an den Ort trägt der südliche Aussichtshügel des Flughafens München den Namen „Franzheim“.

Weblinks[Bearbeiten]

Geschichtliches über Franzheim im Internetauftritt des Kath. Pfarrverbandes Aufkirchen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Bd.: 1978 = 380
  2. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus d. Volkszählung 1961, München, 1964
  3. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München, 1952
  4. Bayernviewer
  5. [1]

48.33291666666711.784027777778Koordinaten: 48° 19′ 59″ N, 11° 47′ 3″ O