Franziska Barbara

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Franziska Barbara von Welz zu Wilmersdorf (* 4. August 1666; † 3. April 1718 in Wilhermsdorf) war Herrin von Wilhermsdorf.

Sie war die Tochter von Franz von Welz-Eberstein (* 1635; † 1674), Graf von Welz, Freiherr von Eberstein, und Anna Barbara de Gun (* 1640; † um 1681), Tochter des William Gunn (* um 1600), Freiherr von Ulm.

Sie heiratete 1689 den wesentlich älteren Grafen Wolfgang Julius von Hohenlohe-Neuenstein (Haus Hohenlohe), Witwer der Sophie Eleonore von Holstein-Sonderburg-Plön. Wolfgang Julius verstarb nach neun Jahren Ehe 1698 im Alter von 76 Jahren. Die Ehe blieb kinderlos. Das Erbe ihres Mannes fiel an dessen Bruder Johann Friedrich I. von Hohenlohe-Öhringen, Franziska Barbara erhielt lediglich die Herrschaften Wilhermsdorf und Neidhardswinden, die Wolfgang Julius am 4. Mai 1667 gekauft hatte.

Drei Jahre später, 1701, heiratete sie 35-jährig in zweiter Ehe den Grafen Philipp Ernst von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (* 29. Dezember 1663; † 29. November 1759, Haus Hohenlohe). Franziska Barbara behielt Wilhermsdorf als Sitz ihrer Residenz. Sie ließ den Ort erheblich ausbauen. Unter ihrer Herrschaft erlebt Wilhermsdorf eine Blütezeit. Sie verwirklichte den von Julius Wolfgang geplanten Kirchenneubau in den Jahren zwischen 1706 und 1714. Zwischen 1707 und 1718 ließ sie das Schulhaus in der Burgmilchlingstraße, das Siechenhaus in der Spitalstraße, das Consulentenhaus (das heutige Wilhermsdorfer Rathaus) und die Gottesackerkirche errichten. In Wilhermsdorf wird sie bis heute „Wohltäterin von Wilhermsdorf“ genannt. Am 3. April 1718 verstarb sie im Alter von 51 Jahren und wurde in einem Prunksarg in der Gruft der evangelischen Hauptkirche feierlich beigesetzt.

Aus ihrer zweiten Ehe mit Philipp Ernst hinterließ sie mindestens eine Tochter:

Philipp Ernst heiratete nach ihrem Tod in zweiter Ehe Maria Anna von Oettingen-Wallerstein.

Nach dem Tod Philipp Ernsts fiel das Lehen Wilhermsdorf und Neidhardswinden an dessen minderjährige Kinder. Im Jahr 1733 übernahm der Sohn Philipp Ernsts die Herrschaft Wilhermsdorf, blieb aber ohne Nachkommen, so dass Wilhermsdorf spätestens 1769 an den Sohn von Franziska Barbaras Tochter Caroline Juliane, Philipp Ferdinand von Limburg-Styrum, fiel.

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